Ein feuchter Keller – was sind die Ursachen, und was kann ich dagegen tun?

Ein feuchter Keller – was sind die Ursachen, und was kann ich dagegen tun?

Ein feuchter Keller ist nicht nur sehr unangenehm, sondern immer auch ein Alarmsignal. Denn wo Feuchtigkeit ist, dauert es meist nicht lange, bis Schimmel und im schlimmsten Fall sogar Schäden an der Bausubstanz entstehen. Mauersteine bröckeln und Holzbalken werden morsch. Beides darf nicht sein und muss schleunigst unterbunden werden. Deshalb: Die Nässe muss weg, und zwar schnellstens. Warten Sie nicht, bis Sie Schimmel im Keller haben. Handeln Sie sofort! Vorher sollten Sie jedoch wissen, was die Ursachen der Feuchtigkeit sind. Denn nicht immer ist sofort klar, woher diese eigentlich kommt. Und bevor Sie die Ursachen nicht kennen, können Sie das Problem auch nicht beheben. Deshalb möchte ich im Folgenden erklären, woran Sie einen feuchten Keller erkennen und was die mögliche Ursachen dafür sein können.

Anzeichen:

  • Modriger Geruch

Fast immer macht sich in einem feuchten Keller ein typischer Geruch nach Moder breit.

  • Abplatzender Putz

Dies ist ebenfalls ein Anzeichen für mit Feuchtigkeit vollgesogene Wände. Ist dies bereits eine Weile der Fall, bildet sich Schimmel. Schimmelsporen in der Luft können zu Krankheiten und Allergien führen.

  • Salzkristallausblühungen

Dies bedeutet, dass das eindringenden Wasser die in der Bausubstanz befindlichen Salze löst und an die Oberfläche der Wand drückt. Das Salz kristallisiert dort, und es kommt zur Entstehung von weißen Flecken.

Ursachen und was Sie dagegen tun können

Falsches Lüften

Falsches Lüften ist eine der häufigsten Ursache nicht nur für Feuchtigkeit im Keller, sondern auch in den Wohnräumen. Der häufigste Fehler dabei ist, dass die Fenster bei warmen Temperaturen geöffnet, bei kalten aber geschlossen werden. Was nur wenige wissen, ist, dass warme Luft deutlich mehr Feuchtigkeit speichern kann als kalte. Kühlt die Luft im Keller ab, wird die Feuchtigkeit an die Wände abgegeben. Langfristig entsteht ein feuchter Keller und früher oder später auch Schimmel.

Wenn Sie ohnehin schon feuchte Kellerräume im Sommer oft oder über eine längere Zeit hinweg lüften, verstärken Sie das Problem! Unterlassen Sie dies also unbedingt!

Diese häufige Ursache können Sie ganz einfach beheben, indem Sie sich ein richtiges Lüftungsverhalten angewöhnen. Lüften Sie den Keller gründlich im Winter, halten Sie die Fenster im Sommer dagegen jedoch weitgehend geschlossen. Vermeiden Sie Frost und Rohrbruch! Entwässern Sie dazu in der kalten Jahreszeit die Leitungen. Dazu müssen Sie einfach einen Eimer unter den geöffneten Entlüftungshahn stellen und den Außenhahn öffnen. So kann das Wasser abfließen und Einfrieren verhindert.

Drehen Sie die Heizung im Keller eine Weile auf, um Wände und Böden zu trocknen. Verfügt der Keller über Fenster, sollten Sie zwischenzeitlich regelmäßig lüften, um dem Raum neue trockene Luft zuzuführen. Wenn es keinen Heizkörper im Keller gibt, lohnt es sich auf jeden Fall, einen solchen zu installieren!

Undichte Leitungen

Auch undichte Leitungen können Feuchtigkeit verursachen. Verläuft die betreffende Leitung über Putz, lässt sich das Problem recht schnell beseitigen, indem das defekte Rohr ausgetauscht wird. Schwieriger ist es, wenn die Leitung in der Wand verlegt ist. Dann muss diese aufgestemmt werden, um den Schaden zu beheben.

Verstopfter Dachablauf

Manchmal hat ein feuchter Keller auch eine Ursache, wo man sie niemals vermuten würde. So kann beispielsweise auch eine verstopfter Dachablauf für Feuchtigkeit im Keller verantwortlich sein. Staut sich das Regenwasser in der Rinne, drückt es gegen die Wand, und es bildet sich nach einer Weile ein feuchter Fleck. Ein solcher Schaden ist ganz einfach durch eine Reparatur der Dachrinne zu beseitigen.

Wenn das Gemäuer bereits Feuchtigkeit aufgesogen hat, setzen Sie in dem betroffenen Kellerraum einen Bautrockner ein. Ein solcher entzieht nicht nur dem Raum, sondern auch der Bausubstanz Feuchtigkeit.

Die Feuchtigkeit kommt von außen

Schwieriger wird das Ganze, wenn die Feuchtigkeit von außen eindringt. Meist sind hierfür Risse im Mauerwerk, defekte Drainagen oder eine undichte Horizontalsperre die Ursache.

Alte Häuser

Sehr oft sind feuchte Keller in Häusern zu beklagen, die vor 1970 gebaut wurden. Ursache ist oft eine unzureichende Isolierung der Wände. Dadurch wird Feuchtigkeit aus dem umgebenden Erdreich gezogen, was zu Feuchtigkeit nicht nur im Keller, sondern oft auch in Wohnräumen führt. Bei Neubauten wird eine Außenabdichtung des Kellers nach DIN 18195 vorgenommen. Diese regelt den Schutz von Bauwerken gegen Feuchtigkeit und Wasser.

Undichte oder fehlende Drainagen

Ein Teil der Isolierung sind Drainage-Platten. Diese leiten durch kleine Kanäle Feuchtigkeit von der Wand in das Erdreich ab. Über diesen Platten befindet sich eine Art Flies, durch das Feuchtigkeitspartikel gefiltert werden, um ein Verstopfen der Kanäle der Drainage-Platten zu verhindern. Es kommt vor, dass Drainagen komplett fehlen oder aber nicht richtig funktionieren. Gründe dafür können beispielsweise eine Hanglage des Hauses oder sehr starke Niederschläge sein.

Drainagen können verstopfen oder sich abnutzen. Versäumen Sie deshalb nicht, die Drainagen Ihres Hauses mindestens alle zehn Jahre von einem Experten warten und spülen zu lassen!
Ist die Ursache Ihres feuchten Kellers im Außen zu suchen, lässt es sich in der Regel nicht vermeiden, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Dann muss eine Sanierung vorgenommen werden.

Zusammenfassung

Ein feuchter Keller ist sicher unangenehm und kann langfristig zu Schäden in der Bausubstanz führen. Auch kann die nicht zu vermeidende Schimmelbildung gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Aber der Feuchtigkeit in den Kellerräumen kann mit relativ einfachen Mitteln zu Leibe gerückt werden. Oft genügt bereits ein verändertes Lüft- und Heizverhalten. Hat die Feuchtigkeit ihre Ursachen in einer mangelhaften Isolierung, wird eine Sanierung unvermeidlich sein.

Artikelbild: © Suljo / Bigstock.com

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