Ausgleichsmasse verarbeiten – so gelingt es

Ausgleichsmasse verarbeiten – so gelingt es

Das Wohnen in Altbauten ist wegen der Geschichte und Atmosphäre älterer Häuser in Deutschland sehr beliebt. Leider ist das Problem in solchen Altbauten oft der unebene Boden. Solche unebenen Estriche finden sich nicht nur in Wohnräumen – auch im Keller oder auf dem Dachboden können die Böden Höhenunterschiede aufweisen. Für einen geschickten Heimwerker ist es jedoch kein Problem, solche Unebenheiten auszugleichen. Am besten verwendet man hierzu selbstnivellierendeAusgleichsmasse.

Selbstnivellierende Ausgleichsmasse ist ein modernes Produkt, bei dem es sich um eine vergütete Zementmischung handelt. Diese Masse bleibt nach der Zubereitung flüssig, so dass es sich praktisch alleine ausrichtet. Nach einigen Stunden härtet sie dann aus und hinterlässt eine gerade, glatte Oberfläche. Mit den meisten im Handel erhältlichen Ausgleichsmassen lassen sich Höhenunterschiede bis zu einem Zentimeter ausgleichen, einige Produkte können sogar bis zu Differenzen bis zu drei Zentimetern verwendet werden. Ausgleichsmasse hat die hervorragende Eigenschaft, dass sie selbstnivellierend ist, was bedeutet, ein Abziehen mit der Wasserwaage ist nicht notwendig. Deshalb kann das Verarbeiten von Ausgleichsmasse sehr einfach von Heimwerkern selbst durchgeführt werden.

Voraussetzungen für die Anwendung von Ausgleichsmassen

Der Estrichboden, der ausgeglichen werden soll, muss trocken, sauber und völlig staubfrei sein und darf weder Risse noch Sprünge haben.

Sollten doch Risse vorhanden sein, müssen diese zunächst mit einer speziellen Füllmasse verschlossen werden und abtrocknen.

Die Raumtemperatur darf nicht zu kalt sein und muss auf jeden Fall über dem Gefrierpunkt liegen.

Wichtig ist auch eine gute Belüftung (keine Zugluft!) zum Trocknen.

Wo wird ausgeglichen – innen oder außen?

Bevor die Arbeit beginnt, muss geklärt werden, ob im Innen- oder Außenbereich ausgeglichen wird. Denn dies macht einen großen Unterschied.

Untergrundarten im Innenbereich

  • Beton
  • Holzdielen
  • Fließ- und Heizestrich
  • Trockenunterböden
  • Fliesenbeläge

Untergrundarten im Außenbereich

  • Beton
  • Steinböden
  • Zementestriche
  • Terrazzoböden

Warum muss ausgeglichen werden?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Ausgleichsarbeiten vorgenommen werden müssen. Die wichtigsten sind:

  • Der Boden ist uneben.
  • Löcher müssen ausgeglichen werden.
  • Der Boden muss einer höheren Belastung standhalten.
  • Eine beschädigte Treppe muss repariert werden.

Je nachdem, wofür die Arbeiten mit der Ausgleichsmasse vorgenommen werden, muss sie eine bestimmte Schichtdicke zwischen 3 und 10 Millimetern besitzen. Außerdem haben die Materialien unterschiedliche Anforderungen an die Temperatur und die Feuchtigkeit des Raumes. Diese müssen Sie deshalb unbedingt vorher prüfen und die Ausgleichsmasse dementsprechend wählen. H

Welche Ausgleichsmassen gibt es?

Je nach Beschaffenheit und Stärke des Fußbodens gibt es unterschiedliche Ausgleichsmassen. Diese sind beispielsweise:

  • Fußbodenausgleichsmasse – geeignet für 1,5 bis 15 mm Schichtdicke
  • Holzdielenausgleichsmasse – geeignet für 1,5 bis 15 mm Schichtdicke
  • Leichtspachtelmasse – geeignet für 3 bis 20 mm Schichtdicke

Welche Aufgaben muss die Ausgleichsmasse erfüllen?

  1. Glätten: Das Glätten eines Untergrundes ist die häufigste Anwendung von Ausgleichsmasse. In diesem Fall wird die Masse nur wenige Millimeter dick aufgetragen und verläuft von selbst.
  2. Füllen: Hierfür eignet sich am besten eine standfeste Spachtelmasse. Diese Masse härtet je nach Konsistenz und Mischungsverhältnis mit dem Wasser relativ schnell – in der Regel innerhalb von 30 bis 60 Minuten.
  3. Ausgleichen: Wenn Böden uneben sind oder ein sehr starkes Gefälle aufweisen, kommt ebenfalls die Ausgleichsmasse zum Einsatz. Hierfür eignet sich am besten fließende und selbst verlaufende Spachtelmasse.

Anbringen der Ausgleichsmasse – Schritt für Schritt

Untergrund vorbereiten

Zunächst muss der zu behandelnde Estrichboden gereinigt werden. Er muss trocken sein, und es darf sich weder Schmutz noch Staub darauf befinden.Vor dem Aufbringen der Ausgleichsmasse muss eine Grundierung aufgebracht werden. Achten Sie dabei darauf, dass diese sowohl für den Estrichboden als auch für die verwendete Ausgleichsmasse als geeignet ausgewiesen ist. Am besten verteilen Sie die Grundierung mit einem Straßenbesen und lassen Sie sie ein wenig antrocknen, bevor die Ausgleichsmasse ausgeschüttet wird. So erreichen Sie die besten Ergebnisse.

Gegen hartnäckige Verschmutzungen können Sie mit einem Fräser, Schleifer oder Dampfstrahler vorgehen.

Sollte der Untergrund Risse aufweisen, müssen diese gefüllt werden, da dies mit selbstnivellierender Ausgleichsmasse nicht möglich ist. Bei sehr alten Dielenböden muss besonders vorsichtig abgedichtet werden, da die Ausgleichsmasse sonst in Hohlräume eindringen und Schäden anrichten kann.

Was benötigen Sie zum Verarbeiten der Ausgleichsmasse?

Hier ist eine Liste mit den benötigten Materialien und Werkzeugen:

Und so geht es:

Schritt 1: Platzhalter anbringen

Zwischen Boden und Wand müssen ein paar Millimeter Platz bleiben, sonst können Randeinspannungen entstehen. Als Platzhalter werden die Randdämmstreifen verwendet.

Schritt 2: Anmischen

Beachten Sie für das Mischen der Ausgleichsmasse das Mischungsverhältnis, das auf der Verpackung angegeben ist. Das Wasser muss sauber und kalt sein. Mit Hilfe der Bohrmaschine erzeugen Sie eine homogene Masse aus Wasser und Ausgleichsmasse.

Schritt 3

Anschließend wird die Masse in der richtigen Menge auf den Boden aufgebracht und mit der Glättkelle verteilt. Wenn Sie nach der ersten Schicht Ausgleichsmasse eine zweite benötigen, muss die erste zunächst getrocknet sein.

Zusammenfassung

Ausgleichsmasse ist ein Produkt, das zum Ausgleichen unebener Böden verwendet wird. Diese finden wir vor allem in Altbauten. Da die Anwendung recht einfach ist, können selbst weniger erfahrene Heimwerker Ausgleichsarbeiten problemlos selbst ausführen.

Artikelbild: © Stockcentral / Bigstock.com

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