Winter: Gartenarbeiten von Dezember bis Februar

Winter: Gartenarbeiten von Dezember bis Februar

Die ersten drei Monate des Jahres sind sehr schneereich. In dieser Zeit gilt es vor allem, die Pflanzen zu schützen. Ab März beginnt die Gartensaison. Dann erfreuen die ersten Blüher und Aussaaten den Gärtner.

Dezember: Weihnachten und Jahreswechsel

Im letzten Monat des Jahres sind die Gartenarbeiten zumeist auf eines ausgerichtet: Wintervorbereitung. Die Pflanzen sollten geschützt werden, bei Bedarf mit Mulch und Tannenreisig abgedeckt oder sogar eingepackt werden. Auch immergrüne Gehölze bedürfen Schutz – vor der intensiven Wintersonne sollten sie mit einem Vlies abgedeckt werden. Rosen müssen von Wildtrieben befreit werden. Die eingelagerten Knollen und Zwiebeln sollten im Keller regelmäßig kontrolliert werden, Kübelpflanzen gehören spätestens jetzt an geschützte Orte. Der Teich kann auf natürliche Art mit einem Schilfbündel eisfrei gehalten werden, damit auch in der kalten Jahreszeit Sauerstoff ins Wasser kommt. Wenn noch nicht geschehen, sollten neu geplante Beete umgegraben werden, immergrüne Pflanzen brauchen auch im Winter Wasser. Regenrinnen sollten kontrolliert werden, ob sich im Herbst nicht zu viel Laub in ihnen abgelagert hat. Das kann die Rinnen verstopfen.

Im Nutzgarten können jetzt die letzten Gemüsesorten geerntet werden: unter anderem Rosenkohl, Porree, Kohlrabi und Meerrettich. Grünkohl, Winterwirsing und anderes Wintergemüse sollten einen Frostschutz bekommen. Wenn noch nicht geschehen, kann jetzt noch der Boden gekalkt, schwere Lehmböden umgegraben und die Bäume mit Weißanstrichen gegen Frostrisse versehen werden. Johannisbeeren und Stachelbeeren können jetzt mit frischem Kompost gemulcht werden. Achtung: Das Obst- und Gemüselager nicht vergessen, regelmäßig zu lüften!

Zuletzt sollten die Gartengeräte eingelagert werden – Spaten, Hacke & Co sollte vorher gereinigt werden: mit Stahlwolle, Schmirgelpapier oder Stahlbürste entrosten und dann winterfest verstauen. Als letzte Handlung im Jahr können aus Tannengrün und Kiefernzapfen aus dem eigenen Garten Weihnachtsgestecke für die Wohnung gebastelt werden.
Tipp: abgeschnittene Kirsch- und Forsythienzweige blühen im Dezember in einer Vase!

Januar: Das neue Jahr

Ist der Weihnachtsbaum schon entsorgt? Dieser kann im Ziergarten im Januar gute Dienste leisten. Der clevere Gärtner schmeißt ihn daher nicht einfach auf den Kompost, sondern nutzt ihn klein geschnitten als Reisig, um beispielsweise die Rosen vor Frost zu schützen. Im Ziergarten steht der Januar ganz unter dem Motto „Schutz“. So sollten Immergrüne und auch dünne Sommergrüne von zu viel Schneelast befreit werden, damit sie nicht brechen. Steht die Hecke an einer Straße, dann sollte sie mit einem Wall oder salzverträglichen Gehölzen abgedeckt und vor dem Streusalz geschützt werden. Der Rasen sollte im frostigen Winter nicht unnötig betreten werden. Das Wasser friert und die Trittspuren werden im Frühjahr zu sehen sein. Der Januar ist ein guter Zeitpunkt, sommergrüne Blütensträucher wie die Forsythie, Holunder oder Duftjasmin zu vermehren. Auch Dahlien können jetzt vermehrt werden. Für die Rosen und anderen Kletterpflanzen kann jetzt hervorragend ein neues Rankgitter aufgestellt oder alte Varianten gestrichen werden. Wer Stauden wie Eisenhut und Astilbe im Garten blühen sehen möchte, muss diese im Winter aussäen. Diese und andere Stauden sind Kaltkeimer – sie benötigen eine Kältephase, um auszutreiben.

Im Nutzgarten steht der Januar ganz im Zeichen von Schutz der Obstbäume und Schädlingsbekämpfung auf denselben. Die Obstbäume können bei Tauwetter beschnitten werden. Achtung: Die Schnittwunden sollten gut mit Wundverschlussmittel versorgt werden, damit keine Pilze und Bakterien eindringen können. Auch sollten die Stämme von Frost und losen Stücken befreit werden. Hier überwintern viele Schädlinge. Um diese zu bekämpfen, kann auch mit Spritzmittel gearbeitet werden. Gerade Apfelbäume werden vom Obstbaumkrebs heimgesucht. Der Pilz setzt sich in Wunden und Knospen ein – zerstörte Rindenteile müssen entfernt werden. In der Erde gilt es, im Januar die Wühlmäuse zu bekämpfen. Diese finden in den Wintermonaten kaum Nahrung und greifen die Wurzeln der Obstbäume an. Fallen können hier helfen. Im Bereich der Beete steht alles im Zeichen der Vorbereitung. Winterfestes Gemüse wie Feldsalat, Rosenkohl und Winterspinat kann im Januar geerntet werden. Ansonsten kann der Gärtner jetzt eine neue Anbauaufteilung planen. Auch ist die arbeitsarme Zeit im Winter gut geeignet, Hochbeete anzulegen. Ab Ende Januar kann bereits verschiedenes Gemüse vorgezogen werden: Paprika, Peperoni und im Gewächshaus der Rhabarber. Achtung: Schnee sollte vom Gewächshaus abgeräumt werden, damit die Last nicht zu schwer wird.

Februar: Die letzte Winterruhe

Im Ziergarten können im zweiten Monat des Jahres erste Schnittarbeiten erledigt werden. Stauden und Ziergräser sollten beispielsweise jetzt abgeschnitten werden, damit sie neu austreiben können. Auch sommerblühende Sträucher beschneidet der wissende Gärtner im Februar. Frühlingsblüher vergessen? Wer sie im Herbst nicht in die Erde gebracht hat, kann noch einige Nachzügler pflanzen. Die Kälte reicht meist noch, dass die Blumenzwiebeln austreiben. Die im Herbst gepflanzten Stauden sollten kontrolliert werden, manchmal drückt sie der Frost aus der Erde. Andere Pflanzen, wie Bellis, gilt es, vor der Kälte zu schützen, indem man sie mit Tannenreisig abdeckt. Auch im Februar fällt noch viel Schnee, die Äste der Sträucher und Stauden sollten regelmäßig befreit werden. Geschädigte Triebe und Blätter sollten entfernt werden.

Ab der Mitte des Monats können die Begonienknollen bereits aus der Winterruhe geholt werden. Rosen und Clematis brauchen jetzt viele Nährstoffe: Bei zahlreichen Arten ist Zeit zum Düngen. Im Nutzgarten gilt es weiter, die Obstbäume im Auge zu behalten. Frostrisse sind zu behandeln und wer es bisher versäumt hat, sollte die Obstbäume spätestens jetzt beschneiden. Auch das Gemüse muss vor späten Frostschäden geschützt werden. Radieschen & Co wachsen unter Vlies und Abdeckung frostfrei. Die ersten Beete warten nach der Planung im Januar nun auf die Vorbereitung für die Saison: Reste der Gründüngung entfernen, auflockern und Kompost je nach Anforderung der später zu pflanzenden Gewächse verteilen. Der Februar ist auch eine optimale Zeit, um Bodenproben zu nehmen. Im Labor kann eine exakte Bodenanalyse durchgeführt werden, die sehr aufschlussreich für Anpflanzung und Nährstoffversorgung ist. Wer noch getopfte Erdbeeren im Keller hat, kann diese jetzt in den Garten bringen. Himbeersträucher können im Februar hervorragend geteilt werden.

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