Bäume und Sträucher winterfest machen

Bäume und Sträucher winterfest machen

Wenn die Blätter fallen und die Temperatur sinken, hat der Herbst Einzug gehalten. Dann lässt meist auch der Winter mit Frost und Schnee nicht mehr lange auf sich warten. Das ist die Zeit für alle Gärtner, um den Garten winterfest zu machen. Neben Abdecken von Gewässern und dem Wegräumen von Werkzeugen muss auch dem Winterschutz der Pflanzen besonders Aufmerksamkeit gewidmet werden. Damit diese die kalte Jahreszeit gut überstehen, gilt es, einige Maßnahmen zu ergreifen.

Bäume winterfest machen

Sinken die Temperaturen unter minus 5 Grad Celsius, können Bäume durch Frost beschädigt werden. Daher sollten im Herbst einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Diese Jahreszeit sollte genutzt werden, um die Bäume zurückzuschneiden, denn in diesen Monaten ist das Wachstum vorerst abgeschlossen. Dabei werden schadhafte Stellen und abgestorbene Äste entfernt – nah am Stamm und schräg! Auch zu lang gewordene Äste und Triebe sollten gekürzt werden. So gibt der Gärtner den Bäumen gleich eine gute Form. Der Rückschnitt dient auch dazu, dass die Triebe im Frühjahr wieder erneut stark austreiben. Achtung Sortenkunde: Manche Baumart wie der Walnussbaum sollte nach dem November nicht mehr beschnitten werden, da sonst Frost in die Schnittstellen ziehen kann. Ein weiterer Frostschutz für Bäume ist das „Weißen“ der Stämme. Sonne und Frost können unschöne Frostrisse in der Baumrinde verursachen. Die weiße Farbe verhindert diese, indem das Sonnenlicht zurückgeworfen wird, statt die Rinde zu erwärmen. Besonders junge Bäume sollten so im Winterschutz unterstützt werden. Ältere Bäume sollten jedoch vorher von Moos und Flechten befreit werden.

Weitere Möglichkeiten sind auch Schilfmatten oder Jutestreifen, die um die Stämme gewickelt werden können. Wer mag, kann mit Kordeln und Schleifen den Winterschutz auch als Dekoration nutzen. Auch Frostspanner gefährden die Bäume im Winter, vor allem Obstbäume oder Laubziergehölze. Im Herbst paaren sich die Falter meist ab den ersten Frostnächten und legen ihre Eier am Stamm und in Vertiefungen der Rinde ab. Im Frühjahr schlüpfen dann die Raupen, die den Baum durch ihren Fraß schädigen. Daher ist der Herbst die richtige Zeit, um Leimringe an die Bäume anzubringen. Die Ringe verhindern das Hinaufkrabbeln der flugunfähigen Weibchen in die Krone und die Anlockung der Männchen zur Paarung.

Kübelpflanzen einpacken oder herein holen

Bäume und Pflanzen, die in Kübeln gehalten werden (beispielsweise Zitronen- oder Olivenbäume), sollten am besten nicht draußen überwintern. Der Gärtner kann sie hereinholen und in kühlen und dunklen Räumen bis zum Frühjahr lagern. Pflanzen, die zu schwer für einen Transport sind, sollten gut eingepackt werden. Sie können mit einem Vlies um die Krone und Bambusmatten oder Reisig auf den Topfballen geschützt werden. Um den Topf sollte eine Noppenfolie gewickelt werden, über diese wiederum ein Leinensack gestülpt wird. Eine Styroporplatte unter dem Kübel verhindert, dass die Kälte vom Boden der Pflanzen schadet.

Immergrüne Pflanzen schützen

Das Zusammenspiel von Sonnenstrahlen und Frost kann vor allem auch immergrüne Pflanzen im Winter austrocknen lassen. Die Pflanzen verlieren zwar durch die Sonne Wasser, können aber aufgrund des gefrorenen Bodens keine neue Feuchtigkeit nachziehen. Demnach brauchen sie besondere Vorbereitungsmaßnahmen vor dem Winter. Daher sollten immergrüne Pflanzen mit einer Rinde mit Stroh, Laub oder Holzwolle rund um die erdnahen Triebabschnitte winterfest gemacht werden. Ebenso sollte an frostfreien Tagen unbedingt gegossen werden. Diese Pflanzen sollten auch besser im Frühjahr statt im Herbst zurückgeschnitten werden. Dazu gehören auch einjährige Sträucher oder beispielsweise Flieder und Forsythie.

Wurzeln von Sträuchern schützen

Auch andere Sträucher gilt es, im Herbst auf den Winter vorzubereiten. Kräuter wie Salbei, Thymian und Rosmarin sollten um den Wurzelhals ebenfalls mit trockenem Laub und Reisigzweigen bedeckt werden. Auch empfindliche Sträucher, wie beispielsweise Hibiskus, Clematis oder Tamariske brauchen Laub oder Stroh auf die Wurzelbasis. Das gilt besonders für Junganpflanzungen. Auch ein Vlies kann hier hilfreiche Dienste leisten. Rosensträucher brauchen Rindenmulch oder neue Blumenerde auf die Wurzeln. Rankrosen können mit Koniferenzweigen von oben nach unten festgebunden abgedeckt werden. Für das Abdecken von Azaleen eigenen sich Tannen- und Fichtenzweige. Hohe Gräser sollten vor dem Winter zusammengebunden werden. Ihnen macht meist leichter Schneefall nichts aus. Aber eine dicke Schneeschicht drückt die Gräser auseinander und lässt das Pflanzenherz quasi ungeschützt freiliegen. Zum Zusammenbinden eignet sich ein Sisalseil oder eine Kordel. Diese Investition in den Schutz der Pflanzen wird sich im Frühling auszahlen und das Herz eines jeden Gärtners erfreuen.

Artikelbild: © Arunas Gabalis / Shutterstock

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