Hausabriss-Kosten: Diese Ausgaben kommen auf Sie zu!

Hausabriss-Kosten: Diese Ausgaben kommen auf Sie zu!

Der eine hat das alte Haus geerbt, der andere im vollen Bewusstsein wegen der wunderschönen Lage das spezielle Grundstück mit einer baufälligen Ruine darauf gekauft. Oder aber ein Fehlkauf führt dazu, dass ein Haus abgerissen werden muss. Manche Gebäude lassen sich nicht mehr wirtschaftlich sanieren. Sie sind nicht mehr standsicher und zeitgemäß. Doch welche Kosten kommen dann auf Sie zu? Die folgenden Zeilen erklären, welche Preise, für welche Maßnahmen einzukalkulieren sind.

Sanierung unmöglich: Wenn ein Gebäude nicht mehr zu retten ist!

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Gebäude abgerissen werden muss. Es ist zwar nicht die Regel, aber so mancher Bauherr kauft ein Grundstück aufgrund der wunderschönen oder einmaligen Lage. Die baufällige Ruine darauf wird einkalkuliert – sie soll abgerissen werden, damit Platz für den Neubau auf dem einzigartigen Grundstück entsteht.

Aber auch durch das Erben kann ein baufälliges Haus in den eigenen Besitz kommen, das nicht mehr saniert werden kann. Vor allem Siedlungshäuser aus den fünfziger und sechziger Jahren werden derzeit an die dritte Generation weitergegeben – sie entsprechen jedoch längst nicht mehr den heutigen Vorstellungen an ein schönes Zuhause.

Doch der häufigste Grund für einen Hausabriss ist ein Fehlkauf: Den Käufer trifft erst im Nachhinein die bittere Realität, dass sein erworbener Altbau nicht mehr saniert werden kann. Was einst mit seinem Charme ein neues Zuhause werden sollte, stellt sich nicht selten als abrissreif heraus. Mängel an allen Ecken und Kanten? Das Haus ist in keiner Weise bewohnbar? Die Sanierung würde Unmengen an Kosten verschlingen? Altbauten entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen: Kleine Wohnflächen, schlechte Wärmedämmungen und veraltete Haustechnik können ebenfalls Gründe für einen Hausabriss sein.

Schwere, verdeckte Schäden in der Bausubstanz tauchen oft erst auf den zweiten oder dritten Blick auf. Hohe Schadstoffbelastungen sind ebenfalls ein Grund, eine Sanierung auszuschlagen. Rund 1,8 Millionen Häuser waren laut einer Studie der „Arbeitsgemeinschaft Zeitgemäßes Bauen“ im Jahr 2011 reif für den Abrissbagger. Ihres auch? Experten raten: Wenn der Umbau 75 Prozent der Kosten für einen Neubau erreichen würde, ist der Abbruch die bessere Alternative. Das Gebäude ist in Bezug auf die Kosten wirtschaftlich nicht mehr rentable zu sanieren, denn der Neubau ist letztendlich nachhaltiger als die Sanierung einer Bruchbude.

In diesen Fällen kommen auf den Hausbesitzer zahlreiche Kosten zu. Die Preise für den Hausabriss sind jedoch nicht pauschal zu benennen und unterscheiden sich von Haus zu Haus. Daher sollte beim Erwerb von alten Häusern immer ein Bausachverständiger hinzugezogen werden. Dieser kann mit Fachwissen und Erfahrung vor einem unglücklichen Fehlkauf bewahren.

Wer bewusst ein Grundstück mit einem abrissreifen Haus kauft, sollte die Kosten für den Abbruch von Anfang an einplanen. Mit geschickter Verhandlung können Sie den Kaufpreis des Grundstückes um diese Summe im Vorfeld drücken, um nicht doppelt zu investieren.

Vor dem Abbruch: Die Kosten für Planung und vorherige Arbeiten

Bevor der eigentliche Hausabriss durchgeführt werden kann, sind Vorüberlegungen und Planung durchzuführen. Schon hier werden Kosten für den Hausabriss verursacht, die letztendlich mit in der Rechnung landen werden.

Zunächst sind die Kosten für die Planungen zu beachten. Diese sind unabhängig von der Größe des Gebäudes. Sie belaufen sich in den meisten Fällen auf rund 1.000 Euro. Gute Planung wird gebraucht, um die Statik des Hauses zu untersuchen, sowie die Wände auf Schadstoffe zu prüfen. Bei den Planungen muss ein Experte involviert werden, der ein Gutachten erstellt. Hier können Sie verschiedene Angebote einholen, um die Kosten für die Planungen so günstig wie möglich zu halten.

Vor dem eigentlich Hausabriss fallen in den meisten Fällen weitere Vorarbeiten an, die ebenfalls Kosten verursachen. Eine Entkernung des Gebäudes kann notwendig sein – dabei werden Bauelemente von Schadstoffen getrennt. Die Entkernung umfasst die Entfernung sämtlicher Materialien und Installationen bis auf die Grundmauern. Dämmung, Bodenbeläge, Isolierungen, Fenster, Türen und die Möbel werden bei der Entkernung entfernt. Die Beseitigung der Einrichtungsgegenstände sowie der Schadstoffe kostet ebenso. Insgesamt kann eine umfangreiche Entkernung bereits 2.000 bis 3.000 Euro kosten – je nach vorhandenen Schadstoffen. Findet sich Asbest darunter, steigen die Kosten schnell höher.

Faktoren, die die reinen Kosten für den Abbruch bestimmen

Erst nach den Planungen und den Vorarbeiten kann der Abriss begonnen werden. Dessen Kosten können jedoch nicht pauschal genannt werden – sie unterscheiden sich von Haus zu Haus. Nicht nur die Wohnfläche ist hier ausschlaggebend, wie viel Geld der Bauherr letztendlich einkalkulieren muss. Die Abrisskosten hängen von folgenden Faktoren ab:

  • die Größe des Gebäudes
  • die verwendeten Baumaterialien
  • die örtlichen Besonderheiten
  • notwendige Sicherheitsmaßnahmen
  • Schutz benachbarter Gebäude
  • vorhandener Keller

Gebäudegröße

Diese Variable beeinflusst schlicht die Arbeits- und Maschinenzeit für den Hausabriss. Je größer das Gebäude ist, desto mehr Zeitaufwand muss eingeplant werden. Auch der Nutzungsraum der Maschinen wird davon bestimmt. Daher nutzen zahlreiche Abrissfirmen die Gebäudegröße als Grundlage in ihrer Kostenkalkulation.

Baumaterialien

Während sich so manche Materialien als gemischte Abfälle einordnen lassen, kostet die Entsorgung gesonderter Baumaterialien auch gesondert Geld. Eternit muss beispielsweise speziell entsorgt werden. Platten aus diesem Material wurden oft für die Deckung des Dachs verwendet. Die Platten sind giftig und brauchen spezielle Verhältnisse bei der Entsorgung. Das kostet sowohl Zeit als auch Geld. Gerade sehr alte Häuser beinhalten oft eine große Menge an Sondermüll, der teuer beseitigt werden muss. Vor allem Asbest findet sich häufig in Decken und Wänden und muss ebenfalls speziell entsorgt werden.

Örtliche Besonderheiten

Auch der Platz um das Haus ist ausschlaggebend für die Abrisskosten. Ist genügend Freiraum vorhanden, dass die Maschinen sich bewegen können, wird es einfacher und günstiger. Liegt das Haus jedoch direkt an anderen Gebäuden, vergrößert sich der Aufwand. Teurer wird es auch, wenn das Gebäude abseits von Straßen und Co liegt. Dann ist der Weg, den die Maschinen zurücklegen müssen, um das Objekt zu erreichen, nicht nur lang, sondern ebenfalls kostenintensiv.

Sicherheitsmaßnahmen

Ist das Haus besonders urban gelegen, werden Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Straße und Fußgängerwege müssen abgesperrt werden, damit keiner durch den Hausabriss gefährdet wird. Muss für die Arbeiten ein Bereich gesperrt werden, sollten auch diese Gebühren in die Kostenplanung einkalkuliert werden. Die Preise variieren hier von Gemeinde zu Gemeinde.

Schutz benachbarter Gebäude

Steht das Haus besonders dicht an einem Nachbargebäude, braucht auch dieses in der Regel einen Schutz, damit es durch die Zerstörung des Nachbarn nicht beschädigt wird. Auch diese Maßnahmen verursachen unterschiedlich hohe Kosten.

Keller

Wenn das Gebäude mit einem Keller ausgestattet ist, muss dieser nach dem Abriss ausgebaggert werden. Das entstandene Loch wird aufgefüllt und die Erde wieder verdichtet. Auch diese Arbeiten sind kostenintensiv, aber jedoch besonders wichtig, wenn nach der Entfernung ein Neubau errichtet werden soll! Dann braucht es sogar einen Verdichtungsnachweis!

Sind alle Bedingungen bekannt, kann ein Kostenvoranschlag erstellt werden. In der Regel fassen Abrissfirmen alle Bedingungen in einem Pauschalangebot zusammen. Hier sollten alle einzelnen Kosten übersichtlich aufgelistet sein.

Buchen Sie nicht die erstbeste Firma. Suchen Sie zertifizierte Unternehmen heraus und lassen Sie sich mindestens zwei unterschiedliche Angebote fertigen, um Preise vergleichen zu können. Ist ein anschließender Neubau geplant, können Sie auch den beauftragten Architekten um Tipps, Empfehlungen und Hilfe bitten.

So könnte der Preis liegen: Kostenbeispiel für den Abriss eines Hauses

All diese Faktoren machen es unmöglich, einen pauschalen Preis für den Abriss eines Hauses zu nennen. Dennoch gibt es Mittelwerte, an denen Sie sich orientieren können. So belaufen sich die Kosten im Mittel für ein durchschnittliches Einfamilienhaus auf rund 50 bis 90 Euro pro Quadratmeter. Das sind rund 10.000 bis 25.000 Euro. Ein kleines Wochenendhaus ohne Keller verursacht im Abriss etwa nur die Hälfte – also rund 5.000 bis 12.500 Euro. Größere Häuser kosten natürlich mehr.

Folgendes Rechenbeispiel kann die Kosten für den Abriss verdeutlichen: Angedacht ist es, ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern abzureißen. Das Haus steht frei und ist vollständig unterkellert. In diesem Fall könnten die Kosten wie folgt aussehen:

  • Abrissplanung: 1.000 Euro
  • Vorarbeiten und Entsorgung Inneneinrichtung: 2.000 Euro
  • reine Abrisskosten Haus: 10.000 Euro
  • Ausbaggern, auffüllen und verdichten: 4.000 Euro
  • Entsorgung von Sondermüll: 1.000 Euro
  • Entsorgung von Schutt: 2.000 Euro
  • gesamte Kosten: 20.000 Euro

Der Abriss eines Gebäudes ist mit einigen rechtlichen Vorschriften verbunden. Vor Beginn müssen Sie die geplanten Arbeiten beim Bauamt anmelden. Die weiteren Genehmigungen sind regional unterschiedlich. Vor allem für denkmalgeschützte Objekte gelten gesonderte Vorgaben. Ist das Haus kleiner als 300 Quadratmeter und kein denkmalgeschütztes Gebäude involviert, muss keine Anzeige erfolgen.

Grundsatzfrage: Selbst abreißen oder eine Abrissfirma bestellen?

Wie auch in vielen anderen Fällen fragt sich der Heimwerker insgeheim, ob er den Abriss eines Gebäudes selbst durchführen kann. Sicher würde es Spaß machen, den großen Vorschlaghammer in die Wände zu hauen. Doch davon ist unbedingt abzuraten. Der Hausabriss braucht eine fachgerechte Ausführung. Die wenigsten Heimwerker besitzen die entsprechenden Kenntnisse oder das notwendige Gerät. Ein Fachwerkhaus kann mit einem Bagger zu Fall gebracht werden, das Steinhaus benötigt jedoch immer die Abrissbirne. Da braucht es eine Fachfirma. Nur wer schon Erfahrung im Abriss von Gebäuden hat, sollte durch die Anmietung geeigneter Maschinen selbst Hand anlegen.

Auch der Aufwand um den Abriss herum spricht für die Beauftragung einer Fachfirma. Denn mit „Wände einreißen“ ist es längst nicht getan: Der Schutt muss in Container und fachgerecht entsorgt werden. Gleiches gilt für Sondermüll, mit dessen Umgang die Profis zahlreiche Erfahrungen haben. Ein Abriss in dessen Händen läuft meist deutlich zügiger und unproblematischer.

Alternative Rückbau: Wann muss diese Methode gewählt werden?

Statt ein Objekt abzureißen, kann ein altes Gebäude auch rückgebaut werden. Dieses Verfahren ist jedoch deutlich aufwendiger als der klassische Abriss. Es bietet sich an, wenn das Gebäude auf sehr engem Raum steht und dennoch verschwinden muss. Auch Lärmvorgaben können Hausbesitzer zu dieser Alternative zwingen. Wenn nur geringe Lärmentwicklung in der Gegend erlaubt ist, braucht es den Rückbau statt des Abrisses. Gleiches kann über Schmutz- und Staubentwicklung gesagt werden. Dort, wo nur kleines Gerät zum Einsatz kommen kann, ist ein Abriss ebenfalls selten möglich und der Rückbau erforderlich.

Der Rückbau ist jedoch deutlich zeitaufwendiger. Das macht die Alternative auch teurer als den klassischen Abriss. Vor allem die nachträgliche Trennung von Bauschutt und Schadstoffe braucht viel Zeit und damit viel Geld. Daher sollte diese Alternative nur gewählt werden, wenn die Gegebenheiten sie notwendig machen.

Tipps zum Sparen: So können Sie die Kosten reduzieren!

Auch beim Abriss eines Hauses gibt es Möglichkeiten, die Kosten zu senken. So manche Arbeiten können rund um den Abriss bedenkenlos selbst übernommen werden. Dazu gehört zum Beispiel das Ausräumen des Gebäudes und der Inneneinrichtung. So manches Möbelstück lässt sich mit etwas zeitlichem Vorlauf über Internetportale noch zu Geld machen!

Alles andere muss raus aus dem Haus. Mit Geschick und Erfahrung kann so ein großer Teil der Entkernung selbst übernommen werden. Machen Sie im besten Fall mit der Abrissfirma einen Lagerplatz für die Einrichtungsgegenstände aus, um späteres Umräumen zu vermeiden. Die Entsorgung kann mit dem Bauschutt gemeinsam erfolgen.

Auch Freiräume sparen. Schaffen Sie so viel Platz wie möglich um das Haus, um es besser zugänglich zu machen. Zugänge vergrößern, Bäume passend zur Jahreszeit zurückschneiden, Gatter entfernen und andere Maßnahmen erleichtern den anschließenden Abriss und machen ihn günstiger.

Aber auch der Verkauf von Materialien kann die Gesamtkosten senken. Denn manches ist im Haus oft zu schade zum Wegschmeißen. Holzbalken, Fenster, Schiefereindeckungen und Ziegelsteine, aber auch alle Metallteile wie Rohrleitungen lassen sich verschenken oder verkaufen. Das reduziert letztendlich Masse und Gewicht der zu entsorgenden Materialien, für die gezahlt werden muss.

Manchmal ist auch eine staatliche Förderung für den Abriss eines Hauses möglich. Diese sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und haben verschiedene Voraussetzungen. Oft muss es sich um eine Entwicklungsmaßnahme handeln oder eine förderungswürdige Neunutzung nachgewiesen werden, bei der alte Brachflächen und Leerstand beseitigt wird. Die sogenannte Altlastenfreistellung gilt beispielsweise in Sachsen. Mit der KfW-Förderung „Wohnraum modernisieren“ kann beim anschließenden Neubau auch ein gefördertes Darlehen bei den gesamten Kosten helfen. Erkunden Sie sich bei den örtlichen Behörden, welche Möglichkeiten in Ihrer Region existieren.

Zusammenfassung

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Haus abgerissen werden soll. Die Kosten dafür sind individuell, hängen von der Größe, der Umgebung, der Bauart und vielen weiteren Faktoren ab. Im Durchschnitt belaufen sich die Kosten für einen Gebäudeabriss auf 50 bis 90 Euro pro Quadratmeter. Besonderheiten können das Vorhaben verteuern, aber mit einigen Tricks, Eigenleistung und Reduzierung der Bauschuttmenge können auch Kosten gespart werden.

Artikelbild: Lammeyer / Bigstock.com

3 Kommentare

  1. Luise Hanson 16.01.2019 15:01 Uhr

    Die Abrissarbeiten für unser altes Haus stehen nach dem Winter an. Ich war nicht sicher, mit welchen Kosten ich hier rechnen muss. Gute Idee, mit dem Verkauf noch verwertbarer Materialien die Kosten zu reduzieren!

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  2. Tom Vogt 14.02.2019 07:37 Uhr

    Es ist immer schade wenn alte Gebäude abgerissen werden. Ich denke mir dann immer, dass diese Gebäude auch mal jemand mit Schweiß und Mühe aufgebaut hat und sicher nicht will, dass diese so schnell abgerissen werden. Auf der anderen Seite sieht das immer sehr beeindruckend aus so ein Hausabriss.

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  3. Josef 04.03.2019 13:34 Uhr

    Das beschriebene Schicksal hat leider meinen Onkel getroffen: Er und seine Frau haben einen Altbau gekauft und sich sehr auf die Renovierung gefreut. Leider stellte sich mit der Zeit immer mehr heraus, dass das Haus nicht mehr erhalten werden konnte. Nun informieren sie sich über Hausabrisse und es wird doch ein Neubau werden.

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