Akelei (Aquilegia) – Standort, Pflege, Säen

Akelei (Aquilegia) – Standort, Pflege, Säen

Die Akelei ist eine Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie war bereits im Mittelalter bekannt und spielte damals schon eine wichtige Rolle als Heilpflanze. Die Herkunft des Namens wird unterschiedlich gedeutet. Wahrscheinlich ist jedoch, dass er auf das Wort „aquila“ – lateinisch für „Adler“ zurückgeht, da der Sporn ähnlich wie der Schnabel eines Adlers gekrümmt ist.

Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Blütenform trägt die Akelei im Volksmund viele Namen. Dazu gehören Narrenkappe, Elfenhandschuh, und Zigeunerglocke. Auch Venuswagen ist ein „Spitzname“ der Akelei, da man ihr im Mittelalter eine Steigerung der Libido zuschrieb.
Zur Gattung Akelei gehören etwa 120 verschiedene Arten, die alle auf der Nordhalbkugel heimisch sind. Die Pflanze kommt sowohl in Europa als auch in Asien und Nordamerika vor. Die aus Europa stammenden Arten blühen meist weiß, rosa, blau oder violett, während man in Nordamerika eher gelbe und rote Blüten antrifft. Die Akelei ist in heimischen Gärten sehr beliebt und weit verbreitet.

Verwendung der Akelei

Die farbenfrohe Staude liefert gute Schnittblumen, besonders für Wildblumensträuße. Sie ist auch für kleine Gärten gut geeignet und wird häufig in romantisch gestaltenten Gärten verwendet. Auch in einem Steingarten oder Alpinum sehen Akeleien sehr gut aus.
Es ist auch möglich, eine Akelei in einem Topf auf dem Balkon zu halten.
In getrockneter Form kann man aus ihren Blättern Teemischungen herstellen, die sich in Form von Umschlägen als wirksame Helfer z.B. gegen Rheuma, Gicht und Hautprobleme erwiesen haben.

Welche Sorten gibt es?

Dies sind die bekanntesten Sorten der Akelei:

  • Maxi – blüht von Juni bis Juli, wird bis 75 cm hoch
  • Florida – gelb, blüht von Mai bis Juni, wird bis 70 cm hoch
  • Georgia – rot-weiß, blüht von Mai bis Juni, wird bis 70 cm hoch
  • Kansas – rot-gelb, blüht von Mai bis Juni, wird bis 70 cm hoch
  • Alaska – weiß, blüht von Mai bis Juni, wird bis 70 cm hoch
  • Virginia – blau und weiß, blüht von Mai bis Juni, wird bis 70 cm hoch
  • Rose Queen – weiß mit rotem Hut, blüht von Juni bis Juli, wird bis 20 cm hoch (Zwergakelei)
  • McKana Hybrids – in allen Farben, blüht von Mai bis Juni

Welchen Standort bevorzugt die Akelei?

Der Lieblingsplatz einer Akelei ist im Halbschatten. Sie steht sehr gut unter lichten Bäumen, ein sonniger Platz macht ihr in der Regel jedoch auch nichts aus. Einige Hybriden bevorzugen sogar die direkte Sonneneinstrahlung.

Erkundigen Sie sich beim Kauf der Pflanze genau, welchen Standort sie bevorzugt.

Leider ist eine Akelei nicht sehr langlebig. Etwa vier bis fünf Jahre hält sie sich an einer Stelle, bevor sie abstirbt. Während dieser Zeit breitet sie sich jedoch aus und erscheint an verschiedenen Stellen im Garten, so dass eine Akelei also nie ganz verloren geht.
Wichtig für den Standort der Akelei:

  • am liebsten im Halbschatten
  • mag wandernden Schatten
  • nicht zu heiß
  • Hybriden mögen es sonnig
  • toleriert wenig Wurzelkonkurrenz anderer Pflanzen

Die Akelei entfaltet ihre weiße, gelbe, rosafarbene oder blaue Blütenpracht am besten auf einem feuchten, sandigen und humusreichen Boden. Als „Nachbarn“ einer Akelei eignen sich gut Phlox, Tränende Herzen, Narzissen, Vergiss-mein-nicht oder auch Farne.

Aussaat, Pflanzen und Vermehrung der Akelei

Eine Akelei kann im Frühjahr ausgesät oder auch als Jungpflanze in ein Staudenbeet gepflanzt werden.

Aussäen

Der Samen der Akelei wird von Februar bis Mai ausgesät. Nutzen Sie dazu am besten Aussaaterde.

Der Samen muss 3 bis 5 Millimeter mit Erde bedeckt werden.

Des Weiteren ist zu beachten, dass das Substrat im Hellen, aber ohne direkte Sonneneinwirkung steht. Es muss bei einer Temperatur von 17 bis 20°C gleichmäßig feucht gehalten werden, damit die Keimlinge hervorkommen können. Diese sollten dann besser im Schatten stehen und nur langsam an Sonne gewöhnt werden. Setzen Sie die Keimlinge also nur morgens und abends der Sonne aus.

Haben die Keimlinge eine Höhe von etwa 5 cm erreicht, müssen sie pikiert werden. Mit dem Auspflanzen wollten Sie bis nach den Eisheiligen warten.

Pflanzen

Beim Pflanzen einer jungen Akelei müssen Sie eigentlich nur beachten, dass die Wurzelballen gewässert werden, dann können Sie sie direkt ins Beet pflanzen.

Eine Akelei passt gut in ein Staudenbeet, wo sie zwischen andere Stauden gesetzt werden kann. Der Abstand zu anderen Pflanzen sollte 25 bis 30 cm betragen, da die Akelei starke und weit wuchernde Wurzeln entwickelt.

Das weiß jeder, der schon einmal eine „alte“ Akelei ausgegraben hat, um sie umzusetzen. Die Akelei hat zähe und fleischige Wurzeln, die sie stark im Boden festhalten und sich weit im Erdreich ausbreiten. Die „Umsiedlung“ einer älteren Akelei ist ein wahrer Kraftakt. Daher sollte man sie an Stellen, wo man sie nicht haben will, rechtzeitig aus dem Boden entfernen. Sämlinge lassen sich in jungen Jahren einfach entnehmen und umsiedeln.

Vermehrung

Eine Akelei vermehrt sich sehr schnell durch Selbstaussaat. Dies kann leicht zur Plage werden. Meist ist eine Selbstaussaat unerwünscht, da Akeleien sich leicht verkreuzen und Sämlinge aufspalten. Wenn Sie dir Sorte rein halten möchten, müssen Sie die Samenstände vor dem Reifen entfernen. Dies kommt auch der Mutterpflanze zugute, die auf diese Weise weniger geschwächt langlebiger wird.

Was ist bei Pflege und Düngung der Akelei zu beachten?

Nach dem Pflanzen muss die Akelei bis zum Anwachsen gut gewässert werden, am besten wässern Sie die Pflanze die ersten drei Monate recht intensiv. Auch während der Blüte benötigt die Akelei ausreichend Wasser. Während dieser Zeit sollte die Pflanze auch gedüngt werden, um viele und große Blüten hervorzubringen.

Benutzen Sie zum Düngen Kompost oder Laubmulch, denn dadurch wird dem Boden viel Humus zugeführt.

Ansonsten braucht eine Akelei nicht viel Pflege. Sie ist eine robuste Pflanze und kommt problemlos ohne viel Pflege durch das Jahr.

Wann muss eine Akelei geschnitten werden?

Eine Akelei kann bereits im Frühjahr eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten werden. Möglich ist dies aber ebenso im Herbst, nach der Blüte. Die Samen der Akelei reifen von Juli bis August. Wenn Sie die befürchtete Selbstaussaat Ihrer Pflanze verhindern möchten, müssen Sie die verblühten Stängel rechtzeitig abschneiden.
Wenn Sie die verblühten Blütenstände entfernen, gibt es im Herbst sehr oft noch einmal eine Nachblüte. Das Beste ist, die Pflanzen nach der Blüte bodennah abzuschneiden, denn dann treiben sie in der Regel noch einmal richtig durch.

Sollten Sie das Schneiden nach der Blüte im Sommer oder Herbst versäumt haben, können Sie dies im Frühjahr bei Austriebsbeginn nachholen. Es gilt auch hier – etwa handhoch abschneiden.

Wie überwintert die Akelei?

Fast alle Akelei-Sorten sind winterhart und ertragen Temperaturen bis -20 oder gar -25°C. Manche Arten, die aus nördlicheren Regionen stammen, sind sogar bis -40°C winterhart. Es ist daher nicht notwendig, eine Akelei mit einem speziellen Winterschutz zu versehen. Nur eine Akelei, die zum Beispiel auf dem Balkon in einem Topf steht, sollten Sie den Winter über schützen, da sonst möglicherweise der Wurzelballen durchfrieren kann.

Ist eine Akelei giftig?

Wie alle Pflanzen aus der Familie der Hahnenfußgewächse ist die Akelei giftig, und zwar durch die Stoffe Magnoflorin sowie das Blausäure bildende Glycosid. Den höchsten Anteil an Giftstoffen enthalten die Samen der Pflanze. Allerdings ist sie als nur sehr schwach giftig einzustufen, bislang hat es noch keinen Todesfall durch eine Akelei-Vergiftung gegeben.
Kommt es durch Unwissenheit zum Verzehr von Teilen einer Akelei, führt das zu folgenden Symptomen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Atemnot
  • Herzrhythmusstörungen

Das Gift einer Akelei wirkt nicht nur von innen, sondern auch durch Hautkontakt. Tragen Sie im Umgang mit der Pflanze deshalb immer Handschuhe!

Durch Trocknen können die Giftstoffe jedoch unschädlich gemacht werden, und die getrockneten Blätter können sogar zu Teemischungen verarbeitet werden. Durch den bitteren Geschmack ist Tee aus Akelei jedoch zum Trinken nicht sehr beliebt und wird daher eher äußerlich als Umschlag verwendet. Auf diese Weise wirken Akelei-Blätter gegen Gicht, Rheuma, Geschwüre, Abszesse und Verdauungsbeschwerden.

Krankheiten und Schädlinge der Akelei

Ein Schädling, der die Akelei häufig befällt, wurde sogar nach ihr benannt – nämlich die Akelei-Gallmücke. Diese fällt gern über die frischen Knospen her. Die befallenen Knospen müssen sofort entfernt und entsorgt werden.

Zu den Schädlingen, die Akeleien ebenfalls häufig befallen, gehören Wollläuse. Diese überziehen die Pflanze mit einer watteartigen Substanz und scheiden Schadstoffe auf Triebe, Keimlinge und Blätter aus. Wollläuse bekommt man relativ einfach weg, indem man die Akelei einer ordentlichen Wasserdusche unterzieht.
Auch Blattwespen befallen Akeleien häufig. Diese sind sehr aggressiv und können innerhalb kürzester Zeit ganze Pflanzen kahl fressen. Hier hilft leider nur die „chemische Keule“, das heißt, die Akelei muss mit Insektiziden behandelt und komplett zurückgeschnitten werden. Weitere mögliche Schädlinge sind Echter Mehltau, Blattläuse und Miniermotten.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Woher stammt der Name Akelei und was bedeutet er?

Der Ursprung des Namens liegt im 18. Jahrhundert und wird aus dem Lateinischen abgeleitet. Der lateinische Name ist Aquilegia. Zusammengesetzt aus zwei Wortteilen bedeutet dieser Name übersetzt „Wassersammler“. Es gab aber noch weitere Namen, die in verschiedenen Regionen verwendet wurden und immer diesem Begriff ähneln. Andere sprichwörtliche Namen orientieren sich besonders am Aussehen, sind aber botanisch nicht richtig. Diese Bezeichnungen sind beispielsweise Teufel- oder Kaiserglocken.

Welche Sorten bzw. Arten der Akeleien gibt es?

Die Gattung der Aquilegia besteht aus bis zu 75 Arten. Diese Arten unterscheiden sich durch verschiedenste Merkmale. Dazu gehört in erster Linie die Farbgebung, aber besonders auch die Herkunft. Fast alle Farben des Farbspektrums sind bei den Akeleien vorhanden und teilweise sogar vermischt. Die unterschiedlichen Arten stammen aus vielen Regionen der Welt, wie beispielsweise Europa, Nordamerika oder Asien.

Wann ist die Blütezeit der Akeleien?

Die Blütezeit der Akeleien ist meist in der Zeit um den Monat Mai herum. Die Farbe der Blüten ist dabei allerdings davon abhängig, um welche Art der Akelei es sich handelt.

Welche Wirkstoffe beinhaltet der Akelei und ist er giftig?

Ein Teil der Wirkstoffe ist das Gift Magnoflorin. Ein weiterer negativ wirkender Stoff, den der Akelei beinhaltet, ist Glycosid, welches Blausäure bildet. Besonders die Blätter tragen diese Wirkstoffe, weshalb der Verzehr mit gesundheitlichen Folgeerscheinungen verbunden ist. Die Symptome sind unter anderem Atemnot und Krämpfe. Auch auf der Haut kommt es zu Reizungen, wobei alle Symptome relativ schnell abklingen. Zusätzlich ist es für einige Tiere, wie beispielsweise Ziegen, nicht ganz ungefährlich, die Blätter zu konsumieren.

Wie wird der Akelei am besten gepflegt und geschnitten?

Ein wichtiger Aspekt der Pflege ist das ausreichende Gießen. Das ist besonders dann wichtig, wenn große Pflanzen beziehungsweise Bäume mit dominanten Gehölzen in der Nähe der Akeleien angepflanzt wurden. Das liegt daran, dass die Akeleien sich gegen diese nicht durchsetzen können und ohne zusätzliches Bewässern vertrocknen können. Die Nährstoffzugabe kann besonders gut durch Kompost und Laubmulch erfolgen. Viel mehr Nährstoffe benötigen Akeleien aber nicht. Das Schneiden ist im Prinzip nur dann nötig, wenn es entweder zu viele Pflanzen werden oder wenn sich Farben gebildet haben, die nicht gewünscht sind. Das kann bei den farbenfrohen Akeleien schnell passieren.

Welcher Standort ist für die Akeleien am besten geeignet?

Ein großer Vorteil der Akeleien liegt darin, dass sie in Sachen Standort sehr flexibel sind. Dadurch sind besonders sonnige Standorte mit einigen Schattenzeiten von den Akeleien sehr willkommen. Allerdings ist es auch nicht schlimm, wenn es etwas dunkler ist. Generell bestimmt der Zugang zu Sonnenlicht aber die Wuchshöhe der Pflanze. Auch unterhalb von anderen Pflanzen mit zurückhaltenden Wurzeln fühlt sich die Pflanze durchaus wohl und zeigt ein gutes Wachstum. Generell ist bei der Vielfalt der Arten aber immer darauf zu achten, was die speziellen Ansprüche der gewählten Art sind.

Welchen Einfluss hat der PH-Wert auf die Akeleien?

Der PH-Wert des jeweiligen Bodens ist für die Akeleien sehr wichtig, da darüber der Säuregehalt angegeben wird. Dieser ist wiederum sehr entscheidend für das Wachstum der Akeleien.

Systematik

Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Isopyroideae
Tribus: Isopyreae
Gattung: Akeleien

Wissenschaftlicher Name

Aquilegia

Zusammenfassung

Die schönen, farbenfrohen Akeleien gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse und sind in heimischen Gärten sehr beliebt. Bereits im Mittelalter wurden sie zu Heilzwecken genutzt. Man kennt Akeleien auch unter den Namen Narrenkappe, Zigeunerglocke, Elfenhandschuh und Venuswagen. Die Akelei ist einfach in der Haltung und steht am liebsten im Halbschatten. Akeleien sind leicht giftig, daher sollten ihre Besitzer bei der Gartenarbeit stets Handschuhe tragen.

Artikelbild: © Images by Dr. Alan Lipkin / Shutterstock

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