Acrylfarbe auf Stoff verwenden – so geht’s!

Acrylfarbe auf Stoff verwenden – so geht’s!

Acrylfarbe ist als Künstlerfarbe bekannt und darf auch im Repertoire von Hobby-Bastlern nicht fehlen. Wer gerne malt und Gegenstände mit Acrylfarbe verschönert, der weiß, dass sie viele positive Eigenschaften vorzuweisen hat. In der Regel ist die Farbe für Untergründe wie Leinwände, Metall und Holz geeignet. Aber auch Textil kann damit bemalt werden. Hier gibt es jedoch einige Sachen zu beachten, damit ein optimales Ergebnis erzielt wird.

Daraus besteht Acrylfarbe

Wer eine Decke, ein T-Shirt oder ein anderes Stück Stoff mit Acrylfarbe bearbeiten möchte, sollte sich zunächst die Zusammensetzung des Mittels anschauen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Eigenschaften sich tatsächlich für das eigene Vorhaben eignen. Hauptsächlich besteht das Mittel aus folgenden Komponenten:

  • Pigmente sorgen für ein gleichmäßiges Abdecken von Untergründen und sind auch verantwortlich für das Verändern von anderen Farben. Sie sorgen somit für das Farb- und Deckvermögen.
  • Lösemittel werden eingesetzt, um das Bindemittel aufzulösen. Das ist wichtig, damit die Farbmasse ebenmäßig wird. Schließlich verdunstet das Lösemittel (in diesem Fall ist es Wasser).
  • Bindemittel sind wichtig für die Verbindung von dem Untergrund mit der Farbe, aber auch, damit sich die einzelnen Partikel der Pigmente miteinander verbinden.

Lacke und Anstriche mit Acryl basieren also auf einer sogenannten „Dispersion“. Das bedeutet, dass solche Zusammensetzungen meist die genannten Zusatzstoffe beinhalten. Eine Eigenschaft von Dispersionen ist zum Beispiel, dass sie zäh sein kann, aber auch dünnflüssig.

Acrylfarbe Stoff – die Anleitung

Wer zum ersten Mal ein Stück Stoff mit Acrylfarbe bemalen möchte, hat zu Beginn sicherlich viele Fragen. Doch das Malen gestaltet sich im Grunde sehr einfach, wenn sie folgende Punkte beachten. So gehen sie idealerweise vor:

  1. Zunächst wird ein geeigneter Untergrund gesucht, der am besten eben sein sollte. In einigen Fällen können Textilien auch mit Wäscheklammern an den Enden befestigt werden, wenn es sich zum Beispiel um einen Untergrund handelt, bei dem der Stoff gespannt wird. Damit die Textilien beim Malen nicht verrutschen, können Sie einen schwereren Gegenstand auf dem Rand vom Stoffstück platzieren.
  2. Tragen Sie die Acrylfarbe gleichmäßig auf. Wichtig ist, dass keine zu dicke Schicht aufgetragen wird, um ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Eine dünne Schicht reicht meist vollkommen aus. Zu Beginn wirkt die Farbe milchig. Nach dem Trocken ist jedoch eine satte Farbe zu erkennen.
  3. Lassen Sie die Farbe trocknen. In der Regel trocknet die Farbe sehr schnell, oft auch binnen weniger Minuten. Wer ein zu schnelles Trocknen vorbeugen will, sollte die Farben beim Malen deshalb mit Wasser verdünnen. Das verlängert die Trockenzeit.

Eine dünnere Farbschicht sorgt dafür, dass Textilien später nicht zu steif werden und  geschmeidig bleiben. Acrylfarbe sollte deshalb sparsam verwendet werden.

Für diese Kleidung eignet sich die Farbe

In der Regel kann ein Acrylanstrich bei fast allen Kleidungsstücken erfolgen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass Acryl sehr stark haftet und auch nach mehreren Wäschen nicht unbedingt entfernt werden kann. Wer also seinen Pullover, sein Shirt oder eine Hose bemalen will, sollte sich darüber bewusst sein. Eine Ausnahme gibt es trotzdem: Leder. Bei diesem Stoff handelt es sich um eine Textilie, die eine extrem glatte Oberfläche aufweist. Aus diesem Grund eignet sich eine Acrylmischung nicht sonderlich gut für Kleidung aus Leder. Trocknen und Haften wird hier problematisch. Für dieses Problem gibt es jedoch spezielle Lederfarbe, welche genutzt werden kann.

Vor- und Nachteile von Acrylfarbe auf einen Blick

Wer sich für einen Acrylanstrich entscheidet, profitiert von verschiedenen Vorteilen:

  • die Farbe kann mit Wasser verdünnt werden
  • Acrylfarbe weist einen satten Ton auf
  • sie hält lange und auch nach vielen Wäschen

Natürlich gibt es aber auch die andere Seite. Das sind die Nachteile von Acrylfarbe auf Textil:

  • Fehler können nur schwer korrigiert werden
  • zu viel Farbe härtet den Stoff aus

Welchen Pinsel benutze ich?

Ein schönes Ergebnis mit Acrylfarben wird nur erzielt, wenn die richtigen Werkzeuge dafür benutzt werden. Dazu gehört vor allem ein geeigneter Pinsel. Die Borsten für einen Pinsel, der mit Acryl in Berührung kommt, sollte aus Nylon, Polyester und Naturmaterial bestehen. Die Pinsel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: hart, weich, flach, rund. Feine Pinsel eignen sich besonders gut für das Vorzeichnen und Bemalen von Rändern und kleineren Flächen. Ein breiter Pinsel, der viele Borsten vorweisen kann, hilft bei großflächigen Untergründen.

Weitere Tipps zum Malen mit Acrylfarbe

Wer keine „Sauerei“ beim Malen veranstalten will und eine kostengünstige Möglichkeit sucht, um Acrylfarbe zum Malen zu platzieren, kann es mit Frischhaltefolie versuchen. Dafür wird zum Beispiel ein Topf oder Teller mit der Folie ausgelegt und die Farbe kommt auf die Folie. Auch zum Vermischen von Farbe eignet sich dieser Untergrund. Der Vorteil von Folie: die Farbe haftet nicht am Untergrund von Töpfen, Tellern oder anderen Utensilien. Nachdem Sie mit dem Bemalen fertig sind, können Sie die Folie ganz einfach aus dem Behälter entfernen und sie samt Farbresten entsorgen.

Außerdem ist es hilfreich, wenn ein loses Stück Tuch bereitliegt. Da Acryllack sehr schnell aushärtet, können Fehler nur schwierig wieder korrigiert werden. Fällt die Farbe mal daneben, sollte sie deshalb sofort mit einem Tuch entfernt werden. Einen Nachteil hat die Farbe doch. Ist sie nämlich einmal getrocknet, kann man sie nicht ohne Weiteres entfernen.

Die richtige Technik für Acrylanstrich auf Stoff

Wer feine Striche malen will, sollte stets darauf achten, dass der Pinsel mit wenig Farbe behaftet wird. Sollte das Ergebnis noch nicht den eigenen Wünschen entsprechen, kann man immer noch etwas Farbe hinzugeben werden. Diese Option eignet sich für ein besonders sauberes Ergebnis. Wer schon zu Beginn viel Farbe aufnimmt, der riskiert, dass die Farbstriche zu grob werden und das Ergebnis dann nicht mehr fein aussieht.

Wer noch nie mit Acryllack gearbeitet hat, wird sich bestimmt fragen, wie er vorgeht.  Zunächst kann mit dem Ausmalen vom Hintergrund begonnen werden. Danach können auch feinere Linien gezogen werden und Details werden zum Schluss hinzugefügt. Wer die Farbe außerdem mischen möchte, um beispielsweise eine Sekundärfarbe zu erzeugen, sollte erst den helleren Ton pur auftragen. Danach kann die dunklere Farbe hinzugegeben werden. Allerdings muss die erste Farbe noch nass sein, damit sich tatsächlich der gewünschte Farbton ergibt. Wer möchte, dass das Ergebnis lange hält, kann einen speziellen Schlusslack verwendet, den es im Fachhandel gibt. Allerdings werden solche Lacke oft nur für Gemälde verwendet.

Wer sich unsicher ist, fragt deshalb am besten einfach beim Fachmann nach, um sich eine professionelle Meinung einzuholen.

So lösen Sie Acrylfarbe wieder von Stoff

Natürlich kommt es vor, dass mal ein Klecks daneben geht oder Acrylfarbe auf der eigenen Kleidung landet, obwohl sie einen anderen Gegenstand damit bemalen wollten. Dann fragen sich viele Menschen, wie sie das wieder rückgängig machen. Um solche Patzer schon zu Beginn vorzubeugen, können Sie zum Beispiel eine Schürze anziehen, mit Handschuhen arbeiten oder alte Kleidung tragen, die sie nur für diesen Zweck verwenden. Wenn es aber doch dazu kommen sollte, dass sie ein Stück Stoff reinigen müssen, gehen sie folgendermaßen vor:

  1. Zuerst wird überschüssige Farbe, die noch nicht eingetrocknet ist, schnell entfernt. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Stück Stoff oder ein Papiertuch.
  2. Schließlich wird die restliche Farbe mit einem Gegenstand abgekratzt, beispielsweise mit Besteck. Auch eine Zahnbürste kann verwendet werden. Das hilft allerdings nur, wenn die Farbe noch nicht zu lange auf dem Stoff haftet.
  3. Wenn alles nicht hilft, können Sie zu Alkohol greifen. Damit wird der Fleck betupft, welcher entfernt werden soll. Nach etwas Einwirkzeit kann die Farbe entfernt werden. Geeignet für Acrylfarbe ist vor allem Isopropylalkohol, welcher in der Apotheke erworben werden kann.
  4. Zum Schluss bleibt noch die Waschmaschine. Farbreste können nach einem Waschgang entfernt werden, wenn sie noch nicht zu lange am Stoff haften.

Einige Flecken lassen sich bereits mit etwas Spülmittel entfernen. Dafür sollte warmes Wasser mit Spülmittel vermischt werden. Anschließend auf den Fleck auftragen, einreiben und auswaschen

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Die Alternative von Acrylfarbe für textile Untergründe

Nicht jeder kann sich sofort mit einem Acryllack anfreunden. Aus diesem Grund gibt es einige Alternativen, die ebenfalls für das Bemalen von Stoffen verwendet werden können. Zum Beispiel eignen sich spezielle Stoffmalfarben als Acrylfarben-Ersatz. Diese sind dafür konzipiert, dass sie besonders gut auf textilen Oberflächen haften und sich leicht auftragen lassen. Wer sich Stoffmalfarben im Handel kauft, muss sich außerdem auch nicht zu viele Farben kaufen. Es reicht, wenn Sie die Grundfarben kaufen. Die Farben eignen sich wunderbar, um sie untereinander zu vermischen. Zum Beispiel kann man die Farbe Gelb mit Rot mischen, um Orange zu erhalten. Wer sich einen violetten Ton wünscht, probiert es mit der Farbe Blau und Rot. Auch die Farbintensität kann nach Belieben abgestimmt werden. Das ist alles übrigens auch mit Acrylfarben möglich.

Wissenswertes zu Acrylfarben

Acrylfarben spielen besonders in der Kunstgeschichte eine bedeutende Rolle. Obwohl die Entwicklung bereits im Jahre 1915 begann, wurde die Farbe erst nach 1950 so richtig erfolgreich. Besonders bei jungen Künstlern war die Farbe schon damals beliebt. Sie konnten sich expressionistisch austoben, mit satten und blassen Farben spielen und ihre Kreativität ausdrücken. Es entstanden dabei nicht nur ebene Flächen. Mit Acryllack war es möglich, dass auch unebene Flächen geschaffen worden, wenn mehr von der Farbe aufgetragen wurde. Es entstand eine ganz neue Art von Kunst. Vor allem wurde sie damals und auch heute als Alternative zur klassischen Ölmalerei betrachtet, denn Acryl punktet mit vielen positiven Eigenschaften. Wichtige Punkte dabei sind:

  • optische Wirkung bleibt sehr lange erhalten
  • die Farbe ist geruchsneutral
  • Wasser ist als Lösungsmittel umweltfreundlich
  • Acryllack ist wasserunlöslich
  • die Trocknungszeit ist kurz

Acrylfarben konnten vor allem deshalb gegenüber Ölfarben punkten, weil letztere anfällig bei Licht sind. Es kann dazu kommen, dass die satten Farben bei UV-Einstrahlung verblassen. Ein großer Nachteil von Ölfarbe war bisher außerdem immer, dass verschiedene Stoffe enthalten sind, welche sich auf die Gesundheit auswirken können. So kommt es in manchen Fällen dazu, dass sie allergische Reaktionen bei manchen Menschen auslösen. Acrylanstriche eignen sich aus diesem Grund auch für Menschen, die etwas empfindlicher bei anderen Stoffen sind.

Zusammenfassung

Acrylfarbe eignet sich wunderbar, um damit Stoffe zu bemalen. Es sind keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten und somit eignet sich die Farbe auch für Allergiker. Acryllack bringt außerdem unterschiedliche Vorteile mit sich. Die Farbe trocknet sehr schnell, weist satte Nuancen vor und ist auch nach vielen Waschgängen noch haltbar. Wichtig ist jedoch, dass die Farbe schnell entfernt wird, wenn einmal ein Farbfleck daneben geht. Am besten funktioniert das mit einem Papiertuch, Alkohol, Spülmittel und Wasser.

Artikelbild: osobystist / Bigstock.com

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