Fragen und Antworten zur Bauherrenhaftpflicht

Fragen und Antworten zur Bauherrenhaftpflicht

Die Risiken als Bauherr, die Sie im Rahmen der Bautätigkeit eingehen, lassen sich aufgrund der Fülle der Vorschriften und der Höhe möglicher Schäden nur bedingt selbst absichern. Als Laie überblicken Sie wenn überhaupt nur einen Teil der Regelungen, zudem sind Sie unabhängig davon zunächst haftbar – die finanziellen Möglichkeiten, Forderungen abzuweisen und gleichzeitig einzelne Gewerke in die Haftung zu nehmen, sind im Regelfall nicht gegeben. Die als Bauherrenhaftpflicht bezeichnete Police wird daher unisono als Pflichtversicherung empfohlen, da insbesondere der passive Rechtsschutz hierbei integriert ist und Ihnen den Rücken freihält.

Wir stellen die Grundlagen zu dieser Versicherung auf und klären häufige Fragen aus der Sicht eines Laien.

Missachtung der Sicherungspflicht der Baustelle

Analysiert man die Schadenfälle der Bauherrenhaftpflicht, so lässt sich ein großer Anteil der Regulierung auf eine Missachtung der Sicherungspflicht des Bauherren zurückführen. Unabhängig davon, ob Sie für diesen Bereich eine Fachfirma als Dienstleister beauftragt haben, kann man Sie zunächst in Regress nehmen für alle dadurch entstehenden Schäden und vor allem Personenschäden.

  • Dabei kommt es regelmäßig darauf an, dass schon bei der Auswahl der beteiligten Dienstleister ein objektiver Maßstab angelegt wurde, der auf die Seriosität und fachliche Eignung der Unternehmen abzielt. Zwar wird jedes Gewerk für sich genommen eine entsprechende Versicherung aufweisen, die jedoch gilt nur im Innenverhältnis des Vertrages und kann demnach nicht auf Schäden Dritter an Ihrer Baustelle angewandt werden. Haben Sie beispielsweise explizit einen Architekten mit der Bauüberwachung beauftragt, so ist dieser bei Missachtung solcher Pflichten grundsätzlich Ihnen gegenüber regresspflichtig, dennoch schützt Sie dies nicht vor Forderungen von Dritten in diesem Zusammenhang.
  • Geleistet wird im Rahmen der Bauherrenhaftpflicht grundsätzlich dann, wenn eine im AHB fixierte Pflicht nicht eingehalten oder grob fahrlässig missachtet wurde. Als Schadenfall gilt sowohl die Beschädigung von Maschinen, ebenso wie Personenschäden beziehungsweise daraus folgende Beeinträchtigungen und dergleichen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Bezug zum passiven Rechtsschutz, denn eine Leistung wird grundsätzlich auch dann gewährt, wenn der Versicherer eine unberechtigte Forderung abwehren muss. Notfalls wird hierzu auch der Weg über die Gerichte bestritten.
  • Geben Sie niemals ein Schuldeingeständnis ab oder sichern jemandem eine Regulierung zu. So heißt es beispielsweise auf der Webseite des Versicherers Asstel: „Teilen Sie uns jeden Schadenfall Ihrer Asstel Bauherrenhaftpflicht-Versicherung unverzüglich und innerhalb einer Woche mit. Wir klären dann für Sie eventuelle Schadensersatzansprüche von Dritten.“ – Quelle: asstel.de. Erfahrene Juristen prüfen die Gesamtlage und kalkulieren das Prozessrisiko, treten an Ihrer Stelle der Haftender ein und sorgen für eine schnelle Regulierung, sodass keinerlei Beeinträchtigung bei Ihrem Bauvorhaben eintritt.

Deckungssummen, Ende der Versicherung und Co.

  • Achten Sie darauf, dass Sie beim Abschluss der Bauherrenhaftpflicht auf unterschiedliche Deckungskonzepte zurückgreifen können. Diese orientieren sich am Wert der Immobilie und sollten in jedem Fall eine pauschale Deckungssumme für Personen- und Sachschäden einschließen. Beachten Sie jedoch, dass grundsätzlich keine Haftung bei vorsätzlichen Handlungen übernommen wird. Außerdem bewirken Veränderungen der Grundwasserverhältnisse ebenso ein Versagen der Eintrittspflicht des Versicherers.
  • Vorteilhaft ist es, wenn der Versicherungsschutz mit einem Einmalbetrag umgesetzt werden kann. Direkt nach Beitragszahlung steht der Versicherer in der Pflicht, die Versicherung gilt dann höchstens zwei Jahre bis zum Abschluss der Bauarbeiten. Achten Sie bei problematischen Bauvorhaben darauf, dass eine flexible Nachversicherung ermöglicht wird. Über einen geringen Beitragszuschlag kann somit die Versicherungsdauer um sechs weitere Monate verlängert werden, wobei regelmäßig Voraussetzung ist, dass die Bauzeitverlängerung zur Vermeidung einer Deckungslücke rechtzeitig dem Versicherer mitgeteilt wurde.
  • Sinnvoll ist eine Ergänzung mit der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, die bei seriösen Versicherern bereits mit der Bauherrenhaftpflicht für dieselbe Versicherungsdauer eingeschlossen ist. Das Baugrundstück ist demnach ebenso über das jeweilige Maß der Risiken am Bau abgesichert.

Artikelbild / Fragen & Antworten zur Bauherrenhaftpflicht: © Sergey Mironov / Shutterstock

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