Dachgauben-Kosten: Mit diesen Positionen müssen Sie rechnen

Dachgauben-Kosten: Mit diesen Positionen müssen Sie rechnen

Ob Leseecke oder mehr Stauraum: Die Dachgaube ist die Alternative Nummer 1, wenn es darum geht, Neues in das Dachgeschoss einzubauen. Doch so mancher Hausbesitzer verläuft sich dabei im Kostendschungel und verliert die Übersicht. Die folgenden Zeilen erklären, welche Kostenpositionen auf den Bauherren beim Einbau einer Dachgaube zukommen.

Kostenfaktoren für Dachgauben

Eine Dachgaube ist ein geeignetes Mittel, um im obersten Stockwerk mehr Platz zu schaffen sowie Licht und Luft hinein zu lassen. Doch mit dem Kauf der Gaube ist es nicht getan, weitere Positionen werden dabei anfallen. Diese können grob aufgeschlüsselt in folgende Kategorien eingeteilt werden:

  • Vorarbeiten (statische Berechnungen)
  • Anschaffungspreis der Dachgaube
  • Transportkosten zum Bauort
  • Einbaukosten und Anpassungskosten

Vorarbeiten und Berechnungen

Eine Gaube baut sich nicht ohne die theoretischen Vorüberlegungen in das Dach. Für die statistischen Berechnungen braucht es einen Architekten oder Bauingenieur. Von seinem Stundensatz hängen diese Kosten ab, viele Architekten arbeiten nach der Regelhonorierung HOAI 2009, rund 70 Euro (netto) sind hier durchschnittlich pro Stunde zu bezahlen. Etwa zehn Arbeitsstunden werden für statistische Berechnungen, Bauzeichnungen und Formularbearbeitungen benötigt. Daher sind rund 700 Euro netto hier ein guter Richtwert.

So mancher Gaubenhersteller arbeitet eng mit Experten zusammen und übernimmt diese Kosten, die dann in seiner Berechnung verschwinden. Hier sollte beim Kostenvoranschlag genau darauf geachtet werden, der jedoch in der Regel kostenlos ist.

Für den nachträglichen Einbau einer Dachgaube ist eine Baugenehmigung notwendig. Auch hier fallen Baugebühren an. Die Höhe und die Richtlinien selbst sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Anschaffungspreis der Dachgaube

Als Nächstes steht die Auswahl der Dachgaube an. Auch hier sind unterschiedliche Anschaffungskosten zu erwarten, denn es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, die ins Dach eingebaut werden können. Die Kosten für die Dachgaube hängen maßgeblich von den drei folgenden Faktoren ab:

  • Gaubenform (Fenster)
  • Gaubenmaße
  • Fertiggaube oder einzelne Konstruktion

Es sind mehrere Gaubenformen im Handel erhältlich. Je einfacher und weniger aufwendig die Herstellung dabei ist, desto günstiger sind sie. So sind folgende Formen zu folgenden Richtpreisen möglich:

  • Flachdachgaube: unter 3000 Euro
  • Schleppdachgaube: ca. 3000 Euro
  • Dreiecksgaube: ca. 3500 Euro
  • Satteldachgaube: zwischen 3500 und 4000 Euro
  • Segmentdachgaube: zwischen 3500 und 4000 Euro
  • Fledermausdachgaube: über 5000 Euro

Ein Preisvergleich bei verschiedenen Anbietern für das gleiche Modell kann sich hier lohnen. Dabei sollte der Bauherr jedoch beachten, welche Arbeiten in dem Preis eingeschlossen sind.

Aber auch die Maße der Gaube bestimmen die Kosten für ihre Anschaffung. So sind breitere und höhere Gauben, die mehrere Fenster beherbergen, deutlich teurer als kleine Gauben mit nur einem Fenster.

Zu guter Letzt spielt der Fertigungsvorgang eine Rolle bei dem Anschaffungspreis. Es gibt zahlreiche Fertigdachgauben, die in einem standardisierten Vorgang hergestellt werden. Diese sind natürlich deutlich günstiger als Sonderkonstruktionen, die nur einmalig zu finden sind. Für Unikate müssen Bauherren tiefer in die Tasche greifen.

Transportkosten

Auf den Verkaufspreis kommen Liefergebühren und Transportkosten oben drauf. Diesen hängen ebenfalls von der Gaubengröße ab – je größer, desto schwieriger ist der Transport. Auch die Entfernung spielt eine Rolle. Rund 500 Euro Versandkosten sind üblich, aber auch 1000 Euro können hier zu Buche schlagen. Suchen Sie sich daher einen Hersteller in Ihrer Nähe, der den Einbau nicht viele Kilometer weit transportieren muss.

Einbau der Dachgaube

Ist die Gaube gekauft und angeliefert, kann sie eingebaut werden. Hier fallen weitere Kosten an, zu denen unter anderem folgende gehören:

  • Einsatz eines Krans
  • Gerüstmiete, Auf- und Abbau Gerüst
  • Durchführung einer Dachöffnung
  • Dacheindeckung an den Rändern überarbeiten
  • Arbeitsstunden des Dachdeckers
  • Seitenverkleidung
  • Innenausbau

Die Dachöffnung beispielsweise kann um die 250 Euro kosten, die Montage der Gaube ist mit einem gesamten Arbeitstag zu berechnen und wird rund 800 Euro benötigen. Der Innenausbau schlägt mit etwa 500 Euro zu Buche. Die Dachabdeckung der Gaube hängt von den verwendeten Ziegeln ab – schließlich sollen die auch zum gesamten Dach passen. Die Seitenverkleidung kann günstig aus Titanzink oder aber auch ausgefallen aus Glas hergestellt werden. Durchschnittlich 2500 Euro sind insgesamt für den Einbau der Dachgaube einzuplanen – doch der Preis kann auch höher liegen.

Faktoren, die die Kosten steigen lassen

Wie bei jedem Bauvorhaben gibt es auch bei dem Einbau einer Dachgaube weitere Faktoren, die die Kosten zusätzlich in die Höhe schießen lassen. Das sind oft Sonderwünsche wie beispielsweise:

  • Sonderkonstruktionen
  • teure Fenster
  • höhere Wärmedämmung
  • Rollläden und Sonnenschutz
  • zusätzliche Wasserabdichtung
  • teure Dachdeckung

Neben den günstigen Fertiggauben gibt es auch Sonderkonstruktionen, die in der Anschaffung deutlich teurer sein können. Dacherker und Zwerchhäuser zählen hier dazu. Sie brauchen besonders gute Planung und ihre Herstellung ist nicht standardisiert.

Aber auch die Fenster können die Kosten einer Dachgaube deutlich verteuern. Wer hier eine besondere Fensterform haben möchte, muss mehr zahlen. Die Materialien sind ebenfalls unterschiedlich. Kostenintensiv wird es bei Holzfenstern und echt versprossten Fenstern, aber auch Sonderfunktionen verteuern das Bauvorhaben.

Eine höhere Wärmedämmung hingegen kann sich jedoch durch die spätere Einsparung in den Energiekosten wieder auszahlen. Soll es einen Sonnenschutz sein? Wünschen Sie Rollläden an der Dachgaube? Auch die Wünsche bedeuten Extrakosten.

Teurer wird es zudem, wenn das Dach nicht die Mindestneigung von 35 oder 40 Grad aufweist. Dann braucht es beim Einbau einer Dachgaube zusätzliche Arbeiten und Materialien, um den Regenschutz zu gewährleisten – die Bedingungen für den Wasserablauf sind hier anders.

Mit welchen Ziegeln ist das Dach gedeckt? Sind hier teure Materialien wie Schiefer gewählt, wird auch die Dachdeckung der Gaube über dem Durchschnittspreis liegen. Denn das Bild soll optisch zum Schluss einheitlich sein – die Bedeckung muss auf der Gaube weiter geführt werden.

So lassen sich Dachgauben-Kosten senken

Aber es gibt auch Möglichkeiten, die Kosten eines Dachgaubeneinbaus zu minimieren. Wer keine Sonderwünsche hat, kann auf eine Fertiggaube zurückgreifen: Industriell vorgefertigt sind sie die günstigen Exemplare. Auch der Zeitpunkt des Einbaus kann helfen: Ist das Dach selbst noch im Bau oder der Dachboden noch nicht ausgebaut, ist das Bauvorhaben zusammen mit der Dachgaube meist günstiger. Teurer wird es bei fertigen Dächern und bereits ausgebauten Dachgeschossen.

Gerade wenn das Dachgeschoss selbst noch nicht fertig ist, lässt sich der Einbau der Dachgaube mit energetischen Maßnahmen verbinden. Hier gibt es verschiedene Förderungen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Folgt das Bauvorhaben den Verordnungen der EnEV, sind Zuschüsse (bei Einzelvorhaben bis zu 10 Prozent der förderfähigen Kosten) und zinsgünstige Darlehen möglich. Wer diese Förderung beantragen will, muss:

  1. einen Energieeffizienz-Experten hinzuziehen
  2. Sanierung und Einbau durchführen
  3. Zuschuss beantragen

Eigenleistung und Selbstbau sind bei einer Dachgaube keine Alternative, um die Kosten zu senken. Denn die Arbeiten sollten ausschließlich dem Profi überlassen, da hier Statik und Co von der ordnungsgemäßen Ausführung abhängig sind.

Zusammenfassung

Die Kosten für eine Dachgaube sind nicht immer gering. Allein mit dem Kauf der Gaube ist es nicht getan. Es braucht im Vorfeld Planungen und auch der Einbau verschlingt Geld. Wer zudem noch Sonderwünsche hat, treibt die Kosten in die Höhe. Aber mit einigen Tricks lassen sie sich auch gering halten.

Artikelbild: © bildlove / Bigstock.com

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