Düngen mit Blaukorn: Darauf sollten Sie achten

Düngen mit Blaukorn: Darauf sollten Sie achten

Beinahe jeder Hobbygärtner hat schon einmal etwas vom sogenannten Blaukorn gehört. Viele haben diesen Dünger sogar schon einmal angewendet. Was jedoch viele Menschen gar nicht wissen: Nicht jeder Boden ist auf einen Dünger angewiesen. Oft ist es sogar so, dass zum Beispiel der liebevoll gepflegte Rasen hinter dem Haus sogar überdüngt ist. Viele Böden weisen bereits von Natur aus einen hohen Nährstoffanteil auf, was nicht zuletzt auf die zahlreichen Lebewesen zurückzuführen ist, die sich im Erdreich tummeln. Übermäßiges Düngen würde den Pflanzen am Ende eher noch schaden, als dass es ihnen gut tun würde. Anders sieht es hingegen aus, wenn zum Beispiel der Apfelbaum, die Tomaten, die Zucchini oder der Rasen gar nicht so recht in Gang kommen wollen. In diesem Fall ein ein wenig Hilfe durch einen Dünger nicht schaden. Schon seit Generationen schwören vor allem Hobbygärtner auf das Düngen mit Blaukorn. Aber was genau ist Blaukorn und was hat es mit diesem Dünger auf sich?

Was genau ist eigentlich Blaukorn?

Die meisten Menschen kennen zwar Blaukorn, jedoch ist ihnen gar nicht so recht bewusst, was genau das eigentlich ist. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Mehrnährstoffdünger. Entwickelt und auf den Markt gebracht wurde das mineralische Produkt, das eigentlich unter dem Handelsnamen Nitrophoska vertrieben wird, im Jahr 1927 von der Firma BASF. Entstanden ist dieser Produktname durch die drei wichtigsten Nährstoffe:

  • Nitr(o)-at, also Stickstoff
  • Phos-phat
  • Ka-lium

Darüber hinaus sind im Blaukorn auch noch Magnesium und Sulfat (Schwefel) enthalten. Den inzwischen doch weit gängigeren Beinamen Blaukorn hat der Dünger vor allem durch eine seiner beiden Formen, in welcher er verfügbar ist. Zwar gibt es den Dünger mittlerweile auch in flüssiger Form, aber auch in fester Form. Hierbei handelt es sich um kleine, blaue Kügelchen.

Insbesondere in der Landwirtschaft und auch im Gartenbau wird auf das Düngen mit Blaukorn vertraut, aber auch unter den Hobbygärtnern ist dieser Volldünger sehr beliebt. Blaukorn ist dafür bekannt, dass insbesondere die Hauptnährstoffe Nitrat, Phosphat und Kalium den Pflanzen zu einem raschen und vor allem kräftigen Wachstum verhelfen. Beim Düngen mit Blaukorn sollten Sie aber stets verantwortungsvoll umgehen und auch einige Tipps beherzigen.

Beim Düngen mit Blaukorn sollten Sie es unter keinen Umständen übertreiben. Eine zu starke Überdosierung kann den Boden und damit das Grundwasser zu stark durch Nitrat belasten, zumal Blaukorn auch nicht für alle Pflanzen im Garten die beste Wahl ist.

Damit eine Düngung mit dem Volldünger im heimischen Garten von Erfolg gekrönt ist und sich nicht ins Negative umschlägt, sollten Sie sich in jedem Fall genug Zeit nehmen. Bringen Sie zunächst einmal sämtliche Anwendungsmöglichkeiten in Erfahrung. Beachten Sie außerdem, dass es nicht nur ein einziges Nitrophoska gibt, sondern mehrere. Jedes Produkt weist eine andere Zusammensetzung auf. Infolgedessen ergibt sich auch je nach Pflanze eine andere Anwendung.

Wie viel Dünger braucht der Boden wirklich?

Wenn weder der Rasen noch das Obst oder Gemüse nicht so recht wachsen wollen, obwohl der Standort perfekt, die Sonneneinstrahlung optimal und auch die Bewässerung ideal gewählt sind, dann sollten Sie den Boden auf seine Zusammensetzung hin analysieren lassen. Oftmals bringt eine solche Bodenprobe gleich viel mehr Licht in das Dunkel. Dafür benötigen Sie keinen Fachmann, sondern die Bodenprobe können Sie jederzeit auch selbst in ein Labor einsenden. Sobald Sie wissen, welche Nährstoffe in welcher Konzentration im Boden vorhanden sind, können Sie auch gezielt düngen. Machen Sie sich aber darauf gefasst, dass genau das Gegenteil von dem herauskommen könnte, was Sie erwarten, denn in den meisten Fällen ist der Boden stark überdüngt. Häufig zeigt sich dies zum Beispiel durch ein reduziertes Wachstum.

Rasen düngen mit Blaukorn

Ein Bereich, der besonders häufig von Hobbygärtnern mit Blaukorn gedüngt wird, ist der Rasen. Auch hier sollten Sie unbedingt auf die Dosierungsanleitung des Herstellers achten, die Sie unbedingt einhalten sollten. Der beste Zeitpunkt, den Rasen mit Stickstoff, Kalium und Co. zu versorgen, ist die Zeit zwischen März und April. Idealerweise ist der Rasen trocken mit einer leichten Feuchtigkeit. Er sollte also nicht vollständig ausgetrocknet sein. Direkt nach dem Ausbringen des Düngers wird der Rasen großzügig bewässert. Zwar könnten Sie den Dünger auch in Wasser auflösen und anschließend mit der Gießkanne ausbringen. Allerdings würde der größte Teil der Nährstoffe dadurch nicht an den Wurzeln ankommen, sondern vielmehr im Grundwasser versickern.

Beim Düngen des Rasens sollten Sie auf keinen Fall zu viel Dünger einsetzen und auch erst frühestens nach etwa vier Wochen den Vorgang wiederholen. Wird der Rasen zu stark gedüngt, kann dies schnell das Aus für die gesamte Rasenfläche bedeuten, da die Pflanzen dadurch mitunter komplett absterben können.

Gemüse und Blumen mit Blaukorn düngen

Auch im Blumenbeet und sogar im Gemüsegarten gibt es so manche Pflanze, die sehr gut mit Blaukorndünger versorgt werden können. Doch auch hier kommt es natürlich wieder auf die richtige Dosierung an. Nur, wenn alles stimmt, werden Ihre Blumen, wie zum Beispiel der Rhododendron, prächtige Blüten tragen und auch das Gemüse ordentlich gedeihen. Ganz anders als beim Rasen sollte der Boden in diesem Fall nicht trocken, sondern etwas feucht sein. Je nachdem, wie die Dosierung ausfällt, kann der Dünger entsprechend verteilt werden. Achten Sie jedoch darauf, dass die blauen Körner nicht direkt mit den Blüten oder den Blättern der Pflanzen in Kontakt kommen, da diese sonst schnell Schaden nehmen können. Arbeiten Sie den Dünger ein wenig in den Boden ein und wässern Sie diesen anschließend gut.

Viele Pflanzen werden es Ihnen schnell danken, dass Sie diese mit reichlich Nährstoffen versorgt haben. Dazu gehören neben Stauden oder Ziergehölzen unter anderem solche Starkzehrer wie etwa Tomaten, Gurken oder Kartoffeln. Auch diverse Obstbäume sind für eine Extraportion an Phosphor, Stickstoff und Kalium stets dankbar doch auch hier gilt wieder: Alles in Maßen.

Zusammenfassung

Neben Landwirten greifen auch viele Hobbygärtner immer wieder gerne zu Blaukorn als Dünger. Beim Düngen mit Blaukorn gibt es jedoch einige Dinge zu beachten, damit Sie den Pflanzen nicht am Ende noch Schaden zufügen.

Artikelbild: © weerapat / Bigstock.com

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