Chinesischer Amberbaum (Liquidambar acalycina) – kaufen, schneiden und vermehren

Chinesischer Amberbaum (Liquidambar acalycina) – kaufen, schneiden und vermehren

Der Chinesische Amberbaum (Liquidambar acalycina) ist in Ostasien beheimatet, aber auch hierzulande in Parks und Gärten zu finden. Der sommergrüne Laubbaum geht mehrere Stadien der Färbung durch und zeigt im Frühjahr einen bronzenen bis violetten Schimmer an den Blättern. Im Herbst färbt sich das Laub des Chinesischen Amberbaums in ein kräftiges Gelb. Bei Hobbygärtnern ist der Baum daher vor allem aufgrund seines Farbspiels beliebt.

Herkunft

Wie der Trivialname bereits andeutet, stammt der Chinesische Amberbaum ursprünglich aus China. Der botanische Name nimmt hingegen Bezug auf die Nutzung und das Aussehen des Baums. So setzt sich Liquidambar aus dem lateinischen Wort „liquidus“ für „flüssig“ und dem arabischen Wort „anbar“ für „Bernstein“ zusammen. „Flüssiger Bernstein“ spielt auf das Harz des Baums an. Bei anderen Sorten der Amberbäume wird das Harz medizinisch oder als Räucherwerk genutzt. Der zweite Teil des botanischen Namens „acalycina“ beschreibt eine Wuchseigenheit des Chinesischen Amberbaums näher und leitet sich ebenfalls aus dem Lateinischen ab und bedeutet „ohne Kelch“.

Verwendung

Das Holz der Amberbäume ist sehr dicht und ähnlich wie das Laub aufgrund seiner Färbung sehr beliebt. Optisch erinnert es ein wenig an Mahagoni oder Walnussholz. Aufgrund seiner hohen Darrdichte wird das Holz des Amberbaums zum Hartholz gezählt. Es ist robust, langlebig und zeichnet sich durch einen angenehmen Duft aus. Im Englischen ist der Trivialname „Sweet Gum Tree“ für den Amberbaum geläufig. Dieser Name deutet auf eine weitere Nutzung der Baumart hin: Das Harz wurde früher zu einem Kaugummi-Grundstoff weiterverarbeitet. Für medizinische Zwecke wird die Rinde des Baums ausgekocht, um einen Rohbalsam zu erhalten, der entzündungshemmend und schleimlösend wirken soll. Vermischt mit einer Alkohollösung wird das Hustenmedikament auch als Storax oder Styrax bezeichnet. Mit dem Echten Storaxbaum (Styrax officinalis) ist der Amberbaum jedoch nicht näher verwandt. Lediglich im Duft scheint der vor allem in Syrien vorkommende Orientalische Amberbaum (Liquidambar orientalis) dem Storaxbaum sehr ähnlich zu sein. Der Chinesische Amberbaum wird zumindest hierzulande jedoch hauptsächlich als Ziergehölz angepflanzt.

Aussehen

Die Blätter des Amberbaums erinnern an Ahorn. Im Frühjahr treibt der Chinesische Amberbaum bronzefarbene bis violette, sternförmige Blätter aus, die sich bis zum Sommer grün färben. Im Herbst nehmen die Blätter eine intensive gelbe Färbung an, bevor der Baum sie im Winter abwirft. Ein Blatt ist zwischen sieben und sechzehn Zentimeter lang. Der Chinesische Amberbaum ist von mittelhohem Wuchs und kann drei bis sieben Meter hoch werden.

Blüte

Der Chinesische Amberbaum blüht von April bis Mai. Die Bäume besitzen sowohl männliche, als auch weibliche Blüten an einer Pflanze. Dadurch sind Amberbäume als einhäusig getrenntgeschlechtlich zu bezeichnen, das heißt der Baum muss nicht fremdbestäubt werden. Die männlichen Pollenspender sitzen ährig bis traubig am Baum, während die weiblichen Blütenstände in Rispen am Baum sitzen. Im Herbst werden die kugeligen bzw. stacheligen Früchte sichtbar. Jede Kapselfrucht enthält zahlreiche Samen, von denen aber nur die größeren, eiförmigen tatsächlich fruchtbar sind.

Pflege und Standort

Der Chinesische Amberbaum bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Bis zum Herbst muss der Baum ordentlich Sonne tanken, um den Gärtner mit seiner goldgelben Farbpracht zu belohnen. Der Chinesische Amberbaum bevorzugt lehmige Böden, die dennoch wasserdurchlässig sein sollten. Der Baum braucht einen sauren Untergrund mit einem pH-Wert von etwa 6. Mit Nässe kann der Chinesische Amberbaum gut umgehen. Durchgehende Staunässe schädigt jedoch die Wurzeln. Damit sich die Wurzeln bis zum Winter verankern können, sollte der Baum rechtzeitig im Frühjahr eingepflanzt werden. Der Chinesische Amberbaum ist recht pflegeleicht und robust.

Anhaltende Trockenheit macht dem Baum jedoch zu schaffen. Bleibt der Regen über längere Zeit aus oder ist der Sommer sehr heiß, muss der Chinesische Amberbaum gegossen werden, damit die Wurzeln nicht austrocknen. Der Chinesische Amberbaum ist nur frosthart bis etwa 17°C. Um den Chinesischen Amberbaum kann Rindenmulch aufgeschüttet werden, um den Baum mit Nährstoffen zu versorgen und vor Kälte zu schützen.

Um Frostschäden zu vermeiden, sollte im Herbst das Laub liegen gelassen werden.

Gießen und Düngen

Obwohl der Chinesische Amberbaum recht genaue Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit hat, bedarf er keiner besonderen Pflege. In Hitzeperioden muss er jedoch vor dem Austrocknen geschützt werden.

Gießen Sie den Chinesischen Amberbaum bei anhaltender Trockenheit oder Hitze. Der Baum bevorzugt Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser.

Rindenmulch schützt den Baum im Winter einerseits vor zu starkem Frost, andererseits liefert es im Sommer Nährstoffe und verhindert das Austrocknen des Bodens.

Wenn ein Rasen vorhanden ist, kann alternativ Grasschnitt um den Chinesischen Amberbaum verteilt werden.

Um spätes Ausreifen der Triebe zu verhindern, sollte der Chinesische Amberbaum ab Mai bis August regelmäßig gedüngt werden. Danach ist die zusätzliche Düngung einzustellen, um das weitere Austreiben zu stoppen. Andernfalls kann es zu Frostschäden kommen.

Neben mineralischem Dünger bietet sich Kompost als natürliche Alternative an.

Pflanzen und vermehren

Damit der Chinesische Amberbaum richtig anwurzeln kann, sollte er rechtzeitig im Frühjahr eingepflanzt werden. Amberbäume gehören zu den Tiefwurzlern und benötigen dementsprechend ausreichend Platz. Am besten werden sie als Solitärpflanze angepflanzt. Will man den Amberbaum vermehren, kann man entweder einen Baum vom Samen ziehen oder mittels Steckhölzern vermehren. Wird die Baumfrucht zur Anzucht verwendet, ist darauf zu achten nur die fruchtbaren Samen zu verwenden, denn die meisten Samen in der Frucht sind steril. Nur die größeren, eiförmigen Samen können einen Baum hervorbringen.

Um sicher zu gehen, empfiehlt sich der Gang zum Fachhändler. Die dort erhältlichen Samen versprechen Keimsicherheit. Trotzdem ist die Anzucht aufwändig. Lassen Sie sich am besten genau beraten, wie Sie einen Baum vom Samen ziehen. Grundsätzlich wird die Vermehrung mittels Steckhölzern empfohlen. Schneiden Sie hierzu im Herbst mit einer sauberen, scharfen Gartenschere ein bis zwei Jahre alte Triebe vom Baum ab, die etwa 15 bis 20 Zentimeter lang sind. Stecken Sie die jungen Hölzer in nährstoffarme, feuchte Erde und lassen Sie die Stecklinge bei 12°C über den Winter Wurzeln entwickeln.

Damit die Stecklinge Wurzeln bilden, muss die Erde durchgehend feucht gehalten werden.

Richtig beschneiden

Der Chinesische Amberbaum muss nicht regelmäßig beschnitten werden, auch nicht nur Formgebung. Seine runde bis kegelförmige Krone bildet Baum im Grunde von selbst aus. Dennoch sollte der Baum im Herbst von Totholz befreit werden, damit nicht unnötig Energie in diese Bereiche gesteckt wird. Im Frühjahr sollten aus dem gleichen Grund möglicherweise erfrorene Äste und Zweige abgeschnitten werden.

Überwintern

Der Chinesische Amberbaum ist relativ temperaturunempfindlich und verträgt Minusgrade. Um dennoch Frostschäden zu verhindern, sollte im Herbst das Laub liegen gelassen werden. Es fungiert als natürliche Isolation. Auch Rindenmulch kann um den Baum verteilt werden, damit er sicher durch den Winter kommt. Nach einem sehr intensiven Winter kann es vorkommen, dass der Baum erst verspätet mit April oder Mai austreibt.

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Der Chinesische Amberbaum hat zwar genaue Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit und den allgemeinen Standort, ist ansonsten aber eine robuste Pflanze. Obwohl der Baum die Sonne liebt, sollte im Sommer Trockenheit vermieden werden. Umgekehrt verträgt der Baum aber auch keine andauernde Staunässe. Gedeiht der Baum nicht, ist dies meist auf Pflegefehler oder einen ungeeigneten Standort zurückzuführen.

Interessantes

Neben dem Chinesischen Amberbaum sind weitere Amberbäume im Fachhandel erhältlich. Die Bäume sind bei Hobbygärtnern allesamt aufgrund ihrer intensiven Herbstfärbung beliebt. Während sich das Laub des Chinesischen Amberbaums zum Ende des Jahres hin gelblich färbt, begeistert beispielsweise der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) mit einer kräftigen feuerroten Farbe.

Zusammenfassung

Der Chinesische Amberbaum ist ein prächtiges Gehölz, welches mit seiner wechselnden Farbpracht das ganze Jahr über für Begeisterung sorgt. Damit der Baum im Herbst seine goldgelbe Färbung entwickeln kann, benötigt er im Sommer ausreichend Sonne. Bei Trockenheit und Hitze muss der Chinesische Amberbaum jedoch zusätzlich mit Wasser versorgt werden, da die Wurzeln nicht austrocknen dürfen. Der Baum ist bis auf gewisse Ansprüche an Standort und Bodenbeschaffenheit sehr pflegeleicht und daher ein beliebtes Ziergehölz für den Garten.

Artikelbild: © adaptice images / Bigstock.com

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