Balkonbelag wasserdicht versiegeln und Schäden an der Bausubstanz verhindern

Balkonbelag wasserdicht versiegeln und Schäden an der Bausubstanz verhindern

Ein Balkon sollte unbedingt wasserdicht versiegelt sein. Andernfalls könnte das Wasser, das bei Regen an den undichten Stellen über die Oberfläche des Balkons eindringt, zu Beschädigungen an der Bausubstanz führen. Bei älteren Balkonen und Terrassen kann man solche Schäden häufig beobachten. Sie äußern sich durch feine Risse und Salzausblühungen. Mitunter muss aufgrund von statischen Problemen der komplette Balkon abgerissen werden, wenn er mehrere Jahre undicht war. Doch welche Bodenbeläge lassen sich überhaupt wasserdicht versiegeln? Und was können Sie tun, wenn der Balkonbelag in die Jahre gekommen ist und deshalb plötzlich Wasser in den Untergrund eindringt? Im heutigen Heimhelden.de-Ratgeber erhalten Sie Antworten auf diese Fragen und erfahren, wie Sie schlimmere Beschädigungen an der Bausubstanz vermeiden können.

Verschiedene Bodenbeläge für Balkone auf dem Prüfstand

Wenn Sie auf der Suche nach einem Bodenbelag für Ihren Balkon sind, stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. Je nachdem, wofür Sie sich entscheiden, gibt es bezüglich der Wasserdichte ein paar Dinge zu beachten. Die folgenden Materialien haben sich bei der Verlegung eines Balkonbelags besonders bewährt:

  • Holz
  • Steinteppich
  • Kunststoff oder Kunststoff-Holz-Gemische wie WPC

Holz gehört im Außenbereich zu den populärsten Baumaterialien. Das liegt vor allem daran, dass es eine natürliche und warme Atmosphäre schafft. Allerdings geht das Verlegen eines Holzbodens auf dem Balkon mit einigen Besonderheiten einher. Eine wasserdichte Oberfläche lässt sich dadurch nicht schaffen. Zudem muss ein Holzboden in regelmäßigen Abständen gepflegt werden, um ihn vor den Einflüssen der Witterung zu schützen.

Häufig wird auf Balkonen auch ein sogenannter Steinteppich verlegt. Er ist robust, strapazierfähig und pflegeleicht und daher ideal für den Außenbereich. Ein Balkonbelag aus Stein ist in der Regel von Dauer und muss nicht nach wenigen Jahren schon wieder ersetzt werden. Zudem sorgt er für eine ansprechende Optik. Allerdings sind die Kosten für einen Steinteppich meist hoch.

Die günstigste Lösung sind PVC-Böden für den Balkon. Hier haben Sie viele verschiedene Designs zur Auswahl. Darüber hinaus lassen sich Kunststoffbodenbeläge einfach verlegen und sind bei Bedarf jederzeit wieder austauschbar. Wenn Sie Lust auf ein anderes Design oder einen völlig anderen Balkonbelag haben, lässt sich der PVC-Boden ohne Probleme wieder entfernen.

Unabhängig davon, ob Sie sich für einen wasserdichten Bodenbelag entscheiden oder nicht, sollte zur Sicherheit immer der Untergrund sorgfältig abgedichtet werden.

Verlegen Sie Ihren Balkonbelag daher immer auf einem trockenen, ebenen, sauberen und gut abgedichteten Untergrund. Zunächst wird der Betonboden mit einem Feinputzauftrag und einem anschließenden Haftanstrich vorbereitet. Danach verlegen Sie die Abdichtungsbahnen, die aus Spezialfolie oder Bitumen bestehen können.

Beim Abdichten des Untergrunds ist es vor allem wichtig, den Randzonen Ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Bereiche rund um die Balkonpfosten und um das Geländer können Sie etwa mit Flüssigkunststoff oder Manschetten aus Acryl-Vlies abdichten. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die Balkonfläche auch nach der Untergrundversiegelung noch eine Neigung von ein bis zwei Prozent besitzt. So sorgen Sie dafür, dass das Regenwasser abfließt und sich nicht auf dem Balkon staut.

Der Balkonbelag ist nicht mehr wasserdicht – Was Sie tun können

Im Laufe der Jahre kann es vorkommen, dass der Balkon oder die Terrasse undicht wird, auch wenn Sie bei der Verlegung des Bodenbelags auf eine sachgemäße Versiegelung geachtet haben. Solche Undichtigkeiten zeigen sich zum Beispiel durch kleine Salzausblühungen oder feine Risse.

Nehmen Sie die ersten Warnsignale, die auf einen undichten Balkon hindeuten, auf jeden Fall ernst, auch wenn sie noch leicht zu übersehen sind. Treffen Sie rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen, denn die Reparatur einer stärker beschädigten Bausubstanz kann sehr teuer werden.

Eine aufwendige und teure Balkonsanierung ist nicht in allen Fällen erforderlich. Es gibt auch die Möglichkeit, den Balkon schnell und kostengünstig abzudichten, um weitere Schäden zu vermeiden. Wir stellen nachfolgend beide Varianten vor und erläutern Ihnen, wie Sie vorgehen müssen, damit der Balkonbelag wieder wasserdicht wird.

Schnelle Sofortmaßnahmen zum Abdichten des Balkons

Solange die Schäden noch nicht so weit fortgeschritten, sondern noch oberflächlich sind, reichen wenige Maßnahmen oftmals aus, damit der Balkonbelag wieder wasserdicht wird. Folgende Möglichkeiten stehen für diesen Zweck zur Auswahl:

  • Streichen Sie einen Belag aus Fliesen mit Versiegelung
  • Decken Sie die Balkonplatte mit Spezialzement oder Dichtschlämmen ab
  • Kleben Sie Dichtbänder an die Randzonen
  • Versiegeln Sie die Fliesenfugen neu

Mit diesen Maßnahmen können Sie die Probleme in der Regel schnell in den Griff bekommen. Teilweise sind jedoch kleine Vorarbeiten erforderlich. Der Untergrund muss tragfähig und sauber sein. Die Schnellmaßnahmen haben nicht nur den Vorteil, dass sie in kürzerer Zeit erledigt sind, sondern stellen auch eine große Kostenersparnis dar. Eine vollständige Balkonsanierung ist um ein Vielfaches teurer. Leider bilden die genannten Methoden zur Balkonabdichtung meist keine dauerhafte Grundlage für einen wasserdichten Balkonbelag. Früher oder später werden Sie daher nicht mehr um eine vollständige Sanierung des Balkons herumkommen.

Wie wird der Balkonboden dauerhaft wasserdicht?

Wenn die Bausubstanz bereits stark beschädigt ist, bleibt Ihnen die Balkonsanierung zum Schutz vor weiteren Schäden nicht mehr erspart. Mitunter ist der Balkon sogar schon so beschädigt, dass er aufgrund schwerwiegender statischer Probleme abgerissen werden muss. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als einen neuen Balkon zu bauen. In den meisten Fällen genügt jedoch die Balkonsanierung. Dafür wird der eigentliche Bodenbelag entfernt und der darunter liegende Untergrund abgedichtet.

Das beschädigte Material des Untergrunds muss zunächst stabilisiert und ausgebessert werden. Im Anschluss wird der Boden sorgfältig mit Spezialfolien oder Bitumenbahnen abgedichtet. Auch Flüssigkunststoff lässt sich für diesen Zweck verwenden. Er hat den Vorteil, dass er besonders leicht verarbeitet werden kann. Da Flüssigkunststoff oftmals nicht nur als Abdichtung dient, sondern auch als Bodenbelag, gibt es ihn in unzähligen Dekoren, Mustern und Farben.

Wenn Sie sich für eine Abdichtung mit Flüssigkunststoff entscheiden, bleibt Ihnen ein kompletter Arbeitsschritt erspart, weil Sie auf einen separaten Bodenbelag verzichten können. Gleichzeitig haben Sie mit Flüssigkunststoff die Möglichkeit, Ihren Balkonboden individuell zu gestalten.

Es gibt den Kunststoffbelag auch mit rutschhemmender Oberfläche. Solche Varianten sind für Balkontreppen ideal. Prinzipiell ist Flüssigkunststoff eine gute Alternative für den Balkonbelag, weil er strapazierfähig ist und sich leicht ausbessern lässt, wenn er doch einmal beschädigt werden sollte.

Darauf sollten Sie beim Abdichten des Balkonbelags achten

Wenn Sie Ihren Balkon neu abdichten müssen, achten Sie unbedingt darauf, dass das Gefälle von ein bis zwei Prozent auch weiterhin erhalten bleibt. Das ist wichtig, damit das Regenwasser abfließen kann. Darüber hinaus muss der Bodenbelag sehr eben gestaltet werden, da sich andernfalls Pfützen bilden könnten. Zum Schluss montieren Sie noch Dachrinnen und ein Fallrohr, damit die Hausfassade vor dem Wasser geschützt wird, das vom Balkon abfließt. Fertig ist der wasserdichte Balkon!

Zusammenfassung

Es ist von hoher Bedeutung, dass ein Balkon wasserdicht ist, da das Wasser, das in die undichten Stellen des Bodenbelags eindringen kann, andernfalls schwere Schäden an der Bausubstanz des gesamten Gebäudes hinterlassen könnte. Bei einer Balkonsanierung, die dazu dient, den Balkon abzudichten, muss zunächst der Bodenbelag abgetragen und anschließend der darunter liegende Untergrund neu versiegelt werden. Für diesen Zweck eignet sich neben Bitumenbahnen und Spezialfolie insbesondere Flüssigkunststoff, der Abdichtung und dekorativer Bodenbelag zugleich sein kann.

Artikelbild: © Yunava1 / Bigstock.com

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