Estrich verlegen – Wir zeigen wie!

Estrich verlegen – Wir zeigen wie!

Estrich ist ein vielseitiger Baustoff, der zu unterschiedlichen Zwecken verlegt werden kann. Prinzipiell gilt Estrich als Untergrund bzw. als Boden. Er kann dabei generell direkt als Untergrund genutzt werden oder aber auch als Zwischenschicht zwischen dem eigentlichen Boden und darüber liegenden Schichten, wie Parkett oder Laminat. Es gibt dementsprechend unterschiedliche Arten und Verlegtechniken.

Wie Sie Fließestrich am besten verlegen können und welche positiven Eigenschaften dieser dann im Endeffekt hat, wird in der folgenden Anleitung erläutert.

Eigenschaften von Estrich

Estrich besitzt unabhängig von der späteren Anwendungsweise positive Eigenschaften. Prinzipiell gilt Estrich als ein sehr belastbarer Bodenbelag, der sich auch von härteren Belastungen nicht schädigen lässt. Passend dazu ist es auch möglich für eine gute Schalldämmung zu sorgen, wenn entsprechende Hilfsmaterialien, wie beispielsweise Trittschalldämmungen, eingearbeitet werden. Auch optisch kann Estrich überzeugen, sofern er als oberste Schicht verwendet wird. Die Optik ist meist robust und sehr einfach gehalten, was besonders zu funktionalen Räumen passt. Aber auch Einfärbungen sind möglich, um die Anwendungsmöglichkeiten zu erweitern. Einige Arten, wie beispielsweise Zement-Estrich, bieten auch guten Schutz gegen Feuchtigkeit. Dieser Schutz kann bei anderen Arten aber auch mit PE-Folien geschaffen werden.

Wahl des richtigen Estrichs

Die Wahl des richtigen Estrichs hängt besonders von den Verwendungszwecken ab. Zement-Estrich ist der geläufigste Estrich. Er ist sehr robust und unempfindlich gegenüber Wasser. Daher eignet er sich gut für den Außenbereich. Ein Nachteil ist, dass der Estrich bis zu einem Monat braucht, um vollständig auszutrocknen, wodurch der Raum für diesen Zeitraum nicht genutzt werden kann. Es gibt inzwischen auch moderne Produkte, die schneller trocknen und ähnlich gute Eigenschaften besitzen. Zu finden sind diese Produkte dann meisten und den Namen Anhydrit-Estrich oder Schnell-Estrich. Diese sind meistens mit guten Wärmeeigenschaften ausgestattet. Allerdings eignen sie sich eher weniger für den Außenbereich. Generell sollten immer die Hinweise auf der Verpackung des jeweiligen Produkts beachtet werden.

Vorbereitung des Untergrunds

Zunächst sollte erst einmal der Untergrund vorbereitet werden. Dazu wird dieser mit Dämmungen versehen. Begonnen wird damit im Randbereich mit Randdämmstreifen und später dann die gesamte Fläche mit entsprechenden und geeigneten Trittschalldämmung. Zum Schutz vor durchdringender Feuchtigkeit und somit Ansammlungen unterhalb des Estrichs, kann im Anschluss noch die PE-Folie verlegt werden. Das ist besonders bei empfindlichen Estrichen nötig, kann aber prinzipiell immer durchgeführt werden. Die Folie sollte dabei auch die Randbereiche abdecken und notfalls etwas darüber hinaus stehen. Notfalls kann die Folie später nämlich noch abgeschnitten werden.

Bei einigen Estrichen, besonders die direkt auf den Boden aufgetragen werden, kann es sinnvoll sein zunächst eine Grundierung auf den Boden aufzutragen.

Vorbereiten des Estrichs

Um den Estrich vorzubereiten ist es je nach Art sinnvoll, sich eine Betonmischmaschine aus dem Baumarkt auszuleihen. Diese ermöglicht ein gleichmäßiges und professionelles Anrühren des Estrichs. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Mischverhältnis stimmt. Dafür können die Packungshinweise beachtet werden. Die Bedienung kann in der Regel bei der Ausleihe nachgefragt werden.

Auftragen des Estrichs

Der nächste Schritt besteht darin, den fertigen Estrich auf den Untergrund aufzutragen. Dabei kann es hilfreich sein, sich mit der Hilfe von schmalen Holzbrettern den Raum in Abschnitte zu unterteilen. Das bewirkt, dass die Abschnitte besser geglättet und waagerecht gemacht werden können. Die Masse muss generell auf die Fläche, unabhängig von der Größe, aufgeschüttet werden. Oftmals kann die Masse dann mit einer Schaufel oder ähnlichem erst einmal grob verteilt werden.

Die spätere Höhe sollte dabei dann zwischen vier und fünf Zentimetern liegen. Im Anschluss kann der Estrich dann mit einem breiten Abziehbrett verteilt werden. Dabei kann mithilfe einer Wasserwaage dafür gesorgt werden, dass die Fläche gleichmäßig und eben ist. Im Anschluss wird die Fläche dann mit einem Reibebrett nochmals geglättet. Dabei sollte das Ziel dann sein, die bereits ebene Oberfläche dann nochmals genauer zu glätten. Im nächsten Schritt wird der Estrich dann nochmals mit einem Stahlglätter endgültig geglättet. Anschließend muss er noch gut trocknen.

Arbeiten Sie immer so, dass Sie selber nicht am Rand des Estrichs stehen und die bearbeitete Fläche somit nach dem Glätten nicht mehr betreten müssen.

Fazit

Diese Anleitung gibt einen generellen Überblick über das Verlegen und das Glätten von Estrich. Bei speziellen Arten und anderen Techniken variieren einige Arbeitsschritte natürlich, wodurch in diesen Fällen dann besonders die Hinweise auf der Verpackung beachtet werden sollten. An sich ist das Verlegen aber nicht besonders schwierig, wenn das richtige Werkzeug und ausreichende Geduld mitgebracht werden. Eine ruhige Hand und ein gutes Auge für glatte Oberflächen schaden auch nicht, wenn ein gutes Gesamtziel erzielt werden soll. Insgesamt lassen sich somit aber die vielen Vorteile von Estrich gegenüber anderen Böden nutzen.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wofür eignet sich Estrich?

Estrich bildet gewissermaßen die Grundlage für den Aufbau eines Fußbodens, Estrich ist die Vorlage für einen darauf aufsetzenden Fußbodenbelag. Dabei werden Schichten aus Estrichmörtel direkt ohne weiteren Verbund auf dem Untergrund aufgelegt, wahlweise kann dieser auch als Trenn- oder Dämmschicht verwendet werden. Estrich kann unmittelbar nach dem Auftragen genutzt werden und dient beispielsweise als Ersatzmittel für eine bestimmte Höhenlage in Bezug auf den Fußbodenbelag. Unebenheiten lassen sich dadurch ausgleichen, zudem wirkt es druckvermindernd und wirkt gleichmäßig auf eine etwaige Dämmung.

Was kostet das Verlegen von Estrich?

Estrich liegt in verschiedenen Varianten vor, gefragt ist insbesondere sogenannter „Schnellestrich“. Dieser schwindungsarme Estrichmörtel ist im Fachhandel für etwa 20 Euro (30kg) erhältlich. Die Preise für einen 25kg-Sack Dünnestrich liegen hingegen bei etwa 80 Euro. Viele Fachbaumärkte haben günstigere Eigenmarken im Sortiment, auch verringert sich der Preis pro Kilogramm bei größeren Sackeinheiten. Es empfiehlt sich eine gewisse Zusatzmenge als Toleranz zu beschaffen, etwa um testweise Estrich zu verlegen.

Wieviel kostet es Betonestrich zu verlegen?

Beim Verlegen von Estrich ist mit einer Kalkulation der benötigten Fläche zu beginnen, das Volumen wird durch Multiplikation von Länge, Breite und Höhe errechnet. Als Einheit empfiehlt sich Zentimeter. Das Ergebnis wird sodann in Kubikmeter (m³) angegeben, was bei 1,5 m³ beispielsweise 1.500 Litern (l) entspricht. Hilfsweise wird bei der Berechnung von Estrichbeton angenommen, dass die Hälfte der Menge in Kilogramm (kg) dem Bedarf in Litern (l) Volumen entspricht.

Wann sollte man Estrich verlegen?

Estrich hat eine sogenannte Trocknungszeit. Das Ausmaß dieser Trocknungszeit hängt von dem verwendeten Estrich ab. Sogenannter „Schnellestrich“ verlangt lediglich eine Trocknungszeit von wenigen Stunden. Andere Formen, die vor allem im gewerblichen Sektor zum Einsatz kommen, verlangen eine Trocknungszeit von etwa 20 bis 30 Tagen. Erst nach dieser Zeitspanne kann der nächste Schritt folgen, das Verlegen des entsprechenden Fußbodens. Positiv auf die Trocknungszeit wirkt eine gleichmäßige, regelmäßige Belüftung.

Welche Methode empfiehlt sich beim Verlegen von Estrich?

Beim Verlegen von Estrich kommt es auf die korrekte Abfolge der jeweiligen Arbeitsschritte an. Zunächst sollte der Untergrund vorbereitet werden, indem die Randdämmung entlang der Wand verlegt wird, erst danach können Dämmplatten aus Polystyrol ohne bestimmte Fugen verlegt werden. Sie dienen als Trittschalldämmung. Sofern es sich um das Verlegen von Heizestrich handelt, muss in jedem Fall eine Dehnungsfuge angelegt werden. Mittels einer PE-Folie kann eine Trennschicht verlegt werden, was ein einfaches Kontrollieren der gewünschten Verlegehöhe ermöglicht. Danach kann der Estrich angerührt werden und mit einer Schaufel über die entsprechende Fläche verteilt werden.

Wie lange hält einmal verlegter Estrich?

Estrich hat eine hohe Haltbarkeit, sofern keine Schäden auftreten. Sie können sich im Laufe der Zeit auf umliegende Bereiche ausbreiten und die Stabilität beeinträchtigen. Gerade bei Verbundestrich ist eine feste, absolute staubfreie und ebenerdige Grundlage notwendig. Die korrekte Verlegung von Bewegungsfugen (Dehnungsfugen) verringert das Risiko deutlich. So wird einer Dilation (Ausdehnung), einer Kontraktion (Verkürzung) sowie einer weiteren Belastung des Bauteils vorgebeugt.

Zusammenfassung

Um Estrich zu verlegen, wird zunächst eine Vorbereitung des Untergrunds benötigt. Im Anschluss kann der Estrich dann angerührt und aufgetragen werden. Beim späteren Glätten des Materials werden einige genaue und feine Handgriffe benötigt.

Artikelbild: © JP Chretien / Shutterstock

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