Baumhaus für die Kinder selber machen

Baumhaus für die Kinder selber machen

Der Traum eines jeden Kindes ist es, ein eigenes Baumhaus zu haben – einen Rückzugsort, an dem es sich geborgen fühlt. Und auch viele Väter bekommen leuchtende Augen, wenn sie an ein Haus hoch über dem Boden denken, inmitten von Ästen, Zweigen und Blättern. Was also liegt näher, als ein Baumhaus für Vater und Kind zu bauen.

Die Planungsphase

Die entscheidende Bedingung für den Bau eines Baumhauses ist selbstverständlich ein geeigneter Ort. Es sollte ein eigener Garten oder Vorgarten vorhanden sein, in dem ein Baum steht. Dieser muss gesund, ausreichend groß und am besten mit dicken Ästen versehen sein, die oft gegabelt sind und etwa vier Metern über dem Boden aus dem Stamm zu wachsen beginnen. Wichtig ist, dass der angehende Bauherr der Besitzer des Gartens ist, da es nicht erlaubt ist, auf einem gemieteten Grundstück ein Baumhaus zu konstruieren.
Sind Garten und Baum vorhanden, geht es an die eigentliche Planung. Unter Berücksichtigung des Astwuchses konzipiert man den Grundriss des Hauses. Zunächst braucht man einen Rahmen mit einer Grundfläche von 3 x 3 oder 4 x 4 Metern. Die Ecken sollten auf Ästen lagern, die stark genug sind, um die Konstruktion zu tragen. Gerne kann sich der Baumstamm innerhalb des Rahmens befinden, in diesem Fall verläuft er später mitten durch das Haus. Man sollte sich im Vorfeld darüber Gedanken machen, ob das Baumhaus über Fenster oder eine Plattform verfügen soll und welcher Art die Treppe oder Leiter sein soll.

Die benötigten Materialien

Die Holzart, die sich am besten für eine Konstruktion eignet, die ständig Wind und Wetter ausgesetzt ist, ist die Lärche, da sie leicht, aber widerstandsfähig ist. Auf Basis des Bauplans errechnet man, wie viel Holz man bracht. Für die Verbindung der Hölzer werden außerdem Schrauben, Nägel und Winkel aus rostfreiem Edelstahl benötigt.

Der Bau

Man beginnt mit der Grundfläche. Hierfür vernagelt man vier Rundhölzer im rechten Winkel zueinander und bringt diese auf den dafür vorgesehenen Ästen an. Auf den Rahmen nagelt man in einem Abstand von jeweils 40 Zentimetern Kanthölzer mit einer Länge von 6 bis 12 Zentimetern, auf denen anschließend der Boden befestigt wird. Dieser besteht aus 2 bis 5 Zentimeter dicken Hölzern, die unbedingt auf den kurzen Kanthölzern angebracht werden müssen, um die Stabilität des Bodens zu gewährleisten. Sollte der Baumstamm durch den Boden verlaufen, so müssen die entsprechenden Balken vorher zugesägt werden. Es folgen die Wände, die mit Winkeln stabilisiert werden. Es empfiehlt sich, zwei Schichten aus Holzbrettern für die Wand zu benutzen, um das Haus stabiler zu machen und besser zu isolieren. Für Fenster müssen einige Bretter zugesägt werden. Abgeschlossen werden die Wände mit einem weiteren Rahmen, für den vier Bretter liegend auf die Wandbretter genagelt werden.

Der Einfachheit halber eignet sich ein Pultdach am meisten. Dafür nagelt man in der Mitte des oberen Rahmens einen Balken. Die Dachlatten werden nun an diesem und am oberen Rahmen festgemacht. Die Dachlatten müssen auf allen Seiten über die Grundfläche des Baumhauses überstehen. Um das Dach wetterfest zu machen, empfiehlt es sich auch hier, zwei Schichten Holz zu verwenden. Abschließend muss nun noch das eventuell vorhandene Fenster verglast oder mit durchsichtiger Plastik versehen sowie die Leiter gebaut werden. Eine simplere Alternative ist eine Strickleiter, die am Haus angebracht wird und bei Bedarf nach oben werden kann. Ganz wichtig ist die Stabilität der Konstruktion, vor allem dann, wenn sich auch Kinder darin aufhalten. Im Zweifel sollte immer ein Stützbalken oder ein zusätzlicher Winkel eingebaut werden. Auch empfiehlt es sich, das Holz zu lackieren, um es gegen Wettereinflüsse beständiger zu machen.

Rechtliches

Deutschland ist bekannt für seine Bürokratie. Daher kann es passieren, dass man ein Baumhaus bei der Baubehörde anmelden muss. In vielen Bundesländern ist es allerdings so, dass ein Haus auf einem privaten Grundstück dann nicht angemeldet werden muss, wenn es nicht ständig bewohnt wird. Um dies festzustellen, werden Kriterien wie Feuerstellen, Wasseranschlüsse und sanitäre Anlagen betrachtet, die im Normalfall in einem Baumhaus nicht vorhanden sind. Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen, sollte man vor Baubeginn bei der Baubehörde nachfragen, ob eine Genehmigung nötig ist.

Artikelbild: © racorn / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Luca 15.09.2016 19:10 Uhr

    Wirklich super Seite. Vielen Dank für die vielen Infos. Kann man auch Birkenholz zum Bau nehmen?

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