Das ökologische Babyzimmer: Das gesunde Nest für den Nachwuchs

Das ökologische Babyzimmer: Das gesunde Nest für den Nachwuchs

Alle Eltern sehen es als ihre wichtigste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich der Nachwuchs in den eigenen vier Wänden rund um die Uhr wohlfühlt. Bereits während der Schwangerschaft, insbesondere beim ersten Kind, aber auch später, wenn das Kind heranwächst, kommen eine Menge Fragen auf:

  • Was benötigt das Kind in seinen ersten Monaten?
  • Welche Dinge sind für das Kind schädlich?
  • Was fördert die Kreativität und Entwicklung des Kindes?

Nicht zuletzt kommen zahlreiche Fragen rund um das Kinderzimmer auf. Gerade bei der Babyzimmer-Gestaltung sind junge Eltern häufig überfordert. Es wird viel geplant, überlegt und hinterfragt. Die anstehenden Veränderungen bringen aufregende Zeiten ins Eigenheim. Doch das große Angebot macht es Eltern nicht leicht, die richtige Wahl beim Einrichten des Babyzimmers zu treffen. Aus diesem Grund haben wir diesen Artikel mit umfassenden Informationen und Tipps verfasst.

Wie dieses schöne Beispiel zum Thema „Babyzimmer gestalten“ zeigt, müssen sich Eltern auf einiges vorbereiten. Zahlreiche Studien belegen, dass ein gesundes Umfeld den Grundstein für eine gesunde Entwicklung des Kindes legt. Der Nachwuchs reagiert auf Umweltbelastungen und Schadstoffe besonders empfindlich. Aufgabe der Eltern ist es, ihre Kinder vor diesen Belastungen zu schützen und ihnen ein gesundes Wachstum zu ermöglichen, damit sie später nicht mit den Konsequenzen kämpfen müssen. Neben dem gesundheitlichen Aspekt steht beim ökologischen Kinderzimmer aber auch das Thema Umwelt- und Ressourcenschonung im Vordergrund.

Innenraumgestaltung: Tipps zu Anstrich, Bodenbelag und Möbel

90 Prozent ihrer Zeit verbringen Kinder in Innenräumen. Hier spielen Kinder, krabbeln über den Boden, liegen herum und nehmen auch Mal gerne das eine oder andere Spielzeug in den Mund. Demnach ist der Nachwuchs eventuellen Schadstoffen automatisch stärker ausgesetzt als Erwachsene. In ihrem jungen Alter entdecken und erkunden sie ihre Umwelt und scheuen sich nicht davor, sie buchstäblich in den Mund zu nehmen. Schadstoffe gefährden Kinder aber auch stärker, da sie, bedingt durch ihr Wachstum, einen höheren Grundumsatz besitzen. Kinder können in derselben Umgebung bis zu zehn Mal mehr Schadstoffe aufnehmen als ein Erwachsener. Aus diesem Grund spielt das Innenraumklima und somit auch die Wohnungshygiene eine große Rolle. Einzig und alleine die Eltern können dafür sorgen, dass ihr Kind in einer unbedenklichen und gesunden Umgebung aufwächst. Die drei Hauptpunkte im Bereich gesundes Innenraumklima bestehen aus dem Anstrich, den Bodenbelägen sowie den Möbeln.

Malzeit: Gesunde Anstriche für das Babyzimmer

Blau oder rosa? Für welche Farbe sich Eltern auch entscheiden mögen, wichtig ist, dass die Farben im Kinderzimmer nicht nur schön sind, sondern auch Wasserdampf durchlässt. Die Wand muss atmen können, nur dann werden keine Schadstoffe an die Raumluft abgegeben. Bereits ein kleiner Schadstoffgehalt fällt aufgrund der großen Menge an Wandfarbe schnell negativ auf. Folgende Farben sind für das Babyzimmer geeignet:

  • Naturharzdispersion: Eine Dispersion, die aus natürlichen Harzen, Wachsen, Ölen, Wasser, Zitrusschalenölen, Balsamterpentinöl sowie Pigmenten besteht. Sie lädt sich elektrostatisch nur in geringem Maße auf und hat eine gute Dampfdurchlässigkeit.
  • Kalkanstrich: Eine preiswerte Farbe aus Wasser und gelöschtem Kalk. Kalk absorbiert Gerüche, verringert das Risiko der Schimmelpilzbildung und wirkt desinfizierend.
  • Silikatfarbe: Besteht aus Kreide, Kaliwasserglas, Farbpigmente sowie einem geringen Anteil von Kunstharzen. Für diese Farbe sprechen die antibakteriellen und pilztötenden Eigenschaften.
  • Kaseinfarbe: Zu ihren Inhaltsstoffen gehören Kasein, Kreide, Wasser, Borax sowie Milch. Kaseinfarben sind gut deckend, atmungsaktiv und gut deckend.
  • Leimfarbe: Diese Farbe besteht aus bindenden Leimen, Wasser sowie Kreide. Durch ihre Wasserdampfdurchlässigkeit eignet sie sich gut für Wohnräume, nicht aber Nassräume.

Stehen, sitzen, laufen: Böden sind stark beansprucht

Babys können sich in den ersten Wochen nicht auf dem Boden aufhalten. Wenige Monate später sitzen Babys aber bereits eigenständig und beginnen, überall herumzukrabbeln. Aus diesem Grund ist die Wahl des Bodenbelags von großer Wichtigkeit. Sie beeinflusst die Behaglichkeit des Kinderzimmers und somit auch die Gesundheit des kleinen Bewohners.

Bei der Materialwahl müssen Eltern auf Schadstofffreiheit achten und insbesondere schadstoffhaltige Kleber vermeiden, die leider in vielen Produkten zu finden sind. Achten Sie beim Kauf der typischen Bodenbeläge auf folgende Dinge:

  • Linoleum: Dieses Material lädt sich elektrostatisch wenig auf und ist fußwarm. Reines Linoleum wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Kork, Holz, Leinöl, Gesteinsmehl und Jutefasern produziert und enthält somit keine bedenklichen Inhaltsstoffe.
  • Kork: Dieser Bodenbelag ist fußwarm, strapazierfähig und elastisch. Kork wird aus geschrotetem Naturkork sowie einem Bindemittel hergestellt. PVC-beschichtete Korkfliesen sind nicht empfehlenswert, naturbelassene und gewachste Varianten dagegen schon.
  • Teppichböden: Auch dieser Bodenbelag ist weich und fußwarm. Die Nutzschicht wird aus natürlichen Fasern wie Sisal, Kokos, Wolle und Jute oder synthetischen Varianten wie Polyamid, Polyolefinen und Polyester produziert. Empfehlenswert sind Teppichböden aus Jute und Naturlatex.
  • Holzfußböden: Holz gibt dem Boden nicht nur eine natürliche Atmosphäre, sie laden sich mit einer natürlichen Oberflächenbehandlung auch nicht auf. Ihre Dauerhaftigkeit und vergleichsweise geringen Pflegekosten machen Holzböden zu einem wirtschaftlichen Bodenbelag.
  • Kunststoffböden: Sie lassen sie leicht verlegen, sind günstig und beständig. Leider sind sie nicht atmungsaktiv und laden sich ohne eine antistatische Aufrüstung auch auf. Zudem werden sie nicht aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern Erdölprodukten hergestellt.

Öko-Möbel: Gesunde Raumluft für das Baby

Ähnlich wie beim Bodenbelag spielt auch bei den Möbeln das Material eine große Rolle. Besonders empfehlenswert sind natürlich Materialien. Leider achten viele Eltern beim Kauf von Möbeln für das Babyzimmer nur auf ihre Optik und den praktischen Nutzen. Natürlich schützen abgerundete Ecken vor Verletzungen, eine gewisse Standfestigkeit und stabile Verarbeitung sind auch gewünscht. Dennoch beeinflussen Schadstoffe, die aus den Kindermöbeln austreten, die Raumluft. Deshalb ist beim Kauf auf folgende Dinge zu achten:

  • PVC und Spanplatten meiden: Bei beschichteten Spanplatten ist die Gefahr groß, dass das häufig in den Medien angesprochene Umweltgift „Formaldehyd“ ausdampft. In Deutschland dürfen lediglich Spanplatten der Güteklasse E1 verkauft werden – bei diesen Produkten ist die Konzentration des Stoffes minimal.
  • Vollholzmöbel: Die gesunde und ökologische Alternative zu den zuvor genannten Produkten sind Möbel aus Holz regionaler Wälder oder Produkte, deren Holz mit dem FSC-Gütesiegel ausgestattet ist. Dieses Siegel garantiert die ökologische Waldbewirtschaftung.
  • Second Hand: Möbel aus zweiter Hand haben den Vorteil, dass sie günstig sind und jegliche Schadstoffe ausgedampft sind. Aus gesundheitlicher Sicht sind sie dementsprechend sehr empfehlenswert. Zudem reduziert man mit dem Kauf von Second Hand-Möbeln den Abfall und schont Ressourcen.

Artikelbild: © mmphotographie.de / Shutterstock

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