Büroräume: 5 Möglichkeiten zum Arbeiten im 21. Jahrhundert

Büroräume: 5 Möglichkeiten zum Arbeiten im 21. Jahrhundert

Globalisierung und virtuelle Zusammenarbeit – diese beiden Faktoren gestalten die Büroräume des 21. Jahrhunderts aktiv mit. Es gibt Mitarbeiter, die von zu Hause oder unterwegs arbeiten, andere sind beim Kunden vor Ort tätig. Neue Technologien ermöglichen völlig neue Arbeitsmethoden und -abläufe. Eines hat sich nicht geändert: Die hohen Anforderungen an Büroräume.

Die Anforderungen an Büroräume sind heutzutage so verschieden wie die Unternehmen, die sie beziehen. Es gibt Firmen, die auf kleinstem Raum produktiv arbeiten. Andere benötigen große Zimmer, in denen sie ihre Geräte unterbringen.

Im Anschluss werden fünf Bürovarianten und ihre individuellen Eigenschaften vorgestellt.

1. Klassisches Büro

86 Prozent der Deutschen arbeiten in einem Großraumbüro[1]. In den meisten Fällen handelt es sich um das sogenannte Zellenbüro – eine abgeschlossene Einheit für bis zu fünf Mitarbeiter. Es ist das Pendant zum Großraumbüro aus dem angloamerikanischen Bereich, wo Mitarbeiter in Cubicals arbeiten. im Zellenbüro ist konzentriertes Arbeiten möglich und es eignet sich für Projekte mit kleinen Teams. Zu den Nachteilen gehört, dass Mitarbeiter häufig mit Kollegen außerhalb des Büros telefonieren müssen und der Informationsfluss limitiert ist.

Die Möblierung eines Zellenbüros hängt von dem Bedarf der Mitarbeiter ab. Grundsätzlich sollte der Büroraum mindestens acht Quadratmeter groß sein. Möbliert wird meist in Blockform: Zwei Tische werden gegenüber aufgestellt. Falls die Mitarbeiter unabhängiger voneinander arbeiten müssen, empfiehlt sich die Wandorientierung (Rücken an Rücken). In diesem Fall trennt eine Trennwand den Raum und sorgt für etwas Privatsphäre.

Bei der Möblierung müssen Unternehmen darauf achten, dass Büro nicht zu klein erscheinen zu lassen. Dies ist durch eine intelligente Möblierung möglich.

2. Home-Office

Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter (90 Prozent) werden beim Entscheidungsprozess für die gewählte Büroform nicht gefragt. Es gibt jedoch eine kleine Randgruppe, die die Wahl hat zwischen dem klassischen Arbeitsplatz im Büro und dem Home-Office. Dabei handelt es sich entweder um Menschen, deren Arbeit keine Anwesenheit im Unternehmen erfordert oder Freelancer.

Obwohl die Bereitschaft zum Arbeiten im Home-Office existiert – jeder Fünfte würde laut ARIS täglich von zu Hause arbeiten – sinkt die Zahl der Arbeitnehmer, die von daheim arbeiten. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin erledigten im Jahr 2012 rund fünf Millionen Erwerbstätige ihre Arbeit gelegentlich oder hauptsächlich von zu Hause aus. Deutschland ist eines der wenigen Länder im EU-Vergleich, in dem die häusliche Erwerbstätigkeit nach der Jahrtausendwende zurückging.

Für Freelancer ist das Home-Office mit einem großen Kostenvorteil verbunden. Sie müssen keine Büroräume mieten, was für viele Menschen finanziell nicht möglich ist. Insbesondere Start-ups beginnen die ersten Monate ihres unternehmerischen Daseins zu Hause.

3. Coworking-Space

Das Thema Coworking gewinnt, angetrieben von der Globalisierung und Digitalisierung, immer mehr an Beliebtheit. Es ist für Freelancer eine Alternative zum Home-Office: Anstatt alleine zu Hause zu arbeiten, nutzen sie Bürogemeinschaften. Hier treffen sich Gleichgesinnte und teilen sich ein gut ausgestattetes Büro.

Das Magazin Deskmag und die Studie Global Coworking Survey schätzen, dass in Deutschland etwa 11.000 Menschen in einem Coworking-Space arbeiten. In praktisch jeder großen Stadt gibt es passende Coworking-Angebote. Die meisten Coworking-Spaces sind in Berlin, Frankfurt und München zu finden. Eine Übersicht über alle deutschen Bürogemeinschaften bietet die Karte auf coworking.de.

Experten zufolge wird das Thema Coworking in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dazu trägt unter anderem die Diversifizierung des deutschen Angebots bei. So gibt es Coworking-Spaces, die Erziehungsberichtigten erlauben, ihre Kinder mitzubringen. Damit wird ein entscheidendes Problem vieler Eltern gelöst: Den Beruf und das Privatleben organisieren.

4. Gründerzentren

Ende 2015 wurde in Berlin der IBM Innovation Space eröffnet. Dieses Gründerzentrum richtet sich an Start-ups, die Büros und Arbeitsplätze mieten möchten. Solche Gründerzentren werden vermehrt von großen Unternehmen eröffnet. Die Firmen helfen Start-ups in der Gründungsphase, indem sie ihnen Büroräume, eine Infrastruktur und passende Dienstleistungen anbieten.

Aufgrund der guten Bedingungen in den deutschen Gründerzentren ist es für Start-ups nicht ganz einfach, Büroräume zu mieten. Die Wartezeiten sind lang und die Mietdauer meist auf maximal fünf Jahre begrenzt. In Städten, die von Start-ups für eine Unternehmensgründung bevorzugt werden (Hamburg, München, Berlin, Köln-Düsseldorf), ist die Konkurrenz besonders groß.

5. Büros auf Zeit

Es gibt Unternehmen, die flexible Büroräume benötigen, die zu bestimmten Zeitpunkten einen definierten Bedarf befriedigen sollen. Solche Unternehmen können keine Büroräume für mehrere Jahre mieten, weil sie die Räumlichkeiten nur für kurze Zeit benötigen, um beispielsweise an einem größeren Projekt zu arbeiten.

In Deutschland gibt es verschiedene Dienstleister, wo Firmen Einzel- oder Teambüros auf Stunden-, Tages- oder Monatsbasis mieten können. Diese Büroräume sind in der Regel professionell ausgestattet und leicht erreichbar. Einer Studie von Excellent Business Center und Ernst & Young zufolge[2] ist die Anmietung von 20 Arbeitsplätzen 24 bis 40 Prozent günstiger gegenüber einem klassischen Büro. Je weniger Arbeitsplätze angemietet werden, desto größer ist der Kostenvorteil.


  1. Die Einführung neuer Bürokonzepte und ihre Auswirkungen auf die Beschäftigten
  2. Flexibilisierungs- und Kostensenkungspotenziale moderner Bürowelten

Artikelbild: © Photographee.eu / Shutterstock

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