Badezimmer fliesen: Selbst ist der Mann

Badezimmer fliesen: Selbst ist der Mann

Fliesen legen kann praktisch jeder. Was Heimwerker benötigen, ist Sorgfalt, etwas Geschick, Übung und viel Geduld. Beim ersten Fliesen legen im Badezimmer sollte das passende Werkzeug, Spezialkleber sowie einige hilfreiche Tipps nicht fehlen. Letztere stellen wir nachfolgend zur Verfügung.

Bei der Badplanung müssen Bauherren und Renovierer früher oder später überlegen, welche Form und Design ihre zukünftigen Fliesen im Bad haben sollen. Wer hofft, dass ein Besuch im Baumarkt diese Entscheidung vereinfacht, der irrt sich gewaltig. Hier wartet eine schier unendliche Auswahl an Bodenfliesen und Wandfliesen auf den Verbraucher, dem die Wahl schwerfällt.

Bei der Wahl der passenden Fliesen im Bad ist zunächst die Beanspruchbarkeit entscheidend, welche in Abriebklassen (AK I-V) eingeteilt ist:

  • AK I: In dieser Kategorie sind überwiegend Wandfliesen zu finden.
  • AK II: Die Fliesen dieser Kategorie genügen normalen Wohnanforderungen (im Bad).
  • AK III – V: Für häufigen Verkehr (mit Straßenschuhen) sind Fliesen höherer Abriebsklassen geeignet.

Bodenfliesen haben einen entscheidenden Nachteil: Sie fühlen sich ohne Fußbodenheizung kalt an. Im Sommer ist das nicht zwingend ein Problem, im Winter dagegen schon.

Menge und Format

Vor dem Kauf der Bodenfliesen und Wandfliesen für das Bad haben Verbraucher die äußerst wichtige Aufgabe, die Fläche in Länge und Breite zu messen. Dem Ergebnis fügt man etwa zehn Prozent für Bruch, Reparaturen und Verschnitt hinzu. Bei Aktionsware sollte man großzügiger kalkulieren, da ein späteres Nachkaufen womöglich nicht möglich ist.

Wichtig: Für ein Bad mit vielen Nischen steigt der Bedarf, da viele Zuschnitte notwendig sind. Insgesamt beträgt der Bedarf 15 Prozent mehr als gemessen.

Das Standardmaß für quadratische Fliesen ist in den Abmessungen 15, 20 und 30 cm zu finden. Je größer die Fliesen, desto schneller ist die Arbeit beendet. Bei großen Wandfliesen und Bodenfliesen muss allerdings der Untergrund besonders eben sein, sonst sitzen die Fliesen nicht richtig oder brechen oder Belastung.

Die Arbeit beginnt

Vor dem Verlegen sollte man die Fliesen kreuzweise im Bad auslegen. An den Wänden wird grundsätzlich nicht mit einer ganzen Fliese begonnen, sondern im Idealfall mit einer halben. Die meisten Wände verlaufen nicht gerade oder rechtwinklig zueinander.

Steht das Layout fest, wird nur noch ein Mörteleimer benötigt, in dem der Kleber angemischt wird. Ausgerüstet mit einem Zahnspachtel und Fugenkreuze kann das Fliesen beginnen.

Tipps für den Fliesenkleber:

  • Für ein festes und nicht schadhaftes Material wie Estrich oder Beton reicht ein preisgünstiger Standardkleber.
  • Die beigemischten Kunststoffe im Flexkleberschwächen Spannungen im Untergrund. Dadurch besitzt die Fliese eine höhere Haftung. Zudem ist dieser Kleber frostsicher und eignet sich so für besonders kalte Regionen.
  • Fliesen aus Granit und Marmor können Farbpigmente aus normalem Kleber aufnehmen. Damit sie sich nicht verfärben, sollten Heimwerker Natursteinkleber wählen.
  • Dispersionskleber ist ideal für Reparaturen. Die Gebinde sind bereits gebrauchsfertig und das Anmischen mit Wasser ist nicht nötig.

Mit Liebe zum Detail

Wandfliesen und Bodenfliesen haben viele Vorteile, wenn sie erst einmal an Ort und Stelle sind. Beim Verlegen im Bad müssen Heimwerker zunächst ihr Können unter Beweis stellen – besonders bei den problematischen Stellen wie Ecken, Rohrdurchlässen und Kanten. Das Schneiden von Löchern für Elektro- oder Sanitäranschlüsse ist kein Kinderspiel. Mit dem passenden Werkzeug werden aber auch diese Schwerstarbeiten erledigt. Beim Verlegen ist auf Symmetrie zu achten: Also keine ganzen Fliesen am Rand verlegen.

Das Durchbohren von Fliesen, um Badmöbel aufzuhängen, ist keine leichte Aufgabe. Einerseits werden hässliche Löcher hinterlassen, andererseits rutscht der Bohrer auf der glatten Oberfläche leicht ab. Abhilfe schafft ein Gewebeband: Dieses wird einfach auf die Bohrstelle geklebt, anschließend kann man vorsichtig hindurchbohren.

Vorsicht: Vergewissern Sie sich, dass sich keine Strom- oder Wasserleitungen hinter der Bohrstelle befinden!

Die Fläche verfugen

Nach dem Bodenfliesen muss der Kleber mindestens zwölf Stunden aushärten (siehe Herstellerangaben. In dieser Zeit darf die Fläche im Bad auf keinen Fall betreten werden. Der Verbrauch pro Quadratmeter (m²) hängt von der Fliese selbst ab:

  • bis 0,4 kg für Standardfliesen (15 x 15 cm, 3-mm-Fuge)
  • bis 1,5 kg für Mosaikfliesen (10 x 10 cm, 5-mm-Fuge)

Um die Fläche zu verfugen, müssen Heimwerker den Fugenmörtel lediglich auf den Boden im Badezimmer gießen und anschließend mit einer Gummilippe verteilen. Beim Verteilen immer diagonal zum Fliesenformat arbeiten. Anschließend muss man die Fugenmasse mit einem Schwammbrett einarbeiten. Sobald der Mörtel beginnt anzuziehen, können Rückstände mit einem feuchten Schwamm entfernt werden.

Bauteilfugen mit Silikon abdichten

Silikon ist ein elastisches Material, das Fugen abdichtet. Unter Zug und Druck kann sich Silikon verformen und kehrt immer wieder in seine alte Form und Position zurück. Dadurch verhindert das Material, dass Wasser zwischen die Fliesen gelangen und diese beschädigen kann. Dies ist im Badezimmer natürlich sehr wichtig, denn hier geht es äußerst feucht zu. Je sorgfältiger Heimwerker mit Silikon abdichten, desto besser ist die Verhinderung von Schimmelbildung. Wie wir in diesem Artikel bereits erklärt haben, ist das Entfernen von Schimmel keine leichte Angelegenheit. Die sorgfältige Arbeit in diesem Schritt zahlt sich also aus.

Artikelbild: © Nagy-Bagoly Arpad / Shutterstock

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