Das Bad als kombinierter Wohnbereich – aktuelle Trendelemente

Das Bad als kombinierter Wohnbereich – aktuelle Trendelemente

Auch wenn es sich bei Trends oftmals um kurzzeitige Höhen gewisser Einrichtungsstile handelt, liegt die Halbwertszeit im Bereich der Badmöbel doch bei einigen Jahren. Das liegt vor allem daran, dass Umbaumaßnahmen oder generell Baumaßnahmen mit einem hohen Kostenfaktor verbunden sind – man ist also ungemein weniger flexibel, sodass Planungen auch länger dauern und man nicht allein dem Trend folgt und Anpassungen vornimmt. In diesem Jahr zeichnet sich eine breite Wende im Bereich der Badmöbel ab, insbesondere kombinierte Einrichtungsgegenstände mit teils wohnlichem Charakter werden nachgefragt.

Wellness als bestimmender Begriff

Ursula Geismann, eine Fachfrau für Designfragen vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) aus Bad Honnef sagt: „Das moderne Bad ist zum Erlebnisraum geworden“. Diese Aussage ist vor dem Hintergrund der technischen Revolution zu sehen, die Technologien und Methoden auf immer kleinerem Raum möglich macht und zu immer niedrigeren Konditionen führt. Im Klartext bedeutet dies, dass Aspekte der gehobenen Badeinrichtung nunmehr schon nach wenigen Jahren im Bereich der mittleren Klasse sichtbar werden. Farben spielen dabei eine zentrale Rolle, sie geben durch Schattierungen und punktuelle Beleuchtung eine Struktur des Raumes und schaffen ein ganz spezielles Wohnklima.

Der Einsatz von LEDs steht daher im Fokus der Badmöbeltrends, insbesondere die fehlende Wärmeentwicklung und die auf kleinstem Raum einzubringenden Leuchten ermöglichen es, dezente und hochwertige Badgarnituren zu gestalten. Badaccessoires und moderne Hochschränke zählen zu den Mitteln, die hierdurch an Form und Struktur gewinnen und aus einer tristen Nasszelle ein Erlebnisbad machen. Auch im Bereich der Spiegelschränke sind die Möglichkeiten durch Kaltweiß und Warmweiß als Intensitätsstufen von LEDs gefragt, die Regelung über einen Dimmer zählt zu den Standardmodulen. Ablagefächer und Stauraum wird auf diese Weise optisch in Szene gesetzt, integriert sich hierdurch aber wesentlich besser und führt so zu einer besseren Raumnutzung gerade in kleinen Badezimmern.

Die neue Wohnlichkeit

Eine weitere Eigenschaft moderner Badeinrichtung ist der fließende Übergang zwischen Zweckbereich und wohnlichen Elementen. Vieles hat man früher zugunsten der Hygiene vermieden oder außen vor gelassen, ein Bad sollte praktischen Maßstäben genügen und galt daher häufig als kalt und ungemütlich. Nimmt man aber die Zeit, die jeder Mensch durchschnittlich pro Tag im Bad verbraucht, so liegt eine Kombination dieser zwei Elemente auf der Hand. Hier geben vor allem skandinavische Designer den Ton vor, sie punkten mit antik wirkenden Holzmöbeln und ebenso anspruchsvollen Verkleidungen. Holz hat dank seiner natürlichen Farbe eine beruhigende Wirkung, hemmt Stress und macht aus dem Bad das, was es eigentlich stets sein sollte: Einen Rückzugsort und Ort der Intimität, umgeben von lauter wohnlichen Aspekten.

Hierzu zählen natürliche Wäschekörbe aus Flechtgarn, natürliche Sitzgelegenheiten und natürlich punktuelle Lichtquellen. Licht als Energiespender nimmt auch hier eine immer größere Bedeutung auch, gerade in Bezug auf Technik im Badezimmer. So zählen multisensuelle Duschsysteme mit Wellnessfunktionen zu den Trends des Jahres, hier handelt es sich um eine Kombination aus Klanggefühl und Massage, ein fast schon pädagogischer Ansatz. Aber der Markt hierfür scheint vorzuliegen, allen voran der demographische Wandel macht die schlichte Notwendigkeit von therapeutischen Badmöbeln deutlich.

Eigene Ideen umsetzen

Möchte man selbst weg von einem zweckmäßig eingerichteten Raum und hin zu einem individuellen und persönlichen Raum, kann man insbesondere auf kleiner Fläche leicht und kostengünstig tätig werden. Zunächst empfiehlt sich da eine Erneuerung der Kachelkeramik, der bestimmenden Optik im Badezimmer. Im zweiten Schritt sollte versucht werden, den Waschbereich mit einem freistehenden Element zu verbinden. Hierzu eignet sich etwa ein verbreitertes Mineralgussbecken, welches mit einer farblich veränderten Armatur kombiniert wird. Eine klare, strikte Linienführung hilft dabei, Raum und Fläche besser auszunutzen.

Trendelemente des Jahres, wie etwa grifflose Auszugsfronten oder in Hochglanzlack gehaltene Ablagen und Verstaumöglichkeiten, können leicht in Eigenregie eingebracht werden. Wichtig ist lediglich, dass man sich farblich auf zwei bis drei Töne beschränkt und einen Kontrast zur jetzigen Farbgebung wählt.

Artikelbild: © Koksharov Dmitry / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.