Die Entwicklung der Energiepreise 2016

Die Entwicklung der Energiepreise 2016

In diesen Tagen wirbt ein Millionär lautstark und medienwirksam für einen Stromanbietervergleich und -wechsel im Fernsehen. Denn alle Jahre wieder im Herbst werden die Vergleichsportale aktiv, um neue Kunden zu gewinnen. Preisentwicklung von Strom und Gas werden in der dritten Jahreszeit für das kommende Jahr bekannt – ein Wechsel teilweise lukrativ. Auch für 2016 sind erneut Preissteigerungen zu erwarten. Der Strom wird teurer. Die Gaspreise hingegen sollen letztendlich sinken.

Strompreise steigen im kommenden Jahr

Die Vergleichsportale „Check 24“ und „Verivox“ sind sich einig: Die Strompreise werden im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,9 Prozent steigen. Das entspricht 42 Euro Mehrkosten für einen Haushalt, der etwa 5000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht. Dadurch werden die durchschnittlichen Energiekosten eines Haushaltes um 9,9 Prozent höher – rund 5,8 Millionen Haushalte sollen davon betroffen sein. Zahlreiche Anbieter haben angekündigt, dass sie im Januar oder Februar ihre Preise anheben werden – etwa 100 verschiedene Unternehmen. Jedoch gibt es auch Anbieter, die preislich herabstufen wollen. Hier sollen etwa 30 bis 40 Versorger für mindestens einen Tarif ihre Preise senken.

Wer den Anbieter wechseln möchte, kann durch verschiedene Strompreisvergleiche im Internet fündig werden. Zahlreiche Tarifrechner übernehmen die Kalkulation. Hier sollten jedoch mehrere Anbieter in Anspruch genommen werden, um besser vergleichen zu können. Auch sind so die Stromversorger zu finden, die ihre Preise senken wollen.

Gründe für steigende Strompreise

Wer ökologischen Strom besser nutzen und fördern will, der muss dafür in die Tasche greifen. Das zumindest ist in Deutschland der derzeitige Prozess, warum sich die Strompreise erhöhen. Denn die Ursachen sind zum einen in der EEG-Umlage zu finden. Diese wird von 6,17 Cent pro Kilowattstunden auf 6,35 Cent pro Kilowattstunden erhöht. Das entspricht einer Steigerung von drei Prozent und bedeutet ein Rekordhoch, meldeten zahlreiche Netzbetreiber bereits im Oktober des Jahres. Der Ökostrom wird zu festen Sätzen subventioniert, aber der Preis an der Börse fällt zugleich – fast zehn Prozent sagen Experten für das kommende Jahr voraus. Das erhöht zum einen den Druck auf Anbieter mit konventionellen Kohle- oder Gastkraftwerken.

Ein weiterer Beschluss der Bundesregierung steckt ebenso hinter der Strompreiserhöhung. Denn die Zuschüsse für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (die sogenannte KWK-Umlage) werden ebenfalls steigen: von 0,25 Cent pro Kilowattstunde auf 0,53 Cent pro Kilowattstunden. Das entspricht einer durchschnittlichen Verteuerung von etwa 14 Euro pro Jahr. Zudem gibt es ab 2016 auch eine neue Abgabe für Braunkohlekraftwerke, die Netzentgelte werden damit um 0,05 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Auch ist die Energiewende in Deutschland in der Infrastruktur für die Netzbetreiber eine logistische Herausforderung: Es müssen mehr Investitionen in die Transportwege gesteckt werden. Zahlreiche Anbieter erwarten mehr Kosten durch neue Verteilerwege. Soll die Stromversorgung zum Beispiel durch Erdverkabelung gewährleistet werden, kostet das ebenfalls noch einmal viel Geld. Diese etwa drei bis acht Millionen Euro werden letztendlich auf den Strompreis umgelegt.

Gaspreise sollen sinken

Doch es gibt auch gute Nachrichten für das kommende Jahr: Die Gaspreise werden in vielen Fällen gesenkt. Das haben zumindest zahlreiche Gasversorger angekündigt. Rund 3,9 Millionen Haushalte sind von diesen Preissenkungen betroffen. Niedrigere Beschaffungspreise sorgen für eine Verbilligung von bis zu 20,4 Prozent. Hier sollte vor allem ein Auge auf Gasgrundversorgung und Alternativanbietern geworfen werden. Denn hier sind weitere deutliche Preisunterschiede zu finden. Bis zu 46 Prozent kann hier ein Anbieterwechsel ausmachen. Durchschnittlich betragen die Ersparnisse im kommenden Jahr jedoch etwa neun Prozent.

Sparen mit Festpreisgarantie

Wer sich nicht jedes Jahr informieren möchte, wie sich die Energiekosten im kommenden Jahr entwickeln werden, der sollte die Möglichkeit einer Festpreisvereinbarung prüfen. Zahlreiche Anbieter offerieren eine Preisgarantie von zwischen drei Monaten bis zu drei Jahren. Interessant für die Finanzen wird solch ein Angebot jedoch erst ab einer Dauer von einem Jahr, in dem der Strompreis fixiert ist. Hier sollte der Verbraucher genau das Kleingedruckte studieren, denn so manche Falle lauert in den Verträgen für Sparwillige dennoch. Aber grundsätzlich kann sich eine Preisgarantie lohnen, zahlreiche Experten beurteilen diese Sondertarife positiv.

Auch bei Festpreisen gibt es Nachteile. Zum einen bleibt eine Unsicherheit, dass der Markt sich günstiger über den Zeitraum entwickelt. In vielen Fällen wird dem Festpreis auch ein höheres Preisniveau zugrunde gelegt. Aber auch zum Laufzeitende können Anbieter ihre Preise nochmals „anpassen“ – und somit im Nachhinein passend aufgrund sogenannter Steuer- und Abgabeerhöhungen regulieren.

Zusammenfassung

Im kommenden Jahr werden die Preise für den Strom steigen. Rund drei Prozent Mehrkosten sollte ein Haushalt einplanen. Grund ist vor allem die Energiewende: Die EEG-Umlage sowie die KWK-Umlage steigen, eine weitere Umlage für Braunkohlekraftwerke kommt hinzu und die Investitionen in die Infrastruktur verteuern die Preise. Die Kosten für die Gasversorgung hingegen werden in 2016 in vielen Fällen sinken. Bis zu rund 20 Prozent können hier Haushalte unter Umständen reduzieren, durchschnittlich werden rund neun Prozent eingespart.

Artikelbild: © Bohbeh / Shutterstock

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