Brandschutz – so rüsten Sie sich gegen Feuer

Brandschutz – so rüsten Sie sich gegen Feuer

Brände in Wohnungen und Häusern entstehen häufig aufgrund von Nachlässigkeit und Naivität, auch in Altbauten sind die Risiken naturgemäß höher einzuschätzen. Unter aktivem Brandschutz versteht man daher sämtliche Maßnahmen, die der Entstehung und Ausbreitung eines Brandes zuwiderlaufen und somit auch wirksame Löscharbeiten ermöglichen. In Privathaushalten gelten mitunter bestimmte gesetzliche Regelungen oder Verordnungen, in jedem Fall aber auch solche für einige Produktgruppen.

Wir geben Ihnen einen Einblick in die Thematik und praktische Hinweise zum vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz in den eigenen vier Wänden.

Auf wirksame Mittel setzen

Eine Gefahr kann grundsätzlich mit einem unterschiedlichen Risiko verbunden sein, in Abhängigkeit dazu, ob sie als solche schnell erkannt wird oder sich gar schleichend ausbreitet und dadurch nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden kann. Gefahren lauern hier insbesondere in der Nacht, wo sich Brände sehr schnell über mehrere Etagen ausbreiten können. Zur Grundausstattung sollte daher insbesondere der Gebrauch von Rauchmeldern in jedem Raum gelten, zusätzlich dazu ein Feuerlöscher oder eine Feuerlöschdecke pro Etage. Diese Produkte gibt es zertifiziert im Fachhandel zu kaufen, sie konnten in vielen Fällen schon Schlimmeres verhindern. Dabei kann Brandrauch etwa schon nach zwei Minuten zu einer tödlichen Rauchvergiftung führen, zudem verliert man schnell die Orientierung und kann keine geeigneten Gegenmaßnahmen außer der Flucht mehr einleiten.

Die modernen Rauchmelder zeichnen sich durch einen lauten Alarm von mindestens 85 dB pro Kubikmeter aus, sodass gerade in der Nacht ein effektiver Schutz gegeben ist. Dabei ist selbstverständlich auch die sichere wie korrekte Montage wichtig, in erster Linie die Platzierung an der Decke im Bereich der Mitte des Raumes. Flure sollten ebenso ausgerüstet werden, wenn so kann sich fortlaufend ausbreitende Rauchentwicklung auch andere Bewohner des Hauses schützen. Ein Anbringen in Küchen ohne Dunstabzug oder in Bädern wird nicht empfohlen, denn Wasserdämpfe gelten als Ursache für Fehlalarme. Das VdS-Prüfzeichen mit der EN ISO 12239 wird häufig von Bezirksfeuerwehrverbänden als wichtiges Element beim Kauf empfohlen.

Auch sollte man bereits im Vorfeld mehrere Fluchtwege besprechen und in der ganzen Familie kommunizieren. Taschenlampen sind in der Nacht und beim Ausfall der Elektronik sehr hilfreich, auch kleine Bewegungsleuchten in Fluren und Treppenstiegen bieten Orientierung im Dunkeln.

Brennbare Stoffe und Materialien

Synthetische Stoffe sind oftmals durch einen hohen Anteil an brennbaren Fasern gekennzeichnet, sind in Bekleidungs- oder Dekorationstextilien enthalten. Vorhänge als klassisches Beispiel tragen zu einer erhöhten und beschleunigten Brandausbreitung bei. Ebenso gelten Kunststoffe als Ursache für eine schnelle Rauchentwicklung, die wie bereits ausgeführt zu Vergiftungen führen oder die Orientierung massiv behindern kann. Aus diesem Grunde dürfen Kunststoffbehälter gleich welcher Art nie in der Nähe von gefährlichen Punkten wie Herdplatten aufgestellt werden. Auch gehören Reserven wie Heizöl, Benzin oder Lösungsmittel an geeigneter Stelle gelagert und aufbewahrt. Insbesondere ausgenommen sind Treppenräume, Flure oder Durchgänge.

Halten Sie vor allem bei Elektrogeräten, die stets eine gewisse latente Wärme abgeben, den nötigen Abstand beim Ablegen und Sichern ein. Heizkissen dürfen nicht unbeaufsichtigt betrieben werden, Bügeleisen sollten auf einem sicheren Untergrund abgelegt werden. Auch klassische Geräte wie Fernseher oder Musikanlagen, die speziell in Möbeln verbaut sind, können im Stand-by-Modus eine Wärme entwickeln oder zu einem Kurzschluss führen. Insbesondere müssen Lüftungsschlitze eingebracht werden. Dasselbe gilt beim Gebrauch von Nachttischlampen, die in keinem Fall mit Textilien oder anderen Dingen überdeckt werden dürfen.

Risiken in Küchen und Co.

Auch in der Küche lauern aufgrund der Kombination von Wärme und Elektronik Gefahren, die mitunter auf das ganze Haus Auswirkung haben. Hier sollte man vor allem dem Filter der Dunstabzugshaube die nötige Aufmerksamkeit schenken, denn dieser muss regelmäßig gewechselt werden. Alle drei Monate wird gemeinhin empfohlen, sodass der Abluftkanal entfettet wird. Beim Austausch gilt, auf flammfeste und automatisch sättigende Filter zu setzen. Zudem müssen Dauerfilter regelmäßig ausgewaschen werden.

Auch defekte Elektrogeräte stellen eine Gefahr dar, zudem wird das Risiko noch durch die nicht geringe Anzahl an solchen Geräten erhöht. Vermeiden Sie daher Arbeiten wie Schweiß- oder Lötarbeiten, die nur vom Fachmann ausgeführt werden sollten. Der unsachgemäße Gebrauch von Klebern, Lacken oder sonstigen Verdünnern ist mit einer erhöhten Brandgefahr verbunden. Risiken sind auch in unaufgeräumten Heimwerkerzimmern erkennbar, etwa frei liegende Holzspäne und dergleichen. Deshalb sollte man auch darauf achten, dass gerade in Heizungskellern keinerlei brennbare Materialien in Produkten zur Lagerung enthalten sind.

Artikelbild: © Inga Nielsen / Shutterstock

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