Aquastop-Spülmaschine: Vor Überschwemmung schützen

Aquastop-Spülmaschine: Vor Überschwemmung schützen

Haben Sie es schon einmal erlebt? Der erste Schritt nach dem Öffnen der Wohnungstür landet mit einem Platsch im Wasser! Der Schock ist groß, wenn ein Haushaltsgerät ausgelaufen ist und für schädliche Überschwemmungen in den eigenen vier Wänden gesorgt hat. Doch gerade in modernen Geräten lässt sich solch eine Katastrophe verhindern – der Aquastop sorgt nicht nur in der Waschmaschine, sondern auch in der Spülmaschine für Sicherheit. Worauf Sie achten müssen und mit welchen Tipps sich ein Aquastop nachrüsten lässt, das verraten die folgenden Zeilen.

So funktioniert der Aquastop

Wie bei der Waschmaschine wird der Geschirrspüler mit einem Zulaufschlauch mit Wasser versorgt. Ist dieser jedoch beschädigt, kann das ganze Wasser in die Küche und die anliegenden Zimmer entweichen. Wer das verhindern will, kann den Wasserzulauf nach Benutzung der Spülmaschine zudrehen und vor Inbetriebnahme wieder öffnen. Doch das kann lästig sein. Denn gerade der Geschirrspüler ist deutlich häufiger in Betrieb als beispielsweise eine Waschmaschine. Vor allem in einem großen Familienhaushalt gilt es permanent, Teller und Geschirr abzuwaschen. Zudem passiert es leicht, dass das Schließen der Wasserzufuhr vergessen wird.

Sicherheit und Abhilfe schafft hier der sogenannte Aquastop. Egal ob ein Geschirrspüler von Siemens, Miele, Bosch, Bauknecht, AEG und anderen Marken ist – in den modernen Geräten ist diese Technologie schon Standard. So kommt die Absicherung mit der Lieferung des Gerätes ins Haus. Dabei wird der Wasserzulauf direkt durch ein kleines Ventil gesperrt, läuft zu viel Wasser in den Schlauch. Hier gibt es verschiedene Systeme, die alle ein Ziel haben: Überschwemmungen aus der Spülmaschine vermeiden!

Die Bezeichnung Aquastop wird allgemein für Sicherheitsvorrichtungen verwendet, um das Überlaufen von Spül- und Waschmaschine zu verhindern. Das Wort Aqua stammt aus dem Lateinischen. Aqua bedeutet übersetzt Wasser – daher werden diese Mechanismen passend auch Wasserstopp genannt.

Unterschiedliche Systeme – unterschiedliche Arbeitsweisen

Wer sich auf die Suche nach einer Spülmaschine mit Aquastop macht, kann grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Arbeitsweisen wählen, wie im Geschirrspüler das Überlaufen des Wassers vermieden werden kann. So kann der Wasserzulauf mit

  • mechanischen Aquastop-Systemen,
  • elektrischen und elektronischen Aquastop-Systemen,
  • und chemisch-mechanischen Aquastop-Systemen

unterbrochen werden. Jedes System hat Vor- und Nachteile und arbeitet unterschiedlich.

Die mechanischen Aquastop-Systeme

Bei diesen Systemen finden mechanische Prozesse statt, um die Spülmaschine vor dem Auslaufen zu bewahren. Zwei mechanische Systeme sind hier verbreitet: Schlauchplatzsicherung und das Zählwerk.

Die Schlauchplatzsicherung

Bei diesem System wird ein Druck im Zulaufschlauch gebildet, durch den der Aquastop gesteuert wird. In dessen drei Kanälen befinden sich Gummischeiben und Federn, die miteinander verbunden sind. Ist der Druck normal, befinden sich diese Teile im Gleichgewicht und das Wasser fließt gleichmäßig durch die Kanäle.

Verändert sich der Druck jedoch – was durch Platzen oder Abrutschen des Schlauches verursacht wird – sind die Teile nicht mehr ausbalanciert und das Ventil verschließt sich sofort. Der Nachteil dieses Systems ist, dass ein kleines Leck nicht sofort entdeckt wird. Denn hier fließt immer noch genügend Wasser, dass der Druck sich nicht ausreichend ändert, um den Mechanismus auszulösen. Kleine Lecks können daher immer noch zu Überschwemmungen führen.

Zählwerk

Bei diesem System ist im Sperrventil ein Zählwerk enthalten. Dieses misst – einmal eingestellt – die Wassermenge, die durch den Schlauch gepumpt wird. Wird die Menge überschritten, riegelt das Ventil die Wasserzufuhr automatisch ab. Hat der Geschirrspüler seine Arbeit getan und der Wasserdurchfluss stoppt vollständig, stellt sich das Zählwerk automatisch wieder auf Null. Dieses System erkennt auch kleinere Lecks und schließt den Wasserzulauf sofort.

Chemisch-mechanisches Wasserstopp-System

Um den Nachteil der Schlauchplatzsicherung zu mindern, kann ein Doppelmantelschlauchsystem eingesetzt werden. Hier führen bereits kleinste Haarrisse zur Verriegelung des Ventils. Bei diesem System ist im äußersten Schlauch ein Quellmittel enthalten, dass sich unter Wassereinfluss stark ausdehnt. Schon kleinste Verlustmengen von Wasser führen hier zu einer Reaktion – und das Zulaufventil des Geschirrspülers wird verschlossen.

Elektrische und elektronische Wasserstopp-Systeme

Ein Aquastop, der mit elektronischen Mechanismen arbeitet, ist zumeist mit Sensoren ausgestattet, die Wassermenge, Wasserdurchfluss oder auch Nässe und Feuchtigkeit im Bodenbereich messen. In den neueren Spülmaschinen kommt meist ein elektrisches Wasserventil zum Einsatz. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Systeme.

Watercontrol-System

Geräte mit diesem System haben einen Wasserstandsensor, der permanent den geplanten Wassereinlauf kontrolliert. Ist der normale Wasserstand erreicht, wird der Zulauf von weiterem Wasser automatisch getoppt. Solche Geräte haben zudem meist auch eine Bodenwanne, die mit einem Schwimmerschalter kontrolliert wird.

Steigt hier der Wasserpegel abnormal an, schaltet dieser Sensor die Stromzufuhr zum Zulaufventil ab. So kann weiteres Frischwasser nicht mehr in das Gerät gelangen. Dieses System hat den Nachteil, dass keine Schäden am Schlauch erkannt werden. Daher ist es sinnvoll, Geschirrspüler mit dem Watercontrol-System zusätzlich mit einem mechanischen Aquastop auszustatten.

Waterproof-System

Diese Methodik ist eine Weiterentwicklung des Watercontrol-Systems. Hier wird zusätzlich ein Doppelmagnetventil eingesetzt. Bei einem Defekt des eigentlichen Magnetventils, das den Stopp des Wassers auslösen soll, springt das zweite ein und lässt kein Wasser mehr in den Zulaufschlauch. Zusätzlich verfügt dieses System auch über einen Doppelschlauch. Ist der eigentliche Schlauch beschädigt, wird das Wasser in einen Hüllenschlauch geleitet und in der Bodenwanne der Spülmaschine abgepumpt.

Überwachungssysteme: Alarme und Magnetventil

Bei diesen Systemen sind Feuchtigkeitssensoren am Boden der Spülmaschine angebracht. Sie registrieren austretendes Wasser, wodurch direkt ein Alarm an die zentrale Steuereinheit gesendet wird. Als Folge wird das Magnetventil geschlossen und es gelangt kein weiteres Wasser in die Maschine.

Zwar wird bei elektrischen Aquastop-Systemen immer von „Sensoren“ gesprochen, doch ohne Mechanik kommen auch diese Systeme nicht aus. Nur rein elektronische Systeme, die über einen „echten Sensor“ verfügen, steuern den Aquastop ohne Mechanik.

Aquastop kaputt? So finden Sie es heraus!

Die Spülmaschine streikt, obwohl alles in Ordnung scheint? In manchen Fällen liegt die Vermutung nahe, dass das Aquastop-System nicht mehr richtig funktioniert. Hier kann der Eimertest helfen. Dazu müssen Sie den Zulaufschlauch von der Spülmaschine abmontieren und das Wasser in einen Eimer laufen lassen. Hier kommt es auf Wassermenge und Zeit an. Fließt nur wenig Wasser oder sogar gar kein Wasser, dann hat der Aquastop einen Defekt ausgelöst.

Ersatzteile können helfen. Bei mechanischen Systemen reicht es oft, den Zulaufschlauch in diesem Fall zu ersetzen. Bei elektrischen Systemen kann auch der Schwimmer ausgetauscht werden. Schwieriger wird es, wenn der elektronische Aquastop defekt ist. Denn hier ist die Programmsteuerung involviert, die Laien nicht verändern sollten. Auch reagiert sie mit einem Notstopp, sollte die Steuerung das Magnetventil nicht mehr finden können. In diesem Fall braucht es einen Fachmann, der nur mit Fachwissen das Problem lösen kann.

Die Unternehmensgruppe Bosch und Siemens führt bereits seit 1985 die Bezeichnung „Aquastop“ als registrierten Markennamen für patentierte Vollwasserschutzmechanismen. Die Bezeichnung hat sich jedoch im Laufe im Volksmund zur allgemeinen Bezeichnung für Wasserstopp-Systeme entwickelt – so werden viele Schläuche unter dieser Bezeichnung verkauft.

Kein Aquastop vorhanden? Die Nachrüstung ist möglich!

In den neusten Modellen von Siemens, Miele, Bosch und all den anderen Marken ist ein Aquastop meist integriert und kommt automatisch mit der Lieferung ins Haus. Doch auch für diejenigen, die eine ältere Maschine nutzen oder nicht das Budget für eine teure Marke haben, müssen nicht auf den Aquastop verzichten. Denn er kann nachgerüstet werden. Das ist in den meisten Fällen mit Ersatzteilen und einigen Tipps sehr einfach zu realisieren.

Die einfachste Methode, selbst einen Aquastop an die Spülmaschine zu installieren, ist die Nachrüstung am Zulaufschlauch. Hier gibt viele Ersatzteile, die leicht online gekauft werden können. So lassen sich vor allem mechanische System leicht einsetzen, was die Schlauchplatzsicherung, die Zählwerksicherung oder das Doppelmantelschlauchsystem betrifft. Solche Schläuche sind nicht selten schon ab 15 Euro erhältlich. Für den Austausch des Schlauches braucht es meist nicht mal einen Fachmann. Der neue Sicherheitsschlauch kann passend mit einfachen Handgriffen an Wasserhahn und Geschirrspüler befestigt werden.

Aber auch sogenannte Wasser- und Leckwassermelder können eine Überschwemmung verhindern und leicht nachgerüstet werden. Sie senden akustische Signale, sollte entweder der Schlauch beschädigt sein oder überflüssiges Wasser entdeckt werden. So kann der Spülmaschinenbesitzer schnell reagieren. Diese Melder sind meist preisgünstig zu kaufen und kosten zwischen 50 und 140 Euro. Die Hausratsversicherungen erkennen solch eine Absicherung durch einen Leckwassermelder an und übernehmen die Kosten, sollte dennoch eine Überschwemmung passieren.

Auch mit elektrischen und elektronischen Systemen kann nachgerüstet werden. Das Waterproof-System kann direkt am Wasserhahn mit dem Magnetventil oder dem Doppelmagnetventil angebracht werden. Teurer wird es, wenn Sie ein elektronisches System nachrüsten wollen. Doch auch diese Sensoren sind als Ersatzteile im Handel erhältlich und können nachträglich eingebaut werden.

Der Gesetzgeber schreibt generell keine Beauftragung eines Fachbetriebes bei der Aufrüstung vor, damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist. Dennoch sollte jeder nach den jeweiligen Kenntnissen und dem gewählten Aquastop-System sorgfältig abwägen, ob er die Nachrüstung selbst vornimmt oder lieber einen Fachmann bestellt.

Wer zahlt, wenn auch der Aquastop versagt?

Der Aquastop ist zwar eine Absicherung, doch in manchen Fällen kann es dennoch zur Überschwemmung der Wohnung kommen. Zahlt in diesem Fall die Versicherung? Ist kein Aquastop am Geschirrspüler installiert, zahlen die meisten Hausratversicherungen nicht. Die Versicherung setzt einen Aquastop voraus, um im Schadensfall finanziell zu helfen.

Aber auch mit der Sicherheitsvorrichtung wird jeder an seine Sorgfaltspflichten erinnert. Dazu gehört auch die regelmäßige Überprüfung, ob die Spülmaschine noch funktionsfähig ist. Zudem sollte sie nicht angeschaltet werden, wenn Sie den Haushalt verlassen. Auch in diesem Fall stellen sich manche Versicherungen quer.

Achten Sie bei der Suche nach einem neuen Geschirrspüler auch auf eventuelle Herstellergarantien. Denn so manches Unternehmen bietet die Sicherheit, die Kosten eines Wasserschadens zu übernehmen, sollten dieser trotz Aquastop passieren. Lassen Sie sich beraten, um diese Hersteller zu finden!

Zusammenfassung

Ein Aquastop in der Spülmaschine verhindert teure und ärgerliche Überschwemmungen in den eigenen vier Wänden. Hierbei gibt es verschiedene Systeme – von mechanischen Vorrichtungen bis hin zu elektronischen Sensoren. Ist ein Aquastop am Geschirrspüler installiert und tritt der Schadensfall ein, zahlt die Hausratversicherung oder sogar so manche Hersteller. Wer keinen Aquastop mit der Lieferung bekommt, kann diesen leicht nachrüsten.

Artikelbild: New Africa / Bigstock.com

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