Alles was man über Gänseblümchen wissen muss

Alles was man über Gänseblümchen wissen muss

Das Gänseblümchen zählt hierzulande zu den bekanntesten Pflanzenarten und wächst auf nahezu jeder Rasenfläche. Es gehört zur Familie der Korbblüter und wird teilweise auch „Tausendschön“ oder „Maßliebchen“ genannt. Namensgeber für die lateinische Bezeichnung „Bellis perennis“ war der schwedische Naturforscher Carl von Linné: „Bellis“ steht für „schön“, während „perennis“ mit ausdauernd übersetzt werden kann. Und ausdauernd ist das Gänseblümchen auf jeden Fall. Es blüht ununterbrochen von März bis in den November hinein und lässt sich auch durch Wind und Wetter oder den Rasenmäher nicht davon abhalten. Studien zufolge kommt die Pflanze selbst mit klimatischen Bedingungen der Winterhärtezone 4a zurecht: Temperaturen von bis zu minus 34 Grad Celsius sind für das Gänseblümchen kein Problem. Auch gegenüber Krankheiten und Schädlingen zeigt es sich sehr resistent.

Das Gänseblümchen als Nahrungs- und Heilpflanze

Die zierliche, nur maximal 15 Zentimeter hohe Pflanze wird von Landwirten als Futterpflanze genutzt und ist auch für uns Menschen eine durchaus schmackhafte Delikatesse. Knospen und junge Blüten haben einen leicht nussartigen Geschmack und finden oft in frischen Salaten Verwendung. Sind die Blüten allerdings bereits schon etwas älter, schmecken sie meist bitter, dienen aber immer noch als hübsche Dekoration auf verschiedenen Speisen. Feinschmecker legen die zarten Knospen ein und verwenden sie anschließend als schmackhaften Ersatz für Kapern. Essbar sind auch die Blätter, wobei diese möglichst jung und aus dem Inneren der Rosette geerntet werden sollen. Wichtig: Größere Mengen sollten nicht verzehrt werden, da dies unter Umständen zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Für die Volksheilkunde hat das Gänseblümchen ebenfalls eine hohe Bedeutung. Die Inhaltsstoffe, zu denen unter anderem ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe sowie das Saponin Bayogenin zählen, werden gegen Regelbeschwerden, Schwindelanfälle, Husten und Kopfschmerzen eingesetzt. Eine tatsächliche Wirksamkeit wurde bisher aber nicht wissenschaftlich belegt. Das Gänseblümchen findet außerdem als Tee, Tinktur, Einreibung oder Umschlag Verwendung und gilt als schmerzlindernd und wundheilend.

Das Gänseblümchen als Zierpflanze

Die niedlich wirkende Pflanze ist inzwischen viel mehr als nur ein lästiges Rasenunkraut. Einige Sorten wurden sogar kultiviert und sind eingetopft im Handel erhältlich. Darunter befinden sich auch einjährige Arten wie beispielsweise „Bellis annua“, die schon sehr zeitig im Frühjahr ins Beet gesetzt werden können und oft mit einer herrlichen Farbenpracht begeistern. Die Ansprüche sind nur sehr gering: Kultivierte Gänseblümchen lieben einen halbschattigen oder sonnigen Standort und einen relativ feuchten Boden. Beim Gießen sollte nach Möglichkeit darauf geachtet werden, dass die Blätter nicht mit Wasser benetzt werden. Werden die Pflänzchen ins Freiland gesetzt, freuen sie sich über die Beigabe von etwas Kompost, denn dies fördert Blütenbildung und Wuchs. In Kübeln und Töpfen reicht handelsübliche Erde aus, Staunässe sollte jedoch unbedingt vermieden werden. Das Gänseblümchen sieht in bunten Bauerngärten besonders schön aus, eignet sich aber auch für Zierbeere und Rabatten.

Tipps für eine traumhafte Gänseblümchen-Wiese

Wer sich an der beliebten Pflanze nicht sattsehen kann, sollte ihr auf dem Rasen optimale Bedingungen verschaffen. Dies klappt am besten, wenn das Gras gelegentlich auch mal ohne Rasenauffangkorb gemäht wird. Auf diese Weise verteilen sich die Samen bereits vorhandener Gänseblümchen und säen sich ganz von selbst aus. Alternativ ist es auch möglich, blühende Gänseblümchen vor dem Mähen zu pflücken und sie später auf der gemähten Fläche zu verteilen. Ist noch überhaupt keine Rasenfläche vorhanden, sollten die Gänseblümchen vor der Rasenaussaat eingesät werden, damit sie sich gut entwickeln können, bevor das Gras zu wachsen beginnt. Natürlich gibt es auch entschiedene Gänseblümchen-Gegner, die Wert auf eine vollkommen unkrautfreie und grüne Rasenfläche legen. Auf die Verwendung chemischer Unkrautvernichtungsmittel sollte der Umwelt zuliebe jedoch verzichtet werden. Mit einem speziellen Unkrautstecher lassen sich Gänseblümchen genauso effektiv, dafür aber sehr schonend, entfernen. Um eine Selbstaussaat zu verhindern, sollten zudem die Blüten der Pflanze regelmäßig entfernt werden.

Artikelbild / Alles zu Gänseblümchen: © Iakov Kalinin / Shutterstock

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