Behindertenaufzug-Preise: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen!

Behindertenaufzug-Preise: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen!

Ob Unfall, Krankheit oder Alter – barrierefreies Wohnen muss aus vielen Gründen bedacht werden. Im Eigenheim sollten auch Kanten, Stufen und Treppen für gehbehinderte Menschen leicht zu meistern sein. Während ein Treppenlift hilft, in die höheren Etagen zu kommen, brauchen Rollstuhlfahrer einen Behindertenaufzug. Doch was kostet solch ein Aufzug? Die folgenden Zeilen geben einen Überblick.

Unterschiedliche Aufzüge: Diese Behindertenlifts gibt es

Den meisten fällt sofort der Treppenlift ein, wenn es darum geht, im Alter immer noch in die oberen Etagen zu gelangen. Doch dieser Aufzug erfordert eine gewisse Beweglichkeit ohne Rollstuhl. Wer jedoch auf diesen angewiesen ist, braucht einen komplexen Behindertenaufzug – damit die Treppen auch ohne Umsatteln auf einen gesonderten Sitz zu bewältigen sind. Je nach Ort der Installation braucht es individuellen Lösungen. Soll das obere Geschoss erreicht werden oder geht es darum, die Stufen vor dem Haus zu überwinden? Drei Typen von Behindertenlifts kommen dabei unterschiedlich zum Einsatz:

  • Plattformlifte
  • Hublifte
  • Senkrechtlifte

Plattformlifte

Bei diesem Aufzug fährt der Rollstuhlfahrer über eine Rampe auf eine Plattform, die dann Stuhl und Mensch gemeinsam nach oben oder unten befördert. Ein Plattformlift bewegt sich dabei entlang der Treppe und ähnelt dabei dem Treppenlift. Der Personenaufzug kann sowohl an geraden als auch kurvigen Stiegen installiert werden. Auch an Stellen im Eigenheim, an denen nur ein kleiner Höhenunterschied zu bewältigen ist, können Plattformlifte gute Dienste leisten.

Vorteile eines Plattformliftes:

  • für gerade und kurvige Treppen geeignet
  • innen und außen am Gebäude installierbar
  • kann Platz sparen und per Knopfdruck zusammengeklappt werden
  • kein Umsteigen
  • hohe Sicherheitsstandards

Hublifte

Diese Form des Behindertenaufzugs wird nicht direkt an den Stufen, sondern meist außen am Gebäude installiert. Sie fahren im Außenbereich vertikal und ähneln damit dem klassischen Personenaufzug. Sie bestehen aus Plattform, drei Sicherheitswänden, einer Wandsäule und einem Schienengerüst mit Motor. Gerade wenn die Förderhöhe nur gering ist (bis zu 1,27 Meter), sind Hublifte ideal. Bevorzugt werden sie an Hauseingängen eingesetzt, um die wenigen Stufen bis zu Eingangstür zu überwinden.

Vorteile des Hublifts:

  • für Transport bei geringen Höhen geeignet
  • nicht an Treppenverläufe gebunden
  • innen und außen installierbar
  • niedrigere Kosten als bei Plattformliften

Senkrechtlifte

Eine weitere Alternative ist der Senkrechtlift – die „Luxusvariante“ unter den Aufzügen für Behinderte. Er ist mit einer geschlossenen Kabine ausgestattet und fährt zumeist durch eine Aussparung durch die Decke. Die Förderhöhe von Senkrechtliften kann bis zu 18 Meter betragen. Kostengünstige Einbauvarianten mit einer selbsttragenden Konstruktion sind hier auch möglich, sollte kein Aufzugschaft realisierbar sein.

Vorteile des Senkrechtslifts:

  • keine Veränderung von Treppen oder Wände
  • unterschiedliche Größen möglich
  • auch als Lastentransport nutzbar
  • günstiger als ein konventioneller Aufzug
  • zum Nachrüsten geeignet

Diese Angaben sind nur grobe Orientierungen. Für eine genaue Planung auf die individuelle Wohnsituation bezogen, ist es immer ratsam, mit Fachleuchten, Innenarchitekten und Anbietern das Bauvorhaben vor Ort zu besprechen. Gemeinsam können dabei passende Angebote und Lösungen nach Maß gefunden werden.

Behindertenaufzug: Von diesen Faktoren hängt der Preis ab

Wer sich dem Einbau eines Personenaufzugs für Menschen mit Rollstuhl gegenübersieht, muss viele Faktoren berücksichtigen, um eine genaue Preiskalkulation vornehmen zu können. Welches Modell wird gewählt? Welchen Antrieb soll der Behindertenaufzug haben? Braucht es Zusatzausstattungen? Von diesen Antworten hängt letztendlich der Preis ab. In den meisten Fällen ist ein Behindertenlift daher eine Maßanfertigung und kann selten mit Pauschalpreisen angegeben werden. Generell sind folgende Faktoren zu beachten:

  • Welcher Aufzug soll installiert werden? (Plattformlift, Hublift, Senkrechtlift)
  • Ist bereits ein Schacht vorhanden oder wird keiner benötigt?
  • Komplexität und Neigungswinkel der Treppe
  • Anzahl der Treppenstufen / Welche Förderhöhe muss überwunden werden?
  • Aufwand bei der Installation (innen oder außen am Gebäude)
  • Welche Ausstattung und technische Fähigkeiten sind gewünscht (Tragkraft)?
  • Fahrgeschwindigkeit
  • Art des Antriebs (Elektromotor, Traktionsantrieb, Zahnstangenantrieb / Zahnradantrieb)
  • Welche Umbaumaßnahmen sind erforderlich?
  • und viele mehr

Anschaffungskosten: Keine Pauschalpreise

Aufgrund der vielen individuellen Faktoren können Hersteller keine pauschalen Preise angeben. Doch es gibt Richtwerte, die bei dem Lift für den Behindertentransport genannt werden können. So liegt die durchschnittliche Preisspanne derzeit zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Müssen nur niedrige Höhen überwunden werden, reicht meist die günstigere Investition. Gilt es jedoch, in einem Einfamilienhaus eine Etage mit größeren Umbaukosten zu überwinden, kann der Aufzug schnell bis zu 15.000 Euro und mehr kosten.

Welche realen Anschaffungskosten letztendlich auf Sie zukommen, kann mit mehreren Kostenvoranschlägen genau bestimmt werden.

Preisbeispiele:

  • Sitzlift für die gerade Treppe innen: 3.000 bis 8.000 €
  • Sitzlift für die Kurventreppen innen: 6.000 bis 15.000 €
  • Plattformlift für gerade Treppen innen: 8.000 bis 15.000 €
  • Plattformlift für Kurventreppen innen: 12.000 bis 20.000 €
  • Hublift außen ab Gebäude bis zu 1,30 Meter: 5.000 bis 12.000 €

Es gibt gebrauchte Aufzüge, die schon für unter 3.000 Euro erhältlich sind. Dabei sollte darauf geachtet werden, ob ein altes Modell die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen aufweist. Auch Angebote für Behindertenaufzüge für den Außenbereich gibt es gebraucht, der ebenso leicht wie ein neuer Lift zu installieren ist. Mit etwas Glück kann hier bis zu der Hälfte des Anschaffungspreises eingespart werden.

Umbaukosten

Weniger kalkulierbar sind bei einem Personenaufzug für behinderte Menschen die Umbaukosten am Einfamilienhaus. Braucht es größere Aushebungen, können die Preise beispielsweise steigen. Generell gilt: Je mehr Treppenstufen überwunden werden müssen, je mehr Gewicht der Aufzug bewältigen muss, umso teurer ist der Behindertenaufzug. Pro zusätzlichen Meter kommen leicht 2.000 Euro Mehrkosten hinzu.

Beim Einbau eines Behindertenlifts für einen Rollstuhlfahrer sind Förderungen möglich. Bis zu 4.000 Euro Zuschuss können bei der Pflegeversicherung beantragt werden, wenn eine entsprechende Pflegestufe existiert. Auch die staatlich subventionierte KfW-Bank fördert Maßnahmen für die Barrierefreiheit mit günstigen Krediten bis zu 50.000 Euro.

Unterhaltskosten: Energie und Wartung

Wenn es um Kosten für Behindertenaufzüge geht, dürfen die laufenden Unterhaltskosten jedoch nicht vergessen werden. Dazu gehören beispielsweise die Energiekosten für einen Behindertenlift. Diese fallen sowohl während der Fahrten als auch zu den Stand-by-Zeiten an. Ein Behindertenaufzug in einem Einfamilienhaus wird durchschnittlich 1.500 Mal im Jahr genutzt – das sind vier Fahrten pro Tag, die rund 100 kWh Fahrtstrom verbrauchen. Dazu kommen 200 kWh Stand-by-Strom hinzu. Rund 80 Euro Stromkosten müssen bei diesen Größen pro Jahr eingerechnet werden.

Doch diese Preise sind nicht pauschal für jeden Lift in jedem Einfamilienhaus gültig. Es kommt immer darauf an, wie oft der Behindertenlift genutzt wird. Wer dennoch Stromkosten sparen will, kann bei der Anschaffung darauf achten, dass der Personenaufzug eine LED-Lampe statt Halogen verbaut ist. Eine Timerfunktion für Beleuchtung und Elektronik kann ebenso Strom sparen.

Die Wartung bei einem Personenaufzug ist nicht aufwendig. Alle fünf Jahre fällt beispielsweise ein Öl- und Dichtungswechsel an, was mit rund 500 € eingeplant werden sollte. Aber auch hier kann mit dem Hersteller des Behindertenlifts ein Servicevertrag abgeschlossen werden, der solche Kosten im Voraus kalkuliert und beinhaltet. Dann werden Pauschalregelungen für Aufzüge getroffen.

Zusammenfassung:

Im Alter oder durch Krankheit wird barrierefreies Wohnen ein wichtiges Thema. Nicht selten muss ein Aufzug für Rollstuhlfahrer eingebaut werden. Die Kosten hängen dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Preise variieren schon dabei in der Anschaffung, welcher Typ gewählt wird. Zudem kommen auch Umbau und Unterhalt zu den Kosten hinzu.

Artikelbild: lapandr / Bigstock.com

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