Dachpappe verkleben: Drei Wege führen zum Ziel

Dachpappe verkleben: Drei Wege führen zum Ziel

Es gibt mehrere Wege, die Dachpappe auf das Gartenhäuschen, den Geräteschuppen oder die Garage zu bringen. Neben Nageln und Verschweißen besteht auch die Möglichkeit, die Bitumenbahnen zu verkleben. Hier hat der Heimwerker sogar drei verschiedene Möglichkeiten.

Heiß, kalt oder selbstklebend: Drei Wege für den Dachpappenkleber

Wer sich gegen Nagel und Hammer entscheidet, wählt oft die klebende Variante. Sie hat den Vorteil, dass die Fläche auf dem Dach zumeist wasserdicht ist. Sowohl Regen- als auch Stehwasser sickert bei richtiger Verarbeitung nicht mehr durch die Dachpappe. Der Heimwerker hat hier jedoch immer noch die Qual der Wahl, denn auch beim Verkleben stehen mehreren Vorgehensweisen zur Verfügung. Zum einen kann Dachpappe mit sogenanntem Kaltkleber auf das Dach aufgebracht werden. Aber auch mit losem oder bereits auf der Bahn aufgebrachtem Bitumenkleber, der zu erhitzen ist, kann die Dachpappe befestigt werden. Und als dritte Variante hält der Handel auch selbstklebende Dachpappe parat. Dahinter verbergen sich Bitumenbahnen, die bereits klebende Fläche besitzen. Egal, welche Variante gewählt wird, die Materialliste ist in den meisten Fällen gleich.

Wer das Werkzeug nach dem Verkleben weiter benutzen möchte, sollte es zügig nach Beendigung der Arbeiten mit Lösungsmittel reinigen. Denn sonst wird es meist unbrauchbar.

Vorbereitung ist unerlässlich

Bei allen drei Varianten beginnt der Heimwerker immer gleich: Das Dach muss vorbereitet werden. Es gilt, die richtige Dachfläche auszumessen, um das notwendige Material zu kalkulieren. Sind alle Materialien gekauft, braucht das Dach eine gründliche Reinigung. Hier sollten alle Teile entfernt werden, die die Dachpappe schädigen können. Jeder Riss bedeutet die Vernichtung der Dichtheit. Daher sollten vor allem Splitter und Unebenheiten entfernt werden. Das Dach muss vor dem Verlegen besenrein und trocken sein. Auch sollte die Fläche fettfrei sein. Ist Feuchtigkeit in den Unterbau eingezogen? Das muss ebenfalls vor dem Verlegen überprüft und bei Bedarf beseitigt werden.

Auch ich Dachpappe selbst kann vorbereitet werden. Da sie meist auf Rollen geliefert wird, ist es hilfreich, sie einige Tage vor dem Verkleben auszurollen und liegen zu lassen. Dann lässt sie sich besser verarbeiten.

Anleitung: So funktioniert der Kaltkleber

Wer sich für den Kaltkleber entscheidet, beginnt mit dem Voranstrich. Dieser wird am besten mit dem Schrubber aufgetragen. Der Voranstrich dient dazu, die Haftung des Kaltklebers zu stärken. Ist das Dach aus einer Holzkonstruktion gebaut? Dann ist kein Voranstrich notwendig, die erste Bitumenschicht wird hier mit Nägeln angebracht, bevor die nächste Lage mit Kleber folgt. Dann ist das eigentliche Kleben dran. Der Kaltkleber wird auf den Untergrund gegossen und mit Schrubber oder Quast in der Breite einer Dachpappenbahn verteilt. Die Anleitung des Klebers verrät, wie lange dieser antrocknen muss, bevor die Bitumenbahn auf ihn draufgerollt werden darf.

Achtung: Luftblasen dürfen dabei nicht entstehen. Dann wird die Dachpappe angedrückt und bei Bedarf mit Hilfsmittel beschwert. Die nächste Bahn sollte etwa fünf Zentimeter überlappen, um die Dichtheit zu gewährleisten. Ist die gesamte Dachpappe verklebt, empfiehlt es sich mit dem Spachtel und Kaltkleber alle Anschlüsse noch einmal nachzubessern. Dann heißt es: Trocknen lassen. Das kann einige Tage dauern. Für diese Variante muss der Heimwerker rund einen Liter Kaltkleber für einen Quadratmeter Dachfläche einplanen.

Sicherheit bei Arbeiten auf dem Dach ist das A und O. Arbeitsschuhe und Helm sind ebenso Pflicht, wie Mundschutz und Handschuhe. In manchen Fällen empfiehlt sich auch das Anseilen bei Arbeiten auf dem Dach. Kinder sollten unbedingt von der Baustelle fern gehalten werden.

Anleitung: So funktioniert der Heißkleber

Das Verkleben mit Heißkleber ist dem ähnlich. Hier wird jedoch der Kleber vorher erhitzt. Dieser kann lose sein, aber auch schon auf der Dachpappenbahn angebracht sein. Im letzteren Fall wird das Verfahren eher als Schweißen bezeichnet, die Dachpappe selbst Schweißbahn genannt. Bei der Verwendung von losem Heißkleber wird dieser zunächst erhitzt, bis dieser zähflüssig ist. Danach wird er wie der Kalkleber mit Quast, Bürste oder Schrubber verstrichen. Jedoch wird er hier nach dem Verlegen auf die Dachpappe gestrichen. Besonders viel Aufmerksamkeit sollte der Heimwerker den Rändern widmen. Diese Variante eignet sich nur für erfahrene Handwerker, denn schnell kann durch unsachgemäßen Gebrauch das Dach undicht werden oder sogar Verletzungen durch den Heißkleber entstehen.

Auch die äußeren Bedingungen spielen beim Verkleben von Dachpappe eine Rolle. Die Temperatur sollte nicht unter zehn Grad Celsius sein. Trockenes Wetter ist ebenso wichtig.

Anleitung: So funktioniert selbstklebende Dachpappe

Bei dieser Variante sind klebende Flächen auf den einzelnen Bahnen bereits vorhanden, ähnlich wie selbstklebende Folie. Die Flächen werden mit einer Folie geschützt, die es beim Verlegen abzuziehen gilt. Die Bahn sollte daher ausgerollt werden und die Folie dann Stück für Stück entfernt werden. Achtung: Die Bahnen sollten überlappen. Dahinter folgt ein festes Andrücken, am besten arbeitet der Heimwerker mit einer Bürste nach. Hier muss vor allem auf Risse, Knicke und Luftblasen geachtet werden, die die Dichtigkeit beschädigen. Bei der selbstklebenden Variante bietet es sich an, zusätzlich mit Nägeln oder Tackern zu arbeiten, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

Zusammenfassung

Wer auf sein Dach Bitumenbahnen festmachen will, kann zu drei verschiedenen Klebemethoden greifen. Die Variante des Heißklebers ist jedoch nur für erfahrene Heimwerker geeignet, während die selbstklebende Dachpappe jeder verlegen kann. Doch hier ist die Dichtheit nicht immer so stark ausgeprägt, wie beim Kaltkleber. Bei allen Methoden sollte immer auf Sicherheit geachtet werden. Auch die Vorbereitungen und die Umgebungsbedingungen behält der clevere Heimwerker im Auge.

Artikelbild: © Volodymyr Plysiuk / Shutterstock

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