Fächerblume

Fächerblume

Die Fächerblume ist eine durchaus exotische Pflanze. Ursprünglich stammt sie aus Australien und den südlichen Pazifikinseln. Sie ist im gesamten Ozeanien zu finden und wächst dort hauptsächlich wild. Besonders auf den Inseln Neukaledonien, Tasmanien und Polynesien. In Australien ist die Fächerblume vorrangig an der südlichen Ostküste zu finden. Besonders in New South Wales und Victoria ist die Pflanze zuhause. Dort ist sie insbesondere auf trockenen und lockeren Böden, wie beispielsweise Sand oder Lehm, zu finden. Die Einführung nach Europa erfolgte ungefähr 1989.

Sorten

Die Gattung der Fächerblume hat insgesamt zwischen 70 und 130 Arten. In der Botanik wird die Fächerblume als Scaevola bezeichnet. Sie gehört zur Familie der Goodeniengewächse (Goodeniaceae) und zur Ordnung der Asternartigen (Asterales). In Europa sind heute hauptsächlich die Blaue Fächerblume (Scaevola aemula) und die Fächerblume Saphira (Scaevola saligna) vorhanden. Viele Arten unterscheiden sich dann meist durch die Blütenfarbe. Die Fächerblume Saphira zeichnet sich durch die im Sommer blühenden lilafarbenen Blüten aus. Aber auch gelbe oder weiße Blüten sind bei weiteren Arten möglich.

Verwendung

In Europa findet die Fächerblume besonders auf dem Balkon, aber auch im Garten Verwendung. Sie ist besonders gut für Hängeampeln geeignet, aber kann, wenn richtig gehalten, viele Verwendungen bekommen. Kombiniert mit weiteren Pflanzen, lässt sich ein farbenfrohes Miteinander erzeugen. Sie lässt sich auch im Beet anpflanzen. Die Verwendung ist allerdings nur optischer Natur. Generell fügt sich die Pflanze auch gut in Steingärten ein. Zusätzlich lässt sich die Fächerblume auch als Bodenbedecker nutzen.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Die Blaue Fächerblume besitzt, wie der Name bereits andeutet, blaue Blüten. Diese sind meist knapp über zwei Zentimeter groß. Die Blütenblätter sind relativ schmal und behaart. Das Zentrum der Blüten ist meist hell. Besonders die Farben Weiß und helles Gelb bilden dabei oftmals das kontrastreiche Zentrum. Die Blüten sind oft in großer Zahl vorhanden und wachsen relativ dicht aneinander. Insgesamt sind die Blüten aber immer einfarbig. Sie blühen bei den richtigen Wetterbedingungen von Mai bis in den Herbst. Die Blätter sind im ganzen Jahr grün.

Das gesamte Erscheinungsbild unterscheidet sich generell durch die Verwendung. Die Verwendung in Beeten und in einigen Töpfen führt zu einem aufrechten Wachstum, das an Büsche erinnert. Dabei können einige Arten, darunter auch die Blaue Fächerblume, bis zu 60 cm in die Höhe wachsen. In einigen Töpfen auf dem Balkon oder bei Blumenampeln, kann die Fächerblume aber auch so verwendet werden, dass sie nach unten hängt. Auch dabei kommt es zu einem buschigen Wachstum.

Standort

Generell lassen sich die Fächerblumen, wie bereits erwähnt, auf dem Balkon und im Garten anpflanzen. An sich sind zwar Standorte im Schatten oder in der Sonne möglich, allerdings verändert sich dadurch auch das Erscheinungsbild. Die Fächerblume bildet nämlich mehr Blüten, wenn sie mehr Sonne abbekommt. Daher wird allgemein dazu geraten, die Pflanzen zumindest im Halbschatten unterzubringen. Auch eine gewisse Wärme sollte vorhanden sein, damit sich die Pflanze wohlfühlt. In Balkonkästen lässt sie sich besonders gut mit anderen Pflanzen kombinieren. Das ist aber auch in Beeten möglich. Auf Wind muss bei der Standortwahl kein großer Wert gelegt werden, da die Pflanze insgesamt robust ist und somit auch bei stärkeren Winden nicht beschädigt wird.

Pflanzen und Vermehren

Zum Einpflanzen eignen sich mehrere Böden. Generell ist einfache Blumenerde gut geeignet. Es ist aber auch möglich Substrate zu nutzen, die den heimischen Böden der Pflanze nachempfunden sind. Also beispielsweise sandige und lehmige Böden. Optisch macht es oft keinen Unterschied, da die Böden meist von den üppig wachsenden Fächerblumen überdeckt werden. Es sollte nur in jedem Fall darauf geachtet werden, dass der Boden gut durchlässig ist, da es bei Wasserstau zu Problemen kommen kann. Wenn die verwendete Erde leicht sauer ist, hilft das der Pflanze auch. Es lassen sich auch Sand und Blumenerde kombinieren, um diese Vorgaben zu erreichen.

Auch das Untermischen von Hornspänen kann helfen. Insgesamt sollte der Boden also nicht zu fest sein und auch in der Tiefe Nährstoffe bieten. Beim Einpflanzen sollte ein ausreichender Platz zwischen den Pflanzen beachtet werden, da es sonst zu Problemen beim Wachstum und bei der Nährstoffversorgung kommt. Das Vermehren ist generell durch Samen und Stecklinge möglich. Beide Typen müssen lediglich ganz normal eingepflanzt werden. Die Aussaat der Samen stellt zwar eine Möglichkeit dar, die Fächerblume selber zu vermehren, allerdings wird allgemein davon abgeraten. Das liegt daran, dass die Samen im Handel speziell gezüchtet werden. Sie werden so gezüchtet, dass sie weniger Peitschentriebe aufweisen.

Insgesamt ist die Aufzucht auch mit viel Aufwand verbunden und liefert oft schlechtere Ergebnisse. Bei den Stecklingen handelt es sich bei den Fächerblumen um Kopfstecklinge. Auch diese Variante ist nicht ganz einfach und mit vielen Problemen und Aufwand verbunden. Generell sollten die Stecklinge ungefähr fünf Zentimeter lang sein. Danach werden sie in Bewurzelungshormone getaucht und mit einer Folie abgedeckt. Allerdings wird dabei eine hohe Temperatur benötigt, wodurch es oft zu Schimmelbildung kommt. Deshalb wird auch von dieser Methode eher abgeraten.

Gießen und Düngen

Die Fächerblume benötigt viel Wasser und sollte regelmäßig gegossen werden, allerdings ist die Haltung insgesamt sehr trocken. Dabei ist aber stets darauf zu achten, dass das Wasser auch richtig abfließt. Es sollte lieber etwas zu wenig Wasser als zu viel vorhanden sein. Besonders im Sommer ist aber dennoch auf eine ausreichende Bewässerung zu achten. Diese kann im Winter ein wenig vernachlässigt werden. Bei mehrjährigem Gebrauch ist außerdem darauf zu achten, dass der Boden nicht verkalkt. Dem kann aber vorgebeugt werden, indem ab und zu Regenwasser zum Gießen benutzt wird.

Das Gießen kann am besten morgens oder abends erfolgen und sollte nicht direkt auf die Blätter und Blüten durchgeführt werden, sondern eher direkt auf den Boden. Auch das Düngen sollte regelmäßig erfolgen. Es wird dazu geraten etwa alle zwei Wochen mit eisenhaltigem Langzeitdünger nachzuhelfen. Generell kann dieser auch vor dem Pflanzen in das Substrat eingearbeitet werden. Durch das regelmäßige Düngen bleiben die Blüten bunt und frisch und es kann durchgängig zu einem großzügigen Wachstum kommen. Gießen und Düngen lassen sich auch gut kombinieren, indem regelmäßig kleine Mengen Flüssigdünger in das Wasser eingemischt werden. So ist garantiert, dass die Pflanzen stets genügend Nährstoffe erhalten.

Richtig Schneiden, Pflegen und Aussäen

Wenn die Blätter verblüht sind, sollten sie entfernt werden. Somit wird neuen Blättern Platz gegeben und die Pflanze wirkt ständig frisch und makellos. Das gilt auch für die Zweige. Sie lassen sich am besten rausschneiden. Generell sollte im Frühjahr das Schneiden erfolgen. Dabei können ruhig auch große Mengen zurückgeschnitten werden, damit die Pflanze im Laufe des Sommers wieder die gesamte Schönheit entfalten kann. Auch das Überwintern kann durch einen Rückschnitt erleichtert werden.

Beim Rückschneiden sollte das Messer möglichst scharf und sauber sein. Besonders wenn mehrere Pflanzen damit geschnitten werden, wird dazu geraten, das Messer immer zwischendurch zu reinigen. Ansonsten ist die Pflanze weitestgehend pflegeleicht. Sie muss nicht vor Regen geschützt werden und benötigt auch keine Reinigung. Bei Pilzbefall sollten die entsprechenden Teile möglichst schnell rausgeschnitten und entsorgt werden. Die Pflege fällt quasi ganz weg, wenn die Pflanze nur einjährig genutzt wird.

Überwintern

Das Überwintern kann eine wichtige Rolle spielen. An sich ist es möglich die Fächerblume über mehrere Jahre zu kultivieren, allerdings ist das nicht ganz einfach. Generell ist sie nicht frostverträglich. Daher sind die eingepflanzten Fächerblumen nur zu halten, wenn sie in Töpfe umgepflanzt werden. Das ist aber sehr aufwändig und deshalb nur unter Umständen praktikabel. Die Balkonpflanzen haben es da schon einfacher. Sie können ohne größeren Aufwand umgestellt werden. Der richtige Zeitpunkt ist dabei wichtig. Einstellige Temperaturen sollten möglichst vermieden werden. Der richtige Platz im Haus ist entscheidend, denn es sollte weiterhin genügend Licht an die Pflanze kommen.

Zusätzlich ist eine gute Durchlüftung wichtig, ohne dass es dabei zieht. Es kann auch hilfreich sein etwas von der Pflanze zurückzuschneiden. Die Pflege der Pflanze verhält sich deutlich anders als im Sommer. Im Winter braucht die Pflanze deutlich weniger Wasser. Auch das Düngen ist nicht mehr nötig. Es sollte aber von Anfang an immer wieder überprüft werden, ob sich Schädlinge angesetzt haben.

Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge

Die Fächerblume ist insgesamt relativ robust, besonders wenn sie richtig gepflegt wird. Daher kommen Krankheiten eigentlich nicht vor. Schädlinge hingegen können unter den richtigen Voraussetzungen öfters vorkommen. Besonders Weiße Fliegen sind ein häufigeres Problem. Sie können aber mit entsprechenden Mitteln bekämpft werden. Auch Minierfliegen und Pilze machen des Öfteren Probleme und werden am besten bekämpft, indem die befallenen Stellen entfernt werden.

Interessantes

Der Name Scaevola stammt vom lateinischen Wort Scaevus (Linkshänder) ab. Der Grund für die Verwendung dieses Begriffs ist die Form der Blumenkrone.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wie ist die Fächerblume in die Systematik einzuordnen und welche ist die häufigste Art?

Die Gattung der Fächerblumen gehören der Familie der Goodeniengewächse an. Diese ist in die Ordnung der Asternartigen einzuordnen. Die am häufigsten genutzte Art stellt die Blaue Fächerblume dar. Diese ist in Deutschland am meisten kultiviert worden, wobei es noch einige andere Arten gibt, die die Möglichkeit dazu durchaus hergeben.

Was sind die optischen Merkmale der Blauen Fächerblume?

Besonders herausstellend ist das Aussehen, welches auch namensprägend ist. Die Blume hat einen blauen bis lilafarbenen Phänotyp und ein aufgefächertes Aussehen der Blüten. Diese sind kreisrund angeordnet und miteinander verbunden. Darüber hinaus verfügen sie meist über fünf, im Zentrum verbundene, Kelchblätter. Die Höhe der gesamten Blume beträgt in der Regel lediglich 15 cm, was in einigen Fällen allerdings auch deutlich überschritten wird.

Die Laubblätter weisen eine haarige Oberfläche auf und sind bis zu neun Zentimeter lang, wobei diese Länge meist nur von den Blättern im unteren Bereich erreicht werden kann. Im Gegensatz dazu werden weiter oben liegende Blätter in der Regel nur einen Zentimeter lang.

Wann blüht die Fächerblume?

Die tatsächliche Blütezeit ist in erster Linie von den klimatischen Bedingungen abhängig. Da die Fächerblume aus Ozeanien stammt, ist die Blütezeit in Deutschland meist etwas kürzer. Die Blütezeit ist auf der Südhalbkugel von August bis März und auf der Nordhalbkugel von Mai bis Oktober.

Welcher Standort ist für den heimischen Garten oder Balkon am besten geeignet?

Die Fächerblume bevorzugt in erster Linie einen warmen Standort. Dieser sollte daher möglichst lange in der Sonne liegen, wobei auch ein halbschattiger Standort vollkommend ausreichend ist. Allerdings entfaltet sich die Blume mit einem möglichst sonnigen Standort am besten. In den meisten Fällen wird die Fächerblume hierzulande in Töpfen gehalten. Es ist allerdings auch möglich, sie in Beete einzupflanzen. Diese Variante ist bisher allerdings noch nicht so weit verbreitet, funktioniert allerdings ähnlich gut wie die Topfvariante.

Wie oft muss die Fächerblume geschnitten werden?

Prinzipiell muss die Blume im Sommer nur dann geschnitten werden, wenn der eigene Eindruck nahelegt, dass die Blume zu dicht bewachsen ist. Da das Wachstum allerdings auch oft mit einer reichhaltigen Ausprägung der Blüten zusammenhängt, ist das Schneiden dabei kaum ein Problem. Falls die Blume aber in einem Beet gehalten wird, muss sie bevor sie zum Überwintern umgetopft wird, reichlich reduziert werden.

Wie oft muss die Fächerblume gegossen werden?

Bei der Fächerblume gilt, dass lieber etwas weniger, als zu viel gegossen werden sollte. Daher ist ein relativ trockener Boden in der Regel kein Problem, wobei stehendes Wasser eher problematisch werden kann. Daher ist ein regelmäßiges aber nicht zu starkes Gießen genau richtig und wenn es einmal nach Regen aussieht, kann das Gießen auch etwas abgewartet werden.

Wie muss die Fächerblume gedüngt werden?

Es gibt prinzipiell eine Unterscheidung von der Haltung im Beet und der Haltung im Topf. Im Beet ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Fächerblume nicht mehr als einen nährstoffreichen Boden benötigt. Gedüngt werden kann dann ab und an aber trotzdem. Im Topf ist das nicht ohne weiteres möglich, weshalb künstliches Düngen unbedingt nötig wird.

Systematik

Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Goodeniengewächse (Goodeniaceae)
Gattung: Fächerblumen (Scaevola)
Art: Blaue Fächerblume

Wissenschaftlicher Name

Scaevola aemula

Zusammenfassung

Insgesamt handelt es sich bei der Fächerblume um eine sehr robuste Pflanze, die an sich nicht viel Pflege benötigt und dabei optisch jeden Garten oder Balkon aufwertet. Sie ist immun gegen die häufigsten Krankheitserreger und daher auch für Einsteiger geeignet.

Artikelbild: © scenery1 / Bigstock.com

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