Estrich: Preis berechnen

Estrich: Preis berechnen

Es gibt nichts Nervigeres als wenn man in seinen eigenen vier Wänden kaum zur Ruhe kommt, weil man jedes Geräusch von den Nachbarn mitbekommt. Und eine mangelnde oder fehlende Wärmedämmung kann durch erhöhte Heizkosten auf Dauer schon ein empfindliches Loch ins Portemonnaie reißen. Eine gute Trittschall- und Wärmedämmung ist deshalb aus dem modernen Haus- und Wohnungsbau nicht mehr wegzudenken.

Die einzig richtige Lösung gegen hohe Heizkosten und Lärmbelästigung ist der Einbau eines guten Estrichs zur Dämmung. Auch für den Einbau einer Fußbodenheizung ist eine Estrichdämmung von großer Bedeutung. Die Kosten für die verschiedenen Estrichsorten variieren sehr stark, und es lohnt sich, einmal einen näheren Blick darauf zu werfen.

Wenn Sie sich mit den Kosten für Estrich beschäftigen, werden Sie schnell feststellen, dass die Preise von vielen verschiedenen Faktoren abhängen. Zunächst sollten Sie sich erst einmal darüber klar werden, welche Estrichart Sie wünschen bzw. benötigen. Soll es Zementestrich, Trockenestrich oder vielleicht Kunstharzestrich sein?

Bevor Sie sich für eine Sorte entscheiden, informieren Sie sich gründlich über die Materialeigenschaften.

Die Kosten für eine Dämmung mit Zementestrich sind beispielsweise deutlich günstiger als Kunstharzestrich. Dafür müssen Sie aber in Kauf nehmen, dass dieser Estrich sehr langsam – bis zu 30 Tage – trocknet, wodurch Sie zu einem mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Baustopp gezwungen sein werden. Dafür überzeugt er mit seiner Festigkeit und ist sehr belastbar.

Wünschen Sie sich eine Fußbodenheizung? In diesem Fall müssen Sie mit deutlich höheren Kosten rechnen als für eine „normale“ Dämmung. Dafür können Sie sich jedoch auf warme Füße im Winter freuen, und womöglich können Sie auf diese Weise auf einen oder mehrere andere Heizkörper im Haus verzichten.

Die Preise für Estrich aus Zement, Anhydrit, Kunstharz oder Gussasphalt können ganz unterschiedlich ausfallen.

Der Estrich-Preis ist ebenfalls von der Dicke abhängig. Wenn Sie eine besonders wirksame Schalldämmung haben wollen, sollten Sie sich für eine dickere Schicht Estrich entscheiden. Logischerweise führt dies zu einem höheren Preis.

Hier ein paar Beispiele:

Zementestrich

Der Zementestrich besteht aus Kalk, Sand und Zement und ist eine Art „Universalgenie“. Er kann sowohl im Innen- als auch im Außenbau eingesetzt werden. Zementestrich kann man selbst herstellen. Zementestrich wird feucht eingebaut. Die Preise für Zementestrich sind die günstigsten. Er wird üblicherweise mit einer Schichtstärke von 60 mm aufgetragen. Dabei liegen die Preise pro m² zwischen 12 und 19 Euro. Er kann fast überall eingesetzt werden.

Bei Zementestrich kann das Trocknen bis zu mehreren Wochen dauern!

Anhydritestrich

Der Anhydrit-Estrich erfreut sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit. Er wird sehr häufig beim Einbau von Fußbodenheizungen eingesetzt. Anhydritestrich hat den Vorteil, dass er viel früher begeh- und belastbar ist als der aus Zement. Dafür ist er auch teurer, trotzdem sind die Preise noch immer moderat.

Hier reicht eine Schichtstärke von 40 mm aus. Dadurch ermöglicht Anhydritestrich mehr Isolationsmaterial einzubauen als der Zementestrich. Eine bessere Wärmeisolierung ist die Folge. Die Preise für Anhydritestrich liegen zwischen 14 und 23 Euro pro m².

Magnesiaestrich

Dieser Estrich wird für spezielle Anforderungen genutzt. Er ist elektrisch leitfähig und nahezu staubfrei. Aus diesem Grund ist Magnesiaestrich besonders für Antistatikböden geeignet. Außerdem verfügt er über eine besonders hohe Schall- und Wärmedämmfähigkeit. Der Magnesiaestrich ist gegen Dauerfeuchtigkeit empfindlich und deshalb nicht für Nassräume oder den Außenbereich anwendbar.

Konkrete Preise sind bei diesem Estrich schwer zu benennen, da Magnesiaestrich nur von professionellen Unternehmen verlegt wird, Sie sollten aber von einem Preis von mindestens 100 Euro pro m² ausgehen.

Gussasphaltestrich

Gussasphaltestrich auf Bitumenbasis ist ebenfalls ein teurer Estrich. Er wird vor allem in der Abdichtung eingesetzt. Hier liegen wir in einem Preissegment von 25 bis 32 Euro pro m². Dafür hat Gussasphaltestrich aber auch entscheidende Vorteile gegenüber Zementestrich oder Anhydritestrich. Er ist wasserfrei, und bei seiner Verwendung wird Restfeuchte aus den Gebäuden ferntgehalten. Außerdem lässt Gussasphaltestrich so gut wie keine Dampfdiffusion zu. Er eignet sich hervorragend zur Wärmedämmung, da er ein schlechter Wärmeleiter ist. Diese zahlreichen Vorteile rechtfertigen den deutlich höheren Preis.

Kunstharzestrich

Dem Kunstharzessig wird Kunststoff beigemischt – oft handelt es sich dabei um Epoxydharz, daraus leitet sich auch der Name ab. Auch Polyurethan und andere Kunststoffe werden diesem Estrich oft beigemischt. Er verfestigt sich durch chemische Reaktionen.
Kunstharzessig besteht aus lösungsmittelfreien Zusätzen und ist sehr belastbar. Zu seinen Vorteilen zählt auch, dass er extrem schnell trocknet.

Durch die Beimischungen kann Kunstharzestrich sehr teuer werden!

Das ist auch vor allem der Grund, warum er eher selten zum Einsatz kommt. Die Preise variieren hier sehr stark, je nachdem, welche Kunststoffe beigemischt werden.

Zusammenfassung

Estrich spielt eine große Rolle in der Wärme- und Schalldämmung von Häusern. Wir unterscheiden zwischen unterschiedlichen Sorten – z.B. Zementestrich, Kunstharzestrich oder Gussasphaltestrich. Während Zementestrich recht günstig ist, muss man für Kunstharzestrich schon deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dafür muss man bei ersterem eine tage-bis wochenlange Trockenzeit in Kauf nehmen, während zweiterer sehr schnell trocken wird.

Artikelbild: © zlikovec / Bigstock.com

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