Diese Pflanze ist Baum des Jahres 2018

Diese Pflanze ist Baum des Jahres 2018

Sie sind als Maronen, Esskastanien oder Keschde bekannt: die runden braunen Früchte der Edelkastanie. Vielerorts werden die Früchte im Herbst gesammelt, weil sie sich auf vielfältige Art zubereiten lassen. Der Edelkastanie wird, wie die Mitglieder des Kuratoriums vom „Baum des Jahres“ entschieden, im kommenden Jahr eine besondere Ehre zuteil, denn sie wurde zum Baum des Jahres 2018 ernannt. Damit löst sie die Fichte ab, die im Jahr 2017 den Titel „Baum des Jahres“ trug. Die Edelkastanie ist schon der 30. „Baum des Jahres“, denn die Aktion wird seit 1989 gepflegt.

In Deutschland nur selten zu finden

Die Edelkastanie – auch als Esskastanie bekannt – ist ein eher unscheinbarer Baum. Obwohl der Name es vermuten lasst, ist sie nicht mit der Rosskastanie verwandt. Stattdessen gehört sie zu den Buchengewächsen. Die Edelkastanie setzte sich dieses Jahr gegen ihre beiden Mitbewerber um den Titel „Baum des Jahres“ durch, nämlich die Kornelkirsche und den Amberbaum. Die Stiftung „Baum des Jahres“ entschied sich genauso wie bei der Fichte wieder ganz bewusst für einen Baum, der in den Wäldern Deutschlands nicht ständig ins Auge steche. Tatsächlich findet man die Bäume hierzulande eher selten. Die größten Vorkommen befinden sich in Südwestdeutschland in den Weinbauregionen, weil die klimatischen Voraussetzungen dort sehr gut sind. Besonders häufig zu finden sind Esskastanien zum Beispiel:

  • Im Taunus
  • In der Vorderpfalz
  • Im Rheingau
  • In den Moselgebieten
  • Im Untermain

In ganz Deutschland gibt es aber einzeln stehende oder kleinere Gruppen von Edelkastanien – vor allem in Gärten, Parks, kleinen Wäldchen und Hainen. Da die Esskastanie klimatolerant ist, gehen Experten davon aus, dass sie in Zukunft eine weit größere Rolle in unseren Wäldern spielen wird als bisher.

Esskastanie – Ein beliebter Baum bei heimischen Waldbewohnern

Eine Edelkastanie kann eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen und wird oft mehrere Hundert Jahre alt. Sie ist im Gegensatz zur bekannteren Rosskastanie, die den Seifenbaumgewächsen zugeordnet wird, eng mit Eichen und Buchen verwandt.

Es handelt sich bei der Edelkastanie nicht um eine heimische Baumart.

Die alten Griechen bauten den Baum im Mittelmeerraum an und in der Bronzezeit war er auch in Südfrankreich zu finden. Die Römer brachten die Edelkastanie schließlich über die Alpen in germanische Regionen, wodurch die Verbreitung insbesondere an Saar, Mosel, Nahe und Rhein zunahm. Heute ist der Baum zumindest im Südwesten von Deutschland längst ein fester Bestandteil der Kulturlandschaft. Die Waldbewohner unserer heimischen Wälder wissen die großen Bäume ebenfalls zu schätzen. Das gilt zum Beispiel für die Wildkatze, die die Edelkastanie häufig als Wurfplatz auswählt. Im späten Frühjahr bildet sich bei den Edelkastanien eine reiche Blüte aus, die vielen Insekten eine wichtige Nahrungsquelle bietet.

Esskastanien lassen sich vielfältig nutzen

Früher war das Holz der Esskastanien für den Weinbau von hoher Bedeutung. Daraus wurden beispielsweise Weinfässer hergestellt. Die Früchte, die zu den Nüssen gehören, wurden aber später noch wichtiger. Sie dienten als Vorratsreserve.

Als Maronen bezeichnet man nur die Früchte speziell veredelter Edelkastanien. Sie haben einen besonders hohen Stärkegehalt und waren in Hungerwintern daher oft lebensrettend.

Geröstete Maronen gelten bis heute in der Winterzeit als Spezialität und werden beispielsweise auf Weihnachtsmärkten verkauft. Aber auch als Eis, Kuchenfüllung, Pastete, Pudding oder Püree werden Esskastanien in der kalten Jahreszeit serviert.

Zusammenfassung

Man kennt die Edelkastanie vor allem wegen ihrer leckeren Früchte, den sogenannten Esskastanien oder Maronen. Sie wurde nun zum Baum des Jahres 2018 ernannt, um verstärkt auf sie aufmerksam zu machen.

Artikelbild: © arsenisspyros / Bigstock.com

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