Apfelbaum: Infos zur Pflege und Anbau

Apfelbaum: Infos zur Pflege und Anbau

Allein in Deutschland sind mehr als 1.000 unterschiedliche Apfelsorten zu finden. Jeder Apfel vereint über 30 Vitamine, wertvolle Mineralstoffe und wichtige Spurenelemente unter seiner Schale – all das bei nur 65 Kalorien. Kein Wunder, dass Äpfel so beliebt sind und von fast jedem Menschen täglich verzehrt werden. Schälen sollte man diese Frucht allerdings nicht, da sich genau dort 70 Prozent der wertvollen Vitamine befinden.

Standort

Die Standortwahl für den Apfelbaum im heimischen Garten spielt eine große Rolle für den späteren Vitamingehalt der Frucht. Je mehr Sonne die Früchte erhalten, desto mehr Vitamine werden sie enthalten. Der Boden sollte weder zu verdichtet noch zu nass sein. Schon vor dem Kauf der Bäume muss klar sein, wie groß der Baum werden kann. Bei der Platzierung ist darauf zu achten, dass der Baum nicht in der Nähe eines Gemüsebeetes gepflanzt wird. Seine dichte Baumkrone würde Schatten auf das wachsende Gemüse werfen und es so behindern. Für kleine Gärten eignen sich veredelte Baumsorten, die zwei oder gleich mehrere unterschiedliche Apfelsorten tragen.

Pflanzung

Die beste Pflanzzeit für einen Apfelbaum ist der Herbst. Bis zum Frühjahr haben die Bäume Zeit, ihre Wurzeln gut im Boden zu verankern. Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß wie der Umfang der Wurzelballen sein. Beschädigte Wurzelteile müssen entfernt und die Sohle im Pflanzloch etwas aufgelockert werden, dann kann man den Baum einsetzen. Damit die Wurzeln ihren Platz finden, sollte man den Baum rütteln und gleichzeitig Erde und Kompost einfüllen. In der Nähe des Stammes gehört noch ein Pfahl, damit man den Apfelbaum daran später mit einem Kokosstrick festbinden kann. Wichtig ist genug Abstand zum Pfahl, damit die Rinde nicht beschädigt wird.

Ernte

Nach dem natürlichen Fruchtfall im Juni müssen Apfelbaum-Besitzer immer wieder nachpflücken. Auf einer Astlänge von 40 Zentimetern sollen maximal acht Früchte wachsen. So wird garantiert, dass sich die Knospen für das kommende Jahr gut entwickeln. Beim Pflücken ist darauf zu achten, die Knospen, also die Äpfel für das kommende Jahr, nicht zu beschädigen. Äpfel sind dann reif, wenn sie eine starke Färbung besitzen, die Kerne braun sind und das Fruchtfleisch beim Durchschneiden knackt.

Krankheiten

Apfelbäume sind grundsätzlich gegen Krankheiten mehr oder weniger unempfindlich. Das Problem sind die Monokulturen: Hier werden die Bäume sehr eng beieinander gepflanzt, wodurch reine Brutstätte für Krankheitserreger entsteht. Die Obstbauern verwenden dementsprechend viele Mittel, damit die Bäume gar nicht erst erkranken. Schuld an dieser Entwicklung ist in erster Linie der Verbraucher, der keinen Apfel kaufen würde, der auch nur den kleinsten Fleck besitzt. Jedes Obst, das im heimischen Garten ohne Chemie aufwächst, sieht anders aus, als die Exemplare aus dem Supermarkt. Folgende Krankheiten können Apfelbäume befallen:

  • Apfelschalenwickler: Dieser Schädling ist in ganz Europa verbreitet und ernährt sich von diversen Gehölzen sowie Obstarten. Die äußerliche Erscheinung des ein Zentimeter langen Falters unterscheidet sich, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. Letztere besitzt eine Flügelspannweite von 18 bis 22 Millimetern und die Vorderflügel besitzen eine netzartige, Kennzeichnung und graubraune Färbung. Die Männchen sind kleiner und besitzen eine dunkelbraune Zeichnung und ockerbraune Flügel. Die mechanische Bekämpfung gestaltet sich als aufwendig, stattdessen empfiehlt sich der Einsatz der natürlichen Gegenspieler, der Raupenfliegen oder Schlupfwespen.
  • Apfelschorf: Der Apfelschorf (Venturia inaequalis) ist eine gefährliche Pilzkrankheit im Obstbau, die bei hoher Wärme und Luftfeuchtigkeit entsteht. Zur Vorbeuge gegen die dunkelbraunen, rundlichen Flecken empfiehlt es sich, Baumkronen mit einem guten Schnitt offen zu halten sowie Laub des Vorjahres zu beseitigen, um das Infektionsrisiko zu verringern.
  • Blattläuse: In Europa leben rund 850 der insgesamt 3.000 Arten der Blattläuse (Aphidoidea). Die nur wenige Millimeter großen Insekten ernähren sich seit mehr als 280 Millionen Jahren von Pflanzensaft und sind ernst zu nehmende Pflanzenschädlinge. Der natürliche Feind der Blattlaus ist der Marienkäfer, deren Larven Aphidoidea gerne verspeisen. Alternativ können auch Hausmittel wie das Besprühen mit seifigen Lösungen Erfolge zeigen.
  • Blütenmonilia: Diese Krankheit dringt über die Blüte in den Apfelbaum ein und bringt Astteile zum Sterben. In der Regel sind aber nur kleinere Äste betroffen. Damit Blütenmonilia nicht entstehen kann, hilft es, Schnittstellen gut zu desinfizieren.
  • Feuerbrand: Die gefährliche und meldepflichtige Pflanzenkrankheit wird durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht und verbreitet sich wie eine Seuche mit rasanter Geschwindigkeit aus. Für den Feuerbrand gibt es keine Bekämpfungsmittel. Befallene Pflanzenteile gilt es, zu entfernen und zu verbrennen.

Artikelbild: © Max Topchii / Shutterstock

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