Estrichdämmung schützt vor Lärm und Kälte

Estrichdämmung schützt vor Lärm und Kälte

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Estrich zu verlegen. Verbundestrich wird direkt auf den Tragbeton aufgetragen und ist ohne wärme- oder schallisolierende Wirkung. Wird Estrich auf einer Trennschicht verlegt, sorgt die dünne Zwischenschicht jedoch ebenfalls nur für einen sehr geringen Wärme- bzw. Lärmschutz. Vor allem in mehrgeschossigen Häusern ist jedoch wirksamer Schallschutz wichtig, um nicht jede Bewegung aus dem Obergeschoss zu vernehmen. Gleichzeitig sollte der Boden möglichst wärmeisolierend sein, um Heizkosten gering zu halten. Daher empfiehlt sich schwimmender Estrich. Wird Estrich schwimmend verlegt, ist damit gemeint, dass der Estrich auf einer Dämmschicht aufliegt. Soll die Estrichdämmung selbst eingebaut werden, gibt es einiges zu beachten.

Schwimmender Estrich – was genau ist das?

Allgemein wird Fließ- bzw. Nassestrich von Trockenestrich unterschieden. Diese Bezeichnungen spielen auf die Konsistenz des Estrichmaterials beim Verlegen an, sagen jedoch zunächst nichts über die Dämmeigenschaften aus. Sowohl Fließestrich wie zum Beispiel Zementestrich oder Calciumsulfatestrich, als auch Trockenestrich aus Gipskarton- oder Spanpressplatten kann grundsätzlich schwimmend verlegt werden.

Der Begriff „schwimmend“ kommt daher, dass der Estrich bei dieser Verlegetechnik auf einer Dämmplatte liegt und seitlich vom Dämmmaterial ummantelt wird, so dass keine direkte schall- oder wärmeübertragende Verbindung zur Bausubstanz besteht – er schwimmt gewissermaßen.

Wird eine Fußbodenheizung unter dem Estrich eingebaut, werden die Rohrschlangen im oberen Teil der Dämmschicht verlegt. Je nach Dämmmaterial wirkt die Dämmschicht vorwiegend als Wärmedämmung oder als Schalldämmung. Bestimmte Dämmmaterialien können für beide Zwecke gleichermaßen genutzt werden. Beispiele für Dämmmaterialien sind etwa Schaumglas, das jedoch relativ teuer ist, sowie expandiertes Polystyrol.

Estrichdämmung aus EPS und PUR gegen Fußbodenkälte

Die DIN-Norm DIN 18560 beschreibt zusammen mit der EN 13813 die Anforderungen an Estriche im Bauwesen. Neben den geforderten Ansprüchen an den Estrich selbst, umfasst die Regelung auch Anforderungen an das Dämmmaterial. So darf der Dämmstoff je nach darauf liegendem Estrich eine gewisse Mindestdicke nicht unterschreiten, um tragfähig zu sein und bei Belastung seine dämmende Eigenschaft nicht zu verlieren. Ungeeignete Materialien für die Estrichdämmung sind demnach weiche Dämmmatten aus Materialien wie Mineralwolle, da diese nach dem Auftragen des Estrichs zusammengestaucht und somit ihre dämmende Wirkung einbüßen würden.

Im Gegensatz dazu ist EPS ein Allrounder, wenn es um Estrichdämmung geht. Extrudiertes Polystyrol – umgangssprachlich ist die Bezeichnung „Styropor“ geläufig – zeichnet sich durch eine hohe Druckfestigkeit aus. Das Material ist außerdem wasserabweisend und relativ wärmebeständig. Dadurch kann EPS auch als Dämmschicht beim Einbau von Fußbodenheizungen verwendet werden.

Besonders beliebt, jedoch etwas teurer als EPS, ist die alukaschierte PUR-Dämmung. Basis für PUR-Dämmstoffe sind flüssige Grundstoffe wie Erdöl oder nachwachsende Rohstoffe, sowie Treibmittel. Daraus wird Polyurethan, oder kurz PUR, hergestellt. Der duroplastische Kunststoffschaum ist temperaturbeständig und gegen die meisten Chemikalien unempfindlich. Das verwendete Treibmittel, welches eine wesentlich schlechtere Wärmeleitfähigkeit als Luft aufweist, sorgt dafür, dass PUR ideal zur Wärmedämmung ist. Die alukaschierte PUR-Dämmung bietet sich vor allem beim Einbau von Fußbodenheizungen an, da die Aluschicht die Heizwärme besonders gut reflektiert und somit für eine schnellere Reaktion der Fußbodenheizung sorgt. In der oberen Dämmschicht werden zum Einbau der Fußbodenheizung die Wege für die Rohrschlangen freigelegt, so dass später die wassergefüllten Heizrohre unter dem Estrich verlaufen können.

Alternativ können auf der EPS- oder PUR-Dämmschicht auch elektrische Heizmatten verlegt werden. Doch selbst ohne integrierte Fußbodenheizung unter dem Estrich sorgen EPS- und PUR-Stoffe für eine hervorragende Wärmedämmung und verhindern Fußbodenkälte.

Ganz nebenbei sorgt die Dämmschicht aus EPS oder PUR für guten Trittschallschutz. Häufig wird auf die Dämmschicht dennoch eine zusätzliche Trittschalldämmung aufgebracht, bevor der Estrich verlegt wird.

Trittschallschutz dämpft Bewegungsgeräusche

Ohne eine dämmende Schicht zwischen tragendem Untergrund und Estrich, sind Schritte, Möbelbewegungen, etc. im Untergeschoss jederzeit hörbar. Die Wohnqualität kann durch schlechten Trittschallschutz dementsprechend enorm beeinträchtigt werden. Trittschalldämmung ist insbesondere bei Mehrfamilienhäusern wichtig. Das Dämmmaterial in der Geschossdecke dämpft Geräusche aus dem Obergeschoss effektiv ab, sofern folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • ausreichende Mindeststärke des Dämmmaterials
  • lückenlose Verlegung des Dämmmaterials
  • anschließend schwimmende Verlegung des Estrichs mit Dämmstreifen an den Wandübergängen
  • federnder finaler Bodenbelag

Speziell als Trittschallschutz ausgewiesenes Dämmmaterial weist in der Regel eine geringere Materialstärke als Wärmedämmmaterial auf. Trittschallschutz wird meist in Form spezieller Trittschutzmatten aus Holzfasern oder Hanf angeboten.

Während diese Matten zwar Geräusche dämpfen, wirken sie nicht wärmeisolierend.

Was ist bei der Estrichdämmung unter Trockenestrich zu beachten?

Trockenestrich besteht in der Regel aus Gips- oder Spanpressplatten. Diese Estrichart zeichnet sich dadurch aus, dass sie besonders rasch verlegt werden kann, da keine Trockenzeit nötig ist. Trockenestrich kommt vor allem bei Gebäudesanierungen zum Einsatz und wird gerne bei sehr unebenem Untergrund genutzt. Wie beim Fließ- oder Nassestrich muss auch beim Trockenestrich eine Dämmschicht eingebracht werden, um Fußbodenkälte und Lärmbelästigung zu verhindern. Die handelsüblichen Dämmplätten für Nassestrich können meist auch für Trockenestrich verwendet werden. Dennoch sollten die genauen Herstellerangaben zur maximalen Verkehrslast beachtet werden. Dabei muss sowohl an die Belastung durch den Trockenestrich, als auch an das Gewicht des finalen Bodenbelags und die spätere Belastung durch Möbel und Begehung gedacht werden.

Darüber hinaus gelten nach EnEV (2009), der aktuellen Energiesparverordnung, genaue Vorschriften für die einzelnen Bauteile. Die genauen Anforderungen sind mit dem Wärmedurchgangskoeffizienten, auch U-Wert (früher k-Wert), formuliert. Der Wärmedurchgangskoeffizient ist ein Maß für die Wärmedurchlässigkeit auf Basis der Wärmeleitung des jeweiligen Materials. Um die geforderten Werte zu erreichen, muss das Material eine gewisse Dichte und Stärke aufweisen. Dickere Dämmstoffschichten bieten in der Regel auch einen besseren Wärmeschutz.

Zusammenfassung

Eine effektive Estrichdämmung ist wichtig, um den Wärmeverlust über den Fußboden und Bewegungsgeräusche so gering wie möglich zu halten. Für die verwendeten Dämmstoffe gelten jeweils genaue DIN-Normen, die einen effektiven Wärme- und Lärmschutz garantieren sollen. Damit die Dämmschicht ihren Zweck erfüllt, muss die Mindeststärke des jeweiligen Dämmmaterials beachtet werden. Hält das Material der Verkehrslast nicht stand, wird es komprimiert und verliert somit seine Dämmeigenschaften.

Artikelbild: © brizmaker / Bigstock.com

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