Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen

Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen

Die Gründe für Versicherte, nicht an einer Lebensversicherung festzuhalten und diese zu kündigen, sind vielfältig und oftmals persönlicher Natur. Ein Großteil der Versicherten nimmt daraufhin hohe Abschläge und Nachlässe in Kauf, die teils über Jahrzehnte mühsam angespart und erworben wurden. Auch für Lebensversicherungen existiert jedoch ein Zweitmarkt, auf welchem qualifizierte Anbieter derlei Verträge ankaufen und dadurch bis zu 15 Prozent mehr Ertrag möglich sind, als dies bei einer Kündigung der Fall wäre.

Dieser Beitrag klärt die Grundlagen und gibt Aufschluss für interessierte Versicherte.

14 Milliarden Euro an jährlichen Stornos

Die oben genannte Summe bezeichnet das Volumen der Lebensversicherungen, die Jahr für Jahr gekündigt werden. Eine gewaltige Summe, nimmt man die darauf anfallenden Nachlässe zugrunde und der Vermögensverlust der betreffenden Versicherten. Dabei ist es bei einer durchschnittlichen Vertragsdauer von 25 Jahren, die vielen Versicherten einiges abverlangt, keine große Überraschung, dass langfristige Gewinne den kurzfristigen Bedürfnissen angepasst werden. Der wichtigste Grunde ist in diesem Zuge aber der mögliche Verlust von angesparten, mit einkalkulierten endfälligen Schlussüberschüssen. Gerade in Niedrigzinsphasen abgeschlossene Policen, die sich oftmals nur allein aufgrund dieser Tatsache gegenüber dem Markt rechnen, gehören zu den größten Verlierern.

Dieser Entwicklung folgend, aber vor allem das Potential darin sehend, bewegt sich der Zweitmarkt für Lebensversicherungen stetig fort. Der Branchenspezialist Policen Direkt, mit über 70 Prozent Anteil am Markt wesentlicher Akteur, hat sein Geschäftsmodell darauf ausgerichtet und bietet kundenfreundliche Szenarien vielfältigster Art. Dadurch, dass professionelle Investoren entsprechende Policen übernehmen und bis zur Endfälligkeit bedienen, können im Schnitt 15 Prozent höhere Verkaufserlöse gegenüber der Kündigung erzielt werden.

Der Zweitmarkt als Rettungsanker für mehr Liquidität

Ein entscheidender Vorteil für Versicherte liegt darin, dass seitens der Assekuranzen keine Beschränkungen für solch einen Verkauf aufgelegt werden. Es ist demnach erst einmal grundsätzlich jeder Versicherte dazu in der Lage, seine Policen dementsprechend zu verwerten. Der Verkauf von Kapitallebensversicherungen sollte vor dem Hintergrund der größtmöglichen Transparenz stehen. So gilt es als grundlegende Voraussetzung, dass dem Versicherten der sogenannte Todesfallschutz erhalten bleibt. Demnach gilt man weiterhin als versichert, die begünstigten Personen erben bei Todesfall dennoch die jeweilige Leistung. Davon in Abzug gebracht werden sämtliche laufende, aufgerechnete Kosten und Beiträge sowie der entsprechende Kaufpreis.

Ein wichtiger Punkt ist zudem, vor allem um Skepsis abzulegen, die steuerlichen Vorteile für gewisse Policen. Jene, die vor 2005 abgeschlossen wurden, fallen aktuell unter dieselbe gesetzliche Regelung und werden nicht mit Kapitalertragsteuer belegt, was darüber hinaus weitere Vorteile mit sich bringt. Sieht man des Weiteren die Tatsache, dass Policen weitergeführt werden und Überschüsse sich ansammeln, so ist bei Fälligkeit mit einer dementsprechenden Zahlung zu rechnen.

Tipps zur Auswahl

Nachdem wir zunächst die Grundlagen und Vorteile betrachtet haben, widmen wir uns im letzten Abschnitt den Auswahlhilfen von Ankäufern. Denn auch bei gültigen Verträgen könnte es passieren, dass das Unternehmen kurzfristige Liquiditätsengpässe verkraften muss und letztlich die Auszahlung insgesamt zweifelhaft erscheint. Teilzahlungen, wie sie in manchen Fällen offeriert werden, eignen sich vor dem Hintergrund der Risikodiversifikation deshalb nur bedingt und sollten gemieden werden.

Des Weiteren muss darauf Wert gelegt werden, dass eine Bank als Treuhänderin agiert und jegliche Prozesse der Transaktion transparent betreut. Dieser Service gilt nach Außen als Qualitätsmerkmal und wird faktisch offensiv beworben, wohingegen in anderen Fällen mit weiteren Strickfallen zu rechnen ist. Gehen Sie zudem her und prüfen stichpunktartig, welche Gesellschaften überhaupt seitens des Ankäufers akzeptiert werden, sodass eine breite Basis sichtbar wird.

Sogenannte Qualitätsbewertungen, wie sie beispielsweise von Ratingagenturen vorgenommen werden, gelten als weiteres Signal zur Überprüfung. Maßgeblich wird hier die Marktgröße in Relation zur Gesellschaft gelegt, um Rückschlüsse auf Kapitalkraft und allgemeine Wettbewerbssituationen zu vollführen. Da diese Tests oftmals von unabhängigen Kommissionen und anhand objektiver Maßstäbe durchgeführt werden, bieten sie eine weitere Grundlage zur Auswahl des Ankäufers.

Artikelbild: © Jirsak / Shutterstock

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