Braucht mein Gartenhaus eine Genehmigung?

Braucht mein Gartenhaus eine Genehmigung?

Nahezu jeder Gartenbesitzer hat einen Geräteschuppen oder eine kleine Gartenlaube in seinem Garten stehen. Viele Hobbygärtner sind aber verunsichert, ob es überhaupt erlaubt ist, im Garten ein Gebäude aufzustellen. Es taucht immer wieder die Frage auf, braucht mein Gartenhaus eine Genehmigung? Diese Frage kann allerdings nicht pauschal beantwortet werden. Ob ein Genehmigungsverfahren für ein Gartenhaus erforderlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Um späteren Ärger zu vermeiden, sollte sich deshalb jeder Interessent vorsorglich über die gesetzlichen Bestimmungen informieren.

Das bundesweit gültige Baugesetzbuch

Es gibt in Deutschland das Baugesetzbuch, das bundesweit Gültigkeit hat. Darin ist unter anderem auch das Planungsrecht für sämtliche Bauvorhaben verankert. Grundsätzlich ist es also erforderlich, jedes Bauvorhaben genehmigen zu lassen. Das hört sich aber sehr viel komplizierter an, als es im Grunde genommen ist. Glücklicherweise gibt es in jedem Bundesland noch eine sogenannte Länderbauordnung. Die Länderbauordnung muss zwar in weiten Teilen mit dem Baugesetzbuch übereinstimmen, doch die einzelnen Landesregierungen können abweichende Bestimmungen gesetzlich festlegen.

Jeder, der ein Gartenhaus aufstellen möchte, sollte sich mit der Länderbauordnung auseinandersetzen. In einigen Bundesländern sind beispielsweise Gebäude mit einem Rauminhalt von bis zu 75 Kubikmetern genehmigungsfrei. In anderen Bundesländern liegt die Grenze bereits bei 30 Kubikmetern. Diese Grenzwerte gelten aber nur für Gebäude, die nicht als Wohnräume im engeren Sinne zu verstehen sind. Gebäude, die aus gesetzlicher Sicht nicht als Wohnraum dienen, haben keinen Wasser-, Strom- und Abwasseranschluss. Das Wohnen in solchen Gartenhäusern ist also gar nicht möglich.

Die örtlichen Vorschriften müssen beachtet werden

Entspricht ein Gartenhaus den Anforderungen der Landesbauordnung, muss vor dem Aufbau aber auch noch das örtliche Baurecht beachtet werden. Das Baurecht wird von den Stadt- oder Kommunalverwaltungen festgelegt. Kern des Baurechts ist der Bebauungsplan. Liegt das Gartengrundstück außerhalb des festgelegten Bebauungsplans, muss auf jeden Fall eine Genehmigung beantragt werden. Doch auch hierbei gibt es wieder große Unterschiede. In einigen Gemeinden reicht eine einfache Bauanzeige aus. Das bedeutet, der Grundstückseigentümer muss den geplanten Bau eines Gartenhauses lediglich dem örtlichen Bauamt melden. Dieses entscheidet dann, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht. Im Baurecht sind aber auch noch weitere Vorschriften verankert. Beispielsweise ist immer ein gewisser Abstand zu Nachbargrundstücken einzuhalten. In der Regel ist es so, dass ein Bauwerk nicht unmittelbar an der Grundstücksgrenze aufgestellt werden kann. Mitunter ist auch eine Einverständniserklärung des jeweiligen Nachbarn erforderlich.

Durch das Aufstellen einer Gartenlaube dürfen Nachbarn natürlich in keiner Form behindert oder belästigt werden. Das gilt sowohl für die Beeinträchtigung der Sicht als auch für die Beschattung des Nachbargrundstücks. Wirft das Gartenhaus einen großflächigen Schatten in den Garten des Nachbarn, so stellt dies für ihn eine erhebliche Belästigung dar. Fast alle Geräteschuppen und Gartenhäuser werden mittlerweile als Bausatz im Baumarkt gekauft. Oftmals geben die Verkäufer auch schon Auskünfte darüber, ob das Gartenhaus eine Genehmigung braucht oder nicht.

In einigen Fällen werden vom Baumarkt auch gleich die erforderlichen Unterlagen für das Bauamt ausgehändigt. Ist dies nicht der Fall, kann sich der Interessent mit einem Prospekt oder anderen Informationsmaterialien des Gartenhauses direkt beim Bauamt über eine Baugenehmigung erkundigen.

Ein Gartenhaus im Schrebergarten

Für Pächter von Schrebergärten gibt es besondere Vorschriften. Diese sind im Bundeskleingartengesetz verankert. Danach darf in jedem Schrebergarten ein Gartenhaus mit einer Grundfläche von 24 Quadratmetern aufgestellt werden. Dafür ist weder eine Bauanzeige noch eine Baugenehmigung erforderlich. In jedem Schrebergarten darf aber nur eine Gartenlaube aufgebaut werden. Die Nutzung als Wohnung ist aber nicht erlaubt. Gegen Übernachtungen am Wochenende gibt es aber aus gesetzlicher Sicht keine Einwände.

Artikelbild: © phloxii / Shutterstock

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