Begonien, ein Schiefblattgewächs

Begonien, ein Schiefblattgewächs

Bei der Begonie handelt es sich um eine Zierpflanze, die in Beeteinfassungen, in Balkonkästen, Töpfen sowie Schalen sehr beliebt ist. Sie macht durch ihre eindrucksvollen Blüten auf sich aufmerksam. Die Blüten der Begonien, Fachbezeichnung Begonia, wirken in ihrer Beschaffenheit zart und zerbrechlich, entfalten aber eine starke Leuchtkraft.

Herkunft

Ihren Ursprung haben die Begonien in den tropischen Regenwäldern von Südamerika. Ein Franziskaner Mönch namens Charles Plumier reiste im Auftrag des französischen Königs Ludwig den 14. Bei seinen Reisen entdeckte er die kleine Pflanze. Für die Namensgebung der Begonie wurde der beste Freund des Franziskaner Mönchs herangezogen. Sein Name war Michel Bégon, ein französischer Marineoffizier. Bis die Begonie in den hiesigen Gärten des Landes heimisch wurde, dauert es sehr lange, denn erst 1777 wurde die Begonia in Europa angepflanzt.

Name, Synonyme und Sorten

Fachmännische Bezeichnung: Begonia.
Die Begonien schließen sich der Pflanzenfamilie der Schiefblattgewächse (Begoniaceae)an, das bezieht sich auf die Blätter, die sich als brüchig erweisen können. Bei der Begonie handelt es sich um krautige Pflanzen, somit kann sie nicht verholzen.

Es gibt zahlreichen Arten und Sorten der Begonien

Moderne Sorten werden meist als Serie mit den gleichen Wuchsmerkmalen und unterschiedlichen Blütenfarben angeboten.
Zu den hängenden Züchtungen zählt die Beauvilia White. Diese Gattung begrünt jede Hängeampel und macht sie zum Hingucker. Auch die hängende Begonie namens Summerwings macht ihren Namen alle Ehre, sie kann in eine Ampel als auch im Kübel gepflanzt werden und sie überzeugt durch ihre intensive Blütenpracht.

Wer große Blüten wünscht, der muss sich für die Begonie namens Fragrant Falls entscheiden. Dieses Schiefblattgewächs versprüht zudem eine fruchtige Note. Auch eine intensive zitronig frische Note versprüht die Sorte Lemon. Lemon sorgt für gelbe Farbkontraste in den Beeten oder Töpfen.
Die grünblättrigen Super Olympia und Vision Sorten weisen große Blüten auf und blühen sehr gleichmäßig. Wer eine dunkellaubige Serie der Begonie wünscht, der muss sich für die Sorte Party entscheiden.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Höhe: Begonien erreichen eine Höhe von 20 bis 30 Zentimeter. Die maximale Wuchshöhe beschränkt sich auf 30 Zentimeter. Diese Schiefblattgewächse wachsen buschig und ihre blühende Girlandenform überzeugt ganz einfach.
Blätter: Die Blätter umschließen den Stängel und den Stiel des Blattes. Sie gestalten sich zweizeilig, wechselständig und sind asymmetrisch angeordnet. Besonders die Kronblätter zeichnen sich dadurch aus, dass sie schnell abbrechen können. Die Blätter der Begonien weisen einen natürlich schönen Glanz auf und wenn sich im Herbst das Laub verfärbt, bekommen die Blätter eine rötliche Farbe. Die Blattränder sind glatt oder auch unregelmäßig gesägt. Sie haben noch eine ganz besondere Eigenschaft, sie können Wasser speichern.
Stängel: Der Stängel der Eisbegonie ist stehend. Seine Beschaffenheit ist fleischig, die Oberfläche ist glänzend, auch der Stängel kann Wasser gut speichern.
Blüten: Die Blütenpracht zeichnet diese Pflanzen aus. Bei Begonien gibt es männliche und weibliche Blüten. Die Blütenhüllblätter sind so angeordnet, dass sie nicht in Krone und Kelch geteilt sind. Die Blütezeit erstreckt sich vom Frühling bis in den Herbst hinein. Die Blüten der Eisbegonie sollten essbar sein, denn sie enthalten die Inhaltsstoffe Oxalsäure und Carotinoiden. Der Geschmack erweist sich als zitronig.
Früchte: Kapselfrüchte werden gebildet, diese Früchte tragen viele kleine Samen in sich, so kann der Wind sie schnell forttragen.

Kauf von Begonien

Begonien werden überall dort zum Kauf angeboten, wo es Garten- und Zimmerpflanzen gibt. Jede Gärtnerei hat Begonien vorrätig und auch in jedem Großbaumarkt mit Gartenabteilung ist diese Pflanze lagernd, da sie sich in der Pflanzen- und Blumenwelt bereits einen Namen gemacht hat. Wird eine spezielle Art und Sorte gesucht, ist es empfehlenswert, eine exklusive Gärtnerei aufzusuchen.

Verwendung der Begonien

Bei den Begonien handelt es sich um Pflanzen, die vielseitig zur Anwendung kommen. Sei es als Beeteinfassung, auch auf dem Balkon in Kästen machen sie sich gut. Zudem verschönern sie Kübel, Töpfe, Blumenampeln und Schalen mit ihrer Blütenpracht. Gute Partner für die Eisbegonie sind solche Pflanzen die nicht zu stark wuchern. Pantoffelblumen, niedrige Studentenblumen und Männertreu eignen sich zum gemeinsamen Begrünen sehr gut.

Wer Begonien pflanzt, der sollte einen Pflanzabstand von 15 bis 25 cm einhalten.

Auf die richtige Pflege der Begonie kommt es an

Die Blüten der Begonien überzeugen durch ihre starke Leuchtkraft. Wenn das Schiefblattgewächs richtig gepflegt wird, dann sind die Triebe voller Blüten und leuchten im dezenten Weiß, im leuchtenden Pink oder im feurigen Rot.

Der Standort der Begonie

Ein sonniger und lichtdurchfluteter Standort ist genau richtig für diese Pflanze. Zudem kann sie sich im Halbschatten auch gut entfalten. Nur die pralle und starke Mittagssonne schadet ihrer Blütenpracht, deshalb sollte ihr wenn möglich nur die Morgen- und Abendsonne zuteil werden. Wer die Begonie im Gartenbeet pflanzt, sollte deshalb immer den Halbschatten als Standort bevorzugen. Zudem ist es wichtig, dass Wind, Hagel oder Regen der Pflanze nichts anhaben können, da die Blätter, Blüten und Triebe sehr sensibel sind, empfiehlt sich ein geschützter Platz. Wird sie als Zimmerpflanze genutzt, sollte sie einen Platz am Fensterbrett einnehmen, der Richtung Norden zeigt.

Der Boden der Begonie

Der Boden sollte durchlässig, humos und nährstoffreich sein. Einen zu trockenen Boden mag dieses stark blühende Gewächs nicht. Der Boden der Begonie sollte gut wasserdurchlässig sein, damit gute Bodenbedingungen vorherrschen, empfiehlt es sich, die Erde mit Sand zu mischen.

Das Gießen der Begonie

Regelmäßiges Gießen ist bei dieser Pflanze Pflicht. Aber Vorsicht, zu viel Wasser kann zu Staunässe führen, die die zarten Stiele schlecht vertragen. Wer zu wenig gießt, riskiert, dass der Wurzelballen unter Trockenheit leidet. Die Begonie sollte 2 – 3 x wöchentlich gegossen werden. Sollte überschüssiges Wasser vorhanden sein, ist es von Bedeutung, dass dieses schnell wieder abfließen kann. Die Pflanze sollte erst dann wieder gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Zudem sollte langsam gegossen werden.

Wird die Begonie überwintert, genügt es, wenn sie während dieser Phase nur befeuchtet wird.

Das Düngen der Begonie

Außer ausreichend Wasser und einen sonnigen Standort brauchen die Begonien eine regelmäßige Nährstoffzufuhr. Entweder man greift zum Langzeitdünger oder eine wöchentliche Düngergabe wird bevorzugt. In ihrer Blütezeit braucht das Schiefblattgewächs besonders viel Kraft. Blaukorn eignet sich für die Begonien gut, vorausgesetzt das Korn wird in geringer Dosis verabreicht. Die Düngung richtet sich immer nach der Jahreszeit. Deshalb sollte die Pflanze in den Frühlings- und Sommermonaten wöchentlich gedüngt werden. Im Herbst genügt eine Düngung im Monat und im Winter wird ganz auf das Düngen der Begonie verzichtet.

Das Schneiden der Begonie

Wichtig ist, die welken Blütenstände nach der Blütezeit zu entfernen. Bevor die Begonie überwintert, sollte sie zurückgeschnitten werden. Die Blätter werden dabei bis auf 2 cm gekürzt.

Das Überwintern der Begonie

Begonien sind nicht winterhart, deshalb müssen sie aus dem Erdreich gegraben werden, wenn die Temperaturen sinken. Bevor sie überwintern, werden sie noch einmal geschnitten und in Papier gehüllt, damit das direkte Sonnenlicht vermieden wird. Die Knollen sollten im eingewickelten Zustand in frostsicheren Räumlichkeiten untergebracht werden. Eine Temperatur um die 10 Grad ist ideal zum Überwintern. Die Begonie wird während der Wintermonate nur befeuchtet, damit der Wurzelballen nicht austrocknen kann.

Viele Begonienarten sind nur einjährig und können deshalb nicht überwintert werden.

Ist die Begonie mehrjährig, wird die Knolle im Februar oder März aus ihrem Winterschlaf geholt. Die flache Knolle wird in das Erdreich gesetzt. Die schüsselartige Vertiefung der Knolle muss dabei nach oben zeigen, da später hier die Triebe kommen. Für das Auspflanzen wird herkömmliche Balkonblumenerde verwendet. Die Knolle wird nur mit einer dünnen Schicht aus Erde zugedeckt. Da das Schiefblattgewächs nicht gerne im trockenen Erdreich steht, sollte die Erde im Vorfeld mit etwas Sand gemischt werden.

Das Überwintern im Blumenkasten oder Topf

Die Blätter der Begonie werden bis auf 2 cm gekürzt. Der Blumenkasten oder der Topf wird in einen dunklen Raum gestellt, in dem es etwa 8 bis 10 Grad hat. Um die Luftzufuhr zu gewährleisten, sollte an frostfreien Tag gelüftet werden. Die Begonie wird nur befeuchtet, nicht gegossen. Da sonst die Gefahr entsteht, dass die Knolle zu faulen beginnt.

Das Vermehren der Begonie

Vermehrung durch Samen: Das Saatgut der Begonie ist sehr fein, darum macht es Sinn, es mit etwas Sand aufzumischen. Dadurch gestaltet sich die Verteilung der Aussaat einfacher. Begonien sind Lichtkeimer, aus diesem Grund sollten sie nur leicht in die lockere Aussaaterde gesteckt werden. Um die Aussaat voranzutreiben, ist das regelmäßige Gießen von Bedeutung.
Vermehrung durch Stecklinge: Vorrangig findet das Vermehren über Stecklinge statt. Da diese Methode am schnellsten und einfachsten funktioniert. Es werden Triebe von der Pflanze abgeschnitten. Diese Triebe sollten eine Länge von etwa 10 cm haben. Die Blätter der Triebe werden bis auf die zwei obersten entfernt. Der Steckling wird dann in ein Glas mit Wasser gestellt. Bereits nach wenigen Tagen kommen kleine Wurzeln zum Vorschein. Etwa nach 4 Wochen kann der Steckling bereits in einen Topf gepflanzt werden.
Vermehrung durch Knollenteilung: Die Knolle wird geteilt, diese wird dann in einen Topf mit Substrat gesetzt und feuchtwarm gehalten. Mit der Zeit fängt die Knolle zu treiben an.

Schädlinge

Gerade in den heißen Sommermonaten sind Schädlinge wie die Spinnmilbe keine Seltenheit. Ist die Begonie von Schädlingen dieser Art befallen, hilft es, sie mit lauwarmen Wasser abzuduschen. Danach wird sie 3 bis 4 Tage in eine Plastiktüte gehüllt. Unter der Tüte bildet sich eine hohe Luftfeuchtigkeit, die die Spinnmilben abtötet.

Krankheiten

Treten Krankheiten auf, dann ist es meist der Echte Mehltau. Das richtige Gießen ist die richtige Vorbeugungsmaßnahme. Das heißt, die Blätter sollten beim Gießen nicht nass werden. Tritt der Echte Mehltau auf, sind weiße, mehlige Flecken an den Blättern zu erkennen. Ist das der Fall sollte sofort zum richtigen Pflanzenschutzmittel gegriffen werden.

Systematik

Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Schiefblattgewächse (Begoniaceae)
Gattung: Begonien

Wissenschaftlicher Name

Begonia

Zusammenfassung

Begonien wachsen unterschiedlich, entweder aufrecht, buschig oder hängend und sie überzeugen durch die starke Leuchtkraft ihrer Blüten. Sie lieben sonnige Standorte und sie wissen auch den Halbschatten zu schätzen. Nur die pralle Sonne, Trockenheit und Staunässe sollten gemieden werden. Das Schiefblattgewächs aus dem tropischen Regenwald von Südamerika kann in Beete, Balkonkästen und Töpfen gepflanzt werden. Wichtig ist, dass der Boden der Begonie gut wasserdurchlässig ist, denn auf trockenen Boden gedeiht diese Pflanze, die eine Wuchshöhe von 15 bis 30 cm aufweist, nicht. Regelmäßiges Düngen tut ihr gut. Begonien sind nicht winterhart, aus diesem Grund muss ihr ein entsprechender Winterschutz geboten werden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen, Stecklinge oder durch die Teilung der Knolle. Die Spinnmilbe gilt als Schädling und treten Krankheiten auf, dann handelt es sich hierbei meist um den Echten Mehltau.

Artikelbild: © Wutthichai / Shutterstock

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