Gundermann

Gundermann

Gundermann ist auch unter der Bezeichnung Gundelrebe bekannt und gehört zur Familie der Lippenblütler. Das ausdauernde, niedrig wachsende Kraut ist in den gemäßigten Zonen Europas, Asiens und den USA heimisch und wächst vorwiegend an schattigen Stellen auf Wiesen, Weiden, an Gebüschrändern, in Gärten und an Hängen. Wo die Pflanze einmal angesiedelt ist, verbreitet sie sich rasch durch ihre langen Ausläufer. Die dunkelgrünen, nierenförmigen Blätter sind mit einem leichten Flaum bedeckt und besitzen Drüsen, die beim Zerreiben ein aromatisches und leicht bitteres Öl absondern. Ab April erscheinen über den Blättern violett-rote Blüten mit tiefen Kelchen. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wie zum Beispiel ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe, Cholin, organische Säuren und Saponine ist der Gundermann ein beliebtes Hausmittel in der Volksmedizin.

Verwendung als Heilkraut in der Volksmedizin

Verwendet wird das blühende Kraut, welches von April bis Juli gesammelt werden kann. Danach wird es, in Büscheln aufgehängt oder in nicht zu dicken Lagen, im Schatten getrocknet. Gundermann gilt als vielseitiges Heilmittel. Als Tee kann er bei einer Entzündung der oberen Atemwege, bei Husten und Verschleimung Linderung bringen. Zur Anregung des Stoffwechsels, der Verdauung und Bildung von Magensäften ist er ebenfalls beliebt. Vor allem bei Erkrankungen der Nieren, der Harnblase und der Harnwege soll Gundermann hilfreich sein. Als konzentrierter Absud kann er äußerlich angewandt bei schlecht heilenden Wunden, Hautpilz, Furunkeln und Schwellungen angewandt werden. Auch als Gurgelmittel bei Mundhöhlen- und Schleimhautentzündung wird er in der Volksmedizin empfohlen. In der Homöopathie findet Gundermann ebenfalls Anwendung.

Gundermann in der Kräuterküche

Gundermann wird nicht nur in der Volksheilkunde angewandt, auch in der Kräuterküche kann er verwendet werden. Vor allem im Frühling und Frühsommer, wenn die Blätter noch jung und frisch sind. Sein Aroma ist dann herb-würzig mit einem leicht scharfen Nachgeschmack. Sehr gut eignet er sich zusammen mit anderen Kräutern wie Sauerampfer, Löwenzahn und Schafgarbe als Kräuterquark oder als pikanter Brotaufstrich. Zum Würzen von Salaten, Suppen und Soßen können die Blätter das ganze Jahr über genommen werden. Übrigens wurde Gundermann vor dem Aufkommen von Hopfen auch zum Bierbrauen verwendet.

Tee-Zubereitung: 1 Teelöffel zerkleinertes Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen, dann abgießen. Davon sollten höchstens 3 Tassen pro Tag getrunken werden, jedoch nicht über längere Zeit.
Absud-Zubereitung: 2 Esslöffel zerkleinertes Kraut mit einem halben Liter Wasser übergießen und aufkochen. 3 Minuten leicht weiter köcheln. Dann 10 Minuten ziehen lassen, abgießen und entsprechend verwenden.

Artikelbild: © DemianM / Shutterstock

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