Gladiolen, Gladiolus Hybriden, auch Schwertblume genannt

Gladiolen, Gladiolus Hybriden, auch Schwertblume genannt

Wer einen farbenfrohen Blütensommer im eigenen Garten oder auf der Terrasse wünscht, der muss sich für die Gladiole entscheiden. Sie ist nicht nur aufgrund ihrer leuchtenden Farben eine Pracht, sondern sie besticht zudem mit ihrer xxl-Größe. Die Gladiole, Fachbezeichnung: Gladiolus Hybriden, gilt als bezaubernde Sommerschönheit.

Herkunft

Ihren Ursprung haben die Gladiolen in Südafrika. Sie wurden bereits im frühen 19. Jahrhundert miteinander gekreuzt, das Ergebnis daraus waren große und reichhaltige Züchtungen, so wie sie heute bekannt sind.

Heimisch ist die Gladiole vom südlichen Europa bis in den Nahen Osten. Die farbenprächtigsten und naturbelassenen Blüten kommen aber nach wie vor in Afrika und Madagaskar vor. In der Zwischenzeit werden bis zu 260 verschiedene Arten und Sorten der Gladiole gezählt.

Name, Synonyme und Sorten

Die Gladiole, die in den heimischen Gärten wächst, ist ein krautiges Gewächs, das sich der Gattung Gladiolus anschließt. Diese Gattung zählt wiederum zur Pflanzenfamilie der Schwertliliengewächse, Fachbezeichnung: Iridaceae. Krokus und Freesie dürfen sich ebenfalls diesem Schwertliliengewächs zuordnen. Hierbei handelt es sich um immergrüne Pflanzen, deren Fachbezeichnung: Gladiolus Hybriden, lautet. Aber die Gladiole ist auch besser bekannt unter Schwertblume, diesen Namen hat sie ihrer länglichen Formgebung der Blätter zu verdanken.
Die unterschiedlichen Arten und Sorten lassen sich in 4 Gruppen unterteilen:

  • Die großblütige Edel,- oder Holländische Gladiole: Ihre Wuchshöhe beträgt 80 bis 150 cm. Die 10 bis 18 cm großen Blüten befinden sich an langen, dichten Ähren.
  • Die Butterfly – oder Schmetterlingsgladiole: Ihre Wuchshöhe beträgt 60 bis 100 cm. Ihre Blüten sind kleiner als die der Edelgladiole. Dafür tragen diese Blüten meist mehrere Farben und an den Blütenrändern sind sie gewellt.
  • Die Zwerg-, Baby- oder Nanus-Gladiole: Ihre Wuchshöhe beträgt 50 bis 60 cm. Diese Sorte ist in der Regel mehrtriebig, mit 4 bis 5 cm großen Blüten, die sich an lockeren Ähren befinden.
  • Die wilde Gladiole: Ihre Wuchshöhe beträgt 30 bis 80 cm. Die wohl bekannteste Wildart ist der „gewöhnliche Siegwurz“, Fachbezeichnung: Gladiolus communis, der sich als äußerst winterhart erweist.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Die Höhe: Eine Garten-Gladiole erreicht in der Regel eine Höhe von 50 bis 130 cm. Es gibt aber durchaus Sorten, die von diesem Standard abweichen.
Der Wuchs: Der Wuchs gestaltet sich aufrecht und schlank, mit langen schwertförmigen sattgrünen Blättern und kräftigen Blütenähren.
Die Blätter: Hier handelt es sich um Laubblätter, die immergrün sind.
Die Blüten: Der Blütenstand zeichnet sich dadurch aus, dass er eine dickte Ähre aufweist. Diese besteht aus 10 bis 28 Blüten. Die Blütenhülle weist eine Länge von 5 cm auf. Sie ist nicht in Kelch und Krone aufgeteilt und weist verschiedene Farbgebungen auf. Die Blütenhülle ist oft gekräuselt. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Zum Teil beginnt sie auch schon einen Monat vorher. Wer die Blütezeit der Gladiolen verlängern möchte, der setzt die Knollen einfach zeitversetzt ein.

Kauf von Gladiolen

Jede Gärtnerei bietet Gladiolen an. Die Floristik verwendet sie als begehrte Schnittblume, deshalb ist sie auch in jeder Blumenhandlung zu finden. Auch jeder Baumarkt mit Gartenabteilung hat sie als Knolle vorrätig. Wer spezielle Züchtungen sucht, der muss dafür aber eine Fachgärtnerei aufsuchen.

Verwendung der Gladiolen

Die Gladiole macht sich durch ihren hohen Wuchs als Beetpflanze sehr gut. Meist tritt sie da in einer Gruppenpflanzung auf. Zudem hat sie große Bedeutung als Schnittpflanze und peppt jeden Strauß durch ihre großzügige Erscheinung so richtig auf.

Auf die richtige Pflege der Gladiole kommt es an

Die Pflanze mit den stolzen Blütenähren braucht einen sonnigen Standort und viel Wasser um gut gedeihen zu können.

Der Standort der Gladiole

Einst war das Schwertliliengewächs in warmen Gebieten zu Hause. Deshalb schätzt sie einen warmen Platz, der sich zudem als sonnig erweist. Wind mag sie keinen, daher sollte ihr Standort immer windgeschützt sein. Am besten gedeihen Gladiolen, wenn sie in Gruppen im Beet, an Zäunen oder Mauern gepflanzt werden.

Der Boden der Gladiole

Ein mit vielen Nährstoffen angereicherter Boden gefällt dieser Pflanze. Ein durchlässiger, kalkhaltiger, humoser, frischer Boden ist optimal um das Gedeihen voranzutreiben. Bevor die Knolle eingesetzt wird, sollte ein schwerer Boden mit etwas Sand aufgemischt werden. Zudem ist es wichtig, das Erdreich mit Kompost anzureichern. Auch Viehmist eignet sich sehr gut dafür.

Das Gießen der Gladiole

Damit die Gladiole gedeihen kann, braucht sie ausreichend Wasser. Bei langen trockenen Perioden kann sogar der Gartenschlauch die Gießkanne ablösen, denn die Gladiole ist durstig. Viele Gartenfreunde gießen ihre Gladiolen sogar an regnerischen Sommertagen. Dennoch muss Staunässe unbedingt vermieden werden, denn diese bekommt der Pflanze nicht. Das Erdreich der Gladiolus Hybriden muss ständig feucht gehalten werden, aber nicht zu nass. Mulchen hilft, um der Pflanze im Beet die Feuchtigkeit zu gewähren, die sie tatsächlich braucht. Denn wer in seinem Garten mulcht, verhindert dass zu viel Feuchtigkeit verdunstet. Auch die Gladiole als Schnittblume braucht ständig frisches Wasser.

Um Staunässe vorab zu vermeiden, macht es Sinn, den Boden der Gladiole gut durchlässig zu machen. Mit untermischtem Sand gelingt das auch.

Das Düngen und Pflegen der Gladiole

Bereits wenn die Knolle in das Erdreich eingesetzt wird, ist mit einem natürlichen Dünger zu arbeiten. Entweder Kompost oder Mist. Zudem benötigt die Pflanze in der Blütezeit, also von Juni bis September, einen geeigneten Volldünger. Auf der Verpackung der Knolle ist in der Regel ersichtlich, wie die Gladiole am besten gedüngt werden soll.
Zudem macht es Sinn, die in der Blüte stehenden Pflanze mit Stäben und Staudenhaltern zu stützen, damit sie bei starkem Wind oder bei einem Unwetter nicht knicken kann.

Wenn Gladiolen in ihrer vollen Blüte stehen, dann weisen sie große und schwere Blüten vor. Es ist keine Seltenheit, dass sich dann der Stängel neigt und bricht. Stäbchen zum Halt verhindern das. Auch ein grobmaschiges Netz kann dabei helfen, es wird über das Blumenbeet ausgebreitet und stützt die heranwachsenden Pflanzen. Gerade bei großen Blumenbeeten wird auf diese Alternative gerne zurückgegriffen.

Das Schneiden der Gladiole

Bei den einjährigen Gladiolen ist ein Schnitt meist nicht nötig. In der Regel findet die Gladiolus Hybriden sowieso als Schnittblume ihre Verwendung. Die Blütentriebe werden dabei verwendet. Die übrige Pflanze samt Blätter bleibt bestehen und wächst weiter.

Das Überwintern der Gladiole

In wärmeren Gegenden rund um das Mittelmeer bleiben die Knollen des Sommerblühers in der Erde. Im nächsten Frühling treibt die Gladiole dann wieder neu aus. In unseren Breiten ist das nicht machbar. Denn wenn vor dem Winter der Stängel und die Blüten absterben, zieht sich auch der Rest der Gladiole in die Zwiebel zurück. In der Knolle werden über die Wintermonate wichtige Nährstoffe gespeichert, die die Pflanze für den nächsten Austrieb braucht. Da die Knolle aber in unseren Breiten über den Winter einfrieren würde, sollte sie im Herbst ausgegraben werden.

Das funktioniert so: Die Knolle wird im Oktober aus der Erde ausgegraben. Die Reste des Stängels werden zurückgeschnitten bis auf 5 cm. Die Knolle wird anschließend gesäubert und darf trocknen. Die Zwiebel des Sommerblühers wird erst dann in eine Tüte aus Papier verpackt, wenn die äußere Feuchtigkeit vollständig verdunstet ist. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Knolle kühl überwintern kann. Temperaturen von 5 bis 10 Grad bieten sich dafür an.

Das Auspflanzen der Gladiole

Die Knolle weist bereits im Frühling eine Knospe auf, die während des Winters herangewachsen ist. Wird die Knolle im Frühling, Mitte April bis Anfang Mai in die Erde gesetzt, werden wieder neue Wurzeln gebildet und aus der Mitte der Pflanze wächst die Knospe.

Beim Auspflanzen ist es wichtig, dass die Knolle nur noch zu einem Drittel aus dem Erdreich schaut. Denn damit ist ein sicherer Stand und ein besserer Halt der Blume gewährleistet. Das Stück aus dem sich der Trieb entwickelt, darf nicht mit Erdreich bedeckt sein. Die flache Seite der Knolle kommt beim Pflanzen nach unten. Erst wenn kein Bodenfrost mehr herrscht, ist die beste Pflanzzeit.

Exklusive Gärtnereien bieten vorgezogene Pflanzen an, diese lassen bereits die Farbe ihrer Blüten erkennen.

Das Vermehren der Gladiole

Das Schwertliliengewächs ist in der Lage weitere kleine Knollen zu bilden, die sich Tochterknollen nennen. Sie werden im Herbst beim Ausgraben der Knollen abgetrennt und kühl bis zum nächsten Frühjahr gelagert. Es kann aber auch sein, dass die Zwiebel der Gladiole beim Überwintern erst die „Tochterknollen“ bildet. Dann werden Tochter- und Mutterknolle erst vor dem Auspflanzen in das Beet voneinander getrennt. Die Tochterknolle ist der Mutterknolle zum Verwechseln ähnlich, die Blütenfarbe und der Blütenstand bleiben gleich. Es gilt aber zu beachten, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Tochterknolle eine ebenso prächtige Erscheinung ist, wie die Mutterknolle. Sie brauchen meist 2 bis 3 Jahre, bis sie üppig wachsen und blühen. Zudem ist ihre Blütenkraft in den Anfangsjahren eingeschränkt.

Schädlinge

Thripsen, Blattläuse und Schnecken machen sich gerne über den Sommerblüher her. Um den beeindruckenden Meer an gelb, rot, orange, rosa, violetten und weißen Gladiolen Schutz zu bieten, müssen diese Schädlinge umgehend behandelt werden.
Viele Gartenfreunde legen die Knolle der Gladiole bereits vor dem Einpflanzen in eine Lösung aus Insektiziden. So ist die Pflanze während des Sommers besser gegen diverse Schädlinge geschützt.

Krankheiten

Zu den bekanntesten Krankheiten dieses Schwertliliengewächses zählen der Grauschimmel, sowie unterschiedliche Fäulen, die das Blatt, den Stängel sowie die Knolle angreifen. Ist die Gladiole mit einem grauen, samtig anfühlenden Belag übersät, hat sie der Grauschimmel in Beschlag. Ein Schutzmittel gegen die Pilzerkrankung muss dann umgehend aufgetragen werden. Oftmals ist auch der falsche Standort für den Grauschimmel verantwortlich, deshalb sollte jährlich die Beetfläche der Gladiolen gewechselt werden.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wie lange blühen die Gladiolen?

Die tatsächliche Blütezeit der Gladiolen hängt letztendlich von der jeweiligen Sorte ab, da es doch einige Unterschiede in diesem Bereich gibt. Daher ist beim Kauf einer bestimmten Sorte darauf zu achten, wann diese blüht, sofern dies für die Gestaltung relevant ist. Die früheste Blütezeit liegt in der Regel allerdings erst im Juni, sofern kein zu mildes Klima vorliegt.

Andere Sorten blühen in dieser Zeit allerdings nicht mal ansatzweise und warten daher bis zum September. Die meisten Gladiolen blühen dann allerdings nur bis zu zwei Wochen. Dieses kurze Vergnügen kann nur verlängert werden, indem entweder unterschiedliche Arten eingepflanzt werden oder durch das zeitversetzte Einpflanzen einer einzelnen Art.

Welcher Standort ist zum Einpflanzen am besten geeignet?

Der Standort der Gladiolen ist von mehreren Faktoren abhängig. Neben dem Substrat ist auch die Umgebung von anderen Pflanzen ein wichtiger Faktor. Daher ist ein lockerer und befeuchteter Boden sehr sinnvoll, solange dieser nicht zu nass wird. Dazu zählt auch das Vermeiden von Staunässe.

Auch der Schutz vor Wind ist entscheidend, wobei die Gladiolen möglichst viel Sonne abbekommen sollten. Andere Pflanzen, auch Gladiolen, sollten sich mindestens 15 Zentimeter weit weg voneinander befinden, damit die Wurzeln ausreichend Platz haben. Das Anpflanzen in der Nähe von Zäunen ist auch ohne größere Probleme möglich.

Wann und wie sollten die Gladiolen eingepflanzt werden?

Da die Gladiolen Kälte nicht besonders gut vertragen, ist es wichtig diese nicht zu früh einzupflanzen. Der richtige Zeitpunkt ist ohnehin deutlich entscheidender gegenüber anderen Pflanzen. Zum einen darf es nicht mehr frieren, da die Pflanzen sonst vor erheblichen Problemen stehen. Zum anderen bestimmt der Zeitpunkt des Einpflanzens auch die Blütezeit mit, was besonders dann wichtig ist, wenn das Blumenbeet möglichst dauerhaft blühen soll.

Eingepflanzt werden in der Regel die Zwiebeln der Gladiolen. Diese können ganz einfach in das entsprechende Substrat eingesetzt werden. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Zwiebeln ausreichend tief eingepflanzt werden. Das liegt daran, dass die Gladiolen sehr hoch aus der Erde herauswachsen und somit ausreichend lange auch durch die Erde gestützt werden sollten, damit die in die Höhe wachsenden Triebe dadurch genügend Stand erhalten. Dieser Stand kann durch das Verwenden von Holzstäben aber noch verbessert werden.

Was bedeutet das Wort „Gladiole“?

Der Ursprung des Wortes „Gladiole“ liegt in einem römischen Kurzschwert mit dem Namen „gladius“. Somit hat die Pflanze eine gewisse kriegerische Bedeutung und soll gleichermaßen Stärke vermitteln. Insgesamt haben die Gladiolen in der römischen Geschichte und Mythologie eine große Bedeutung.

Wie können Gladiolen im Topf gehalten werden?

Prinzipiell ist das Einpflanzen in den Topf auch möglich und oftmals zum Überwintern auch sinnvoll. Dennoch ist es auch von Anfang an möglich, die Gladiolen in einen Topf einzupflanzen. Das bietet sich besonders für Menschen ohne Gärten an, die die Gladiolen dennoch wertschätzen. Es sollte allerdings erneut darauf geachtet werden, dass die Pflanzen in dem Topf ausreichend Platz haben, da ihre Entwicklung sonst eingeschränkt ist.

Auch die Beschaffenheit des Bodens spielt dabei eine wichtige Rolle. Es ist erneut wichtig, dass keine Staunässe im Topf entsteht. Zusätzlich sollte der Boden auch locker sein. Anschließend kann die Zwiebel ganz einfach eingesetzt und überdeckt werden.

Systematik

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Unterfamilie: Ixioideae
Gattung: Gladiolen

Wissenschaftlicher Name

Gladiolus

Zusammenfassung

Einst von Südafrika zu uns gekommen erfreut sich der Sommerblüher, der zu den Schwertliniengewächsen zählt, immer mehr an Beliebtheit. Der Standort für die Gladiole oder auch Schwertblume genannt, sollte warm und sonnig sein und einen guten Windschutz bieten. Die Gladiole kommt als Beetpflanze in Gruppen wundervoll zur Geltung und auch als Schnittblume hat sie sich bereits einen Namen gemacht. Gegossen wird die 50 bis 130 cm hohe Gladiole viel, sie mag einen feuchten Boden, aber keine Staunässe. Düngen und Mulchen ist für diese Pflanze von Bedeutung. So zeigt sie sich in ihrer Blütezeit, die von Juni bis September reicht, noch prächtiger. Wegen der schweren und kraftvollen Blüten sollte die Gladiole mit Stäben oder Staudenhaltern gestützt werden. Das Auspflanzen der Gladiole erfolgt durch einlegen der Knolle. Die Vermehrung wird anhand der Tochterknolle durchgeführt. Thripsen, Blattläuse und Schnecken machen nicht Halt vor der Gladiole und gelten so als Schädlinge.

Artikelbild: © Africa Studio / Shutterstock

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