Die modernen Anforderungen an einen Staubsauger

Die modernen Anforderungen an einen Staubsauger

Staub – ein Stammgast in jedem Haushalt rund um den Globus. Er nimmt jeden Quadratzentimeter Fläche im Haus ein und gibt diesen nicht wieder her, bis man ihn mit Gewalt entfernt. Unter Gewalt versteht sich natürlich die Verwendung eines leistungsstarken Staubsaugers, der dem Staub auf den Leib rückt.

Trend zu niedrigerem Verbrauch

Im Laufe der Jahre hat sich die Technik ständig weiterentwickelt. Ein historischer Artikel der Stiftung Warentest gibt einen Einblick, wie ein Staubsauger aus dem Jahr 1967 funktionierte. Beim Anblick der vergleichsweise schwachbrüstigen Leistung zwischen 300 und 900 Watt schmunzeln viele Verbraucher.

Heute gibt es Staubsauger, die mehr als 2.000 Watt verbrauchen. Doch dieser Trend ist inzwischen rückläufig: Diese Geräte verbrauchen schlichtweg zu viel Strom, ohne dass sie eine gute Saugleistung vorweisen können. Laut der Deutschen Energie-Agentur liegt der Marktanteil der Geräte unter 1.200 Watt bereits bei 25 Prozent. Noch beliebter sind die Modelle unter 800 Watt, die sich zehnmal besser verkaufen.

Hintergrund: Seit dem 1. September gilt eine EU-weite Regelung, die gewisse Mindestanforderungen in puncto Energieeffizienz festlegt. Die Leistungsaufnahme eines Staubsaugers darf 1.600 Watt nicht übertreffen. Ab dem 1. September 2017 wird die maximal erlaubte Leistungsaufnahme auf 900 Watt reduziert.

Die Produktgruppe Staubsauger

Der Begriff Staubsauger ist eine allgemeine Bezeichnung, die eine Produktgruppe beschreibt, die für verschiedene Anwendungsgebiete hergestellt wird. Man unterscheidet im Grunde zwischen folgenden Grundtypen:

  • Staubsauger mit Beutel
  • Staubsauger ohne Beutel

Obwohl es mehrere verschiedene Staubsaugertypen gibt, ist für den Otto-Normalverbraucher der Bodenstaubsauger die interessanteste Version.

Das Preissegment sieht hier folgendermaßen aus:

Preissegment Umsatzanteil
< 80 Euro 30,0 %
80 – 150 Euro 28,3 %
150 – 200 Euro 17,0 %
200 – 300 Euro 16,5 %
> 300 Euro 8,2 %

Der Durchschnittspreis eines Bodenstaubsaugers beläuft sich auf 155 Euro.

Interessant ist die Entwicklung der Absatzzahlen von Staubsaugern in Anbetracht ihrer Leistungsaufnahme. Wie die dena auf Basis von GfK-Daten ermittelt hat, lag der Marktanteil der Geräte mit einer Leistungsaufnahme von mehr als 2.000 Watt im Mai 2014 bei 61,2 Prozent.

Wenige Monate später, im Oktober desselben Jahres, schrumpfte der Marktanteil auf 38,9 Prozent. Natürlich wuchs im selben Zeitraum der Marktanteil der Geräte mit weniger als 1.000 Watt um ein Vielfaches.

Wie unschwer zu erkennen ist, entwickelt sich der Markt der Staubsauger mit einer niedrigen Leistungsaufnahme von einem Nischenprodukt zu einem Artikel, welcher in absehbarer Zeit den Löwenanteil des Marktes ausmachen wird. Diesen Gedanken sollten Verbraucher beim Kauf eines Staubsaugers im Hinterkopf behalten.

Sich mit der Produktkategorie Staubsauger befassen

Der Staubsauger ist ein Instrument für den Erhalt des Haushaltes, welches für den modernen Menschen unverzichtbar ist. Dennoch befassen sich nur wenige Verbraucher intensiv mit dieser Produktkategorie. Würde man sie zu den zahlreichen Bezeichnungen rund um den Staubsauger befragen, wüssten die meisten mit Sicherheit nicht die Antwort darauf.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist aus dem Grund wichtig, weil noch immer der Irrtum vorliegt, die Wattanzahl wäre ein Indiz für Leistung. Dabei handelt es sich lediglich um eine Angabe der maximalen Leistungsaufnahme – also, wie viel das Gerät verbraucht. Warum eine geringere Leistungsaufnahme nicht die Saugleistung behindert, erklärt dieser Artikel im Detail.

Was sagen die Mitbürger?

Testberichte zu Staubsaugern gibt es viele. Sie sind eine sinnvolle Hilfe beim Kauf eines neuen Saugers. Dennoch sollten Verbraucher mehr als nur eine Quelle zurate ziehen. Das Deutsche Instiut für Service-Qualität hat in einer Umfrage die Kundenzufriedenheit verschiedener Staubsauger-Hersteller ermittelt. Das Ergebnis: Das britische Unternehmen Dyson erhält als Einziger das Qualitätsurteil sehr gut beim Gesamturteil. Hinter Dyson reihen sich die Unternehmen Miele, Vorwerk, Hoover, Siemens AEG sowie Bosch ein.

Kundenmeinungen sind generell ein gutes Indiz für Qualität. Diese Ergebnisse kann kaum jemand verfälschen, schließlich liegt es im Sinne des Verbrauchers, ein möglichst zufriedenstellendes Gerät zu besitzen. Abseits der Umfrage können sich Interessierte auch an Bewertungen im Internet orientieren. Diese werden sowohl in den großen Onlineshops als auch auf Preisvergleichsseiten abgegeben. Auch die Stiftung Warentest nimmt regelmäßig Staubsauger unter die Lupe.

5 Kaufkriterien für einen Staubsauger

Wie aus den bisherigen Abschnitten dieses Artikels ersichtlich sein sollte, sind die Staubsauger der Zukunft sparsam und haben eine niedrige Leistungsaufnahme. Das alleine hilft allerdings noch nicht bei der Kaufentscheidung. Schließlich gibt es Staubsauger mit und ohne Beutel, voll automatisiert und akkubetrieben.

  1. Zukunft: Angesichts der Tatsache, wie viele neue Staubsauger jedes Jahr das Licht der Welt erblicken, sollte man sich ein Gerät aussuchen, welches eine Zukunft hat, sprich: Der Hersteller bietet auch in einigen Jahren noch Ersatzteile und Zubehör dafür an. Es macht Sinn, einen Staubsauger zu kaufen, der bereits ein Jahr auf dem Markt ist, denn dieses Gerät hat sich bereits erprobt.
  2. Mit/ohne Beutel: Staubsauger mit Staubbeutel gelten als hygienischer und leichter zu reinigen. Verbraucher müssen den Beutel lediglich aus dem Gerät nehmen und in den Hausmüll werfen. Da sich die Staubbeutel aber nicht wiederverwenden lassen, entstehen zusätzlich Kosten. Beutellose Staubsauger sind eine Alternative. Sie müssen jedoch regelmäßig gereinigt werden und sind für Allergiker häufig ungeeignet.
  3. Ausstattung: Hersteller statten ihre Geräte mit neuen Funktionen aus, die Verbrauchern das Saugen erleichtern sollen. So sitzen die Bedienelemente häufig am Griff oder der Staubsauger lässt sich per Fußbedienung ansteuern. Auch ergonomischer Griffe sowie gummierte Räder sorgen für mehr Komfort. Doch beim Kauf sollte man auch auf den Aktionsradius achten. Ist das Kabel zu kurz, muss der Staubsauger ständig an einer anderen Steckdose angeschlossen werden.
  4. Filter: Ob Staubsauger mit oder ohne Beutel, kein Verbraucher sollte auf einen hochwertigen Filter verzichten. Insbesondere Allergiker und andere empfindliche Menschen kommen um den Kauf eines HEPA-Filters nicht herum. HEPA steht für hocheffiziente Partikel-Absorption und bezeichnet Filter, die mehr als 99,9 Prozent aller Staubpartikel aus der Luft filtern können.
  5. Leistung: Gemeint ist keinesfalls die Watt-Zahl, sondern andere Faktoren. Der Motor beispielsweise muss leistungsfähig sein und perfekt auf Düse und Rohr abgestimmt sein. Auch die Saugleistung ist eine Angabe, die beim Kauf zu beachten ist – sie sollte sich manuell einstellen lassen.

Artikelbild: © Igor Normann / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.