Flachdachgaube: Mehr Platz und Licht im Dachgeschoss für wenig Geld

Flachdachgaube: Mehr Platz und Licht im Dachgeschoss für wenig Geld

Wer einmal in einer Dachgeschosswohnung gelebt hat, kann sich sicher noch gut daran erinnern, wie oft er sich den Kopf an der Dachschräge gestoßen hat. Im eigenen Heim soll dies nun Vergangenheit sein? Dann sollten Bauherren und Hausbesitzer eine Dachgaube in Erwägung ziehen. Hier gibt es mehrere verschiedene Varianten: Die Flachdachgaube ist die Günstigste unter den Dacherweiterungen.

Für mehr Platz: Aussehen, Funktion und Form der Flachdachgaube

Sie ist nur eine Möglichkeit von vielen verschiedenen Gauben für das Dach. Dahinter verbergen sich rechteckige Vorbaus, die die Dachschräge unterbrechen. Weitere Varianten sind beispielsweise Schleppdachgauben, Satteldachgauben oder Dreiecksgauben. Auch Dachgauben mit einem Balkon sind möglich. Die Flachdachgaube zeichnet sich – wie der Name jedoch schon sagt – jedoch durch ihr flaches Dach aus. Das macht sie einfach zu konstruieren und häufig auch sehr kostengünstig.

Der Vorteil für den Hausbesitzer ist der Raumgewinn. Das Dachgeschoss erweitert sich, die schrägen Wände werden abgemindert und bringen viel Licht in das oberste Geschoss des Hauses. Auch dringt mehr Luft in die sonst so stickige Etage. In den meisten Fällen wirken Flachdachgauben schlicht und bescheiden. Aber auch haushohe Variante, die vom Boden vor dem Haus bis zum Dach reichen, sind möglich.

Flachdachgauben sind für allem für Dächer geeignet, die eine geringe Neigung aufweisen. Sie können entweder individuell gestaltet und gebaut werden oder aber auch in der Fertigbauweise nachträglich ins Dach eingefügt werden. Im Werk proportioniert und vorgebaut, können Flachdachgauben normalerweise innerhalb nur eines Tages eingebaut werden.

Wem eine Dachgaube zu teuer oder zu aufwendig ist, der kann lediglich durch Systemfenster mit Seitenverschalung mehr Licht und auch etwas Raum gewinnen. Der Erweiterung des Platzes ist jedoch sehr gering.

Wichtig: Nicht völlig ohne Neigung zur Entwässerung

Regen landet jedoch auch auf der Dacherweiterung. Die meisten Flachdachgauben weisen daher eine Neigung von bis zu fünf Grad auf, damit das Regenwasser ablaufen kann. Die Neigung sorgt dafür, dass Wasser nach vorne fließt. Hier muss eine Regenrinne dieses auffangen und in die Hausentwässerung führen.

Zahlreiche Ratgeber geben ein Mindestgefälle von zwei Prozent an. Zahlreiche Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass der Abfluss von Regenwasser effektiv erst ab drei Prozent, am besten bei fünf Prozent Gefälle gewährleistet wird.

Auch die Abdichtung gegen Feuchtigkeit ist ein wichtiger Punkt, der bei Planung und Einbau von Flachdachgauben nicht vergessen werden darf. Bauherren können sich hier an der sogenannten Flachdachrichtlinie orientieren, die vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ausgegeben wird.

Ebenso spielt die Wärmedämmung beim Einbau einer Gaube immer eine wichtige Rolle. Daher sollte mit den Arbeiten in jedem Fall ein Fachunternehmen beauftragt werden. Eigenleistungen sind hier oft selten gern gesehen, da Fehler bei Wärmedämmung oder Dichtheit dem Dach schwere Schäden zufügen können.

Soll eine Flachdachgaube ins Dach eingefügt werden, braucht es in jedem Fall eine Baugenehmigung. Denn sie verändert nicht nur die Optik des Hauses, sondern auch die Statik. Bei fertigen Dachgauben ist durch die einheitlichen Maße die Baugenehmigung meist leicht zu bekommen.

Metall statt Ziegel: Abdeckung der Flachdachgaube

Einen Nachteil bringt die Flachdachgaube jedoch mit sich. Sie kann nicht wie der Rest des Daches mit Ziegeln aus Ton oder Dachsteinen aus Beton gedeckt werden. Das verhindert die geringe Dachneigung. In vielen Fällen werden hier Metalle verwendet, um die Dachflachgaube zu verkleiden: Kupfer oder Titanzink sind hier oft beliebt.

Lediglich diese Eigenschaft unterscheidet sich von der Schleppgaube. Letztere verfügt über stärkere Dachneigung, die auch das Bedecken mit Dachziegeln ermöglicht. Hier entsteht ein einheitlicheres Bild auf dem Dach des Hauses.

Unschlagbar niedrig: Die Kosten für eine Flachdachgaube

Unter den Dachgauben ist die Flachdachvariante jedoch genau dadurch die günstigste und kaum mit Schnäppchen zu schlagen. Die einfache Konstruktion macht es möglich, dass hier leicht zu errichtende Modelle schon für einen Preis von knapp unter 3000 Euro zu bekommen sind. Auch die technischen Veränderungen beim Dach selbst sind meist sehr gering.

Doch auch bei Flachdachgauben können die Preise je nach Ausstattung variieren. Die billigste Möglichkeit der Flachdachgaube ist eine Fertiggaube. Aber auch individuelle Modelle können eingebaut werden. Hier werden sich jedoch die Kosten erhöhen – nicht selten auf das Doppelte oder Dreifache. Die finalen Preise hängen unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Maße der Gaube
  • Sonderkonstruktionen von Fenstern
  • verschiedene Dachkonstruktionen

Gerade wenn die Gaubenhöhe sich von vorgefertigten Maßen unterscheidet, kann sich der Preis erheblich ändern. Flachdachgauben können auch vor dem Haus bis hinunter zum Boden reichen. Weniger Unterschiede ergeben sich, wenn lediglich die Breite der Flachdachgaube abweicht.

Auch die gewählten Fenster bestimmen den Preis. In Flachdachgauben sind sowohl Dachfenster als auch vertikale Fenster möglich. Rahmen und Sprossen machen einen weiteren Unterschied.

Dacherker und Zwerchhaus sind nur zwei Beispiele, wie die Dachkonstruktion mit der Flachdachgaube unterschiedlich verändert werden kann. Auch das beeinflusst natürlich den Preis. Generell gilt: Je individueller die Flachdachgaube sein soll, desto mehr wird sie den Bauherrn kosten.

Bevor der Bauherr alle Kosten selbst übernimmt, sollte nach Förderungen Ausschau gehalten werden. Beispielsweise aufgrund von energiesparenden Maßnahmen beim Gaubenbau können Unterstützungsgelder in Einzelfällen beantragt werden.

Zusammenfassung

Die Flachdachgaube dient zur Raumerweiterung im Dachgeschoss. Ihre einfache Konstruktion ermöglicht oft einen unschlagbaren niedrigen Preis. Durch die Dachneigung von lediglich fünf Prozent kann sie jedoch nicht mit Dachziegeln aus Ton oder Dachsteinen aus Beton bedeckt werden. Hier sind oft Metalle zu finden.

Artikelbild: © kruwt / Bigstock.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.