Grünlilie – pflegen, kaufen und vermehren

Grünlilie – pflegen, kaufen und vermehren

Sie sind auf der Suche nach einer Zimmerpflanze, die für unerfahrene Pflanzenanfänger geeignet ist? Dann sind Sie mit der Grünlilie richtig beraten. Sie ist sehr dekorativ und bei Pflegefehlern nicht eingeschnappt. Wir haben die wichtigsten Tipps zur Pflege und Vermehrung der Grünlilie für Sie zusammengefasst.

Merkmale der Grünlilie

Die Grünlilie fällt durch ihre frischen, grünen und üppigen Blätter sofort ins Auge. Dennoch wissen die wenigsten Pflanzenfreunde, dass die zur Familie der Liliengewächse gehörende Grünlilie ursprünglich aus Afrika stammt. Aufgrund ihrer Herkunft ist die exotische Pflanze recht bescheiden, was den Wasserbedarf angeht. Die korrekte botanische Bezeichnung lautet Chlorophytum comosum. Allerdings kennt man die Grünlilie auch in der Umgangssprache unter verschiedenen Namen. So wird sie zum Beispiel „flinker Heinrich“ genannt, weil ihr Wachstum außerordentlich schnell ist.

Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 40 Zentimetern. Wichtig ist aber nicht nur, dass genügend Platz nach oben eingeplant wird, denn auch der Platz nach unten spielt eine große Rolle. Die Grünpflanze ist nämlich zum Beispiel auf einem Regal gut aufgehoben, weil die Mutterpflanze regelmäßig Ausläufer ausbildet. Diese können gut und gerne einen halben Meter lang werden und hängen an der Grünlilie herab.

Insbesondere Haustierbesitzer und Eltern kleiner Kinder fragen sich, ob sie die Grünlilie problemlos als Zimmerpflanze verwenden können oder ob Bestandteile der Pflanze giftig sind. In der Tat enthält die Grünlilie einige leicht giftige Substanzen. Obwohl starke Vergiftungen in der Regel ausgeschlossen sind, sollten Sie auf Nummer sicher gehen und die Pflanze so platzieren, dass sie für Kinder und Haustiere nicht zugänglich ist.

Beliebte Zimmerpflanze für Zuhause und fürs Büro

Als Zimmerpflanze ist die Grünlilie hierzulande sehr beliebt. Das liegt vor allem daran, dass sie so genügsam und anspruchslos ist. Dennoch wirkt sie überaus dekorativ und bringt viel Grün in Ihr Zuhause oder Büro. Sie müssen lediglich darauf achten, die Grünlilie nicht zu häufig zu gießen. Die Pflanze kommt sehr gut einige Tage ohne Wasser aus, sodass Sie während eines Kurzurlaubs niemanden benötigen, der die Pflanze gießt. Auch in Verkaufsräumen und Büros wird sie aufgrund ihres geringen Wasserbedarfs geschätzt, weil sie dort das Raumklima verbessert und zugleich problemlos auch an längeren Wochenenden ohne Wasser auskommt.

Mehr als 100 verschiedene Arten bekannt

Es gibt über 100 verschiedene Arten der Grünlilie, wobei sich lediglich wenige Variationen wirklich als Zimmerpflanze durchsetzen konnten. Dazu gehören vor allem die folgenden drei Grünlilienarten:

  1. Am weitesten verbreitet und am bekanntesten ist die Chlorophytum comosum
  2. Besonders markant und auffällig ist die Chlorophytum capense mit einem weißen Mittelstreifen in den Blättern
  3. Dank ihrer bronzefarbenen Blätter wird auch die Chlorophytum amaniense immer beliebter

Alle drei Arten zeichnen sich durch einen dichten Blattwuchs aus, der sich im Laufe der Zeit immer weiter ausbreitet. So entsteht nach einiger Zeit eine große und wuchtige Zimmerpflanze. Aus der Mitte der Grünlilie heraus wachsen Blütentriebe, die zarte Blätter und kleine weiße Blüten ausbilden. Später entstehen dann die sogenannten Kindel, die zur Vermehrung genutzt werden können.

Video

Grünlilie kaufen oder vermehren?

Wenn Sie jemanden kennen, der bereits eine Grünlilie besitzt, können Sie ihn nach einem Ableger fragen. Durch die Kindel ist die Grünlilie sehr einfach zu vermehren. In einem großen Blumentopf geraten die Pflanzenkinder in Kontakt mit dem Pflanzsubstrat und bilden kleine Wurzeln. Alternativ schneiden Sie die Kindel einfach ab und stellen sie in ein wenig Wasser, damit sie anwurzeln. Anschließend setzen Sie die Jungpflanzen in einen Topf mit Erde.

Die Teilung einer Hauptpflanze ist eine weitere Möglichkeit, um die Grünlilie zu vermehren. So sparen Sie sich den Neukauf.

Natürlich können Sie die Grünlilie auch als Jungpflanze kaufen. Schauen Sie sich einfach im Blumenhandel, Garten-Center oder Baumarkt um. Alternativ gibt es auch Onlineshops, welche die Zimmerpflanze günstig zum Verkauf anbieten. Sehr gut bietet sich die Kultivierung als Ampelpflanze an. Dort kann sie die Blätter hängen lassen, ohne dass die Blattspitzen auf einem festen Untergrund anstoßen. Außerdem können die Kindel so problemlos eine Länge von 70 Zentimetern erreichen.

An diesem Standort fühlt sich die Grünlilie wohl

Bei der Auswahl des Standorts sollten Sie darauf achten, dass die Pflanze nicht in der direkten Sonne steht. Sie genießt es aber, hin und wieder ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen, damit die dunkelgrünen Blätter ihre Farbe behalten können. Am besten ist ein heller Platz ohne starke Sonneneinstrahlung. Hier fühlt sich die Pflanze wohl und wächst sehr üppig.

Die Raumtemperatur darf nicht unter 10 Grad Celsius liegen, denn bei diesen Temperaturen stellt die afrikanische Grünlilie ihr Wachstum ein.

Im Sommer können Sie die Pflanze auch in den Garten oder auf den Balkon stellen. Die robuste und genügsame Grünlilie kommt mit den verschiedensten Licht- und Temperaturverhältnissen gut zurecht.

Die richtige Pflege der Grünlilie

Wie eingangs erwähnt, benötigt die Grünlilie aufgrund ihrer trockenen Heimat nicht gerade viel Wasser. Der größte Pflegefehler ist daher, die Pflanze zu übergießen. Bei Staunässe geht sie sehr schnell ein. Die Zimmerpflanze kann regelmäßig mit kleineren Wassermengen versorgt werden. Halten Sie die Blumenerde einfach immer leicht feucht. Es ist aber nicht so schlimm, wenn Sie das Gießen einmal vergessen. Die Grünlilie kann einige Tage ohne Wasser auskommen.

Hinsichtlich der Nährstoffversorgung ist die Pflanze ebenfalls sehr anspruchslos. Beachten Sie einfach die folgenden Tipps und Hinweise:

  • Wählen Sie als Pflanzsubstrat eine nährstoffreiche Blumenerde, damit die Grünlilie von Anfang an gut mit Nährstoffen versorgt ist
  • Wie jede andere Zimmerpflanze benötigt sie trotzdem hin und wieder eine Düngergabe
  • Es reicht aber, ihr ab und an einen Flüssigdünger zu gönnen, der einfach dem Gießwasser zugesetzt wird
  • Verwenden Sie dafür einen handelsüblichen Blumendünger

Durch die regelmäßige Zugabe eines Düngers regen Sie das Wachstum der Pflanze und die Produktion von Ablegern an.

So klappt das Umtopfen der Grünpflanze

Bei kaum einer Zimmerpflanze kommen Sie um das gelegentliche Umtopfen herum. So verhält es sich auch mit der Grünlilie. Eine Faustregel für den richtigen Zeitpunkt gibt es dabei nicht. Prinzipiell bietet sich die Zeit von Frühjahr bis Herbst am besten dafür an, die Grünlilie in einen größeren Topf zu setzen und mit neuer Erde zu versorgen. Sobald Sie aber das Gefühl haben, dass die Pflanze Ihrem Blumentopf entwachsen ist, wird es wieder einmal Zeit für das Umtopfen. Das kann durchaus mehrmals im Jahr der Fall sein. Sofern die Wurzeln bereits oben aus dem Topf ragen, sollten Sie auf keinen Fall länger mit dem Umtopfen warten.

Krankheiten und Schädlinge

Es gibt einige Schädlinge, welche die Grünlilie befallen können. Meist werden sie durch benachbarte Pflanzen auf der Fensterbank übertragen oder befinden sich in der Blumenerde. Manchmal wird ein Befall mit Blattläusen, Schmier- und Wollläusen oder mit der Weißen Fliege beobachtet. Wichtig ist, den Befall frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, damit sich die Pflanze schnell davon erholen kann. Bei einem Blattläuse-Befall sind die Blätter der Pflanze klebrig, während bei einem Befall mit Woll- und Schmierläusen kleine Gespinste unter den Blättern und in den Blattknospen zu entdecken sind. Isolieren Sie die Pflanze bei einem Schädlingsbefall und sprühen Sie sie mit einer leichten Seifenlauge oder Brennnesselsud ein.

Hin und wieder fallen bei der Grünlilie braune Blattspitzen auf. Dies ist immer ein Indiz dafür, dass ein Pflegefehler oder ein ungeeigneter Standort vorliegt. Bei einer sehr trockenen Luft kann dieses Problem ebenso auftreten wie bei einer unregelmäßigen Wasserzufuhr. Die Blattspitzen können sich zum Beispiel verfärben, wenn die Pflanze zu selten gegossen wird. Aber auch bei einer Überwässerung tritt dieses Phänomen auf. In seltenen Fällen verfärben sich die Blätter, weil die Wurzeln von der Wurzelfäule befallen sind. Sie entsteht, wenn sich durch ein ungünstiges Pflanzsubstrat oder übermäßiges Gießen Staunässe bildet. Bei braunen Blattenden ist daher immer schnelles Handeln gefragt. Finden Sie die Ursache heraus und beseitigen Sie diese schnellstmöglich, um ein Absterben der kompletten Pflanze zu verhindern. Wenn hingegen die weißen Streifen der Blätter verschwinden, braucht die Pflanze mehr Licht. Ein weiteres Indiz für Lichtmangel sind abknickende Blätter.

Fazit: Dekorative Zimmerpflanze für Menschen ohne grünen Daumen

Die Grünlilie ist die perfekte Zimmerpflanze für Pflanzenanfänger oder Menschen, die leider keinen grünen Daumen haben. Das genügsame Gewächs ist mit wenig Zuwendung zufrieden und verzeiht auch kleine Pflegefehler. Daher ist es kein Problem, wenn Sie das Gießen einmal vergessen oder einfach keine Zeit dafür haben. Ein teures Pflanzsubstrat ist ebenso wenig notwendig wie spezieller Dünger. Die Grünlilie kommt mit dem normalen, handelsüblichen Zubehör sehr gut zurecht. Als grüner Blickfang im eigenen Zuhause oder im Büro ist die Grünpflanze heute kaum noch wegzudenken.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Ist die Grünlilie giftig?

Die Blätter der Pflanze (Chlorophytum comosum) sind nicht giftig. Allerdings sind die Samen leicht giftig. Aus diesem Grund sollte der Standort dieser Pflanzen so gewählt werden, dass weder Haustiere noch kleine Kinder in den Versuch geraten, an ihr zu knabbern.

Welchen Standort bevorzugt die Grünlilie?

Die Sorte Chlorophytum comosum ist eine äußerst anspruchslose Pflanze, die praktisch jeden Standort in der Wohnung toleriert. Sie gibt sich mit einer schattigen oder halbschattigen Ecke zufrieden, hat aber auch keinen Einwand, wenn man sie an einem hellen Ort in der Nähe eines Fensters aufstellt. Im Gegensatz zu anderen empfindlichen Pflanzen hat sie auch keine Probleme mit kühlen, zügigen oder trockenen Standorten. Sollte der Standort trocken sein, ist es ratsam, die Pflanze regelmäßig mit Wasser zu besprühen.

Wie sollte man die Grünlilie gießen?

Wie bereits erwähnt, gehört die Grünlilie zu den anspruchslosen Pflanzen. Dennoch möchte sie ausreichend gegossen werden. Im Frühjahr bis zum Herbst benötigt sie reichlich Wasser. Der Topfballen sollte immer etwas feucht sein. Im Winter (November bis März) darf man sparsamer sein und seltener Gießen.

Gerade im Winter sollte die Grünlilie, wenn sie an einem trockenen Standort steht, mit Wasser besprüht werden.

Was ist bei der Überwinterung der Zimmerpflanze zu beachten?

Zimmerpflanzen wie die Grünlilie benötigen im Winter eine mäßige Pflege. Sie gießt man seltener und sparsamer. Zwischen den Gießperioden lässt man die oberste Erdschicht antrocknen. Wenn die Blätter der Grünlilie braun werden, war man zu sparsam mit dem Wasser. Die Wurzeln müssen ausreichend Wasser aufsaugen können, ansonsten trocknen die Blätter ein.

Was ist bei der Vermehrung zu beachten?

Die Grünlilie bildet ständig Ableger, sodass ihre Vermehrung relativ einfach ist. In vielen Haushalten kommt sie als Ampelpflanze zum Einsatz.

Zur Vermehrung schneidet man die einzelnen Ableger (Kindel) ab. Kleine Sorten stellt man in Wasser, bis sich Wurzeln bilden. Anschließend setzt man sie in einen mit Erde gefüllten Topf und stellt diesen an einem warmen Ort auf.

Große Pflanzen können durch die Vermehrung leicht aufgeteilt werden und in Ampelpflanzen verwandeln. Aus einer Pflanze kann man etwa zwei bis drei neue Pflanzen bilden. Da sich die Grünlilie beliebig oft vermehren kann, besteht die Möglichkeit, Ableger an Freunde und Bekannte weiterzugeben.

Welche Schädlinge befallen die Pflanze?

Unterschiedliche Schädlinge greifen die Grünlilie an. Ihr größter Feind ist die Blattlaus. Ein Befall ist an verschiedenen Merkmalen erkennbar: Die Blätter sind eingerollt, Teile der Pflanze sind klebrig und die Triebe sind krumm. Blattläuse sollten an der Blattunterseite sichtbar sein.

Wie kann man mit Schädlingen umgehen?

Der Blattlausbefall lässt sich leicht mit einer Dusche lösen. Man stellt die Pflanze in die Badewanne oder Dusche und spritzt die Blätter vorsichtig ab. Um dem Befall vorzubeugen, hilft es, die Pflanze regelmäßig mit Brennnesselauszug oder Rainfarntee zu bespritzen.

Weiße Fliegen sind der zweite Feind der Grünlilie. Ihr Befall äußert sich in fleckigen, vergilbten Blättern. Sie kann man meist nur mit Insektiziden oder mithilfe von Schlupfwespen bekämpfen.

Zusammenfassung

Die Grünlilie ist in Deutschland als Zimmerpflanze insbesondere in Büros und Verkaufsräumen gefragt. Das liegt zum einen an ihrer üppigen grünen Blätterpracht, mit der sie Farbtupfer in den Raum bringt. Zum anderen ist die in Afrika beheimatete Pflanze extrem pflegeleicht und benötigt nur wenig Wasser. Die Vermehrung der Grünlilie ist unkompliziert, denn dafür können ganz einfach die Kindel verwendet werden. Außerdem ist es problemlos möglich, die Pflanze für die Vermehrung zu teilen.

Systematik

Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)
Gattung: Chlorophytum
Art: Grünlilie

Wissenschaftlicher Name

Chlorophytum comosum

Artikelbild: © Ronnachai Palas / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.