Der Traum vom Eigenheim – Sicherheit auf der Baustelle

Der Traum vom Eigenheim – Sicherheit auf der Baustelle

Viele Menschen wünschen sich ein eigenes zu Hause und damit Unabhängigkeit von Vermieter und Co. Doch oftmals reicht das Ersparte nicht aus, um eine Firma mit dem Bau zu beauftragen. In diesem Fall müssen die Bauherren selbst Hand anlegen. Doch der Selbstbau hat auch seine Vorteile: Je nach Ausmaß der Eigenleistung können die Kosten für den Rohbau um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Doch Selberbauen bedeutet auch Verantwortung. Worauf muss auf der eigenen Baustelle geachtet werden?

Wie sicher ist die Baustelle?

Diese Frage muss sich jeder Bauherr vor Baubeginn stellen. Zwar spart die Eigenleistung viel Geld, ein selbst verschuldeter Unfall auf der Baustelle kann allerdings schnell teuer werden, wenn nicht die passende Bauversicherung abgeschlossen wurde. Nachfolgend einige Hinweise für mehr Sicherheit[1] auf dem Grundstück.

Warnhinweise mit Schildern und Werbeplanen

Baustellenschilder gehören zur kategorischen Pflicht auf jeder Baustelle. Sie weisen Dritte darauf hin, dass der Zutritt für Unbefugte verboten ist. Die Schilder sind allerdings ausschließlich Warnhinweise, im Ernstfall bewahren sie den Bauherren nicht vor den Ansprüchen Dritter. Werbeplanen werden oftmals von Baufirmen genutzt, um auf sein Unternehmen aufmerksam zu machen. Beim Selbstbau können diese auch durchaus für Warnhinweise genutzt werden.

Baugrundstück absichern

Bereits beim Grundstückerwerb ist der Bauherr für den Flecken Erde und alles, was darauf geschieht, verantwortlich. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn die Bauarbeiten noch gar nicht begonnen haben. Das Bauland sollte nach dem Erwerb entsprechend abgesichert werden. Ein Bauzaun schützt vor unbefugtem Zutritt und der Bauherr kommt damit seiner Sicherungspflicht nach.

Absturzsicherungen

Die Absturzsicherung ist auf der Baustelle genauso wichtig, wie Warnschilder. Wenn die Arbeiter in schwindelerregender Höhe arbeiten, reicht ein Fehltritt aus, um mehrere Meter in die Tiefe zu fallen. Dieser Fehltritt kann den für Bauherr den Ruin bedeuten und hätte mit einer Absturzsicherung vermieden werden können.

Übrigens: Bei jedem Bauvorhaben muss die Baugrube schnellstmöglich gefüllt werden. Dazu ist der Betreiber des Vorhabens verpflichtet. Zudem gibt es maximale Sturzhöhen, die eingehalten werden müssen.

Das Thema Arbeitsschutz

Die Unfallhäufigkeit ist auf Baustellen doppelt so hoch wie an anderen Arbeitsplätzen – und das trotz mittlerweile hohen Sicherheitsstandards. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen haben Unfälle auf Baugrundstück meist erhebliche Folgen. Hauptursachen sind oftmals Planungs- und Organisationsmängel, aber auch Fehler bei der Bauausführung. Die Baustellenverordnung dient jedem Bauherrn als modernes Regelwerk, um Sicherheit und Gesundheitsschutz auf seiner Baustelle zu gewährleisten.

Die „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen“ dient als Informationsquelle, um den Arbeitsschutz der Beschäftigten auf Baustellen zu gewährleisten und zu verbessern. Sie richtet sich in erster Linie an Bauherren und überträgt ihm eine Reihe von Pflichten und Aufgaben bei der Planung und Ausführung seines Bauvorhabens.

Pflichten und Tipps für Bauherren

1. Sicherheit beginnt am Reißbrett

Bereits bei der Planung und Ausführung des Bauvorhabens muss an die Sicherheit auf der Baustelle gedacht werden. Dabei gilt es, alle grundlegenden Prinzipien des Arbeitsschutzes zu beachten. Nachfolgend die Wichtigsten:

  • Gefahren für alle Beschäftigten auf der Baustelle vermeiden
  • ist dies nicht möglich, Gefahren minimieren
  • Gefahren an der Quelle bekämpfen
  • gefährliche Stoffe ersetzen anstatt Schutzkleidung einsetzen
  • Grundsätze bei der Einteilung von Arbeiten beachten, welche nacheinander oder gleichzeitig ausgeführt werden

2. Unterstützung anfordern

Jeder Bauherr trägt alleine die Verantwortung für Sicherheit auf seinem Baugrundstück. Für Neulinge ist diese Verantwortung zu groß, Unterstützung sollte unbedingt angefordert werden! In diesem Fall kann ein Dritter mit der Aufsicht der Baustelle beauftragt werden. Dementsprechend wird auch die Verantwortung auf diese Person übertragen. Der Dritte kann beispielsweise ein Planungsbüro oder ein Architekt sein.

3. Koordinator für Überblick

Beschäftigt der Bauherr mehrere Arbeitgeber auf seiner Baustelle, sollte einer oder mehrere Koordinatoren bestellt werden. Ihre wesentlichen Aufgaben sind:

  • Gefahren erkennen und erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen bestimmen
  • die Einhaltung der vorgegebenen Schutzmaßnahmen prüfen
  • die Zusammenarbeit der verschiedenen Unternehmen organisieren

Was der Koordinator besitzen muss:

  • er muss je nach Bauvorhaben Architekt, Techniker, Ingenieur, Meister oder geprüfter Polier sein
  • benötigt umfassende Arbeitsschutzkenntnisse
  • mehrjährige Erfahrung in Planung und Ausführung entsprechender Bauvorhaben
  • Kenntnisse über spezielle Aufgaben als Koordinator

Zum Schluss gehört zu den Aufgaben eines Koordinators ebenfalls die Zusammenstellung einer Unterlage mit allen Informationen und Angaben zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz.

Artikelbild: © Diego Cervo / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Luise Mikamann 27.11.2017 23:14 Uhr

    Danke für die Tipps! Wir bauen ein neues Gewächshaus im Garten und wir müssen das alte abreißen. Ich wollte mich informieren, wie man auf der Baustelle sicher ist.

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