Hainbuche – Carpinus betulus

Hainbuche – Carpinus betulus

Im Jahr 1996 wurde die Hainbuche zum Baum des Jahres gewählt. Tatsächlich ist die Hainbuche aber eigentlich gar keine Buche, sondern gehört vielmehr zur Familie der Birkengewächse. Sie wird ebenfalls als Weißbuch oder als Hagebuche bezeichnet.

Merkmale und Eigenschaften

Ihre Zugehörigkeit zu den Birkengewächsen kann man vor allem an ihren Blättern erkennen: Denn diese sind wie Birkenblätter am Blattrand doppelt gesägt und fühlen sich härter und auch älter an. Die Hainbuche ist ein sommergrüner Laubbaum, der eine Höhe bis 25 Metern erreichen kann. Da dies für einen Baum nicht allzu hoch ist, finden wir sie im Wald eher im Bestandesschatten anderer Bäume. Durch ihre hohe Schattentoleranz hat sich die Hainbuche an diese Bedingungen jedoch sehr gut angepasst.

Ebenfalls erkennt man eine Hainbuche an ihrem relativ krummen Stamm. Dieser weist außerdem Unregelmäßigkeiten im Querschnitt auf. Die Krone dieses Baumes ist dicht, besitzt weit ausladende Äste im unteren und eher senkrecht wachsenden Ästen im oberen Bereich. Ihre Blätter bleiben im Herbst im Vergleich zu anderen Bäumen relativ lange am Baum, bevor sie schließlich abfallen. Deshalb wird dieser Baum gern als Sichtschutz genutzt.

Herkunft und Verbreitung

Die Hainbuche stammt aus den einheimischen Wäldern. Sie verträgt warme bis heiße Sommer, aber auch Minustemperaturen bis zu –30°C schaden ihr nicht. Dies erklärt ihre weite Verbreitung von Mitteleuropa bis Südengland und Norddänemark bis in den Kaukasus. Aber auch in Weißrussland, in den Baltischen Ländern und am Kaspischen Meer ist dieser Baum zu finden. Sie wächst auf Höhen bis zu 1000 Metern. Je nach Standort bevorzugt sie unterschiedliche Böden. In Mitteleuropa finden wir die Hainbuche vor allem auf Böden mit viel Braunerde, während sie in südlicheren Gebieten eher auf feuchten Böden wächst. Der Bestand der Hainbuche in deutschen Wäldern ist zurückgegangen, im letzten Jahrhundert war sie noch deutlich weiter verbreitet, als sie dies heute ist.
Diese Bäume erreichen ein Alter bis zu 150 Jahren und gehören zu den wichtigsten Niederwaldgehölzen.

In einheimischen Gärten werden sehr gern Hecken aus Hainbuchen verwendet. Sie bieten einen guten Sichtschutz, sehen attraktiv aus und sind eine dekorative Alternative zu einem Zaun.

Blüte und Früchte

Die Hainbuche blüht in den Monaten April und Mai. Es handelt sich bei der Weißbuche um eine eingeschlechtliche Pflanze, deshalb erscheinen an derselben Pflanze sowohl männliche als auch weibliche Blüten, die sich in Größe und Farbe voneinander unterscheiden. Männliche Blüten sind gelbgrün und etwa sechs Zentimeter lang. Die weiblichen sind grün und nur etwa drei Zentimeter lang.
Die Fruchtreife der Hainbuche tritt im September und Oktober ein. Die Buche trägt Nüsschen, die von einem dreilappigen Flügel umschlossen sind.

Nutzung

Das Holz der Hainbuche ist sehr fest und zäh. Es trocknet schnell, schwindet jedoch stark. Es wird zu Gegenständen verarbeitet, die stark mechanisch beansprucht werden, z.B. Klavier oder Stiele von Werkzeugen. Hainbuchenholz brennt gut und wird deshalb zu Holzkohle verarbeitet.

Besonders interessant ist die Weißbuche jedoch als Heckenbaum. Sie hat die Eigenschaft, dass man sie nach Belieben zuschneiden kann. Und genau das ist der Grund, warum sie sehr gern als Hecke genutzt wird. Hecken aus Hainbuche kamen im 18. Jahrhundert in Mode, damals wurden sie in der barocken Gartenkunst sogar in rechteckige oder dreieckige Formen gepresst. Wer schon einmal einen Barockgarten besichtigt hat, hat sich bestimmt über die eigenwilligen Formen der Pflanzen und Hecken gewundert.

Diese Buche behält im Winter noch sehr lange ihre Blätter. Oft bleiben die braunen,ausgetrockneten Blätter sogar über den gesamten Winter hängen. Deshalb gilt eine Hainbuchenhecke auch als guter Sicht-, Wind- und Wärmeschutz. Bereits in der Zeit der Römer und im Dreißigjährigen Krieg machte man sich diese als sogenannte Wehrhecken zunutze.
Auch heute sind Hainbuchenhecken unter den Hobbygärtnern sehr beliebt. Sie sind geradezu undurchdringlich und können sehr gut einen Zaun ersetzen. Eine Hainbuchenhecke ist pflegeleicht und winterhart. Viele Vögel, besonders Amseln, wählen eine Hainbuchenhecke sehr gern zum Brüten.

Es zeigt sich also, dass die Hainbuche sehr vielfältig genutzt wurde und wird – bereits vor vielen Jahrhunderten als auch heute noch.

Pflanzen und Pflege

Gepflanzt wird eine Hainbuche von Mitte Oktober bis Mitte November. Um eine dichte Buchenhecke zu bekommen, sollte beim Pflanzen ein Pflanzabstand von etwa 50 cm eingehalten werden, es sei denn, die Hecke soll einmal auf über zwei Meter anwachsen, dann empfiehlt sich ein Abstand von etwa 80 cm. Nach dem Pflanzen muss die Hainbuchenhecke gut gewässert werden.

Schneiden Sie die Pflanzen direkt nach dem Pflanzen um etwa die Hälfte zurück. So wird Ihre Hecke im Frühjahr viele neue Triebe bekommen und schön dicht werden.

Eine Hainbuche mag am liebsten einen Ort in der Sonne oder im Halbschatten, kommt aber auch ganz im Schatten recht gut klar. Nach dem Pflanzen muss die Buche gut gewässert werden. Überhaupt muss die Hecke regelmäßig gegossen werden, auch im Winter.
Eigentlich wachsen Weißbuchen auf jedem Boden, bevorzugen jedoch einen kalkhaltigen lehmigen oder sandigen Boden, der auch Humus enthält.
Da die Hecke häufig geschnitten und dadurch entkräftet wird, muss eine Hainbuchenhecke vor allem in den ersten Jahren regelmäßig mit organischem Dünger gedüngt werden. Ältere Pflanzen müssen jedoch nicht mehr gedüngt werden, es sein denn, sie stehen auf sehr sandigem Boden.

Vermehrung

Hainbuchen lassen sich nur schwer vermehren. Selbst im Frühsommer entwickeln ihre Stecklinge nur sehr langsam Wurzeln. Man kann ihre Samen aussähen, aber es handelt sich bei der Hainbuche um einen Kaltkeimer, was bedeutet, dass sie frühestens nach 18 Monaten anfängt zu keimen.
Da Hainbuchen in Baumschulen günstig zu erwerben sind, ist die Vermehrung einer Mutterpflanze allerdings weder notwendig noch sinnvoll.

Schneiden

Wenn Sie eine schöne, dichte Hainbuchenhecke haben möchten, müssen Sie sie regelmäßig zurückschneiden. Auf diese Weise wird die Verzweigung der Hecke gefördert.
Dies beginnt direkt nach dem Pflanzen, denn bereits dann müssen die Spitzen um wenigstens die Hälfte zurückgeschnitten werden. Dann muss die Hecke in den ersten zwei bis drei Jahren regelmäßig beschnitten werden. Um die Hecke dichter zu machen, sollten Sie jeden nach außen und oben wachsenden Trieb einkürzen.
Bei älteren Hainbuchen können Sie das letzte Mal im September schneiden und die Hecke dann bis zum nächsten Frühjahr ruhen lassen. Kurz bevor der Austrieb im Februar oder März beginnt, bringen Sie Ihre Hecke mit einem Schnitt in die gewünschte Form.

Schneiden Sie die Hecke oben etwa 10 cm schmaler als unten, so kommt immer ausreichend Licht an alle Teile der Pflanze.

Ist die Hecke einmal richtig angewachsen, haben Sie nur noch wenig Arbeit mit ihr. Es reicht, dass Sie sie zweimal jährlich schneiden und im Herbst das Laub beseitigen.
Wie die meisten Gehölze werden auch Hainbuchenhecken im zeitigen Frühjahr geschnitten. Dies ist die Zeit kurz vor dem Austriebsbeginn, also im Februar oder März. Den Austrieb erkennen Sie an den schwellenden Knospen.

Korrigierendes Nachschneiden ist auch kein Problem, denn eine Hainbuche ist eine sehr schnittverträgliche Heckenpflanze.

Da eine Hainbuchenhecke ein beliebter Nestplatz für Vögel ist, sollte von Ende März bis September nicht geschnitten werden.

Sollte ein Nachschnitt während dieser Zeit wegen allzu viel Neutrieb doch einmal notwendig sein, gehen Sie vorsichtig vor und benutzen Sie auf keinen Fall eine Motorsäge!

Überwintern

Im Herbst verfärben sich die Blätter der Hainbuchenhecke – zuerst werden sie gelb, später braun und trocken. Sie fallen erst spät im Jahr ab, und ein großer Teil der Blätter bleibt sogar im Winter an der Hecke. Dadurch haben Sie das ganze Jahr einen guten Sichtschutz.
Ansonsten gibt es keine Probleme mit dem Überwintern der Buche, da sie ja Temperaturen bis zu –30 °C verträgt. Gönnen Sie Ihrer Hecke jedoch über den Winter eine Mulchdecke aus Dünger. Auf diese Weise wird die Qualität des Bodens auch über die kalte Jahreszeit erhalten und eine Bodenverdichtung verhindert.

Krankheiten und Schädlinge

Hainbuchen können an Pilzerkrankungen wie Mehltau erkranken. Daneben gibt es eine Reihe von Schädlingen, von denen Hainbuchen befallen sein können. Dabei gilt: Je jünger der Baum ist, umso größer ist der Schaden, den er durch den Befall erleiden kann. Folgende Schädlinge können bei Hainbuchen vorkommen, und daran erkennen Sie sie:

  • Mäuse – die Hainbuche wird trotz häufigen Wässerns braun und trocken
  • Maikäfer – die Käfer selbst und ihre Maden zerfressen die Blätter
  • Erlenblattkäfer – siehe Maikäfer
  • Frostspinner – siehe Maikäfer
  • Eichenwickler – siehe Maikäfer
  • Schildläuse –befallen die Blattunterseite und hinterlassen Löcher und Flecken auf der Blattoberseite
  • Spinnmilben – siehe Schildläuse
  • Gallmücken – die Blattknospen schwellen an

Wie können die Schädlinge bekämpft werden?

Für sämtliche Schädlinge gilt: Schneiden Sie sämtliche betroffenen Teile der Pflanze großzügig ab. Keine Angst, einer Hainbuche macht dies nichts aus. Sie wird sich schnell von dem starken Schnitt erholen und nachwachsen.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wofür wird die Hainbuche hauptsächlich verwendet?

Das Holz der Hainbuche wird oftmals weiterverarbeitet, da es sehr hart ist. Zur Zierde kann die Hainbuche aber auch sehr gut genutzt werden. Oftmals als freistehender Baum beziehungsweise im Kollektiv. Dabei kann die Hainbuche besonders durch das üppige und grüne Blattwerk überzeugen. Eine wichtige alternative Nutzung der Hainbuche stellt die Nutzung als Heckenpflanze dar. Das ist möglich, da die Hainbuche auch als Strauch genutzt werden kann.

Wie und wann wird die Hainbuche geschnitten?

Das Schneiden der Hainbuche ist besonders dann wichtig, wenn sie als Hecke verwendet wird. Die Hecke bleibt dadurch dicht und vermittelt ein gepflegtes Aussehen. Der beste Zeitpunkt für das Schneiden der Hecke ist zwischen Februar und März. Grund dafür ist, dass die Hecke den Rückschnitt zu diesem Zeitpunkt besser verträgt und die Hecke, bis sie vollständig regeneriert ist, sehr gepflegt wirkt. Im Juni kann die Hecke dann erneut geschnitten werden. Geschnitten werden kann die Hecke dann mit Heckenscheren oder mit elektronischen Alternativen. Ein möglichst gleichmäßiger gerader Schnitt passt dabei sehr gut zur Hainbuche.

Worin liegt der Unterschied zwischen Hainbuche und Rotbuche?

Der Unterschied von Hainbuche und Rotbuche ist im Grunde genommen botanisch. Die Hainbuche gehört zur Familie der Birkengewächse, während die Rotbuche zur Familie der Buchengewächse gehört. Die Ordnung ist mit der Zuordnung zu den Buchenartigen zwar gleich, allerdings unterscheiden sich weitere und spezifischere Einteilungen. Die vermeintliche Ähnlichkeit stammt lediglich vom deutschen Namen.

Welche Früchte trägt die Hainbuche?

Die Hainbuche trägt kleine Nussfrüchte. Diese sind einsamig und ungefähr einen Zentimeter groß. Sie ist in einem kleinen Blattorgan versteckt und wird von diesem Blattorgan auch mit Nährstoffen versorgt, bis die Fruchtreife einsetzt. Das ist meistens im September und Oktober der Fall.

Wie sieht das Blatt der Hainbuche aus?

Die relativ kleinen Blätter sind von der Form her recht gut wiederzuerkennen. Das liegt daran, dass sie eine recht große Größe von bis zu zehn Zentimetern Länge und vier Zentimetern Breite erreichen. Eine satte grüne Farbe ist bei Hainbuchenblättern nicht selten. Im Herbst ist die Färbung dann gelb. Darüber hinaus sind die Blätter an den Blattadern zu erkennen, die in geringen Abständen recht regelmäßig von der Mitte des Blattes an den Rand verlaufen.

Wie kann die Hainbuche eingepflanzt werden?

Zum Einpflanzen sind besonders hochwertige Jungpflanzen geeignet. Diese sorgen für ein gutes und gleichmäßiges Ergebnis, was besonders bei den Hecken sehr wichtig ist. Beim Einpflanzen sollte daher ein Abstand von rund einem halben Meter eingehalten werden. Allerdings kann der Abstand mit der jeweiligen gewünschten Wuchshöhe und Pflanzenhöhe variieren. Die Jungpflanzen können dann einfach in die Erde eingesetzt werden und müssen im Anschluss regelmäßig gewässert werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist zwischen Oktober und November.

Wie groß ist die Hainbuche beim Verkauf?

Wie bei den meisten Heckenpflanzen und auch Bäumen, werden die Hainbuchen in verschiedenen Größen verkauft. Dabei ist zu beachten, dass größere Exemplare mehr kosten und schwieriger zu transportieren sind und dafür aber auch schon weiter im Wachstum fortgeschritten sind. Die Hainbuche wird meist ab 40 cm verkauft und steigt von dort aus in regelmäßigen Schritten in der Größe.

Systematik

Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)
Unterfamilie: Haselnussgewächse (Coryloideae)
Gattung: Hainbuchen (Carpinus)
Art: Hainbuche

Wissenschaftlicher Name

Carpinus betulus

Zusammenfassung

Die Hainbuche gehört zur Familie der Birkengewächse und stammt aus unseren heimischen Wäldern. Sie ist nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch im Süden von Skandinavien sowie im Baltikum und in der Nähe des Kaspischen Meeres zu Hause. Hainbuchen werden gern von Hobbygärtnern als Hecke genutzt. Sie benötigt nur wenig Pflege und bietet eine dekorative Begrenzung, die jederzeit einen Zaun ersetzen kann. Für unsere gefiedertern Freunde ist eine Hainbuchenhecke ein beliebter Platz zum Brüten und Aufziehen der Jungen.

Artikelbild: © smithore / Bigstock.com

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