Ausgleichsmasse auf Holzboden: Vorteile und Verarbeitung

Ausgleichsmasse auf Holzboden: Vorteile und Verarbeitung

Im Altbau zu wohnen, ist für so manchen Wohnungsbesitzer ein Traum. Doch nicht immer ist der alte Holzboden ein Teil davon. Ist das Parkett abgenutzt? Wirkt das Laminat schäbig? Sind die Holzdielen nicht mehr zu gebrauchen? Das muss nicht gleich bedeuten, dass diese vollständig entfernt werden sollte. Denn auf alten Holzböden lassen sich wunderbar neue Paneelen, Fliesen, Teppich oder anderer Belag verlegen. Hierzu muss der Boden lediglich mit Ausgleichsmasse begradigt werden. Wie Holzboden nivelliert wird und welche Masse sich am besten eignet – das zeigen die folgenden Zeilen.

Die richtige Ausgleichsmasse für Holzböden

Wer einen Holzboden mit einem anderen Belag bedecken will, muss diesen zunächst begradigen. Dazu braucht der Heimwerker sogenannte Ausgleichs-, Pulver- oder Nivelliermasse. Dahinter versteckt sich Trockenpulver, das mit Wasser zu einer flüssigen Masse angerührt wird. Diese wird dann auf dem Boden aufgetragen und härtet aus. Die Masse gleicht Unebenheiten aus, füllt Löcher und Risse, sodass der neue Boden auf eine ebene Fläche verlegt wird.

Der Handel hat verschiedene Ausgleichsmassen im Repertoire. Der clevere Heimwerker sucht daher die Produkte, die sich auch für den Holzboden eignen. Diese sind meist besonders elastisch, denn Holz ist ein bewegliches Material. Wird die falsche – zu starre – Masse verwendet, können Risse in der Bodenbeschichtung die Folge sein.

Als Alternative für Ausgleichsmasse ist oft Estrich zu finden. Doch die Ausgleichsmasse ist leichter zu verarbeiten und trocknet deutlich schneller. Zudem trägt die Ausgleichsmasse kaum auf den Boden auf und kann so viel besser in Räumen mit niedriger Höhe verwendet werden.

Auf die Höhe kommt es an

Bei der Ausgleichsmasse für Holzböden sollte auch auf die Höhe geachtet werden. Ist der Holzboden in einem Altbau mit hohen Decken, kann eine dickere Masse verwendet werden. Aber bei niedrigeren Räumen empfiehlt sich eine dünne Schicht. Für den Holzboden gibt es Produkte mit einer Schichtdicke zwischen drei und 20 Millimeter. Die Masse braucht oft rund 16 Stunden, bis sie ausgetrocknet ist. Bereits nach 3 Stunden kann der Boden jedoch begangen werden.

Einfacher wird die Verarbeitung zudem, wenn der Heimwerker zu selbstnivellierender Ausgleichsmasse greift. Mit ihr können auch ungeübte Handwerker den Holzboden spielend leicht ausgleichen. Diese Masse läuft fast von selbst in die Ebenheit. Der Nachteil ist, dass der Heimwerker für diese Eigenschaft tiefer in die Tasche greifen muss – selbstnivelliernde Masse ist oft deutlich teurer. Auch muss hier auf die optimale Verarbeitung und Umgebungsbedingungen geachtet werden.

Das wird benötigt: Material und Werkzeug

Wer seinen alten Holzboden mit Ausgleichsmasse für einen neuen Belag ebnen will, braucht natürlich diese. Jedoch gehört noch mehr in den Einkaufskorb im Baumarkt.

Material:

Der Boden muss einerseits vorbereitet werden – dazu dient die Grundierung. Zudem sollte vor allem bei Holzboden zu einer flexiblen und elastischen Ausgleichsmasse gegriffen werden. Auch die notwendigen Randdämmstreifen sind der Besonderheit des Holzes geschuldet. Holz ist beweglich – es dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Um Risse durch diese Beweglichkeit zu verhindern, werden die Randdämmstreifen eingesetzt. Sie verhindern eine Schallübertragung der Bewegung an die Wand, denn die Ausgleichsmasse ist später von der Wand getrennt.

Die Materialliste erweitert sich, je nach Belag, der auf den Holzboden verlegt wird. Ist dieser starr – wie es Fliesen beispielsweise sind, braucht es ein Armierungsgewebe auf der Ausgleichsmasse. So wird der Spannung zwischen Holz und neuem Belag entgegengewirkt.

In vielen Fällen ist Ausgleichsmasse als Pulver zu erstehen. Diese muss mit Wasser angerührt werden. Daher stehen auf der Werkzeugliste neben den Verlegungswerkzeugen auch weitere Utensilien.

Werkzeug:

Wer mit Ausgleichsmasse arbeitet, sollte auch auf die Sicherheit achten. Denn häufig enthält diese Zement, der mit Feuchtigkeit alkalisch reagiert. Das kann gefährlich für Haut und Augen werden, die gereizt werden können. Daher gehört auch Schutzkleidung zu den wichtigen Utensilien beim Ausgleichen von Holzböden.

Sicherheitskleidung:

Reizungen trotz Schutzmaßnahmen? Dann sollte in erster Linie Augen oder Haut ab- und ausgespült werden. Auch ein Arztbesuch ist unbedingt ratsam!

Die alkalische Eigenschaft kann auch der Umwelt schaden. Ausgleichsmasse sollte nicht ins Erdreich sickern oder in die Kanalisation gelangen. Reste, die nicht mehr benötigt werden, sollten ausgehärtet als Baustellenabfall entsorgt werden.

Ausgleichsmasse auftragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sind alle Materialien und Werkzeuge besorgt, kann das Ausgleichen des Holzbodens beginnen. Hierzu sind vier Schritte notwendig:

  1. Untergrund vorbereiten
  2. Grundierung auftragen
  3. Ausgleichsmasse mischen
  4. Ausgleichsmasse auftragen

Wer einen ebenen Boden schaffen möchte, muss unbedingt dafür sorgen, dass der alte Holzboden frei von Schmutz, Staub, Fett und Öl ist. Als Erstes schwingt der Handwerker daher den Staubsauger über den alten Holzboden. Auch Farbrückstände sollten entfernt werden – wo notwendig, muss der Heimwerker mit Lappen und Bürste arbeiten. Alte Nägel und andere Störfaktoren müssen ebenfalls entfernt werden. Bei Holzböden empfiehlt es sich zudem, das Holz leicht anzuschleifen. Lose Bretter müssen wieder befestigt werden und Löcher können mit Acryl gefüllt werden. Danach werden die notwendigen Randdämmstreifen verlegt, um späteres Reißen der Masse zu vermeiden.

Die Grundierung wird mit Wasser im Verhältnis 2:1 gemischt. Sie trägt der Heimwerker mit einer Rolle oder einem Quast sorgfältig auf den Holzboden auf. Wichtig ist, dass diese gleichmäßig und ohne Pfützen verteilt wird – alter Holzboden muss vollständig abgedichtet sein. Geschieht dies nicht, kann die Ausgleichsmasse später in Hohlräume gelangen und den gesamten Boden schädigen. Auch muss die Grundierung vollständig getrocknet sein, bevor der Heimwerker weiter arbeiten kann.

Während die Grundierung trocknet, kann die Ausgleichsmasse gemischt werden. Dazu braucht es Eimer und Rührquirl sowie Wasser. Gerade bei selbstnivellierender Ausgleichsmasse muss hier zügig gearbeitet werden, denn das Gemisch zieht schnell an und trocknet rasch.

Im letzten Schritt wird die Masse aus dem Eimer auf den Boden verteilt und mit einer Zahnrakel oder einer Stachelwalze gleichmäßig verbreitet. Wer will, kann auch eine Spachtel verwenden. Bei selbstnivellierender Masse braucht der Heimwerker diese kaum Glattziehen. Wichtig ist, dass die Trockenzeit unbedingt eingehalten wird, bevor auf den neuen ebenen Boden weiterer Verlag verlegt wird.

Auch die Umweltbedingungen müssen beim Verlegen beachtet werden – diese stehen häufig auf der Packung. Ausgleichsmasse braucht in vielen Fällen eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Zusammenfassung

Ist ein alter Holzboden nicht mehr erwünscht, muss er nicht sofort aus Haus und Wohnung entfernt werden – ein anderer Belag kann ihn überdecken. Doch wo Fliesen, PVC oder Teppich auf Holz aufgelegt werden soll, braucht es vorher eine Schicht Ausgleichsmasse. Diese gibt es in verschiedenen Dicken und muss für Holz elastisch sein. Mit ein wenig Werkzeug kann der Heimwerker die Masse leicht selbst auftragen – Schutzkleidung ist jedoch ein Muss.

Artikelbild: © Brilliance Eye / Bigstock.com

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