Der richtige Umgang mit einer Leiter – Sicherheit hat oberste Priorität

Der richtige Umgang mit einer Leiter – Sicherheit hat oberste Priorität

Beim Heimwerken setzen Sie sich immer auch einer Gefahr aus, denn zumeist wird dem Aspekt der Arbeitssicherung nur eine geringe Aufmerksamkeit zuteil, was im schlimmsten Fall für bleibende Schäden und gefährliche Verletzungen sorgt. Dabei zeigt sich, dass schon bei der Auswahl einer Leiter viele Fehler begangen werden, da preisliche Gründe ein höheres Gewicht haben als Eigenschaften, die zur erhöhten Sicherheit beitragen würden. Betrachtet man zusätzlich die Unfalldaten im Zusammenhang mit Stürzen von Leitern, so gibt es jährlich viele tausende Verletzte aufgrund eines unsachgemäßen Gebrauchs oder aber einer Verwendung von beschädigten Leitern.

Dieser Beitrag soll Ihnen daher einen Überblick geben, wie Sie ebenso sicher und effektiv mit Leitern arbeiten können.

Alte Leitern aussortieren

Auch wenn Beschädigungen als noch so gering angesehen werden, resultieren aus diesem Gebrauch regelmäßig Unfälle und schwerste Verletzungen. Leitern sind aus diesem Grunde immer vorab zu überprüfen, und zwar auf Mängel an den Scharnieren oder der Spreizsicherung, aber auch hinsichtlich der Stabilität am Tritt. Wenn Sie Modelle mit Gummi- oder Plastikfüßen haben, besteht das Risiko wegzurutschen, da auch Schäden an der Unterseite die Stabilität beeinflussen können. Gerade Leitern für den Garten, die das ganze Jahr über dort aufbewahrt werden und aus Holz bestehen, weisen schnell morsche Stellen auf und müssen aus diesem Grunde ebenso entsorgt werden.

Schritte für ein sicheres Arbeiten

  • Achten Sie darauf, dass die Leiter nur auf einem festen sowie ebenen Untergrund aufgebaut wird. Vermeiden Sie es daher auch, mit Hilfsmitteln die Höhe der Leiter zu verlängern und dabei die Stabilität aus dem Auge zu verlieren.
  • Der Gebrauch einer Fußverbreiterung ist sinnvoll, denn damit verteilen Sie Ihr Gewicht gleichmäßig und erhöhen die Standfestigkeit der Leiter. Verwenden Sie hierbei nur rutschfeste Leiterfüße, denn harte Untergründe sind aufgrund der Witterung im Außenbereich häufig glitschig und daher unsicher. Bei einem weichem Untergrund empfehlen sich stabile Fußspitzen.
  • Es ist zudem auf den richtigen Neigungswinkel zu achten, sodass die Leiter weder zu steil noch zu flach aufgebaut wird und dabei einzelne Stellen über Maß belastet werden. Empfehlenswert ist, je nach Art der Leiter, ein Winkel im Bereich von 70 bis 75 Grad, um ein Umkippen zu vermeiden.
  • Zu kurze Leitern haben das Problem, dass Sie seitlich wegrutschen können, da das Gewicht nicht optimal aufliegt. Ideal ist eine Länge von einem Meter, die über die Austrittsstelle hinausragt, was in etwa drei Sprossen entspricht.
  • Verunreinigte Leitern, etwa aufgrund von Fett- oder Zementresten, beeinflussen die Trittsicherheit jeder Sprosse. So bröckelt beispielsweise Farbe mit der Zeit ab, wo sie zuvor noch einen sicheren Stand gesorgt hat.
  • Bei der Auswahl des richtigen Schuhwerkes ist es wichtig, geschlossene Arbeitsschuhe zu tragen. Achten Sie hier insbesondere darauf, keine glatten Sohlen zu wählen, da Sie somit leichter wegrutschen.
  • Auch wenn es in dem Moment sinnvoll erscheint, mehrere Dinge über die Leiter zu erledigen, so belasten Sie die Sicherheit der Leiter ungemein mit einem Hinauslehnen oder dergleichen. Wenn Sie solche Arbeiten freihändig vollführen wollen, sollten Sie sich mit einfachen Mitteln festzurren und für passendes sowie geordnetes Werkzeug sorgen, um nicht unnötig Suchen zu müssen. Verschieben Sie die Leiter notfalls mehrere Male, um nicht durch Verrenkungen eine zusätzliche Gefahr zu schaffen.

Gefahrensituationen vermeiden

Häufig ist es so, dass elektrische Leitungen in geringer Höhe an Wohnsiedlungen vorbeiziehen, sodass immer ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden muss. Zusätzlich besteht ein Risiko darin, das zulässige Höchstgewicht für Leitern zu überschreiten, was regelmäßig bei 150 Kilogramm liegt. Hier kann es durchaus sein, dass Sie wegrutschen oder die Leiter aufgrund der Überbelastung bricht.

Sie sollten daher insbesondere abwechselnd die Leiter betreten, da jeder einzelne durch seine Gangart die Leiter von allen Seiten belastet, sodass diese seitlich wegzurutschen droht. Achten Sie deshalb auch darauf, dass Sie die Leiter grundsätzlich nur gegen tragfähige sowie feste Wände und Mauern lehnen, vermeiden Sie unsichere Masten oder bewegliche Dinge. Weisen Sie am Fuß der Leiter darauf hin, dass Sie sich auf dieser befinden und vermeiden Sie es, diesen Bereich mit Sachen zuzustellen oder den Zugang dazu zu beschränken.

Artikelbild: © Robert Kneschke / Shutterstock

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