Dachziegel verlegen: Stein auf Stein zum neuen Dach

Dachziegel verlegen: Stein auf Stein zum neuen Dach

Dacheindeckungen werden im Regelfall von Profis verlegt und bleiben Jahrzehnte an Ort und Stelle. Irgendwann endet aber die Lebensdauer der Dachziegel und sie müssen durch neue Pfannen ersetzt werden. Wir erklären Heimwerkern im Anschluss, wie sie Dachziegel verlegen.

Baubehördliche Vorschriften prüfen

Rot gilt in vielen Teilen Deutschlands als klassische Farbe für Dachziegel. Doch in den letzten Jahren haben die Hersteller Dachziegel in den unterschiedlichsten Farben in den Handel gebracht: Angefangen bei Rotnuancen über Grün bis hin zu Brillantschwarz.

Farben haben bekanntlich eine ganz besondere Wirkung; diese können Hausbesitzer nutzen, um Akzente setzen. Doch nicht in jedem Ort sind alle Farben gestattet: Glänzende, bunte Töne werden ungern gesehen. Informieren Sie sich vor dem Kauf der Dachziegel über die Bauordnungen sowie Bebauungspläne Ihrer Kommune; im Regelfall sind dort Einschränkungen bezüglich der Material-, Form- sowie Farbwahl zu finden. Der Grund für diese Einschränkungen: Das Wohngebiet soll einheitlich aussehen.

Die Vorschriften zur Windsogsicherung beachten

Neben der Farbwahl müssen Heimwerker die seit 2011 strengeren Vorschriften zur Windsogsicherung berücksichtigen. Alle Dächer, die nach dem 1. März 2011 saniert oder errichtet werden, unterliegen den neuen Vorschriften, wie der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks informiert.

Die Windsogsicherheit hängt von der Gebäudehöhe, der Einteilung des Dachbereiches, der geografischen Lage der Immobilie sowie der Tragfähigkeit der Klammern ab.

  • Deutschland ist gemäß der Windlastkarte in vier Windlastzonen eingeteilt; je höher die Kategorie, desto höher der benötigte Sicherungsgrad (siehe dieses PDF).
  • Dachpfannen müssen ab einer Dachneigung von 65 Grad befestigt werden.
  • Die Ziegel müssen mechanisch befestigt werden; die Befestigungsmittel müssen einer mechanischen Kraft von mindestens 0,60 kN/m standhalten.

Selbsteinschätzung: Kann ich ein Dach selbst decken?

Bevor sich Heimwerker an die Arbeit machen, sollten sie eine wichtige Frage klären: Besitze ich die handwerklichen Fähigkeiten für diese Arbeit und bin ich schwindelfrei? Allein die Befestigung der Dachziegel, damit sie beim nächsten Sturm nicht durch den Garten fliegen, ist keine leichte Aufgabe. Wer sich das nicht zutraut, sollte einen Dachdecker beauftragen.

Selbst professionelle Dachdecker erleiden Unfälle: 2014 gab es 10.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle; 16 davon waren tödlich. Das Dachdeckerhandwerk liegt im Bereich der Unfälle an dritter Stelle – vernachlässigen Sie also nicht das Risiko bei Arbeiten auf dem Dach.

Heimwerker verfügen selten über dieselbe Erfahrung wie ein Dachdecker; auch sind ihnen nicht immer alle Präventionsmaßnahmen bekannt. Bleiben Sie bei Ihrer Selbsteinschätzung aus diesem Grund realistisch. Arbeiten in schwindelerregender Höhe sind kein Pappenstiel.

Langlebiges Dach mit einer Unterspannbahn

Das neue Dach wird im Laufe der Jahre verschiedenen Wettereinflüssen ausgesetzt sein. Damit Schnee und Regen keine Probleme bereiten, müssen Sie eine Unterspannbahn auf den Dachsparren anbringen. Diese Schicht hat zwei Funktionen:

  1. Sie dichtet das Dach ab und
  2. isoliert es im selben Zug.

Fortgeschrittene Heimwerker können zusätzlich eine Konterlattung anbringen, die die Unterspannbahn besonders zuverlässig fixiert. Ohne rechnerischen Nachweis nach DIN 1055 müssen Sie die Konterlatten mit drei Drahtstiften je Meter befestigen. In Gebieten, in denen die Schneelasten besonders hoch sind, erhöht man die Nagelzahl.

Helfende Hände für das Verlegen der Dachziegel

Nachdem die Unterspannbahn sitzt, beginnt die eigentliche Arbeit. Aber: Dachziegel verlegen ist eine schweißtreibende Aufgabe, die kein Heimwerker alleine ausführen kann. Der Grund: Die Dachziegel müssen zum Verlegeort gebracht werden. Je mehr helfende Hände man hat, desto unkomplizierter und zügiger schreiten die Arbeiten voran.

Helfer müssen über die Berufsgenossenschaft versichert sein. Denken Sie über einen Abschluss einer Unfallversicherung nach. Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Arbeitsschutz.

Bilden Sie mit den Helfern eine Schlange; jeder Helfer gibt die Dachziegel zur nächsten Person. Der Letzte gibt dem Heimwerker den Dachziegel, den er ordnungsgemäß positioniert. Verzichten Sie bitte auf das von Profis bekannte Zuwerfen von Dachpfannen – das Verletzungsrisiko ist groß, wenn die Ziegel falsch geworfen werden.

Eine Reihe Dachziegel zur Probe verlegen

Beginnen Sie beim Verlegen der Dachziegel immer mit der untersten Reihe und verlegen Sie diese komplett. Der Grund: Die Pfannen können ein Spiel von wenigen Millimetern haben. Bei einer Dachbreite von 20 oder 50 Ziegeln ergibt sich eine Abweichung mehrerer Zentimeter. Sollten Sie nicht die gewünschte Breite erreichen, können Sie die Pfannen enger zusammen oder weiter auseinander legen.

Das Verlegen selbst ist simpel: Die Ziegel werden so aufeinandergelegt, dass sie sich gegenseitig halten. Die Dachziegel müssen perfekt aufeinander sitzen, damit sie beim nächsten Sturm vom Wind nicht angehoben werden.

Spartipp: Dachdecker unterstützen

Wer die Dachziegel nicht selbst verlegen möchte, kann dem Dachdecker ein Angebot machen: Der Heimwerker bestellt die gewünschten Dachziegel und hilft dem Dachdecker bei der Arbeit. Sollten der Heimwerker alle Voraussetzungen erfüllen (Versicherung, Sicherheitskleidung, etc.), wird der Dachdecker keinen Einwand haben und die Hilfe akzeptieren; das Resultat ist eine Kostenersparnis bei der Rechnung.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die Kosten hängen von den gewählten Dachziegeln sowie der Eigenleistung ab.

  • Tondachziegel sind ab 10 Euro je Quadratmeter erhältlich
  • Betondachsteine gibt es ab 20 Euro pro Quadratmeter

Hochwertigere Ziegel können 100 Euro und mehr kosten. Zu den Materialkosten gesellen sich die Kosten für den Dachdecker. Lassen Sie sich vom Dachdecker einen Kostenvoranschlag für das Projekt machen.

Zusammenfassung

Dachziegel verlegen ist für Heimwerker bei kleinen Projekten machbar; an größeren Dächern sollte ein Dachdecker arbeiten.

Artikelbild: © brizmaker / Bigstock.com

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