Dachpfannen-Preise: So teuer wird das neue Dach

Dachpfannen-Preise: So teuer wird das neue Dach

Dachpfanne ist nicht gleich Dachpfanne. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Varianten, wie ein Dach gedeckt werden kann. Ton oder Stein? Schon hier beginnt die Qual der Wahl. Der Preis hängt dabei von zahlreichen Faktoren ab. Die folgenden Zeilen geben einen Überblick.

Davon hängt der Preis der Dachpfannen ab

Der Preis von Dachpfannen hängt von einigen Faktoren ab. Dazu gehören:

  • unterschiedliche Dachpfannen – Material
  • unterschiedliche Dachpfannen – Form
  • Verlegungsart
  • Beschichtung und Farbe

Der klassische Dachziegel ist aus Ton gefertigt. Dieser hat eine lange Tradition und wurde schon vor etwa 2500 Jahren verwendet, um Dächer zu bedecken. Ton ist jedoch teuer. Eine billigere Variante ist Beton. Diese Dachpfannen werden beim Fachmann Dachsteine genannt, um sie nicht mit den echten Ziegeln zu verwechseln.

Ein weiterer Faktor für den Preis ist die Form der Dachpfanne. Es gibt eine große Vielfalt auf dem Markt, die der Bauherr genau betrachten sollte. So sind Dachziegel mit oder ohne Falz erhältlich. Erstere können durch den Falz ineinander verlegt werden – das Dach wird wasserdicht. Bei Modellen ohne Falz muss eine spezielle Verlegungsart gewählt werden. Die Dachpfannenform entscheidet daher auch über die Menge der Pfannen, die für ein Dach benötigt wird. Bei Mönch- und Nonnenziegel beispielsweise braucht es oben und unten Material.

Gerade Dachpfannen ohne Falz erfordern eine Kronen- oder Doppelverlegung. Diese macht das Dach natürlich teurer, da mehr Pfannen auf einen Quadratmeter benötigt werden. Eine Einfachverlegung ist die günstigere Variante.

Engobiert oder lasiert? Das verändert nicht nur die Farbe des Dachziegels, auch den Preis. So sind auch dunkle Pfannen auf dem Dach möglich, zudem werden diese noch wetterresistenter und UV-beständiger. Hier kann der Preis der Pfanne durch die Beschichtung um etwa 40 Prozent steigen.

Engoben sind diffusionsoffene Tonschichten aus Mineralen, Metalloxiden oder Glasbestandteilen, die Oberfläche bleibt offenporig. Glasuren verändern die Farbe der Pfanne ebenso, diese Schicht ist jedoch geschlossen und stark glänzend.

Dachpfannen aus Ton – Dachziegel

Sie sind der Klassiker unter den Dachpfannen und immer noch sehr beliebt. Dachziegel aus Ton finden sich nicht nur auf historischen Gebäuden, auch so mancher Neubau weist sie auf. Hier gibt es eine große Formvielfalt, die Preise sind von Ziegelart zu Ziegelart unterschiedlich.

Der Doppelmuldenziegel beispielsweise findet sich oft bei Altbausanierungen. Die typische Größe kostet durchschnittlich zwischen einem Euro und zwei Euro. Pro Quadratmeter braucht der Bauherr hier 12 bis 15 Ziegel, sodass der Quadratmeterpreis etwa zwischen 15 und 30 Euro liegt.

Biberschwanzziegel sind hingegen deutlich billiger. Diese Ziegelart bietet eine enorme Vielfalt: glatte, gewellte oder aufgeraute Oberfläche. Danach richtet sich auch der Preis. Die einfachsten Biberschwanzziegel in klassischer Form sind schon für 40 bis 50 Cent im Handel erhältlich. Doch hier gilt zu bedenken: Dieser Ziegel verfügt über keinen Falz und muss entweder in der Kronen- oder Doppeldeckung verlegt werden. Dadurch werden mehr Ziegel pro Quadratmeter gebraucht – 30 bis 40 Stück pro Quadratmeter.

Wer ein Dach wie die alten Kirchen haben möchte, muss auf Mönch- und Nonnenziegel zurückgreifen. Diese sehen optisch toll aus, haben aber ihren Preis. Auch von ihnen werden viele Pfannen benötigt. Der Einzelpreis für engobierte Ziegel liegt hier meist zwischen 2,30 und 3 Euro. Durch die besondere Verlegungsart müssen rund 50 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

Hohlpfannenziegel hingegen sind besonders sparsam im Materialverbrauch. Hier sind nur 14 bis 16 Stück pro Quadratmeter notwendig. Bei einem Stückpreis von etwa 90 Cent bis 1,20 Euro liegt der Quadratmeterpreis im günstigen Segment.

Will der Bauherr ein Dach mit weniger als 15 Grad Neigung decken, so kann er auf Flachdachziegel zurückgreifen. Die naturroten Ziegel sind schon unter 50 Cent im Handel zu erstehen. Auch werden deutlich weniger Ziegel pro Quadratmeter benötigt – acht bis neun Pfannen. Das macht den Quadratmeterpreis besonders günstig.

Als letztes Beispiel von Tonpfannen sei der Krempziegel genannt. Dieser historische Ziegel gehört zu den Luxusvarianten, da Neudeckungen mit der Pfanne aus dem 11. Jahrhundert doch sehr selten sind. Der Stückpreis des Ziegels liegt bei etwa 1,50 bis 2 Euro. Pro Quadratmeter werden 19 bis 20 Ziegel benötigt.

Dachpfannen aus Beton – Dachsteine

Wenn es kein Ton auf dem Dach sein muss, kann der Geldbeutel durch Betonpfannen geschont werden. Denn diese Baustoffe sind deutlich billiger. Das liegt in der Herstellung. Im Gegensatz zu den Tonziegeln müssen Betonpfannen nicht gebrannt werden. Der Ruf der Dachsteine war jedoch lange Zeit nicht gut – Moos und Schmutz setzten ihnen zu. Inzwischen ist die Herstellung auch bei Betonpfannen so weit, dass sie beschichtet und somit extrem robust und widerstandsfähig sind.

Grundsätzlich kann bei Betonpfannen mit einem niedrigen Quadratmeterpreis von rund 20 Euro gerechnet werden. Dachsteine sind bereits ab einem Stückpreis von 50 Cent erhältlich. Auch hier gibt es unterschiedliche Formen, die den Preis verändern können.

Die Doppel-S-Pfanne ist ein typischer Dachstein, der sich durch eine gediegene und ruhige Wellenform auszeichnet. Für einen Quadratmeter braucht es 9 bis 11 Steine, der Einzelpreis pro Stück liegt unter 60 Cent.

Die Frankfurter Pfanne ist ein Klassiker auf deutschen Dächern und häufig zu sehen. Seit über 50 Jahren wird dieser Stein am meisten in Deutschland verwendet. Der Einzelpreis liegt hier ebenfalls unter 60 Cent. Auch braucht es wie bei der Doppel-S-Pfanne etwa 11 Steine pro Quadratmeter. Die Frankfurter Pfanne wird oft mit einer Protegon-Oberfläche geliefert.

Ein wenig teurer ist die Taunus-Pfanne, die mit 80 Cent pro Stück zu Buche schlägt. Sie kann für alle Baustile verwendet werden, denn sie passt sich durch ihre Profilierung dem Umfeld an. Ihre Oberfläche ist oft matt. Pro Quadratmeter werden ebenso zwischen 9 und 11 Steine benötigt.

Die altdeutsche Pfanne ist nur noch im Rahmen von Sanierungen erhältlich, da sie kaum noch produziert wird. Ihr Preis liegt zwischen 60 und 70 Cent pro Stück, der Verbrauch bei 10 Stück pro Quadratmeter.

Bei Betonpfannen braucht es eine stabile Dachunterkonstruktion, da diese ein deutlich größeres Eigengewicht als Tonziegel mitbringen. Der Vorteil: Bei Sturm werden diese Dächer selten abgedeckt.

Markenhersteller oder Schnäppchen?

Der Preis von Dachpfannen hängt natürlich auch von den Bezugsquellen ab. Markenhersteller wie „creaton“, „Braas“ oder „Wienerberger“ haben natürlich ihren Preis. Aber auch Schnäppchen sind möglich. Der Preisvergleich lohnt sich immer zwischen den unterschiedlichen Herstellern. 2. Wahl-Dachziegel oder Restposten und Sonderangebote können den Geldbeutel ebenso schonen.

Bei der Kostenrechnung muss jedoch auch bedacht werden, dass Regenrinnen, Fallrohre und Aussparungen für Dachfenster Zusatzkosten verursachen. Ein verwinkeltes Dach mit vielen Fenstern und Kaminausgang wird immer teurer bei der Dacheindeckung sein als eine gesamte Fläche.

Gebrauchte Dachziegel kaufen? Auf verschiedenen Kleinanzeigenportalen bieten zahlreiche Bauherren gebrauchte Dachziegel und Betonsteine an. Aber sind diese auch für das neue Dach geeignet? Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Haben die Dachpfannen keine Risse, können sie natürlich weiter verwendet werden. Jedoch wird es schwierig sein, die Menge für ein vollständiges Dach im einheitlichen Look gebraucht zu finden. Diese Angebote sind eher interessant, wenn alte Gebäude restauriert werden müssen und einzelne Dachpfannen notwendig sind.

Zusammenfassung

Wer Dachpfannen für sein neues Haus verwenden will, muss beim Preis vor allem auf Material, Form und Verlegungsart achten. Betondachsteine sind deutlich günstiger als Dachziegel aus Ton. Dachpfannen können bei Markenherstellern erstanden werden, Schnäppchen verringert die Investition jedoch.

Artikelbild: © brizmaker / Bigstock.com

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