Das Kinderzimmer schadstofffrei tapezieren: Darauf sollten Eltern achten

Das Kinderzimmer schadstofffrei tapezieren: Darauf sollten Eltern achten

Das Kinderzimmer ist ein Ort, in dem der Nachwuchs im jungen Alter einen Großteil seiner Zeit verbringt. Hier wird gespielt, gelacht, getobt und geschlafen. Eltern müssen dementsprechend dafür sorgen, dass sich die Kleinen in ihrem Raum wohlfühlen. Vor dem Kauf von Möbeln, Teppichen und Spielzeug müssen sich Eltern für eine Tapete entscheiden.

Die Auswahl an Tapeten für Kinderzimmer ist groß. Eltern und Kinder haben viele Möglichkeiten, das Zimmer gemeinsam zu gestalten. Die Optik sollte bei der Wahl der Kindertapete eine untergeordnete Rolle spielen, schließlich sind Kinder besonders sensibel und müssen vor giftigen Stoffen geschützt werden. Leider sind nicht alle Kindertapeten ganz so freundlich, wie sie aussehen.

Diese Stoffe können Kinder belasten

Papiertapeten sowie klassische Raufasertapeten sind beliebt und schön anzusehen. In der Regel sind sie auch frei von Stoffen, die Kinder belasten könnten. Dank ihrer Atmungsaktivität tragen sie zum Feuchtigkeitsaustausch bei und wirken sich so positiv auf das Raumklima aus. Daneben gibt es aber auch Tapeten mit Dispersionsanstrich, die die Feuchtigkeitsregulierung behindern und so für erhöhte Luftfeuchtigkeit sorgen, die letztendlich zur Bildung von Schimmelpilzen führt. Genau dieses Problem stellten zahlreiche Labore fest, wie im ÖKO-TEST-Magazin April 2009 zu lesen ist. Zu den gefundenen Schadstoffen gehören unter anderem:

  • Acrylate: Sie sind in Tapeten als Bindemittel zu finden und können Allergien auslösen.
  • Flüchtige organische Verbindungen: Wer einmal ein Zimmer tapeziert hat, kennt den strengen Geruch, den frisch aufgerollte Tapeten abgeben. Er stammt in der Regel von Flüchtig organischen Verbindungen, kurz VOC. Diese Substanzen belasten nicht nur die Raumluft, sie können im schlimmsten Fall zum Sick-Building-Syndrom führen.
  • Halogenorganische Verbindungen: Sie gelangen über Farben oder das Bleichen des Papiers in Tapeten. Viele dieser Stoffe sind allergieauslösend, einige erzeugen sogar Krebs.
  • Zinnorganische Verbindungen: Diese Stoffe werden genutzt, um Produkte licht- und hitzebeständig zu machen. Stoffe wie Tributylzinn (TBT) und Dibutylzinn (DBT) sind äußerst giftig und können bereits in kleinen Mengen das Hormon- und Immunsystem von Menschen beeinträchtigen.
  • Weichmacher: Sie halten die Kunststoffschicht, die auf das Trägermaterial aufgetragen wird, lange Zeit elastisch bleibt. Die Phthalate werden verdächtigt, Nieren, Leber sowie Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Der Hausstaub verteilt sie in der gesamten Wohnung, in Kleidung sowie Essen.

„Gesunde“ Tapeten für Kinderzimmer

Für Eltern ist es unumgänglich, beim Kauf von Tapeten auf äußerst kritisch zu sein. Der gesundheitliche Aspekt sollte oberste Priorität haben, schließlich verbringen Kleinkinder etwa 90 Prozent ihrer Zeit im Innenraum. Kindertapeten aus nachhaltiger Waldwirtschaft sind mit verschiedenen Qualitätssiegeln ausgezeichnet worden, die belegen, dass sie frei von Schadstoffen sind. Diese Tapeten bestehen aus Papier aus einer nachhaltigen Waldwirtschaft. Zur Herstellung verwenden die Unternehmen lösungsmittelfreie Druckfarben sowie zum größten Teil Bio-Baumwolle, die frei von Chemikalien und Schädlingsbekämpfungsmitteln ist.

Auf diese Qualitätssiegel sollten Eltern beim Kauf von Kindertapeten achten:

  • Der Blaue Engel: Um dieses Gütesiegel vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu erhalten, müssen Tapeten überwiegend aus recyceltem Papier sowie schadstoffarm hergestellt werden. Die Vergabe erfolgt durch die „Jury Umweltzeichen“, einem unparteiischen, weisungsfreien und ehrenamtlichen Gremium.
  • natureplus: Das erste europaweit einheitliche Bewertungssystem für nachhaltige Wohn- und Bauprodukte, geprüft auf Umwelt, Gesundheit und Funktion. Das Zeichen soll Verbrauchern beim Kauf von umweltverträglichen und gesundheitlich unbedenklichen Produkten helfen.
  • RAL Gütezeichen: Das RAL-GZ 479 Gütesiegel prüft Tapeten auf ihre ökologische und gesundheitliche Unbedenklichkeit.
  • TÜV Nord Systems GmbH & Co. KG: Der TÜV prüft Tapeten in vielerlei Hinsicht, zum Beispiel, dass sie aus allergen- und schadstoffkontrolliertem Material hergestellt sind oder dass sie aus einer nachhaltigen Produktion stammen.
  • ECO Institut, Tested Product: Dieses Zertifikat erhalten bautechnisch ausgereifte Produkte, die strenge Emissionsanforderungen erfüllen.
  • Qualitätssiegel „Gesundes Wohnen“ von HORNBACH: Neben unabhängigen Unternehmen prüft auch der Baumarkt HORNBACH seine Produkte auf gesundheitsschädigende Emissionen.

Artikelbild: © hkeita / Shutterstock

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