Apfelbaum düngen – darauf kommt es an

Apfelbaum düngen – darauf kommt es an

Bei einem Apfelbaum handelt es sich um ein Obstgehölz, welches im Allgemeinen als recht pflegeleicht gilt. Sollten Sie jedoch eine möglichst reiche Apfelernte wünschen, dann sollten Sie auf keinen Fall verpassen, den Apfelbaum ausreichend zu düngen und ihn so mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Wie genau ein Apfelbaum gedüngt werden sollte, kommt vor allem darauf an, wie alt der Baum ist und welchen Dünger Sie verwenden.

Grundsätzlich sind Apfelbäume alles andere als anspruchsvolle Pflanzen. Ein sonniger Platz und etwas Feuchtigkeit, schon ist der Flachwurzler, der auch keine allzu tiefen Böden benötigt, rundum zufrieden. Im Winter kann es allerdings, wenn der Boden zu feucht ist, unter Umständen etwas riskant für die Wurzeln des Baums werden, da es dann mitunter zu einem Frostschaden kommen kann. Das einzige, womit Apfelbäume möglichst nicht konfrontiert werden sollten, ist ein zu hoher Stickstoffgehalt. Ein sehr guter Indikator für viel Stickstoff im Boden ist zum Beispiel die Brennnessel. Durch zu viel Stickstoff wird der Ertrag an leckeren, saftigen Äpfeln deutlich reduziert.

Vermeiden Sie es, den Apfelbaum mit zu viel Stickstoff zu versorgen. Dies würde zwar das Wachstum des Baums enorm fördern, was sich vor allem in einer starken Triebbildung zeigt. Allerdings kann dies in der kalten Jahreszeit schnell zu schwerwiegenden Frostschäden führen. Außerdem wird der Apfelbaum an der Bildung von Blüten gehindert.

Darauf sollten Sie beim Düngen von Apfelbäumen achten

Wenn Sie einen Apfelbaum düngen, dann sollten Sie ein paar Dinge beachten. Zwar können Sie, sofern denn ein Mangel im Boden vorliegen sollte, sowohl Kalium als auch Phosphor in geringen Mengen zuführen. Allerdings sollten Sie hierbei sehr vorsichtig und gewissenhaft vorgehen, denn bei beidem kann es rasch zu einer Überdüngung kommen. In der Regel genügt es aber vollauf, wenn Sie zu einem natürlichen Dünger greifen, wie zum Beispiel zu reifem Kompost oder Mist. Der beste Zeitpunkt für eine Kompostdüngung ist der Frühsommer. Bis zur kalten Jahreszeit sind die Nährstoffe weitestgehend an den Boden abgegeben worden, wodurch der einstige Kompost im Winter zur wärmenden, vor Frost schützenden Decke wird. Als zusätzlicher Frostschutz dient außerdem das Laub, welches der Apfelbaum im Herbst abgeworfen hat, das dem Boden während seiner Verrottung zudem ebenfalls wieder wichtige Nährstoffe zuführt.

Vor allem, wenn es sich um einen noch recht jungen Apfelbaum handelt, ist eine Düngung empfehlenswert, da andere Pflanzen in der näheren Umgebung durchaus die Entwicklung des Apfelbaums stören könnten, indem sie ihm wichtige Nährstoffe streitig machen. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie die Baumscheibe nach Möglichkeit frei halten. Bei der Baumscheibe handelt es sich um die direkte Umgebung um den Baumstamm herum. Achten Sie allerdings unbedingt darauf, dass Sie bei der Entfernung störender und nährstoffraubender Pflanzen nicht die Wurzeln des Apfelbaums beschädigen, welche sich nah unter der Erdoberfläche befinden, da es sich bei Apfelbäumen um Flachwurzler handelt, die ihre Wurzeln mehr in die Breite denn in die Tiefe strecken.

Wichtiges zu frisch gepflanzten Apfelbäumen

Der Hobbygärtner ist in der Regel dafür bekannt, dass er seinen Garten doch eher zu stark düngt, als dass es zu einer Mangelversorgung des Bodens kommen würde. Gleiches spiegelt sich meist auch bei den Obstbäumen wider.

Bevor Sie mit der Düngung Ihrer Apfelbäume beginnen, ist es ratsam, vorerst eine Bodenanalyse durchzuführen, um so festzustellen, welche Nährstoffe bereits im Boden vorhanden sind und vor allem in welcher Konzentration. So können Sie bei einem eventuellen Mangel eines bestimmten Nährstoffs gezielt düngen.

Bei frisch gepflanzten Apfelbäumen genügt es meist vollkommen, wenn Sie den Erdaushub mit etwas reifem Kompost und abgelagertem Mist vermischen. Für etwa zwei bis drei Jahre müssen Sie meist nicht mehr düngen. Erst danach können Sie den Boden im Frühjahr und auch im Spätsommer mit etwas Stickstoff versorgen. Sollten Sie zu Blaukorn greifen, dann sollten Sie allerdings zwingend darauf achten, dass Sie unter keinen Umständen mehr als 10 Gramm je Apfelbaum geben, da ansonsten die nachfolgenden Gefahren entstehen können:

  1. Das Wachstum neuer Triebe wird angeregt, welche nicht rechtzeitig ausreifen und deshalb bei Frost absterben können.
  2. Durch das starke Wachstum neuer Triebe geht zu viel Kraft für die Bildung von Blüten verloren, wodurch der Apfelbaum deutlich weniger Früchte tragen wird.
  3. Aufgrund der vielen jungen Triebe, welche im Winter erfrieren und absterben können, entsteht ein Angriffspunkt für Krankheitserreger und Schädlinge, wodurch der gesamte Apfelbaum nachhaltig geschädigt werden kann.

Darauf sollten Sie beim Düngen eines alten Baumbestandes achten

Ein alter Baumbestand hat grundsätzlich einen etwas höheren Bedarf an Nährstoffen als junge Apfelbäume. Hierbei spielen aber vor allem die Sorte und der Standort eine wesentliche Rolle. Bei älteren Apfelbäumen sollten Sie auf einer größeren Baumscheibe eine schützende Mulchschicht aufbringen, welche die Wurzeln im Sommer vor dem Austrocknen bewahrt. Handelt es sich um Bäume mit einem hohen Ertrag, dann greifen Sie idealerweise zu einem organisch-mineralischen Volldünger. Sowohl Mitte März als auch Mitte Mai können Sie rings um den Baum herum etwa 60 Gramm Patentkali aufbringen. Dieser versorgt die Wurzeln mit Magnesium und Kalium, welche die Widerstandskraft des Apfelbaums stärken und ihn so robuster gegen Krankheiten und Schädlinge macht. Darüber hinaus wird der Apfelbaum durch Patentkali wesentlich widerstandsfähiger gegen Frost. Durch Kalium wird nicht nur der Wasserhaushalt der Pflanze geregelt, was sich unter anderem auf den Ertrag und die Haltbarkeit der Früchte auswirkt, sondern die Pflanzenstruktur wird grundsätzlich gekräftigt. Magnesium wiederum sorgt dafür, dass die Bildung von Blattgrün gefördert wird, wodurch der Apfelbaum gleich viel schöner aussieht. Zusätzlich zum Patentkali können Sie im Frühjahr großflächig reifen Kompost auf der Baumscheibe verteilen. Auch Hornmehl und Kalkammonsalpeter können bei Bedarf für eine Bodenverbesserung hinzugezogen werden.

Biologische Gründüngung

Auf chemische Dünger sollten Sie nach Möglichkeit grundsätzlich verzichten. Greifen Sie stattdessen lieber zu organischen Düngemitteln. Eine Unterpflanzung mit einer Gründüngung ist wesentlich gesünder für den Apfelbaum. Für eine Gründüngung werden in der Regel ausschließlich nicht winterharte Pflanzen verwendet. Dies sind zum Beispiel

Diese haben den Vorteil, dass sie direkt nach der Aussaat recht schnell wachsen und zudem einen dichten Teppich bilden. Das Wurzelwerk durchdringt den gesamten Boden, wodurch dieser stets schön locker bleibt. Schmetterlingsblütler wie zum Beispiel Lupine oder Klee sorgen sogar dafür, dass Stickstoff aus der Bodenluft gebunden und in den Wurzeln eingelagert wird, wodurch der Boden gleich viel fruchtbarer wird. Greifen Sie hingegen zu winterharten Pflanzen wie etwa Winterraps oder Spinat, so wird der Boden während des gesamten Winters zusätzlich vor Kälte geschützt. Auch die Ringelblume und die Studentenblume eignen sich sehr gut, wenn der Boden beispielsweise von Nematoden (Fadenwürmer) befallen sein sollte.

Zusammenfassung

Apfelbäume sind grundsätzlich sehr pflegeleicht und benötigen eigentlich so gut wie keine Düngung. Bei falscher Düngung mit zu viel Stickstoff wird zwar das Wachstum der Zweige und Triebe enorm gefördert. Allerdings wirkt sich dies negativ auf die Bildung von Blüten und Früchten aus.

Artikelbild: ptizza_dodo / Bigstock.com

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