Allergiker-Bettwäsche: Der große Ratgeber für einen gesunden (Kinder-)Schlaf

Allergiker-Bettwäsche: Der große Ratgeber für einen gesunden (Kinder-)Schlaf

12,87 Millionen Deutschen stufen sich selbst als Allergiker ein (Quelle: Statista.de). Andere Zahlen gehen weiter und sagen, dass jeder dritte Deutsche unter einer Allergie leidet. 6,5 Prozent von ihnen leiden unter Neurodermitis, 5 Prozent unter einer Hausstaubmilbenallergie. In beiden und anderen Fällen sind Betroffene auch nachts von der Allergie beeinflusst: Die Nase ist verstopft, ständiges Niesen und Husten hält wach und die Haut juckt unangenehm. Gerade Kinder leiden besonders. Die richtige Bettwäsche kann hier für einen erholsamen Schlaf sorgen.

Schluss mit dem Schlaraffenland: Deswegen ist Allergie-Bettwäsche wichtig

Gerade in den allergen-intensiven Phasen ist es auch nachts eine Qual: Ein ruhiger und gesunder Schlaf ist Fehlanzeige. Milben, Hausstaub und Pollen können sich auch in die Matratze setzen und so dem Allergiker den Schlaf rauben. Clever ist, wer allergendichte Bezüge für das Bett verwendet. Nicht nur Kopfkissen und Bettdecke können mit Allergiker-Bettwäsche bezogen werden, auch Zwischenbezüge für die Matratzen helfen. Diese Bettwäsche wird auch Encasings genannt (aus dem Englischen „einhüllen“). Sie verhindert, dass die Tiere in Matratze, Kopfkissen und Co überhaupt erst eindringen können. Denn gerade dort halten sich Milben mit Vorliebe auf. Bei einer Temperatur von mehr als 25 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent vermehren sie sich zudem. Abgestorbene Hautschuppen gibt es hier zu Haufe, von denen sie sich ernähren. Die Bettwäsche ist quasi ein Schlaraffenland. Durchschnittlich 10.000 dieser kleinen Spinnentiere sind in einem Bett zu finden. Allergiker reagieren vor allem auf den Milbenkot, der nach dem Trocknen oft auch in die Raumluft abgegeben wird. Von dort aus atmen Betroffene ihn ein – Husten, Niesen, Juckreiz, Schnupfen und vieles mehr sind die Folge.

Gerade für Kinder sind Allergien besonders schlimm. Neurodermitis und der verbundene Juckreiz quälen den Nachwuchs mehr als einen vernünftigen Erwachsenen. Eine Hausstaubmilbenallergie im Kindesalter kann sich Jahre später zu einer Asthmaerkrankung entwickeln. Wer sich unsicher ist, ob eine Allergie auf Hausstaubmilben und Co vorliegt, kann online den Test machen.

So mancher Betroffene nutzt sogenannte Milbensprays als Alternative. Doch deren Wirkung ist nicht medizinisch belegt. Im Gegenteil, hier können sogar gesundheitliche Gefährdungen auftreten. Allergene Bettwäsche hingegen verhindert zum einen das Austreten des Kots und das Eindringen von Hautschuppen. Durch die Barriere wird das Schlaraffenland für die kleinen Tierchen geschlossen.

Hohe Qualität und getestete Funktionen: Die Anforderungen für Allergiker-Bettwäsche

Allergiker stehen vor der Herausforderung, sich keine Bettwäsche ins Haus zu holen, die sie mit weiteren Hausstaubmilben belastet oder die Haut von Neurodermitikern weiter stresst. Für Betroffene von Hautkrankheiten darf das Schlafklima keineswegs schwitzig sein. Wichtig ist hier eine atmungsaktive Bettwäsche. Weitere Anforderungen für die Bettwäsche sind:

  • Eine gute Luft- und Feuchtezirkulation muss möglich sein.
  • Schadstoffgeprüft: Die Bettwäsche sollte selbst hypoallergen sein, also möglichst wenig allergieauslösende Stoffe selbst enthalten.
  • Bei Hausstauballergie sollte die Bettwäsche waschbar sein (bei mindestens 40 Grad, am besten bei 90 Grad).
  • Die Bettwäsche sollte eine gute Verarbeitung aufweisen – Reißverschlüsse sollten dreiseitig und abgedeckt sein.
  • Die Bettwäsche sollte das Prüfsiegel „Allergiker-geeignet“ besitzen.
  • Das Partikelrückhaltevermögen muss getestet sein.
  • Die Bezüge sollten einen weichen und hautsympathischen Schutz bieten, ohne nachts lautes Rascheln zu verursachen.

Wer unter einer Allergie leidet, sollte nicht nur bei der Bettwäsche auf spezielle Anforderungen achten. Auch eine möglichst feinporige Allergiker-Matratze bietet einen zusätzlichen Schutz. Kaltschaum- und Latex-Matratzen haben den Ruf, dass sich hier Hausstaubmilben weniger einnisten.

Tencel. Der noch eher unbekannte Stoff für empfindliche Kinder

Gerade, wenn der Nachwuchs unter der Allergie leidet, ist es wichtig, ihm eine erholsame Nacht zu gewährleisten. Es gibt zahlreiche verschiedene Stoffe, aus denen Allergiker-Bettwäsche gefertigt sein kann. Grundsätzlich gilt, dass Bettwäsche aus Kunststoff die besseren Voraussetzungen mit sich bringt. Eine noch eher unbekannte Faser ist Tencel (auch Lyocell genannt). Eine österreichische Firma stellt die Mischung aus Natur- und Kunstfaser her. Tencel wird aus natürlichen Rohstoffen wie beispielsweise dem Buchenholz gewonnen, wird jedoch wie künstliche Fasern mit herausragenden Materialeigenschaften verbunden: Die Faser ist weich, elastisch und hat einen zarten Glanz. Gerade die Regelung der Feuchtigkeit ist hier optimal für Allergiker, Betroffene von Neurodermitis und Asthma-Kranke. Bettwäsche aus Tencel ist bei 60 Grad waschbar. Für Betroffene von Hautkrankheiten bietet es ein trockenes Schlafklima. Dermatologisch getestet verbessert Tencel Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Neurodermitis. Zudem ist die Faser besonders reißfest, was deren Einsatz im Kinderzimmer umso mehr befürwortet.

Achten Sie bei Kinderbettwäsche auch auf die richtigen Motive. Bezüge für Allergiker müssen nicht langweilig sein, sondern können mit den richtigen Aufdrucken auch Spaß machen.

Obwohl Kinderbettwäsche aus Tencel bislang erst von wenigen Herstellern angeboten wird, müssen Kinder nicht auf tolle Motive verzichten. Der Online-Shop Kinderzimmerhaus ist einer der ersten Anbieter für Bettwäsche aus dem neuen Material mit kindgerechten Designs. Verträumte Meerlandschaften, Tiere oder ein niedlicher Froschkönig zieren die Bettwäsche und unterstützen den gesunden Schlaf der Kleinen.

Weitere Möglichkeiten: Baumwolle, Seide und Kunstfasern

Neben der Neuentdeckung Tencel gibt es aber auch herkömmliche Stoffe, aus denen Allergiker-Bettwäsche gefertigt sein kann. Dazu zählen unter anderem:

  1. Baumwolle
  2. Seide
  3. Kunstfasern

Baumwolle ist dabei der Klassiker unter ihnen. Dieser Stoff ist reizarm und kann auch bei Hautempfindlichkeiten empfohlen werden. Farbbehandelte Modelle können jedoch Irritationen hervorrufen. Daher sollte auf Bio-Baumwolle gesetzt werden. Zudem ist Baumwolle weich, strapazierfähig und kann bei bis zu 95 Grad gewaschen werden. Die Naturfaser kann Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben. Seide ist ein wunderbarer Stoff gerade für Neurodermitiker. Dahinter versteckt sich eine Eiweißfaser aus tierischen Bestandteilen – der Hülle von Schmetterlingen. Seide ist außen sehr glatt, nimmt kaum Staub und Schmutz auf. Ebenso bietet diese Faser einen guten Temperaturausgleich und kann enorm viel Feuchtigkeit aufnehmen. Ihr wird eine beruhigende und heilende Wirkung für gereizte Haut nachgesagt. Der Nachteil: Seidenbettwäsche kann oft nur bei bis zu 30 Grad gewaschen werden. Daher ist sie für Hausstauballergiker nur bedingt geeignet. Wichtig ist hier zudem, auf eine hohe Qualität der Seide zu achten. Bei minderwertigen Produkten ist der sogenannte Seidenleim oft schlecht entfernt – so mancher Allergiker reagiert darauf. Hinter der Kunstfaserbettwäsche verbergen sich unzählige Modelle, bei denen die Faser aus Erdöl gewonnen wird. Ein Beispiel ist hier Polyester. Der große Vorteil: Kunstfasern sind bei Temperaturen bis zu 95 Grad waschbar. Einfache Kunstfasern haben jedoch manchmal Mängel im Feuchtigkeitsmanagement. Auch eine elektrische Aufladung ist nicht selten.

In manchen Ratgebern werden auch Tierhaarbettwäsche und Daunenbettdecken empfohlen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn auch eine Tierhaarallergie kann eine Reaktion auf Bettwäsche auslösen.

Die richtige Pflege: So wird Allergiebettwäsche optimal gereinigt

Haben Sie sich für Allergiker-Bettwäsche in Schlaf- und Kinderzimmer entschieden, ist die richtige Pflege ebenso wichtig. Allergologen empfehlen, diese nicht zu häufig zu waschen. Die Schutzwirkung könnte verloren gehen. Für herkömmliche Bettwäsche gilt, sie alle zwei Wochen zu wechseln. Encasings müssen lediglich alle drei oder vier Monate in die Waschmaschine. Wichtig ist hier, dass das Waschprogramm eine Temperatur von mindestens 60 Grad erreicht. Denn erst ab dieser Hitze sterben Milben ab. Das Waschmittel sollte ebenfalls ökologischen Richtlinien entsprechen und aus pflanzlicher und mineralischer Basis geschaffen sein. Alle drei Jahre sollte die Bettwäsche vollständig ausgetauscht und alte Modelle entsorgt werden. Aber nicht nur die Bettwäsche selbst braucht Pflege. Auch die Matratze sollte gereinigt werden. Schonbezüge können ebenfalls in die Waschmaschine und für die Matratzenreinigung gibt es spezielle Anbieter. Wer selbst Hand anlegen will, kann den Staubsauger verwenden. Aber auch hier sollte darauf geachtet werden, dass auch dieses Gerät allergikergeeignet ist: Der Filterbeutel muss verschlossen sein, sodass Milbenkot nicht nach außen dringen kann. Im Winter kann die Matratze auch auf die Terrasse gestellt werden. Minusgrade töten Milben ebenfalls ab.

Teurer Schutz: Gibt es finanzielle Hilfe von den Krankenkassen?

Allergiker-Bettwäsche und Encasings sind nicht unbedingt billig. Gerade der neue Stoff Tencel beispielsweise kostet mehr als herkömmliche Baumwolle. So mancher kann sich das nicht immer leisten. Jedoch werden Allergiker-Bettwäsche, Encasings und andere Produkte zur Allergiebehandlung häufig von den Krankenkassen unterstützt oder die Kosten sogar vollständig übernommen. Vor allem bei gesetzlichen Krankenkassen sind die Leistungen oft im Katalog enthalten. Denn sie sind nach dem Sozialgesetzbuch V für das Aufkommen sämtlicher Gesundheitsleistungen verpflichtet. Wichtig ist hier eine ärztliche Verordnung oder Diagnose. So manche private Krankenkasse lehnt eine Kostenübernahme ab. Fragen kostet jedoch nichts. Daher sollte die eigene Krankenkasse unbedingt vor der Anschaffung kontaktiert werden.

Es gibt zahlreiche Tests, die Allergiker-Bettwäsche auf ihre Funktion geprüft haben. Stiftung Warentest hat im Jahr 2003 einige Bezüge unter die Lupe genommen. Ein neuerer Test stammt von Öko-Test aus dem Jahre 2012.

Zusammenfassung

Allergien sind quälend und können sowohl dem Erwachsenen aber auch dem Nachwuchs einen gesunden und erholsamen Schlaf rauben. Mit der richtigen Allergiker-Bettwäsche kann das Leiden jedoch gelindert werden. Gerade die noch eher unbekannte Faser Tencel ist hier für Bettwäsche hervorragend geeignet – mit der richtigen Anwendung und Pflege gehören verstopfte Nasen und juckende Hautstellen schnell der Vergangenheit an. Aber Achtung: Auf Qualität muss bei der Auswahl geachtet werden.

Artikelbild: © famveldman / Bigstock.com

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