Breitbandausbau: Das Eigenheim auf das schnelle Internet vorbereiten

Breitbandausbau: Das Eigenheim auf das schnelle Internet vorbereiten

Deutschland hinkt beim Thema Internetinfrastruktur im europäischen Vergleich hinterher. Das möchte die Regierung mit dem geplanten Breitbandausbau ändern. Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sind 2,7 Milliarden Euro für die Förderung geplant. Bis 2018 möchte die Bundesregierung schnelles Internet für einen Großteil der Deutschen anbieten[1].

Immobilienbesitzer können sich bereits jetzt auf das schnelle Internet vorbereiten, indem sie ihr Eigenheim verkabeln. Das moderne Eigenheim wird immer mehr zu einer vernetzten Entität: Fernseher, Spielekonsolen, Tablets und andere Geräte sind mit dem Internet verbunden. Damit sie zuverlässig funktionieren, ist ein kabelgebundenes Netz vonnöten.

DSL-Verfügbarkeit prüfen: Komme ich in den Genuss des schnellen Internets?

Viele Haushalte in Deutschland kommen noch nicht in den Genuss schnellen Internets. Für sie gibt es nicht einmal einen DSL-Anschluss. Betroffen sind insbesondere Haushalte in abgelegenen Regionen sowie in Neubaugebieten. Um ans Netz angeschlossen zu werden, muss ein gewisses Interesse bestehen.

Verbraucher haben die Möglichkeit, die DSL-Verfügbarkeit im Internet zu prüfen. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie schnell die Bewohner der fünf größten Städte in Deutschlands surfen können (Adressen zufällig ausgewählt).

Stadt PLZ Straße Hausnr. Geschwindigkeit
Berlin 12249 Tambacher Straße 40 bis 50 Mbit/s
Hamburg 20249 Trummersweg 9 bis 200 Mbit/s
München 80639 Hundingstraße 2 200 Mbit/s
Köln 50858 Stüttgerhofweg 10A bis 50 Mbit/s
Frankfurt 60598 Letzter Hasenpfad 14 bis 50 Mbit/s

Quelle: preis24.de

Kabel statt WLAN: Die Strahlung im Haushalt minimieren

WLAN war bis vor Kurzem eine praktische Möglichkeit, kabellos mit dem Notebook ins Internet zu gehen. Auf diese Weise konnte der mobile Computer mit dem Internet verbunden werden, ohne Einschränkungen in puncto Mobilität in Kauf zu nehmen. Inzwischen gibt es in deutschen Haushalten nicht nur Notebooks, sondern viele weitere internetfähige Geräte: Smartphones, Tablets, Drucker, NAS, Wearables, Fernseher. Sie alle können mit dem Internet verbunden werden.

Um die Geräte miteinander und mit dem Internet zu vernetzen, kommen in vielen Haushalten WLAN-Router zum Einsatz. Laut dem Verband der deutschen Internetwirtschaft (PDF) gibt es in Deutschland 31,4 Millionen Heimrouter. Nicht jeder davon ist ein WLAN-Router. Dennoch ist davon auszugehen, dass Millionen Geräte WLAN-fähig sind.

Das Problem der WLAN-Router ist, dass von ihnen eine Strahlung ausgeht. Ob diese schädlich ist, kann derzeit nicht gesagt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, die Strahlung sicherheitshalber gering zu halten. In Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gibt es einen weiteren Grund, auf WLAN zu verzichten: Die kabellosen Netze beeinflussen sich gegenseitig, sodass die Leistung darunter leidet. Zwar können Verbraucher den Kanal wechseln, in großen Mehrfamilienhäusern bleiben keine freien Kanäle übrig.

Grundriss zeichnen und Verlauf der Kabel bestimmen

Eine Alternative zum WLAN sind die guten alten Netzwerkkabel. Heimwerker können diese im ganzen Haus oder in den benötigten Räumen verlegen. Im Vergleich zu WLAN ist das Verlegen ein recht großer Aufwand. Dafür funkt in Zukunft nichts mehr durch die Wohnräume.

Bevor Heimwerker mit den Arbeiten beginnen können, sollten sie bestimmen, wo die Kabel verlaufen und benötigt werden. Für diese Aufgabe lohnt es sich, einen Grundriss zu erstellen. Diesen können Sie traditionell mit Stift und Papier erstellen oder Sie nutzen eine kostenlose Software.

Zeichnen Sie in dem Grundriss die aktuellen oder zukünftigen Möbelstücke ein. Überlegen Sie sich, wo Sie Dosen für den Netzwerkanschluss platzieren möchten. Bedenken Sie auch einen Ort für das Rangierfeld (auch Patchpanel genannt). Hier treffen alle Kabel aus der Wohnung zusammen und werden miteinander verbunden.

Geeignete Kabel auswählen

Die Bundesregierung möchte bis 2018 mindestens 50 Mbit pro Sekunde in deutsche Haushalte bringen. Durch die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser werden in den nächsten Jahren weitaus größere Geschwindigkeiten möglich sein. Wer seine Wohnung heute verkabelt, sollte deshalb ein leistungsfähiges Kabel verwenden.

In einigen europäischen Ländern sind bereits heute Datenraten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde für Privatpersonen erhältlich. Das ausgewählte Kabel sollte also mindestens ein Gigabit transferieren können. Besser wären zehn Gigabit pro Sekunde. Höhere Geschwindigkeiten wird kaum ein Haushalt in den nächsten Jahren benötigen.

Für Geschwindigkeiten bis 10 Gigabit pro Sekunde müssen Heimwerker ein Cat.7-Netzwerkkabel verlegen. Dieses ist als Meterware erhältlich und kostet etwa einen Euro pro Meter. Je länger die gekaufte Meterware, desto günstiger ihr Preis. Überlegen Sie sich vor dem Kauf genau, wie viel Meter Sie benötigen, um möglichst viel Geld zu sparen.

Für das schnelle Verlegen empfehlen wir Flachbandkabel. Mieter können sie unter Teppichen und Fußleisten verstecken.

Zusätzlich zum Kabel (als Meterware) benötigen Sie Folgendes:

  • RJ45-Netzwerkstecker für Cat.7
  • RJ45-Datenanschlussdose
  • Patchfeld
  • Router
  • Switch
  • Serverschrank

Mit Lehrrohren für die Zukunft vorsorgen

Aufgrund der rasanten Entwicklung der Technologie empfehlen wir allen Heimwerkern, die ihr Haus verkabeln möchten, Lehrrohre zu verwenden. Der Grund ist simpel: Selbst wenn davon auszugehen ist, dass Cat.7-Kabel viele Jahre ausreichen werden, kann über Nacht ein technologischer Sprung entstehen, durch den die verwendeten Kabel veraltet werden. Der Austausch ist dann nur noch mit hohen Kosten möglich, da man sie in seine Wände integriert hat.

Experten aus dem Bereich Telekommunikation empfehlen ohnehin, mit Lehrrohren zu arbeiten. Datenkabel dürfen nicht ohne Weiteres eingeputzt werden, weil das Mauerwerk arbeitet und die Kabel dabei beschädigen kann. Das Resultat sind abbrechende, instabile Verbindungen.

Wer die Kabel nicht in die Wände verlegt, der kann auf Lehrrohre verzichten.

WLAN als Internetzugang für ausgewählte Geräte

Im Serverschrank sollte ein WLAN-fähiger Router zu finden sein. Ein moderner Haushalt kann nicht komplett ohne WLAN auskommen, da es Geräte gibt, die nicht per Kabel ans Internet angeschlossen werden können: Tablets und Smartphones zum Beispiel. Besitzer der Geräte könnten rein theoretisch das mobile Internet nutzen. Es ist jedoch nicht sinnvoll, das Datenvolumen zu verbrauchen, wenn man zu Hause ohne Limitierung surfen kann.

Ziel der Verkabelung der Wohnung ist es, die Anzahl der Geräte zu reduzieren, die per WLAN ins Internet gehen. Eine kabelgebundene Verbindung ist schneller und stabiler. Gleichzeitig sinkt die Strahlungsbelastung – und davon profitieren alle Bewohner des Hauses.

Zusammenfassung

Die Verkabelung der Wohnräume mit Netzwerkkabeln ist eine wichtige Maßnahme zur Reduzierung der WLAN-Strahlung. Durch die Netzwerkkabel erhöhen Verbraucher ihren Komfort und die Leistung ihres Netzes.


  1. Mindestens 50 Mbit pro Sekunde

Artikelbild: © You can more / Shutterstock

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