Glas – ein vielseitiger Werkstoff für den Hausbau

Glas – ein vielseitiger Werkstoff für den Hausbau

Das typische Haus verfügt auf jeder Seite über mehrere Fenster, die Sonne und somit auch Wärme durchlassen und für Licht sorgen. Die Fenster sind allerdings der einzige Bereich, wo Glas flächendeckend eingesetzt wird. Dabei ist Glas ein faszinierender Werkstoff für den modernen Hausbau.

Wie Glas entsteht, wissen nur die wenigsten Menschen. Seinen Anfang nimmt Glas in einem undurchsichtigen Rohstoff: Sand. Aus einer Mischung von Sand, Soda, Kalk und Altglas, die bei etwa 1.600 Grad erhitzt werden, wird sie in eine Form gegossen und anschließend auf Raumtemperatur heruntergekühlt. Das Ergebnis ist der faszinierende, transparente Werkstoff Glas. Der Werkstoff wird seit Tausenden Jahren verwendet. Seine Geschichte begann vor rund 7.000 Jahren, als er zufällig als vulkanisches Obsidian gefunden wurde. Die regelmäßige Nutzung startete erst 3.400 Jahre später in Ägypten. Seit dem hat sich Glas zu einem industriell hergestellten Produkt entwickelt, das weltweit in großen Mengen produziert wird und in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt wird: von kunstvoll geformtem Trinkglas über Licht spendendes Fassadenglas in modernen Gebäuden.

Glas: Ein natürlicher und gesunder Stoff

Wie zuvor erwähnt, wird Sand aus natürlichen und unbedenklichen Stoffen hergestellt. Somit ist es einer der gesündesten Baustoffe, die im Hausbau zum Einsatz kommen. Im Vergleich zu massiven Hauswänden lässt Glas natürliches Licht ins Gebäude – die Hausbesitzer nutzen somit die kostenlose Energie der Sonne. Zeitgemäße Dreifach-Verglasungen besitzen darüber hinaus hervorragende Dämmwerte.

Allergiker kennen das Problem: Viele Stoffe in der eigenen Wohnung, die für einen Menschen eigentlich kein Problem darstellen, erschweren ihnen das Leben. Glas hingegen ist in jeder Hinsicht glasklar: Es schmeckt nach nichts, riecht nicht und emittiert keine Schadstoffe. Doch Glas kann weitaus mehr: Es lässt Licht in das Haus. Je größer die Fläche, desto mehr Licht kann in das Haus eindringen und es in kalten Monaten erwärmen. Mehr Licht bedeutet aber auch das weniger Lichtquellen im Haus installiert werden müssen. Mit einer entsprechenden Verschattung für warme Monate wird Glas zu einem effektiven Kostensparer.

Kälte bleibt draußen

Während in altmodischen Häusern sehr sparsam mit Glas umgegangen wurde, ähneln die heutigen Gebäude wahren Glaspalästen. Der Vorreiter der Glaskonstruktionen ist der Technologiegigant Apple, der unter anderem in New York einen Retail Store aus Glas besitzt. Der Grund für den Einsatz von Glas ist nicht nur das schöne Design, sondern auch die moderne Dreifachverglasung, die heute zur Verfügung steht.

Zur Verdeutlichung: Die technische Kennzahl für den Wärmeverlust von Verglasungen, auch Ug-Wert genannt, lag bei einer Einfachverglasung bei rund 5,8 W/m²K. Mit einem Dreifach-Wärmedämmglas liegt der Wert bei nur noch 0,7 W/m²K. Der geringere Wärmeverlust macht sich direkt im Geldbeutel der Hausbesitzer bemerkbar: Sinkt der Ug-Wert um lediglich 0,1 W/m²K, können Bauherren pro Quadratmeter Fensterfläche einen Liter Heizöl jährlich sparen.

Artikelbild: © Marques / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Mian 05.12.2018 13:56 Uhr

    Deine Argumente für Glas sind ziemlich überzeugend. Wie ist es mit Glastüren? Würde eine Glastür statt Holztür auch Heizkosten sparen?

    direkt antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.