Fragen und Antworten zum Thema Carport

Fragen und Antworten zum Thema Carport

Ein Carport ist die natürliche Variante, den Stellplatz für das Auto auf natürliche Weise einzubringen, ohne die Hausfassade oder den Eingangsbereich des Hauses zu stark zu verändern. Insbesondere die Möglichkeit, die hinsichtlich der Form und Farbgebung anzupassen, spricht für die Installation eines Carport. Viele Fragen jedoch sind zu Beginn zu beantworten, über die Baugenehmigung hin zur Sicherheit des Fahrzeuges, die maßgeblich für die Entscheidung sind.

Wir wollen in diesem Beitrag deshalb versuchen, Ihnen einen weitestgehenden Überblick über die wichtigsten Thematiken zu geben.

Die Baugenehmigung

Grundsätzlich gilt, dass Baurecht auf Länderebene geregelt wird, die Aussagen also keinen Maßstab für die gesamte Bundesrepublik darstelle, hier exemplarisch die Informationen der Stadt Köln. Hier ist es jedoch so, dass zumeist eine Baugenehmigung eingeholt werden muss, denn anderenfalls riskiert man den Abriss einer fertiggestellten Installation. In der Regel ist es mittlerweile so, dass ausschließlich Bauanzeigen notwendig sind, sofern entsprechende Bebauungspläne gegeben sind. Unter Umständen ist aber auch eine Befreiung von der Baugenehmigung möglich – Näheres regelt hier die jeweilige Baubehörde, die örtlich zuständig ist. Ansprechpartner ist in der Regel die Gemeinde, sodass auch keine Aussagen zur Bearbeitungszeit gemacht werden können.

Benötigt wird stets ein Auszug der betreffenden Flurkarte, wobei dieser nicht älter als zwei Jahre sein darf. Zusätzlich muss auf einem Lageplan ersichtlich sein, wo die Grundstücksgrenzen gezogen werden und wo tatsächlich Bebauung zum Aufbau des Carports gegeben ist. Hier müssen Informationen zu den jeweiligen Maßen der Gebäude mitgeliefert werden, anderenfalls verzögert dies die Bearbeitung.

Sicherheit des Carport

  • Eine moderne Variante, etwa ein Carport aus Metall, ist hinsichtlich der Stabilität das Maß aller Dinge. Dies ist insofern von Bedeutung, da Deutschland in fünf sogenannte Schneelastzonen eingeteilt ist. Experten raten, dass in jedem Fall eine Schneelast von 85 Kilogramm pro Quadratmeter gewährleistet wird. Besonders in Süddeutschland, traditionell von einem stärkeren Schneefall betroffen, sollte dieser Maßstab entsprechend erhöht werden. Nicht allein deshalb empfiehlt sich Metall als die geeignete Konstruktionsvariante. Viele Hersteller geben Ihnen Auskunft über die Schneelast, zudem sind Modelle mit bis zu 250 Kilogramm pro Quadratmeter möglich.
  • Ein Lichttrapez aus PVC, einem absolut lichtdurchlässigem Material, empfiehlt sich für eine natürliche Einbindung. Dieses wird mit hochwertigen Lichtplatten verbaut und ist damit sicher vor Hagel und dergleichen. Wichtig ist außerdem, dass die angebrachte UV-Beschichtung ausreichend eingebracht wurde, um die Langlebigkeit des Systems zu gewährleisten.
  • Ebenso interessant sind Trapeze aus Stahl, denn diese sind verzinkt und zusätzlich mit Polyester beschichtet. Das sorgt für eine sichere Einbringung und einen geregelten Lichtdurchfluss, benötigt jedoch eine regelmäßige Pflege. Insbesondere ein Durchrosten birgt die Gefahr, dass der Carport instabil wird.

Weitere Fragen und Antworten

  • Für ein stabiles Fundament ist es notwendig, notfalls extra eine Bodenplatte einzubringen oder ein spezielles Streifenfundament zu setzen. Aus der Sicht von Statikern, die die ausreichende Traglast der Installation untersuchen, ist zumeist nur ein H-Anker mit passendem Pfostenträger sinnvoll. Vom Gebrauch von Einschlaghülsen ist abzuraten, da die Gefahr eines Einsturzes zu groß ist.
  • Bei einem Carport, der in Selbstmontage eingebaut werden soll, muss auf das richtige Material gesetzt werden. Aluminium ist zwar bezüglich des Gewichts besser zu verarbeiten, muss unter Umständen aber verstärkt werden, gerade in Regionen mit einer hohen Schneelast.
  • Gerade bei Fahrern von größeren Fahrzeugen, etwa Geländewagen oder SUVs, empfiehlt sich ein Carport mit Rundbogen. Hierdurch wird der Platz zum Rangieren entsprechend vergrößert, zudem lässt sich der Carport besser gestalten und auf natürliche Weise einbringen. Hierzu nehmen Sie die Maße des Fahrzeuges und vergleichen Sie mit den Eigenschaften des gewünschten Modells.
  • Bei Holz als Material, sollte insbesondere auf die Beschichtung der Oberfläche geachtet werden. Sie müssen nach DIN entsprechend druckimprägniert sein und eine Widerstandsklasse von 3 oder höher aufweisen.

Artikelbild: © Henry Nowick / Shutterstock

3 Kommentare

  1. Luise 06.12.2018 12:20 Uhr

    Für unseren neuen fahrbaren Untersatz möchten wir ein Carport bauen. Bestimmte Arbeiten würde eine Zimmerei übernehmen, aber das Fundament würde ich selbst errichten. Vielen Dank für den tollen Tipp mit dem H-Anker. Hoffentlich mache ich den Statiker mit meinem Bau zufrieden.

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  2. Ferdinand Schneider 16.01.2019 13:22 Uhr

    Vielen Dank für die vielen Anmerkungen, vor allem in Bezug auf die Sicherheit des Konstrukts! Bei dem aktuellen Schneechaos hier in Niederbayern ist die Fassade aus Metall wirklich am attraktivsten. Hierbei gibt es einige sehr schöne Modelle, die jedoch in der Montage recht umständlich (und schwer!) sind. Wir werden uns also wahrscheinlich an Fachmänner wenden.

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  3. Michel Deleuze 18.03.2019 11:13 Uhr

    Gut, dass ich zur Planung unseres Carports auf Ihren Artikel gestoßen bin, denn ich war mir nicht bewusst, dass es einer Baugenehmigung benötigt bauen zu dürfen. Ich habe mich noch nicht zu den konkreten Vorgaben in unserem Ortskreis informiert aber nun weiß ich zumindest Bescheid, dass da noch Infos fehlen bevor wir einfach anfangen zu bauen. Da alles innerhalb unserer Grundstücksgrenzen gebaut werden soll, mache ich mir zum Glück auch keinen Kopf, dass es nicht klappt.

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