Apfeldorn oder Lederblättriger Weißdorn (Crataegus lavallei)

Apfeldorn oder Lederblättriger Weißdorn (Crataegus lavallei)

Wenn es keine Blüten mehr zu sehen gibt und der Herbst ins Land gerückt ist, übernimmt der Apfeldorn die farbige Gestaltung im heimischen Garten. Dieser große Strauch mit seinen Dornen ist ein wahres Schmuckstück und er hat auch eine sehr große ökologische Bedeutung, schließlich dienen die kleinen Äpfel des Apfeldorns als wertvolles Futter für die Vögel im Winter. Wenn sie nicht für die Eigenverwendung verbraucht werden. Im Sommer nutzen die Vögel das dichte Gehölz, um ihre Eier abzulegen und zu brüten. Bis in den Winter hinein dient der Apfeldorn (fachkundige Bezeichnung: Crataegus lavallei) als Futterquelle, da er lange Früchte trägt.

Der Apfeldorn ist nicht nur im heimischen Garten eine Augenweide, er ist auch bestens für Grünflächen in der Großstadt geeignet, denn Abgase und weitere Schadstoffe können dieser Pflanze nichts anhaben. Zur Begrünung der Innenstadt wird er immer wieder gerne verwendet.

Herkunft

Seine Wurzeln hat der Apfeldorn sprichwörtlich in Nordamerika. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts kam er nach Europa. Ein französischer Botaniker namens Pierre Alphonse Martin Lavallée wurde auf die Pflanze im Jahre 1870 aufmerksam. Pierre Alphonse Martin Lavallée botanisches Autorenzeichen lautet: „Lavallée“, darum auch die botanische Bezeichnung: Crataegus lavallei

Name, Synonyme und Sorten

Der Apfeldorn hat seinen Namen den Früchten zu verdanken, da diese apfelförmig sind.
Auch besser bekannt unter den Namen: Apfelblättriger Weißdorn oder Lederblättriger Weißdorn.
Er zählt zur Gattung der Rosengewächse, die wieder in eine Unterordnung eingeteilt sind und zwar in die Kernobstgewächse.
Hierbei handelt es sich um einen Tiefwurzler, der mit den anderen Pflanzen im Garten weder um Nährstoffe noch um Wasser ringt.

Verwendung

Die Früchte des Apfeldorns müssen zuerst verarbeitet werden, so gibt diese kleine zwei Zentimeter Frucht Säften, Marmeladen, Gelees, Likören und Weinen eine ganz delikate Note. Wer diese Früchte nicht weiter verarbeitet, sollte sie für die Vögel im Garten hängen lassen, sie dienen ihnen als Futterquelle.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Höhe:

Der Apfeldorn erreicht eine Höhe bis zu 7 Meter und dank der Kultivierung kann er als Strauch oder als Baum den Garten verschönern. Seine ursprüngliche Form gleicht aber einem Strauch. Lässt der Gärtner diesen Strauch wachsen, wird er höher und breiter.

Zweige:

Die Zweige des Apfeldorns sind mit langen Dornen versehen, die eine Länge bis zu 5 Zentimeter erreichen können.

Blätter:

Die Blätter des Apfeldorns wirken gerade in den Herbstmonaten sehr dekorativ. Dann wird aus dem satten Grün ein farbenfrohes Gelb, Rot oder Orange. Die Beschaffenheit der Blätter ist ledrig und an den Rändern sind sie gesägt. Das bunte Blattwerk macht den Apfeldorn so populär. Wenn die klimatischen Bedingungen günstig sind, bleiben die farbenfrohen Blätter bis in den Winter hinein hängen.

Blüten:

Im Frühling, Anfang Mai, werden Blüten gebildet, die duften und erstrahlen im zarten Weißrosa.

Früchte:

Aus den weißrosa Blüten bilden sich im Spätsommer, August – September, kleine Früchte. Die Früchte des Apfeldorns sind bloß zwei Zentimeter groß und von der Formgebung gleichen sie einem Apfel. Daher auch der Name Apfeldorn. Diese kleinen Äpfel sind zum Verzehr geeignet, sie gelten als sehr vitaminreich, jedoch schmecken sie im rohen Zustand nicht gut. Werden diese kleinen Früchte jedoch verarbeitet, gelten sie als Köstlichkeit. Sie finden sich in Säften, Marmeladen, Gelees, Likören und Weinen wieder. Werden die Früchte nicht benötigt, so dienen sie als Nahrung der Vögel in der kalten Jahreszeit.

Standort

Ein sonniges Plätzchen bekommt der Crataegus lavallei. Im Halbschatten kann sich der Apfeldorn nicht so gut entfalten. An die Beschaffenheit des Bodens werden keine großen Ansprüche gestellt, er sollte nur nicht zu nass sein. Der optimale Boden des Apfeldorns gestaltet sich lehmig, kalkig oder sandig.

Kauf eines Apfeldorns

Hiesige Gärtnereien bieten in der Regel den Apfeldorn als Strauch an. Wer ihn als Baum wünscht, der muss sich an exklusive Gärtnereien wenden. Es sollte bedacht werden, dass auch ein Strauch eine Höhe von 7 Meter erreichen kann und in der Regel eine ausladende Krone vorweist. Aus diesem Grund sollte die Pflanze in 4 bis 5 Meter Abstand vom Haus eingesetzt werden.

Auf die richtige Pflege des Apfeldorns kommt es an

Pflanzen: In der Regel werden die meisten Sträucher und Bäume im Frühling gepflanzt. Für den Apfeldorn ist aber der Herbst die ideale Jahreszeit dafür.
So wird es gemacht:

  1. Der Ballen kommt nach dem Kauf ins Wasser.
  2. Ein Loch wird ausgehoben, dieses muss 1,5-mal so groß sein wie der Ballen
  3. Das Erdreich sollte aufgelockert werden.
  4. Humus und Kompost kommen zum Aushub dazu.
  5. Der Apfeldorn wird eingepflanzt.
  6. Das Loch wird mit dem Aushub aufgefüllt.
  7. Im Anschluss muss die Pflanze gut gegossen werden.

Kübelhaltung

Auch eine Haltung in Kübeln ist gut möglich, jedoch sollte der Apfeldorn umgesetzt werden, wenn das Pflanzengefäß zu klein wird.
Wichtig ist bei der Kübelhaltung, die ausreichende Größe des Pflanzengefäßes.
Es sollte in der Regel mindestens 10 Liter Fassungsvermögen aufweisen, um dem Wurzelwerk ausreichend Platz bieten zu können. Das Pflanzgefäß muss mit Löchern ausgestattet sein, damit sich das überschüssige Wasser nicht staut, Staunässe sollte vermieden werden. Die Erde muss mit Hornspänen oder Kompost gemischt werden. Nach 2 bis 3 Jahren bleibt ein Umtopfen nicht aus.

Aussaat

In den Früchten befinden sich kleine Samen, die zur Aussaat genutzt werden können. Bei den Samen dieser Pflanze wird von Kaltkeimer gesprochen, das heißt, die Samen beginnen erst dann zu keimen, wenn sie der Kälte ausgesetzt sind.
Darum sollte die Aussaat auch in den kalten Wintermonaten vorgenommen werden, der Jänner eignet sich bestens dafür.

  • Die Samen werden in die feuchte Erde gesteckt.
    Wenn kein Saatgut vorhanden ist, kann dieses auch in Gärtnereien gekauft werden.
  • Nun muss das Pflanzengefäß einen passenden Platz im Garten finden. Es wird mit einer Folie abgedeckt und von Zeit zu Zeit gelüftet.
    Eine regelmäßige Frischezufuhr und konsequentes Geißen sind wichtig, dass die junge Saat gut gedeihen kann.
  • Es dauert in der Regel bis zu 6 Wochen bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Sobald die Keimlinge ihre Köpfchen aus der Erde stecken und sich erste Blätter zeigen, wird das Pflanzengefäß an einen hellen und sonnigen Platz gestellt. Erst wenn eine Größe von mindestens 10 Zentimeter erreich ist, kann das Umpflanzen beginnen.

Vermehrung

Das Vermehren durch Stecklinge gestaltet sich einfach. Im Frühling werden einfach die jungen Triebe abgeschnitten. Ein Steckling sollte so gebaut sein, dass er mindestens über eine Knospe und zwei Blätter verfügt. Das Pflanzengefäß wird mit Substrat gefüllt. Der Steckling wird bis zu einem Drittel hineingesteckt. Das Pflanzgefäß mit dem Steckling sollte einen Platz an einem hellen und frostsicheren Ort finden. Das regelmäßige Gießen ist nun entscheidend. Vorsicht aber bei Staunässe, diese bekommt dem Steckling gar nicht. Sobald Blätter beim Steckling zu sehen sind, hat dieser bereits Wurzeln und er kann beliebig umgepflanzt werden.

Gießen und düngen

Regelmäßiges Gießen fördert das Anwachsen. Auch bei langen Trockenperioden muss das Gießen gewährleistet sein. Dennoch gilt es Staunässe unbedingt zu vermeiden. Der Apfeldorn ist allgemein eine sehr anspruchslose Pflanze, das gilt auch beim Düngen. Etwas Kompost im Frühjahr reicht aus, spezielle Düngeverfahren sind nicht nötig.

Richtig schneiden

Welcher Schnitt angebracht ist, richtig sich danach, ob es sich um einen Strauch oder einen Hochstamm handelt. Wer seinen Apfeldorn schneiden möchte, sollte dies im Februar und März machen.

Strauch richtig schneiden

Die Seitenäste müssen zunächst abgeschnitten werden. Auch die Äste, die in der Mitte zu dicht stehen, müssen weg. Wer seinen Strauch schneidet, sollte ihn etwa um ein Drittel in der Höhe und in der Breite kürzen.

Hochstamm richtig schneiden

Der Aufbauschnitt kommt hierbei zur Anwendung. Das heißt, es bleiben nur Zweige über, die genügend Abstand zu anderen haben. Äste, die nach innen wachsen oder quer stehen, müssen ebenso entfernt werden.

Es gilt zu beachten: Das letzt verbleibende Auge des Astes sollte immer nach außen schauen. Die leitenden Zweige werden nur ein wenig kürzer geschnitten und die Baumkrone sollte durch das richtige Schneiden ein pyramidenförmiges Design erhalten.

Überwintern

Der Apfeldorn trotz Schnee und Eis, er ist winterhart. Dennoch sollte man bei Minustemperaturen das Pflanzgefäß an einen geschützten Platz stellen. Es kann nicht schaden, wenn die Pflanze in einen Sack aus Jute gehüllt wird oder ein Frostschutzvlies übergezogen wird, bevor sich der Winter von seiner kältesten Seite zeigt.

Anfällig für Krankheiten und Schädlinge

Schädlinge können dem Apfeldorn allgemein nicht viel anhaben. Er zeigt sich als äußerst robust und widerstandsfähig. Nur der Feuerbrand gilt als Ausnahme. Hierbei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die an den Blättern zu erkennen ist. Die Blätter verfärben sich und machen aus dem satten Grün einen fahlen Grünton. Später kann der fahle Grünton in ein Schwarz wechseln. Die Äste verdorren und die vertrockneten und fahlen Blätter bleiben auf dem Baum hängen. Die frischen Tiebspitzen lassen sich leicht abbiegen. Wenn solche Anzeichen vorherrschen, dann hat der Feuerbrand den Lederblättrigen Weißdorn ganz klar bezwungen. Eine Rettung für die Pflanze gibt es nicht mehr. Wenn die Viruserkrankung Besitz von den Bäumen und Sträuchern genommen hat, besteht Meldepflicht.

Der Ernte der Früchte

Die kleinen Äpfel des Apfeldorns können im Sommer, ab August, geerntet werden. Vom Geschmack sind die Früchte mehlig und zudem auch noch leicht säuerlich. Sie sind sehr vitaminreich und enthalten viel Vitamin C. Auch wenn sie im rohen Zustand nicht gut schmecken, sind sie im gekochten Zustand eine wahre Delikatesse, deshalb sind sie als Ingredienzien in Säften, Marmeladen, Gelees und Likören vorzufinden.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Was ist ein Apfeldorn?
Es ist ein Rosengewächs und wird in die Unterordnung Kernobstgewächse eingeordnet. Der Apfeldorn ist ein Tiefwurzler, das hat zur Folge, dass er auch mit wenigen Nährstoffen und mit wenig Wasser ein Auskommen findet.

Wie hoch wird ein Apfeldorn?
Der Apfeldorn kann eine Höhe bis zu 7 Meter erreichen. Die Frage: Wie schnell wächst ein Apfeldorn, kann mit zügig beantwortet werden. Der Kultivierung der Pflanze ist es zu verdanken, dass er als Strauch, als auch als Baum die heimischen Gärten verschönert. Seine ursprüngliche Form gleicht einem Strauch. Der Apfeldorn als Hochstamm kommt relativ selten vor.

Ist der Apfeldorn giftig?
Nein, der Apfeldorn ist nicht giftig.

Trägt der Apfeldorn Früchte?
Diese Frage kann mit einem Ja beantwortet werden. Der Apfeldorn trägt kleine Früchte, die nur wenige Zentimeter groß werden und die die Gestalt eines Apfels besitzen. Daher auch der Name Apfeldorn. Diese kleinen Äpfel sind weniger für den rohen Verzehr gedacht, da sie mehlig bis leicht säuerlich schmecken. Aber im gekochten Zustand sind sie sehr wohlschmeckend. Deshalb wird die Frucht des Apfeldorns gerne in Marmeladen, Säften, Likören, Weinen und Gelees abgekocht. Dazu gibt es zahlreiche Apfeldorn Rezepte. Das Kernobstgewächs gilt als sehr vitaminreich und weist viel Vitamin C auf. Die Früchte des Apfeldorns werden im Sommer geerntet. Die Monate August und September eignen sich bestens dafür. Werden die kleinen Äpfel nicht weiterverarbeitet, sollte man sie am Strauch hängen lassen, dann dienen sie als Nahrung für die Vögel in der kalten Jahreszeit.

Wo einen Apfeldorn kaufen?
In der Regel wird der Apfeldorn als Strauch bei den hiesigen Gärtnereien des Landes angeboten. Ist es der Wunsch, einen Apfeldorn Hochstamm zu pflanzen, muss dafür eine exklusive Gärtnerei aufgesucht werden. Viele Sträucher erreichen eine Höhe von bis zu 7 Meter und weisen zudem eine ausladende Krone auf, das sollte beim Kauf beachtet werden.

Wann blüht der Apfeldorn?
Im Frühling ist es soweit. Anfang Mai bildet die Pflanze die ersten zarten Blüten. Die Blütenfarbe ist ein zartes Weißrosa und diese Blüten duften.

Der richtige Standort für den Apfeldorn?
Für den Apfeldorn ist der Halbschatten richtig. Im Halbschatten kann er sich gut entfalten und gedeiht prächtig.

Wann wird ein Apfeldorn gepflanzt?
Die Pflanzung kann im Frühling oder im Herbst erfolgen. Wichtig bei der Pflanzung des Apfeldorns, das Pflanzenloch muss 1,5-mal so groß sein, wie der Ballen. Der Aushub muss gut mit Kompost und Humus gemischt werden. Wenn der Apfeldorn eingesetzt ist, muss er anschließend gut gegossen werden.

Handelt es sich um einen Hochstamm, sollte dieser mit zwei kleinen Pfählen links und rechts vom Stamm festgebunden werden. Diese Hilfestellung erleichtert ihm das Anwachsen.

Wann wird der Apfeldorn geschnitten?
Die ersten warmen Monate im Frühling sollten für den Schnitt genutzt werden, geeignet sind dafür Februar und März. Wie sich der Schnitt gestaltet, hat damit zu tun, ob es sich hierbei um einen Apfeldorn-Strauch oder um einen Apfeldorn-Hochstamm handelt.

Zusammenfassung

Einst in Nordamerika beheimatet, ist der Apfeldorn, auch besser bekannt unter dem Namen Lederblättriger Weißdorn. Seit dem 20. Jahrhundert ist er in unseren Breiten heimisch. Er wird als Strauch oder als Hochstamm gepflanzt. Begehrt ist der Apfeldorn vor allem wegen seiner Früchte, die kleinen Äpfeln gleichen und sehr vitaminreich sind. Auch die effektvolle Färbung der Blätter im Herbst macht den Apfeldorn so begehrt im eigenen Garten.

Artikelbild: © ArgenLant / Bigstock.com

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